Kapitel 67

13. August 1216 Ostsee zwischen Lettland und Gotland

 

Sophia ging es soweit gut, denn Peter pflegte sie und wurde zudem von einer der sieben Frauen, die sie noch als Gäste an Bord hatten, tatkräftig unterstützt. Sie konnte etwas Latein und Französisch sprechen und so verstanden sich die beiden leidlich, wenn sie ihr Handeln miteinander abstimmen wollten. So erfuhr Peter von ihr, dass sie mit den Ordensrittern von Venetien aus bis nach Jersika gekommen war. Ihr Vater war ein Händler aus Byzanz und begleitete die Ritter. Unterwegs wurden sie von aufständischen Letten und Anhängern des ehemaligen Königs aus Jersika überfallen. Ihr Vater starb bei dem Angriff und sie wurde als Sklavin festgehalten. Da man außer miteinander Krieg zu führen, es auch gerne miteinander trieb, wurde sie bereits nach zwanzig Tagen dem Händler übergeben, der sie dann zum Hafen brachte. Sie war zweiundzwanzig Jahre alt und Witwe. Ihr Mann war schon am Anfang der Reise am Fieber gestorben. Sie waren auf dem Wege nach Habsburg, dort sollten sie ein Handelshaus eröffnen. Nach dem Tod ihres Mannes nahm sie ihr Vater weiter mit auf diese Reise. Sie nannte Peter auch ihrem Namen, der lautete Irene, den Rest des Namens konnte er nicht verstehen.

 

Die anderen Frauen befanden sich schon im Gefolge des Kaufmanns, als er Irene kaufte. Die Frauen oder besser Mädchen waren alle Töchter von lettischen oder litauischen Rittern, die ihre Kinder für sehr viel Silber und Versprechungen dem Kaufmann übergeben hatten. Kurz vor dem Hafen wurde ihre Karawane von Räubern überfallen und sie schafften es gerade noch in den Hafen. Dort hatte der Kaufmann ein Haus, wo man sie eingesperrte, bis sie auf das Schiff gebracht wurden. Irene war nicht unglücklich darüber, dass der Kaufmann weg war. Sie nannte ihn Guroúni und ahmte dabei das Grunzen eines Schweines nach.

 

Zwei der anderen weiblichen Passagiere waren nicht seefest und mussten sich immer wieder übergeben. Auch die wurden von Irene gepflegt. Sie war zupackend, nicht schüchtern und man merkte ihr an, dass sie nicht versuchte, sich bei der Mannschaft anzubiedern oder sich Peter zu nähern, um sich damit ihre Sicherheit zu erhalten. Sie tat das, was man tun musste und das mit einem Eifer, der bewies, dass sie es gewohnt war, zu helfen und zu handeln. Sie betete zweimal am Tage kniend an Deck und jeder konnte das sehen.

 

