Kapitel 58

16. Mai 1216 in Waiblingen

 

Otto saß in seiner Kammer und wollte an seiner Chronik schreiben. Seit seiner Ankunft war viel geschehen und er hatte das Gefühl, bisher wenig oder auch gar nicht geschlafen zu haben. Diese Müdigkeit blockierte seinen Kopf und auf dem Pergament vor sich hatte er noch kein Wort geschrieben. Immer wieder dachte er über die Ereignisse nach, die seit seiner Ankunft geschehen waren. Während seiner Reise hierher war er nicht zum Nachdenken gekommen, immer wieder musste er sich auf Neues einstellen. Nun aber umgab ihn eine Ruhe, die so leicht nicht zu ertragen war. Er fühlte zum ersten Mal seit Monaten sein Herz schlagen. Ein merkwürdiges Gefühl überkam ihn. Er lebte und er wollte leben und das sollte auch erfüllend sein. Er musste nur noch den richtigen Zeitpunkt finden, wann er mit all den Dingen beginnen konnte, die er sich vorgenommen hatte. Er vermisste Gregor, der es gut verstand, mit dem Gesinde im Haus umzugehen. Frau von Breitenbach konnte das auch, er wollte sie schonen, denn dass ihr Sohn nun weg war, belastete diese Frau doch sehr. Aber sie  arbeitete, sie brauchte das vielleicht als Ablenkung. Ihre Tochter Marte hatte bereits die ersten Unterrichtsstunden bei ihm gehabt. Sie saß in ihrer Kammer und man hörte sie singen. Er hatte ihr ein paar Notenblätter gemacht, die er aus dem Kloster von Lorch erhalten hatte. Dort wurden die Noten nach der Lehre des Guido von Arezzo geschrieben. Bisher waren es nur Choräle, aber Otto wollte auch einen leichteren Gesang und so kam er dazu ein leichtes Lied zu komponieren und Marta sang es nun. Vier Töne und ein wenig Text und Marta trällerte vergnügt in ihrer Kammer. Morgen wird er mit ihr den Schreibunterricht weiterführen und auch die Kunst der Zahlen wollte er mit ihr teilen. Marta war eine sehr gelehrige Schülerin und es machte ihm ungeheure Freude, mit der jungen Frau zu lernen. Um keine neuen Missverständnisse oder auch Gerüchte aufkommen zu lassen, nahm ihre Mutter immer wieder am Unterricht mit teil. Sie saß nicht daneben und machte Handarbeit, nein Constanze wollte auch lernen. Sie konnte lesen und schreiben, mehr recht als schlecht, aber das Spiel mit den Zahlen gefiel ihr. 

 

15. Mai 1216 Speyer in der Kammer des Otto von Steintal 

 

