Band 4 - Prolog

Die Besatzung der Blauzahn, der Ageli und die Freunde der russischen Jacht waren nun wieder zurück in ihrem Jahrhundert. Erst hatten die "alten Männer" eine Weltreise mit einer der größten Einmaster Segeljacht der Welt gemacht. Während ihrer Reise rund um den Globus haben sie vieles erleben dürfen und müssen. Vor allem aber hatten sie Menschen kennengelernt, die wie sie auf der Suche nach dem....“was kann ich eigentlich alles leisten und tun in meinem Alter, mit meinem Geschlecht, mit meiner Herkunft, mit meiner Bildung, mit meiner Religion?“...waren. Sie waren körperlich und geistig an ihre Grenzen gekommen und hatten vieles an Schwierigkeiten überwunden die sie in ihrem "alten" Alltag glaubten, nicht überwinden zu können und es dann doch in ihrem "neuen" Alltag geschafft hatten. 


Sie waren danach von einem Wissenschaftler in das Mittelalter geschickt worden, weil der hoffte, dass sie dort Erfahrungen sammeln konnten, die das heute gesellschaftliche Leben, die politische Landschaft, den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt besser erklären würden. Die Ergebnisse ihrer gemachten Erfahrungen würden nun genauestens untersucht werden müssen. Aber womit niemand gerechnet hatte, weil es eigentlich nicht möglich war, war, dass Menschen aus dem Mittealter mit ihnen zurück in das Heute kommen würden. Menschen, die in einer vermeintlich anderen Gesellschaft gelebt hatten, mit einer anderen Sprache und mit einem vollkommen anderen Weltbild nun rund achthundert Jahre in der Zeit nach vorne katapultiert worden waren. Und sie waren nun in einer Zeit gelandet, in der man von offenen Gesellschaften, Toleranz, von ungeheuren technischen Fortschritten und wirtschaftlichen Entwicklungen sprach und die doch von so viel Ressentiments, Rassismus, Ängsten und Krisen geprägt war. 

Die Kulissen ändern sich, die Handlungen gleichen sich.

Gunnar Larson, der sich Lars nannte, würde nun nach Gotland reisen, wo sein Projekt beheimatet war. Seine Assistentin, Liliane Grodegund und sein Leibwächter Chauffeur, Willi Karr schickte er nach Waiblingen. Er konnte Otto Kraz mit dem Problem, dass er drei Personen mit ins heute gebracht hatte, nicht alleine lassen. Zudem wusste der noch nicht, dass er den Herrn Graf und drei Wölfe mitgebracht hatte. Die hatten sich des vermeintlich leeren Behältnisses bemächtigt und die letzten Tropfen daraus geschleckt. Dieser Zeitreise- Katalysator hatte auch sie in das Jahr 2016 transportiert. Es war zwar Weihnachten, aber das hinderte niemanden daran, sein Leben weiter zu leben und es zu gestalten. Und Otto, Frida von Blau, Bartholomäus und Jonata mussten versorgt werden. Er hatte einfach nicht damit gerechnet, dass die in Waiblingen landen würden und nicht auf Gotland, aber in den letzten Briefen und Aufzeichnungen, die er bekommen hatte, war ihm klar geworden, dass Otto in Waiblingen bleiben würde. Und so hatte er in dem Haus, das seit achthundert Jahren der Familie Kraz gehörte, Kameras installieren lassen - in der Hoffnung, dass Otto dort auch seine Zeitreise beenden würde. Und so war es auch. Otto war mit seinen anderen Zeitreisenden in seinem Zimmer gelandet. Und nun musste Gunnar handeln und das so schnell wie möglich. Denn wenn Otto so unvermittelt auf der Straße auftauchen und eventuell von einem seiner Gäste dabei noch begleitete wurde, dann konnte es schon zu Komplikationen kommen.  Zudem, wenn jemand die Wölfe entdeckte und den Herrn Grafen, das würde doch sofort die Polizei, den Tierschutz, Greenpeace, die örtliche Presse und alles, was sich gerade mal wieder profilieren wollte, auf den Plan rufen. So viel Aufmerksamkeit war nicht gut und seiner Forschung nicht dienlich. Es war schon schwer genug, dass sich Menschen, die keine offizielle Identität nachweisen konnten, im Haus aufhielten. Nun das war in Deutschland zu dieser Zeit nicht unbedingt etwas, was großes Aufsehen erregen würde, denn der Strom an Migranten, erfasst oder nicht erfasst, hatte eine erzwungene Wir-nehmen-das-hin-Mentalität hervorgebracht, aber man sollte das nicht übertreiben. Also wurden seine Mitarbeiter losgeschickt, um Otto und seine Reisegefährten zu begrüßen und vor allem zu versorgen. 