Am 14. August, kurz nach Sonnenaufgang, signalisierte der Drachen des Olsen, dass sie etwas entdeckt hatten. Dann sah auch Peter zuerst ein Segel und dann wurden es mehr am Horizont. Offensichtlich kreuzten sie in einem Abstand von etwas mehr als dreißig Bootslängen den Kurs einer Flotte aus Drachenbooten. Diese segelten von Nord nach Südwesten, man konnte sehen, dass zuerst nicht gerudert wurde. Eines der Drachenboote, das dann doch gerudert wurde, änderte seinen Kurs und kam auf den Fischkopf zu. Fischkopf nannte Claus sein Schiff. Peter schickte alle Passagier und alle Besatzungsmitglieder, die nicht unbedingt gebraucht wurden, unter Deck oder sie mussten sich hinter die Reling ducken. Es war nicht notwendig, dass man sah, wie viele Menschen an Bord waren. Dann ließ er ein kleines Feuer in einer größeren gusseisernen Pfanne entzünden und darin wurden viele feuchte Kräuter geröstet. Das war das Zeichen auch für den Herrn von Olsen, dass sie die Auskunft geben sollten, dass sie einige Kranke an Bord hatten, die unter einem geheimnisvollen Fieber leiden würden. Auch auf seinem Drachen wurde ein Schauspiel vorbereitet. Zweien seiner Leute banden sie rote Lappen um die Köpfe und Hände und sie setzten sich für alle gut sichtbar an den Bug des Schiffes. Als der fremde Drachen auf Rufweite des Fischkopfes heran war, wurde ihnen etwas zugerufen. Zuerst verstand das niemand, da sie die Sprache nicht kannten. Dann rief ihnen jemand auf Schwedisch etwas zu. "He ihr? Wer seid ihr und wohin fahrt ihr?" Claus ließ sich Zeit mit der Antwort, zuerst versuchte er festzustellen, welche Farben gezeigt wurden, aber die Wappen, die er sah, kannte er nicht. "Wir sind Händler aus Visby und auf der Heimreise. Wir hatten Pech. Wir wurden von Piraten überfallen und einige unserer Leute wurden getötet und dann brach ein Fieber auf beiden Schiffen aus. Wir wollen uns an die Küste retten und dann schauen, was wir tun können. Wir halten uns von allen Fremden fern. Wir wissen nicht, welche Krankheit hier unter meinen Leuten die Seelen raubt?. Wer seid ihr? Ich erkennen eure Wappen nicht." Auch seine Gegenüber auf dem fremden Drachen hatte es mit der Antwort nicht eilig. "Wir sind Dänen und Norweger, auch Händler wie ihr und wollen Handel mit den Letten und Litauern machen und wenn wir auf Ordensleute treffen, auch mit denen. Habt ihr noch Waren oder Silber an Bord? Vielleicht können wir auf See schon einen Handel treiben. Claus war sofort klar, dass das hier keine Händler waren, denn diese Fragen waren einfach zu plump gestellt, als dass sie wahr sein könnten. Zudem hatte er beobachtet, dass zwei weitere Langboote sich ihnen von Süd-Westen näherten. "Nein wir haben nichts mehr, die Piraten haben unsere große Knorr versenkt, dort waren unsere Gewinne aus dem Handel drauf gewesen, wir sollten mit der kleinen Knorr Waren aus Reval übernehmen, aber das geht jetzt wohl nicht mehr, wir haben nichts mehr zum Bezahlen oder Handel zu treiben. Wenn ihr uns etwas Wasser abgeben könntet, das haben wir leider auch zu wenig, denn die Fiebernden brauchen doch mehr als wir erwartet haben." Dabei wies Claus den Steuermann lautstark an, auf das fremde Drachenboot zuzusteuern. Im selben Moment sprang eines der Mädchen auf der Knorr auf und erbrach sich über die Reling ins Meer. Ihr hingen dabei die Haare wild übers Gesicht und von ihrer Anmut war nichts zu sehen, aus der bleichen leicht grünlichen Farbe in ihrem Gesicht. Der Fremde rief wütend und lautstark. "Bleibt weg von uns. Wasser haben wir keines für euch. Verschont uns vor euren Kranken. Gute Reise." Dann wurde allen Ruderern befohlen die Hölzer ins Wasser zu tauchen und loszurudern. Die anderen Langboote erhielten das Signal, dass man sich entfernen sollte und am frühen Nachmittag waren alle fremden Segel am Horizont verschwunden.

 

Am 17. August 1216 erreichten sie die Küste von Gotland und ankerten vor Slite. Sie benötigten dringend Trinkwasser und so wurde eines der Boote mit Fässern an Land geschickt, um Trinkwasser zu besorgen. Sechs Männer der Knorr waren an Land gerudert und im Hafen wurden sie zwar freundlich, aber doch mit viel Misstrauen empfangen. Die Landgänger wurden sofort vom Vertreter der Kaufmannsgilde befragt, ob sie die Flotte der Seeräuber gesehen hatten. Peter hatte die Männer vorher instruiert und so verneinten sie die Fragen. Petja, der mit an Land gegangen war, erkannte den Kaufmann und erzählte ihm die Geschichte, die ihnen allen vorgetragen worden war. Sie waren aus Lettland vertrieben worden, da man ihnen die Geschäfte geneidet habe. Alle wollten nur mit den Ordensleuten aus den deutschen Landen Geschäfte machen, da sie sich hiervon bessere Gewinne versprachen. Sie seien als lästige Konkurrenten angesehen worden und man habe sie am Verkauf ihrer Waren behindert. Nun hätten sie die Lust verloren und waren auf der Heimreise nach Visby. Leider war ihr Wasser verdorben und sie müssten jetzt einfach Wasser haben, damit sie weiterreisen konnten. Der Mann der Kaufmannsgilde verlangte einen viel zu hohen Preis für den Ankerplatz und das Wasser, das Petja aber auf ein erträgliches Maß herunterhandeln konnte und so waren sie am späten Nachmittag bereit, weiter zu segeln. Claus und Peter entschieden aber, dass sie noch eine Nacht bleiben sollten, um genügend Kraft zu schöpfen für die Weiterfahrt. Die weitere Strecke mussten sie sehr wahrscheinlich größtenteils rudern, da die Winde zu schwach und für sie ungünstig waren.