"Wer hat denn Otto von Kraz nach Lorch oder besser nach Waiblingen kommen lassen? Und woher wusstest du, dass dieser Mann die Fähigkeit besitzt, eine Chronik zu schreiben? Bisher war das doch Aufgabe von Mönchen. Und sagt mir, was ihr mit dem jungen Christian vor habt? Ich mag diesen Burschen und möchte nicht, dass er unnötig in Gefahr kommt." Immer wieder flocht Gregor das vertrauliche Du in seine Rede ein. Otto mochte das nicht immer, in der Öffentlichkeit war er sehr wohl darauf bedacht, dass man ihm den Respekt erwies, den er als Vertreter der Staufer haben wollte und auch verdiente. Otto trank zuerst einen Schluck Wein, legte den Kopf etwas zur Seite und ließ Gregor auf eine Antwort warten. Das war sein Spiel, das er gerne trieb, wenn er seine wichtige Rolle etwas mehr unterstreichen wollte. Langes Nachdenken war das Privileg des hohen Adels, man wartete nicht auf eine Eingebung, man ließ sein Gegenüber warten. Nach einem weiteren Schluck Wein bekam Gregor seine Antworten. "Es war die Idee des Bartholomäus. Wir benötigen jemanden, der ohne viel Umschweif und Verzierungen das niederschreibt, was geschieht. Die Mönche weben zu oft Gott in ihre Chroniken ein, die Ministerialen wollen ihren Herren schmeicheln, wenn sie überhaupt schreiben können. Ottos Geburtsstadt ist Waiblingen, dass er auf Gotland war und warum, das kann uns keiner berichten. Selbst er weiß nicht mehr, warum er und seine Freunde dort gelandet sind. Wir haben über den Deutschen Orden davon Kenntnis erhalten und Bartholomäus und ich haben beschlossen ihn zu uns zu holen. Deshalb ist Otto von Kraz hier. Ich selbst will seine Freundschaft und seinen Rat. Dieser Mann sieht viel Dingen anders als wir. Manchmal ist der Mann in seinen Betrachtungen nüchterner als eine Schluck Wasser. Schlimmer noch ist, dass er alles zu erklären versucht. Er lüftet das Geheimnis, warum ein Mensch zum Mörder wird, ohne ihn deshalb zu beschuldigen. Er kann kälter als ein Eisblock sein und dabei mit einer warmen Freundlichkeit mit dir sprechen. Ich bin froh darüber, dass er kein Mann der Kirche ist. Und was den jungen Christian betrifft. Ja man sieht, dass du den Knaben ins Herz geschlossen hast, auch Otto scheint ihn gerne um sich zu haben. Deshalb habe ich ihn hier bei mir. Er wird vom Knappen zum Ritter gemacht und ich bin mir sicher, dass ihr alle darauf achtet, dass der Junge gerne bei mir ist. Zudem muss ich gestehen, dass ich seine Mutter auch gerne um mich hätte. Vielleicht ist der Junge der Weg ins Herz der Mutter. Gregor, diese Frau ist ein Weib, das nicht nur mein Lager wärmen könnte, sondern auch mein Herz. Und nun genug der Worte. Noch einen Becher Wein, dann sollten wir uns schlafen legen. Morgen gilt es fünf Seelen zu prüfen."

 

Alle versammelten sich im Dom zur Frühmesse. Der hohe Gast wurde vom Domherren begrüßt und gemeinsam schritten sie in Richtung Altar, kurz davor wurde er auf seinen Platz verabschiedet. Zehn Mönche stimmten eine Choral an. Dann predigte der Domherr und kraft seiner Worte, die fast keiner verstand, da er zum großen Teil Lateinisch sprach, waren alle Besucher dieses Gottesdienstes sehr beeindruckt. Dieser Mann sprach direkt mit Gott, der  antwortete zwar nicht, das fiel aber niemand auf. Zum Abschluss kam der Domherr dann noch auf die Verfehlungen der fünf Übeltäter zu sprechen. Zur großen Verwunderung aller wurden ihre Seelen dem Herrn im Himmel empfohlen und es gab keinen Hinweis auf die Hölle. Wie ihre Seelen gereinigt in den Himmel kommen sollten verschwieg der Domherr.

 

