Band 4 - Kapitel 45

So darf keine Geschichte enden.

 

Der 30. September 2017 ist kein besonderes Datum. Die Bundesliga ist so spannend langweilig wie eh und je. Trump ärgert die Welt und der Brexit beschäftigt nicht nur die Engländer, sondern auch das restliche Empire, Schottland, Nordirland und Wales. Das ehemalige Empire außerhalb Europas schüttelt in einem gymnastischen Rhythmus den Kopf über das Ansinnen einer lauten Minderheit. Und die EU-Kommissionen beschäftigen sich sinnigerweise auch noch damit und so blockiert Trump, der Brexit, die Chinesen und einiges andere die Weiterentwicklung der Welt.

 

Die Flüchtlingswelle spaltet Europa, Deutschland und auch so manches kleine Dorf. Es gibt die Guten, die mit Mainstream-Meinungen auf Beschwichtigungstour gehen und die Bösen, die man der Einfachheit halber rechts ansiedelt, wenn sie nicht den öffentlich rechtlichen Meinungsströmen entsprechen. Eigene Meinung ist wenig gefragt.

 

Der Umweltgedanke wird gerade mal wieder etwas hintenan gestellt, da die Lobby der Geldmacher davon nicht so begeistert ist. Die Aktienkurse müssen steigen, die Kosten gesenkt werden, Soziallleistungen sind ein notwendiges Übel, die Renten zu hoch und die Menschen, damit ist die breite Masse gemeint, werden zu alt.

 

Das alles klingt zynisch, passt nicht ins gängige politische Bild oder in die mediale Gesamtlage und trotzdem bekommt man es jeden Tag aufgetischt.

 

Die Nordstrandpiraten wissen sehr wohl, was da gerade geschieht. Hatten sie nicht auf ihrer Weltreise so viel Erfahrung gesammelt, Erlebtes bewertet, um nicht zu erkennen, dass hier langsam wieder sehr viel Spaltendes entsteht. Populismus ist keine Sache der Rechten alleine, aber dort sucht man den Populismus einfach, alle anderen haben für sich das Dogma der Rechtschaffenheit gepachtet.

 

Aus einer etwas unterkühlten Weltstimmung heraus waren Anfang 2015 die Nordstrandpiraten gestartet und waren jetzt in einer nicht unbedingt neuen, wärmeren Situation wieder dort gestrndet, wo sie einst gestartet waren. Obwohl die Erderwärmung steigt bleibt es sozial kühl.

 

Das vorläufige Ende

 

Alte Männer waren in Nordstrand auf eine abenteuerliche Reise gegangen. Alt im körperlichen Sinne, manches Mal auch alt in den Köpfen. Unterschiedliche Typen haben sich zusammengefunden, sich gegenseitig inspiriert, sich befruchtet, um mehr zu leisten, als sie von sich gedacht hatten. Zurück kamen sie gestärkt, fast alterslos mit vielen neuen Freunden.

 

Eine weitere Reise ins Mittelalter hat ihnen einiges gezeigt. Diese Abenteuer, die sie dort erlebt hatten, waren auch eine Reise in ihre eigenen Köpfe. Wie weit haben sie sich moralisch, intellektuell, in der Effektivität, in den empathischen Fähigkeiten, im Empfinden für Recht und Gerechtigkeit, Zuverlässigkeit, Toleranz seit dem Mittelalter weiterentwickelt? Bildung, Lernen, Offenheit und der Wille auf ein selbstbestimmtes Leben waren Triebfedern für eine Weiterentwicklung der menschlichen Gesellschaft. Voraussetzung dazu waren sicher auch die Entwicklungen der Agrarkultur. Wer keinen Hunger leidet, weniger Angst hat vor Kriegen und Mordgesindel kann sich auf anderes konzentrieren, hat Zeit und Möglichkeit dazu. 

 

Hatte sich der Mensch wirklich weiterentwickelt? Auch unter den Protagonisten der Nordstrandpiraten gibt es unterschiedliche Sichtweisen dazu.

 

Die einen sind der Meinung, dass der technische Fortschritt auch die moralisch geistige Entwicklung positiv beeinflusst habe. Sie sehen statistische Werte und deren Verlauf und sind zufrieden damit. Die Hungersnöte, Kriege sind nur noch regional und von starken Nationen beeinflussbar. In den Nachrichten werden Chaos und Katastrophen von sympathischen, meist lächelnden Nachrichtensprechern und Sprecherinnen verkündet. Damit wird das Leid schon mal etwas verifiziert und weniger dramatisch empfunden. Und die da und dort verkündeten Spendenaufrufe, die man ja gerne befolgt, dienen meist dazu, das eigene Gewissen zu beruhigen.