 

Sophia wurde an diesem Nachmittag zum ersten Mal wieder richtig wach. Bisher war sie nur leicht aus ihrem Dämmerschlaf erwacht, nun aber war sie ansprechbar und hatte sogar Hunger. Peter setzte sich neben sie und gab ihr Brot, Käse und stark verdünnten Wein. Als sie weiter an Kraft gewonnen hatte, zog sie Peter zu sich hinunter und flüsterte ihm ins Ohr. "Wenn du glaubst, ich hätte nicht gemerkt, wie du mit dem jungen Ding hier einen auf Heiler und Samariter gemacht hast, dann irrst du dich. Ich habe die Augen zu gehabt, aber meine anderen Sinne waren wach. Sie ist gut, wirklich zartfühlend und hat mir geholfen, jetzt ist aber gut. Lass die Finger von ihr, alter Mann." Nicht, dass der Bärentaler erschrocken gewesen wäre - über die harschen Worte, die er zu hören bekam - er kannte Sophia gut genug, aber das mit dem alten Mann traf ihn hart. Er stand schweigend auf und ging weg von ihr. Er teilte die Mannschaft für die Nachtwachen ein und suchte sich dann etwas zu Essen und Trinken.

 

Um Mitternacht standen der Bärentaler und drei seiner Leute an der Reling und schauten aufs Land. Einige hundert Schritte von der kleinen Stadt entfernt, an der Küste entlang Richtung Südwesten, leuchtete ein Feuer. "Was meint ihr, was da brennt?" fragte Petja in die Runde. Oleg und Andrei schauten zu Peter. "Ich vermute ein Schiff. Hinter der kleinen Bucht ist nochmal eine, allerdings nicht gut geeignet zum Ankern. Vielleicht ist da ein Schiff auf einen Felsen aufgelaufen und sie hatten nicht alle Feuer gelöscht, dabei haben sich ein paar Funken sofort verbreitet. Wir wissen doch alle, dass man mit Feuer auf einem Schiff vorsichtig umgehen muss." Sie schauten weiter in die Richtung und beobachteten gespannt die Flammen, die sie sehen konnten. Oleg deutete aufs Wasser. "Schaut, der Fischkopf hat ein Boot ausgesetzt und die rudern rüber zu Landzunge. Vielleicht wollen sie nachschauen, woher das Feuer kommt?" Auch am Ufer, in der Stadt sah man das Feuer. Schemenhaft konnte man erkennen, dass sich Menschen versammelten. Fackeln wurden entzündet und offensichtlich machte man sich auf, nachzuschauen, was da brennen könnte.

 