Alles Volk eilte aus dem Dom zum Platz, wo die fünf Missetäter in den Fässern auf ihre Bestrafung warteten. Am Eingang unter dem Portal erwartete Otto von Steintal einen seiner Bewaffneten. "Herr, die haben Scheiterhaufen errichtet und keine Galgen. Die Fässer wurden mit Öl bestrichen und werden auf den Scheiterhaufen gebracht. Die fünf sollen brennen. Das war nicht euer Urteil. Ihr sagtet, sie sollen gehängt werden." Der Mann war aufgeregt, wusste er doch, dass Brennen für Otto nicht in Frage kommen würde. Vor allem war das nicht seine Anweisung. Wer hatte hier einen anderen Befehl gegeben? Er eilte mit seiner Wache und Gregor auf die Seite des Doms, wo die Fässer gestanden hatten. Kaum hatte er die Westseite umrundet, wurde er schon von Bewaffneten im Wappen des Domherrn aufgehalten. "Der Domherr erwartet euch schon. Folgt mir bitte Otto von Steinfeld!" Wütend stand Otto da. Der Domherr hatte offensichtlich das Urteil abgeändert. Also folgten Otto, Gregor und seine vier Leibwachen den Domwachen, alle anderen mussten zurückbleiben. Auf dem Platz neben dem Dom war ein Podest aufgestellt. Man hatte drei große Karren zusammengestellt, darauf ein paar Bretter gelegt und zwei Stühle gestellt. Einen prunkvollen mit vielen Kissen, darauf saß der Domherr und einen weniger schmuckvollen Stuhl ohne Armlehnen, der noch frei war. Über eine Leiter gelangte Otto hinauf, nur Gregor durfte ihm folgen. Otto eilte auf den Stuhl zu, nahm ihn hoch drehte ihn etwas zur Seite und setzte sich so hin, dass er sein Kinn auf die Lehne legen konnte und dabei dem Domherrn direkt in die Augen sah. Empört schaute er ihn an und wollte ihm die Hand mit seinem Ring zum Kuss reichen. Leise sprach Otto den Domherren an. "Wenn ihr den Ring behalten wollt, nehmt eure Hand zurück und hört mir genau zu. Dies sind meine Gefangenen und ich habe das Urteil gesprochen und sie werden gehängt, danach könnt ihr sie gern brennen lassen. Ich hoffe, ihr habt mich verstanden?" Der Domherr, noch etwas wegen der respektlosen Sitzhaltung und der üblen Rede des Otto empört, gab ebenso leise zur Antwort. "Dies ist mein Dom, dies ist mein Platz, die Fässer mit den Gefangenen stehen auf meinem Grund, den mir der Herr unser Gott übergeben hat. Ihr habt mir hier nichts zu sagen und schon gar keine Anweisungen zu geben. Sie werden brennen, weil ich das so will." Otto stand auf, drehte den Stuhl mit der Lehne zum Schauplatz des Geschehens und rief laut in die Menge. "Der Domherr und ich haben gemeinsam beschlossen, die Strafen für die Missetäter zu verschärfen. Sie sollen brennen, aber vorher werden wir ihnen die Köpfe abschlagen, damit ihre Seelen das Höllenfeuer sehen können." Dann rief er seinem Hauptmann zu. "Schlagt ihnen die Köpfe ab und stellt diese hier auf das Podest mit Blick zu ihren Fässern und Körpern. Sie sollen sehen, wie brennen ist!" Sein Hauptmann hat schnell verstanden, dass nun Eile geboten war. Fackeln zum Entzünden der Scheiterhaufen waren noch nicht da und wenn sie dort oben standen, würde niemand es wagen, die Scheiterhaufen zu entzünden. Also rannt er los und erklomm mit fünfen seiner Leute den Scheiterhaufen. Schnell wurden die noch etwas verdutzt dreinschauenden Männer von ihren Köpfen getrennt. Der Hauptmann schien Übung darin zu haben. Nur bei zweien brauchte er mehr als drei Streiche, um die Köpfe fallen zu lassen. Dann wurden die Köpfe gepackt und vor dem Domherrn aufgestellt. Dieser versuchte seine Übelkeit, die in ihm aufstieg, zu verbergen. Otto setzte sich wieder mit der Brust zur Lehne auf den Stuhl, legte seinen Kopf dort gemütlich ab und schaute zu den kopflosen Fässern. Mit der erhobenen Hand gab er ein Zeichen, das Gregor sehr wohl zu deuten wusste. Der rief nun laut aus." Die Fackeln können nun gebracht werden. Die Missetäter sollen brennen. Das erste Mal, dass Männer ihre eigenen Hinrichtung anschauen können." Breitbeinig, respektlos mit dem Rücken zum Domherrn schaute Otto nun auf den Platz. Das war doch nach dem Geschmack des Volkes. Ein Spektakel, grausam und doch auch unterhaltsam. Man würde lange darüber reden. Keiner wusste, dass gerade eine tiefe Feindschaft geboren wurde. Das war dem Volk auf dem Platz egal. Es dauerte noch sehr lange, bis die Fackeln kamen, um die Scheiterhaufen anzuzünden. Denn die Domwache hatte nicht auf den Befehl Gregors gehört und gewartet, ob dieser Befehl nun auch von ihrem Domherren kommen würde. Er kam etwas spät, laut und voller Wut ausgerufen.  Die Scheiterhaufen wollten nicht richtig brennen. Otto drehte sich zum Domherren um. "Ihr habt wohl ein schlechtes Öl dafür verwendet. Wir in Schwaben haben da besseres. Wenn ihr mal wieder etwas brennen lassen wollt, schicke ich euch welches." Otto wusste genau, dass er nun verflucht wurde und in Gedanken bereit hunderte von Messern an seiner Kehle hatte. Als das Feuer dann endlich seine Arbeit verrichtet hatte, stand Otto auf, verneigte sich vor dem Domherren und sagte etwas zu laut. "Das ist euer Platz, das war euer Öl. Den Unrat könnt ihr selbst beseitigen lassen, wir reisen ab. Und den Stuhl kann ich nicht empfehlen. Er ist mir zu hart. Mein Arsch ist besseres gewohnt." Ging hin, riss die Hand mit dem Ring hoch, küsste den und eilte die Leiter nach unten. Unten stieß er einen jungen Mönch, der ihm etwas im Wege stand, fast um. "Geht nach oben, euer Hintern wird da oben gebraucht." Otto wusste, dass dieser Mönch der Lustknabe des Domherren war und stellte diesen armen Kerl auch noch bloß damit. Über die Schulter rief er nach Gregor, der hinter ihm her lief. "Wo ist Ludwig von Bärental? Ich habe noch einen Auftrag für ihn!"