Gunnar Larson freute sich schon sehr, dass er nun nicht nur Briefe oder Chroniken zu lesen bekam, sondern sich mit Menschen unterhalten konnte, die ein Jahr lang im Mittelalter waren und diese Zeit erlebt hatten. 

Er schickte deshalb per Video Botschaft seine Nachricht nach Gotland, dass er kommen würde und schickte die Informationen, die die Bewohner der Blauzahnsiedlung benötigten, um sich bis zu seiner Ankunft zurecht zu finden. Nahrung, Trinken und alles, was man zum Leben benötigte, hatte er vorsorglich dort deponiert. 

Waiblingen. 24. Dezember 2016 am späten Abend im Haus des Otto Kraz

Liliane Grodegund und Willi Karr hatten sich einen Mercedes V Klasse Großraumlimousine mit abgedunkelten Scheiben schon vor längere Zeit gekauft, um mit Forschungsmaterial und sonstigem sicher und unbemerkt reisen zu können. Als sie dann per Video gesehen hatten, wer alles im Haus angekommen war, handelten sie umgehend. Sie hatten noch an diesem Tag alles eingekauft, was man an Lebensmitteln und eventuell an Kleidung benötigte. Auch für die Wölfe und den Hund war gesorgt worden. Vier Leichtmetall Hundeboxen hatte man hinten schnell noch eingebaut. Willi Karr war ein umsichtiger Mann, denn um die Tiere ins Auto zu bringen, war einiges notwendig. Halsbänder, Maulkorb, aber auch Fleisch und Wasserschüsseln hatte er mit dabei.  

Die Christmette wurde in den Kirchen gelesen, in den Häusern feierten die Familien Weihnachten und nur wenige Leute waren auf der Straße zu finden, als Gunnar mit Liliane im schweren BMW und Willi im Van vor dem Haus vorfuhren. Gunnar ging als erster nach oben, während Willi die Tiere mit Narkosemittel versetztem Fleisch schlafen legte.  Liliane parkte währenddessen den Van und den BMW im Hof so, dass die Insassen des Haues unbemerkt in die PKW einsteigen konnten. 

Da nur Otto die Sprache der Gotländer und auch das Mittelhochdeutsch konnte, sprach Gunnar ihn auf bestem Hochdeutsch zuerst laut durch die Türe an, um niemanden durch sein plötzliches Auftauchen zu erschrecken. Es reichten ein paar Sätze, die er von sich gab, und Otto öffnete ihm die Türe. Otto übersetzte den dreien, was dieser fremde Mann, der so merkwürdig gekleidet war, wollte, während Liliane an der Türe wartete. Mehrere Male kamen die Worte voltrouwen - Vertrauen, enwege - auf der Reise, biderbeman - ehrbarer Mann,  sō helfe mir got; - so wahr mir Gott helfe vor. Verwirrt wie sie waren, folgten sie Otto die Treppe hinunter und in den Hof hinaus. Gunnar wollte, dass Otto sich zu ihm in den BMW setzen sollte, aber die drei aus dem Mittelalter wollten sich nicht von ihm trennen und so zwängten sich die Zeitreisenden in den Van. Die Vierbeiner lagen schon tief schlafend in den Käfigen. 

Es dauerte sehr lange, bis sich alle damit abgefunden hatten, dass sie nun in einem Kasten aus Blech und Leder saßen, das von einem brüllenden Drachen offensichtlich gezogen wurde und der warme Atem ihnen ein wohliges Gefühl gab, obwohl sie durch die etwas abgedunkelten Scheiben draußen den Schnee und das ganze winterliche Treiben sehen konnten. Willi schaltete die Lüftung auf volle Stärke ein und ließ auch immer wieder die Seitenscheibe während der Fahrt auf seiner Seite herunter. Der Geruch des Mittelalters, den alle an sich hatten, war für seine Nase nicht besonders erfreulich. Die Vierbeiner rochen nicht so übel wie die Zweibeiner, das hatte er schon festgestellt. 