Gegen Morgen, ein kräftiger Nebel verdeckte die Sicht, kam das Beiboot des Fischkopf zurück. Einer der Männer rief zur Knorr hinüber. "Da brannte ein altes Schiff, das mit viel Holz beladen worden war. Und am Strand hatte man zusätzlich noch ein Feuer angezündet. Aber es war niemand da. Die halbe Stadt ist nun dort und bestaunt das Unglück. Ich glaube nicht, dass das mit rechten Dingen zugeht. Da sollen wohl alle abgelenkt werden. Wir sollten verschwinden." Peter erkannte die Stimme. Das war Wolfskopf, der nicht zum ersten Mal mit Claus fuhr. Peter gab den Befehl, dass sich alle bereit machen sollten, leise den Ankerplatz zu verlassen. Das Ufer konnten sie durch die Nebelwand nicht sehen, nur der Fischkopf war zu erkennen. Auch dort machte man sich bereit, man nahm sich nicht einmal mehr die Zeit, das Beiboot hereinzuholen, sondern band es an einem Strick am Heck an. Bald fuhren die beiden Schiffe aus dem Hafen aufs offene Meer hinaus. Die Ruderer und alle Besatzungsmitglieder mussten sich so ruhig verhalten wie möglich. Sie wollten unbemerkt hinaus aufs Meer. Dann hörten sie, dass in einer gewissen Entfernung viele Ruder durchs Wasser gezogen wurden. Ein paar Mal meinten einige, dass sie Masten oder auch Schatten von Langbooten entdeckt hätten. Als ihnen einer der Schatten zu nahe kam, hoben die Ruderer alle ihre Hölzer hoch, um kein weiteres Geräusch zu machen. Die Rudergeräusche der andern Schiffe waren laut und wurden lauter. Dann hörten die Besatzungen der Knorr und der Fischkopf Rufe, meist klang es wie Befehle. Sie mussten hier schnell weg, das war offensichtlich ein Überfall auf den Ort. Wer nicht rudern musste und wer in der Lage war zu kämpfen, nahm seine Waffen auf. Etwas mehr als dreißig Ruderschläge später sah Claus zuerst den Masten und dann den Rumpf eines quer liegenden Langbootes. Es wurde langsam gerudert und es kreuzte genau ihren Kurs. Der Fischkopf war schneller und Claus gab seinen Kämpfern den Befehl, sich auf das fremde Boot zu konzentrieren. Die anderen hatten nun den Drachen von Claus entdeckt und versuchten, beizudrehen und durch kräftigere Ruderschläge einem Zusammenstoß zu entgehen. Dann krachte es. Das Drachenboot hatte das andere Schiff etwas hinter dem Masten gerammt. Es wurde gebrüllt und Speere geworfen. Das andere Schiff nahm schnell Wasser auf und einige der Bewaffneten versuchen, auf den Fischkopf zu springen. Die Besatzung des Drachen war darauf vorbereitet und wehrte die Angriffe ab. Der Drachen befreite sich durch einige Ruderschläge rückwärts von dem fremden Boot. Noch schwamm es, aber jeder konnte sehen, dass es nicht mehr lange über Wasser sein würde. Es dauerte einige Zeit, bis der Fischkopf wieder frei war und seinen alten Kurs aufnehmen konnte. Jeder hoffte, dass man sie nicht sehen und sie von einem weiteren Langboot angegriffen würden. Ihr Geschrei und das Ineinanderkrachen musste weit hörbar gewesen sein. Die Knorr überholte das Drachenboot, weil sie nicht angehalten hatten und auch in keinen Kampf verwickelt gewesen waren. Sie fuhren zwischen den um ihr Leben kämpfenden Männern, die schwimmen konnten, hindurch. Zwei bekamen ein Tau zu greifen, das über Bord hing und hielten sich verzweifelt fest. Peter befreite einen in seinem Kampf ums Überleben und schickte ihn mit einem Schwertstich ins Wasser. Der andere wurde von einem Knecht mit einem Knüppel erschlagen, als er versuchte über die Bordwand zu steigen. Dann gab Peter ein Zeichen, langsamer zu rudern, sie drohten das Drachenboot zu verlieren. Noch war es in Sichtweite hinter ihnen, aber es würde noch einige Zeit dauern, bis sie wieder richtig Fahrt aufnehmen würden.

 

Alle schauten gespannt in den Nebel, ob sie noch ein weiteres Langboot entdecken würden, aber da war nichts mehr. Sie hörten aber ein paar Hörner, in die kräftig geblasen wurde und dann auch Schreie und das Krachen von Holz. Sie waren einem Piratenüberfall entkommen, aber den Stadtbewohnern konnten sie nicht helfen.

 

Gegen Mittag lichtet sich der Nebel. Im Nebel und durch die Strömung beeinflusst, waren sie weit nach Süden abgekommen. Einer der Männer meinte eine Insel weit Backbord zu erkennen. Sie steuerten auf das Eiland zu und einer der Männer aus der Mannschaft des Fischkopf meinte in dem flachen Eiland Östergarnsholm zu erkennen. Die Insel war sehr wahrscheinlich unbewohnt, aber sie hatte einen kleinen, sicheren Ankerplatz im Süden. Es wurde später Nachmittag, als an dem Ankerplatz ankamen.