 

Man reiste linksrheinisch weiter. Otto wollte nicht die Fähre bei Speyer nutzen, sondern so schnell wie möglich weg von diesem Ort kommen. Die Richtung war klar, er wollte zum Triefels oder weiter nach Metz. Er musste dringend mit dem Bischoff von Metz und Speyer, Konrad III von Scharfenberg reden. Bisher war das Verhältnis der Staufer zu Speyer und Metz immer sehr gut, aber was der Domherr da veranstaltet hatte, war gegen jegliches Gesetz und einfach nur unhöflich.

 

Alles sammelte sich vor dem Hauptportal des Doms. Demonstrativ ließ Otto alle Männer unter Waffen und in voller Rüstung aufmarschieren. "Wo ist mein Knappe Christian?" rief Otto laut. Keiner antwortete. Alle schauten sich nur um. Schnell befragte Gregor die Männer um sich herum, wer denn als letzter Christian gesehen hatte. Einer aus dem Tross hatte ihn als letzten den Dom verlassen sehen, er wollte zu den Pferden, aber seitdem war er verschwunden. Da meldete sich einer der Pferdeknechte. "Wir waren zusammen bei seinem Pferd, bis einer der Mönche kam und ihm mitteilte, dass ihr mein Herr ihn sehen wolltet. Er folgte dem Mönch. Das war nur ein paar Wimpernschläge, bevor ihr uns den Befehl gegeben habt, dass wir losziehen werden und alles soll sich bereit machen." Otto wurde sichtbar wütend. Er konnte sich schon vorstellen, wer den Jungen jetzt in seiner Gewalt hatte. Keine zehn Schritte von Otto entfernt versuchte sich der Lustknabenmönch des Domherren zum Portal zu schleichen. Otto sah ihn und gab den lauten, für alle hörbaren Befehlt. "Holt mir den Knaben. Er darf nicht durch das Portal gehen." Drei seiner berittenen Leibwächter reagierten sehr schnell. Einer schnitt ihm den Weg ab und die beiden anderen packten ihn links und rechts von ihren Pferden herunter und schleppten ihn zu Otto. Gregor übernahm den Mönch und packt ihn quer über sein Pferd. Der Mann strampelte mit den Füßen und wollte sich befreien, bis Gregor ihm mit dem schweren Knauf seines Dolches auf die Schläfe hieb und er schlaff und ruhig nun vor ihm hing. Das war nicht unbeobachtet geblieben, denn fünf Domwächter kamen mit gezogenen Schwertern auf Otto und Gregor zu. "Lasst den Mönch frei!" brüllte einer der Wächter schon von weitem. Otto gab das Zeichen, dass alle sich kampfbereit machen sollten und schnell waren alle Schwerter aus dem Scheiden und auch ein paar Bogen wurden bereit gemacht. Der Domherr kam aus dem Portal mit etwas zu eiligen Schritten. Gefolgt wurde er von nochmal fünf Bewaffneten. "Lasst umgehend den Mönch frei. Ihr seid hier auf heiligem Boden und ihr habt nicht das Recht, eure Waffen zu erheben und schon gar kein Recht, einen Mönch festzunehmen. Ihr erlaubt euch heute sehr viel, Otto von Steinfeld."