Immer wieder musste Otto die drei beruhigen, weil sie die Geräusche und das was sie sahen, missdeuteten und in Angst und Schrecken verfielen. Hinter dem Van fuhr Gunnar mit Liliane. Liliane machte sich Gedanken darüber, ob die Garderobe, die sie besorgt hatte, den Damen passen würde. Sie hatte an alles gedacht und von Schlüpfern, BHs über Socken, Schuhe, Kleider und Hosen alles besorgt, was man im Winter benötigte. Und als moderne Frau hatte sie auch darauf geachtet, dass alles doch einigermaßen modisch war. Die Kleidung für Bartholomäus war da etwas leichter zu finden gewesen. Er hatte die Größe wie Willi, nur bei den Schuhen war sie sich sehr unsicher gewesen und hatte deshalb sechs Paar Schuhe in verschiedenen Größen zur Auswahl mitgenommen. Und das alles innerhalb von dreißig Minuten erledigt. Seitdem wünschte sie sich, dass das nun zur Olympischen Disziplin werden würde, Schnelleinkauf von Modeartikeln.

Nach Mitternacht erreichten sie das Ferienhaus des Gunnar Larson. Jonata stieg etwas verkrampft aus dem Van aus und ihr Vater, der stellvertretende Abt, musste sie stützen, sonst wäre sie gestürzt.

Aufgeregt stellten die Mittelaltermenschen Fragen über Fragen an Otto, der sie in seiner bekannt ruhigen Art, manchmal zu wissenschaftlich, beantwortete. Willi bat Otto darum, die  Zeitreisenden zu bitten, sich zu säubern und frische Kleider anzuziehen. Der Gestank war ihm unerträglich geworden, selbst der Initiator des Ganzen, Gunnar Larson, fand, dass das Haus innerhalb kürzester Zeit in eine Duftwolke von Schweiß, feuchten Kleidern, leichtem Uringeruch und anderen, undefinierbaren Gerüchen eingehüllt wurde. 

Die erste große Herausforderung war es nun, die beiden Damen dazu zu bringen, sich ihrer Kleider zu entledigen und unter die Dusche zu gehen. Liliane übernahm diese Aufgabe und erklärte mit Worten, die  Frida und Jonata nicht verstanden, wie sie unter die Dusche zu gehen hatten. Ihr blieb also nur eines übrig, es den Frauen vorzumachen. Also zog sie sich aus und sah, dass die beiden sie mit erstaunten Augen anschauten. Das lag sicher nicht daran, dass sie ihren Körper betrachteten, sondern daran, was sie sich da auszog. Schuhe und Socken waren dabei nicht das, was sie in Erstaunen versetzte. Hose und Pullover gingen ja noch, aber als sie sich den Büstenhalten und den String Tanga auszog, wurde das Erstaunen groß. Und unter all den Kleidern, die sie nun abgelegt hatte, sahen die Mittelalterfrauen, dass Liliane sich als moderner Frau, soweit es möglich war, sämtliche Haare am Körper wegrasiert hatte. Dann stieg sie unter die Dusche, bediente die Armaturen und ließ sich vom lauwarmen Wasser berieseln, dann seifte sie sich mit dem Duschgel ein und reinigte sich damit. Zum Abschluss duschte sie sich heiß ab und der Dampf wabberte durch das Badezimmer. Sie trocknete sich mit einem Badetuch ab, dann forderte sie Frida auf, es ihr nachzumachen. Die zog sich ebenfalls aus, was auf Grund der etwas komplizierten Schnüre der Kleidung etwas länger dauert und ging unter den Duschkopf. Von fast schon peinlichen Schreien begleitet, genoss Frau von Blau den Wasserstrahl. Nur beim Einseifen gab es etwas größere Probleme, als sie sich die Seife versehentlich in die Augen rieb. Hier musste Liliane helfend eingreifen. 

Liliane schaute voller Neid auf die nackte Frau. Frida hatte kein Gramm Fett an den Hüften, durchtrainiert Schenkel und Arme, einen festen Bauch. Als die Jetztfrau der Meinung war, dass die Mittelalterfrau genug geduscht hatte, stellte sie den Wasserstrahl ab und reichte ihr ein Badetuch. 