 

Es war immer noch sehr warm und einige der Besatzungsmitglieder beider Schiffe sprangen ins Wasser, machen ein paar Schwimmzüge und hatten schon festen Boden unter den Füßen. Die Aufregung der letzten Stunden und das anstrengend langsame Rudern hatte alle erschöpft. Der Bärentaler sah es als seine Pflicht an, die erste Wache an Land mit Petja zu übernehmen. In jedem der beiden Schiffe wurden die Wachen eingeteilt, jeder bekam etwas zu essen und dann war es an der Zeit, sich auszuruhen. Petja hatte ein kleines Feuer entzündet, das man bei Gefahr sehr schnell füttern konnte, um dann ein Warnsignal an die Knorr und den Fischkopf zu geben. Von ihrem Standort konnten die beiden das Meer vom Süden bis West nach Ost überblicken. Nur den Blick über die Insel in den Norden hatten sie nicht. Von Südwesten waren sie durch eine Landzunge geschützt und von der anderen Seite konnten sie das Wasser gut überblicken, um schnell genug alle zu warnen, sollte sich Gefahr ihnen nähern. Um Mitternacht wurden sie von zwei Männern der Fischkopf abgelöst, blieben aber an Land und schliefen dort auf weichem Moos.  In dieser Nacht geschah nichts. Alle konnten sich ausruhen. Als Peter auf die Knorr zurückkam, stellte man gerade fest, dass eines der sieben Mädchen gestorben war. Ausgerechnet das Mädchen, das ihnen geholfen hatte, mit ihrem Erbrechen über die Bordwand von den Seeräubern verschont zu bleiben. Man brachte ihren Leichnam auf die Insel, bedeckte sie mit Steinen. Peter sprach ein kurzes Gebet, dann kehrten alle wieder an Bord zurück. Claus wartete bereits auf der Knorr auf den Bärentaler. "Wir werden die Insel im Süden umfahren, um nach Hause zu kommen. Es ist ganz gut wenn wir nicht an Visby vorbeifahren. Wir haben genug Wasser an Bord und genug zu Essen. Wir müssen nicht mehr an Land gehen. Keiner sollte uns sehen, wer wir sind und wo wir herkommen. Ich habe einfach ein gutes Gefühl dabei, wenn wir jetzt schon nach Hause kommen und zu viele wissen darüber Bescheid. Unsere Geschäfte waren schlecht. Wir bringen Sophia verletzt nach Hause und haben noch sechs zusätzliche Mäuler zu stopfen. Das ist keine gute Ausbeute einer solchen Reise. Wenn wir uns beeilen, können wir noch zweimal nach Schweden fahren, um dort Geschäfte zu machen, aber die sind längst nicht so gut wie mit den Letten, Litauern oder dem Orden. Ich bin ziemlich sauer, dass wir mit so wenig Getreide und Silber nach Hause kommen. Ich hoffe nur, dass Lars und Erik mehr Erfolg hatten." Der Bärentaler gab ihm recht, alles war verflucht gewesen und sie hatten sich Feinde gemacht. Für die Zukunft keine gute Sache. Also machten sie sich bereit, ihren Ankerplatz zu verlassen. Kurz nachdem die ersten Ruderschläge verklungen waren, kam Irene zu Peter. "Sophia verlangt nach dir. Sie braucht dringend deine Hilfe. Sie kann nicht mehr warten, komme bitte gleich mit." Peter eilte sofort los und sah, dass Sophia sich auf eine Seite aufgesetzt hatte. Die verletzte Seite vermied sie zu belasten. "Was kann ich tun? wobei braucht du meine Hilfe?" Sophia schaute ihn mit hochrotem Kopf an. "Ich muss mal. Ich kann mich nicht über die Bordwand setzen, ich kann mich auf keinen Eimer setzen. Pissen geht aber das Große? Und ich muss dringend, mein Gedärm rumort und es blubbert wie eine Quelle mit warmem Wasser."

 

Der Schnitt ging ihr bis über eine der Pobacken, deshalb lag sie immer nur auf einer Seite, aber das war eine neue Herausforderung. Er war schließlich der Master auf diesem Schiff und er musste für alle Probleme eine Lösung haben. Auch wenn das sein Können als Schiffsführer oder auch als Kaufmann übersteigen würde.