 

Religionen scheinen auch einen Einfluss darauf zu haben, aber offensichtlich spielt der Glaube an einen Gott oder an Götter nicht die Rolle, die man den Glaubensrichtungen zugedacht hatte. War hier der Wunsch nach einer friedvollen Menschen-Gesellschaft der Antrieb, so wurde in fast allen Religionen der Machtanspruch eines Gottes oder von Göttern missbraucht. Unterdrückung von Andersgläubigen, von Andersdenkenden, vor allem in fast allen Religionen die Unterdrückung der Frauen. Das hat sich nur partiell oder auch temporär gebessert. Der Ruf nach Frauenquoten soll zum Beispiele die Unterdrückung der Frau kaschieren. Der Aufruf der christlichen Kirchen zum friedvollen Umgang miteinander wird gerne wahrgenommen und nicht befolgt. Was hat sich geändert? Wir fahren mit Autos, können in Flugzeige steigen, der Krebs ist manchmal heilbar, die Supermärkte quellen über an Angeboten. Die ist für die verfügbar, die es sich leisten können, der Rest der Menschheit, dem das nicht zur Verfügung steht, hat wahrscheinlich keinen Chip für den Einkaufswagen gefunden. Es gibt Reiche, Superreiche, Prominente oder auch solche, die sich dafür halten und es gibt welche, die unterhalb dieser Leute existieren. Dann gibt es noch welche, die existieren einfach, aber weit von allem entfernt. Heute wie damals, damals wie noch viel früher. Das sind die Erkenntnisse, die die Nordstrandpiraten mitgebracht haben.

 

Was haben sie daraus gemacht? Sie haben sich zu einer Gemeinschaft zusammengefunden, die die Stärken jedes einzelnen nutzt. Sich eine neue Existenz aufgebaut, teilweise ihr früheres Leben aufgegeben und ein neues begonnen. Erfahrung und die Potenz des Weitblicks der Alten genutzt, die Kraft und die Neugierde der Jüngeren mit eingebunden. Frauen und Männer gleichgestellt und doch nicht die Feinheiten der Geschlechter aus den Augen verloren. Eine Idealgesellschaft geformt, so könnte man meinen, wenn da nicht die Neider und Missgünstigen wären. Wie stark sie weitermachen? Das wird sich zeigen.

 

 

 

Warum das alles?

 

Die Idee für die Geschichte war es, eine Rezeptbuch für ältere Männer zu erstellen, wie man sein Leben nach dem Ausstieg und dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit, sprich in der Rentenzeit  neu backen kann.

 

Alle Protagonisten sind Personen, die irgendwo auf dieser Welt real existieren. Charakter, Aussehen und einen Teil ihrer alten Vita gab es. Neu gestartet sind sie in der Geschichte, - eine Fiktionen, ein Märchen - mit der ersten Seite der Nordstrandpiraten.

 

Irgendwann haben sich die Menschen in der Geschichte verselbstständigt und ihre Leben in die eigenen Letter genommen, damit man von ihnen erzählt.

 

Mit jeder Meile, mit jedem Kilometer die man reiste, formten sich die Charaktere und wurden zu fast realen Wesen. Alles verselbstständigte sich und der Schreiber musste alles nur noch eintippen und so entstand Kapitel für Kapitel.

 

Das alles war aber nur möglich, weil zwei Menschen eine Idee hatten und ein Dritter das Geld zur Verfügung stellte, damit diese Reise stattfinden konnte.

 

Also benötigt jede gute Idee, die etwas Positives hervorbringen kann einen Katalysator.

 

Also ist nicht das Anhäufen von Kapital ein erstrebenswertes Ziel, sondern der Einsatz von Mitteln, um etwas zu verändern.

 

Gut ich höre jetzt auf. Der erhoben Zeigefinger, den ich gerade verbal gezeigt habe, den mag nicht jeder. Ein paar wohlgesonnene Leser/innen sollten uns noch bleiben.

 

Vielleicht kommt irgendwann dann die Fortsetzung der Nordstrandpiraten.