Nun war Jonata an der Reihe, sie war noch etwas zu schüchtern und wollte mit dem Hemd unter die Dusche stehen. Hier musste Liliane nicht eingreifen, denn Frida klärte das und das Mädchen zog sich aus und stellte sich unter den Wasserstrahl. Als sie spürte, wie angenehm das warme Wasser war und wie die Tropfen sich auf ihrer Haut anfühlten, verlor sie schnell jegliche Scheu und bald war sie ebenfalls gesäubert und genoss danach das Abtrocknen mit dem Badetuch. 

Liliane hatte inzwischen alle Kleider aus dem Mittelalter in einen Sack gepackt und eine Auswahl der gekauften Kleidungsstücke bereitgelegt. Den Gebrauch eines Deostiftes erlernten die Damen schnell, wobei sie sich gegenseitig immer wieder beschnupperten. Frida bevorzugte schwarze Unterwäsche, die sie bei Liliane gesehen hatte und zog sie an, wie sie es bei der 2016 Frau gesehen hatte. Jonata gefiel alles, was bunt war. Das Anlegen des Büstenhalters war eine weitere Hürde, die es zu bewältigen galt. Frau von Blau fand das moderne Ding offensichtlich unbequem, den sie zupfte ständig daran herum, als sie ihn anhatte. Jonate gefiel der BH gut, denn sie fühlte sich offensichtlich damit schon etwas mehr als Frau wie als Mädchen. Dann wurden die Haare geföhnt, was sehr lange dauerte, denn beide hatten kräftige lange Haare. Liliane dagegen einen Kurzhaarschnitt, den sie mit Haargel noch etwas bearbeitete. Als sie alle fertig waren, bewunderten sie sich gegenseitig. 

Otto und Bartholomäus hatten im Keller des Hauses bei der Sauna geduscht und es war Otto leichtgefallen, dem Mönch die moderne Kleidung zu erklären und ihm beim Anziehen zu helfen. Nur das Bartstutzen war etwas schwierig gewesen, denn der Bartschneider war offensichtlich nicht dafür konstruiert worden, Barthaare, die total verfilzt und die fast zwanzig Zentimeter lang waren, zu schneiden. Aber mit vielen lateinischen Flüchen wurde auch das geschafft.

Kurz nach 2.00 Uhr am Morgen trafen sich alle wieder in der Essküche des Hauses. Als sie sich alle ansahen, wäre Gunnar fast das Glas mit dem Rotwein aus der Hand gefallen. Auch Willi kam nicht aus dem Staunen heraus. Frida von Blau geduscht und in modischen Kleidern, die Haare sauber gekämmt war.....niemand fand Worte dafür. Sie war einfach schön, selbst Liliane spürte die Stiche des Neides in sich. Jonata dagegen sah mit ihren paar Sommersprosen im Gesicht, den langen roten Haaren und dem etwas zu großen Pullover, den sie trug, einfach freundlich, lustig und wie eine der Sechzehnjährigen aus, die man gerne zum Tanzen aufforderte, weil sie schelmisch und doch freundlich wirkten. 

Das Essen war die nächste Hürde, die zu bewältigen war. Essen mit Messer und Gabel war einfach zu viel für den Anfang, also wurden zuerst die die Hände benutzt, um die Schnitzel, das Gemüse und die heißen Pommes Frites zu essen. Liliane und Gunnar blieben beim Essen mit Besteck und wurden von Frida dabei genau beobachtet. Sie machte das Gesehene sofort nach Und nachdem sich alle anderen ordentlich die Finger verbrannt hatten, versuchten sie es wenigstens mit der Gabel. Der Gebrauch der leinenen Servietten war auch neu. Die Finger wurden nicht an den Kleidern abgewischt, sondern an den Tüchern, die auf dem Tisch lagen. Willi und Bartholomäus tranken Bier, Otto, Frida und Gunnar gönnten sich einen Weißwein. Frida war erstaunt über die Gläser, aus denen sie den Wein tranken. Sie fasste ihr Glas an, als ob es ein durchsichtiger Nebel sei, den man mit aller Vorsicht greifen musste. Erwartet hatte sie den bekannten sauren Wein, den man besser verdünnt trank. Der Riesling, den man ihr eingeschenkt hatte, war für sie ein Genuss, den sie nicht gewohnt war. Willi machte sich immer wieder daran, die Gäste zu bedienen, auch das war etwas anderes. Ein Mann, der auch Frauen bediente? Und Willi war ganz sicher kein Bediensteter, wie man aus dem Mittelalter kannte. Jonata kopierte Friede immer mehr. Sie beobachtete ihre neuen Freunde und ahmte sie in allem nach. Nur beim Trinken wollte sie nur Wasser wie Liliane. 