 

Otto stieg vom Pferd, schob sein Schwert in die Scheide und ging gemessenen Schrittes auf den Bischof zu. Mit einer Handbewegung forderte er die Wachen, sie alleine zu lassen. Der Domherr nickte und alles entfernte sich für etwas mehr als fünfzehn Schritte von den beiden. "Gebt mir meinen Knappen. Ihr weiß, dass ihr ihn gefangen habt. Wenn nicht, übergebe ich den Mönch meinen Männern, da wird schon der eine oder andere darunter sein, der einen weißen Mönchshintern zu schätzen weiß. Und dann, wenn der Knabe genügend Spaß gehabt hat, sorge ich dafür, dass er immer in den höchsten Tönen singen kann. Ihr habt verstanden, was ich damit meine. Also übergebt mir meinen Knappen." Der Domherr lächelte bösartig. " Ihr meint wohl, dass ihr von königlichem Blute seid. Nur weil euer Vater seinen schleimigen Lendensaft einer dummen Dirne in den Schoss gesetzt hat, seid ihr nicht von hohem Stand. Ich weiß nicht, wo der dumme Junge ist, vielleicht ist er davongelaufen, weil er euch nicht ertragen kann." Die beiden stand sich so nahe, dass sie leise sprechen konnten und das Gesagte direkt im Ohr ihres Gegenübers landete. Otto drehte sich um und zeigte mit der Hand auf Gregor. "Lass ihn fallen und bringt den Mönch auf den Karren mit dem irren Ziegenbock. Soll der sich mit dem Kuttenmann beschäftigen." Gregor gehorchte umgehend und der Mönch landete zuerst mit seinen Allerwertesten auf dem Boden und dann knallte er noch mit dem Hinterkopf auf den harten Stein. Der Mann blutete sofort aus der Nase und dem Mund, zwei oder auch drei Mal versucht er dann, sich zu bewegen, aber seine Arme zuckten nur etwas. Als ihn dann zwei Männer aus Ottos Leibwache hochheben wollten, reagierte der Domherr. "Halt lasst ihn in Frieden." Dann drehte er sich zu seiner Wache um und gab ihnen den Befehl, Christian zu suchen.

 

Etwas benommen wurde Christian aus dem Hautportal geschleppt. "Wie ich höre, ist der Knappe die Treppe zur Krypta hinunter gestürzt. Deshalb konnte er eure Befehle nicht hören. Ich hoffe, dass er nicht zu schwer verletzt ist." Otto hörte das wohl, aber er glaubte nichts davon. "Ja und euer Mönch ist vom Pferd gefallen, das habt ihr selbst gesehen."  Sanft wurde Christian auf einen der Ochsenwagen gelegt, während die Domwachen den Mönch wegschleppten.

 

Erst als die Domwachen und der Domherr hinter dem Portal verschwunden waren, ritt er zum Ochsenwagen. "Für alle Zeiten die folgen werden, merke dir eines. Du bist immer in meiner Nähe und nur wenn ich dir befehle, dich zu entfernen, kannst du weggehen. Und nun will ich erst wissen, wie es dir geht, den Rest besprechen wir, wenn wir von hier weit genug weg sind." Die Zornesröte in Ottos Gesicht war nicht zu übersehen.