Während des Essens ging Willi kurz in den Keller, wo er die Vierbeiner  in einen sehr großen Kellerraum gesperrt hatte. Die lagen immer noch etwas betäubt in ihren Kästen und Willi öffnete die Türen der Kästen, damit sie raus konnten. Wasser und Futter stellte er bereit. Mehr konnte er unter den Umständen nicht tun.

Das nächste Problem, das kam, war der Biergenuss. Bartholomäus wollte das Haus verlassen, um dem Druck auf seine Blase Abhilfe zu verschaffen. Otto konnte das nicht zulassen und zeigte ihm die Toilette. Der Mönch wollte die aber nicht benutzen, er wollte nicht in diese saubere weiße Schüssel pissen. Dass Bartholomäus Schwierigkeiten beim Öffnen seiner Hose hatte, sah Otto. Nervös fummelte der Mittelaltermann an seiner Hose herum. Reißverschluss war nun mal eine Errungenschaft, die es in seiner Zeit noch nicht gab. Otto musste ihm dabei helfen. Dann machte ihm Otto vor, was und wie er die Toilette benutzen sollte. Als krönender Abschluss wurde die Spülung gedrückt. 

Dann kam noch nach dem Toilettengang das Händewaschen, auch so eine offensichtliche moderne Modeerscheinung. Dass sich der Mönch dabei mehr amüsierte, als ans Waschen der Hände zu denken, sah man. Denn er bediente die Wasserhähne so oft bis Otto eingriff und ihm klar machte, dass er nun endlich die Hände waschen sollte. 

Und nun wollten, nachdem Bartholomäus den anderen von seinem Gang zur Toilette berichtet hatte, auch die anderen auf die weiße Schüssel. Und wieder musste Liliane vormachen, wie Frauen auf der Toiletten ihre Notdurft verrichten sollten. Auch der Gebrauch von Toilettenpapier war eine Herausforderung, die es galt zu bewältigen.

Als dann das gebrauchte Geschirr auch noch in einen Metallkasten gesteckt wurde und Willi die Spülmaschine in Gang setzte war die Verwunderung nun endgültig so groß, dass Frida meinte, man sollte sich wohl besser irgendwohin zurückziehen, wo der böse Zauber keine Wirkung auf sie hatte. 

Das Feriendomizil hatte genügend Schlafplätze. Willi teilte sich mit Bartholomäus einen Schlafraum. Liliane mit den beiden anderen Damen einen anderen Raum. Otto und Gunar hatten ihre eigenen Schlafräume. Komplikationen gab es noch, als die Zeitreisenden ihre Kleider ablegen und sich in Nachtgewänder kleiden sollten. 

25. Dezember 2016 Mittagszeit    

Gunnar Larson bereitete sich darauf vor, nach Gotland abzureisen. Willi würde ihn nach Schwäbisch Hall fahren. Dort wartete ein gecharterter Learjet, der ihn dann nach Gotland bringen sollte. Alle anderen sollten später nachkommen. Gunnar musste sich Gedanken darüber machen, wie er die Zeitreisenden dorthin bringen konnte. Ohne Papiere, Ausweise und Sonstiges würden sie bei jeder Kontrolle auffallen, und wie sollte man dann ihre Existenz erklären? Er benötigte dringend Hilfe und die hoffte er in Gotland bei einem Freund zu finden. Besser gesagt bei einer Frau, die bereits des Öfteren für ihn heikle Aufgaben erledigt hatte. Auch die Vierbeiner waren nicht leicht zu erklären. Gunnar war nicht gewillt, die Tiere einfach ihrem Schicksal zu überlassen und sie in die "Freiheit" zu schicken. Sie waren zu sehr menschenbezogen und man würde sie entweder einfangen oder erschießen. Nein, das wollte er nicht. Er hoffte auf die geballte Schwarmintelligenz der Blauzahnleute. Sie würden doch sicher eine Lösung für dieses Problem finden.