Kapitel 57

28. April in der Blauzahnsiedlung

 

Die Gefangenen hatte man vor den Palisaden gebunden gelassen. Es gab einfach zu viele Mäuler zu stopfen und der Rat beschloss, die Männer der Stadt Visby zu überstellen. Ein Bote war schon auf dem Weg in die Stadt und man erwartete eine baldige Antwort. Die eroberten Schiffe hatte man inzwischen zum Turm des Claus gebracht. Trotz der Kämpfe und der Verluste und der vielen Verletzten hatten sie doch weiter ihren Reichtum vergrößern können. Waffen, Schmuck, Pferde und die drei Schiffe waren nun in ihren Besitz übergegangen. Ein Teil der Waffen und Schmuck wurden versteckt, bei den Pferden und den Schiffen ging das nicht so leicht. Lars erwartete nach all dem, was geschehen war, bald die königlichen Steuereintreiber, die hier ihren Anteil haben wollten. Auch die Stadt Visby wollte sicher hier ihren Anteil daran haben. Peter, Melanie und Mathias bewerteten das, was sie bereit waren, freiwillig abzugeben. Die eroberte Knorr wurde etwas hässlich gemacht und eines der eroberten Langboote mit viel Farbe und neuen Segel ausgestattet. Die Seeleute hatten es ausprobiert, es lag schlecht im Wasser und der Rumpf schien krumm zu sein, denn es war schwer zu steuern. Die beiden anderen Langboote waren nicht besonders gut und man hatte sie an Land gezogen.

 

Am 29. April kam dann die Abordnung aus Visby mit einem Abgesandten des Königs. Für die Gefangenen interessierte sich am Anfang niemand. Zuerst wurden die Pferde angeschaut. Fünfzehn bekam der König und zwölf gingen an die Stadt Visby, dann wurden die Waffen angeschaut. Auch hier wurde alles geteilt und der Abgesandte des Königs ließ die Waffen sofort auf einen mitgebrachten Wagen packen. Dann wurden die Gefangenen angeschaut. Die Engländer und Schotten wurden sofort freigelassen und nach Visby geschickt, dort durften sie sich bei den Händler anwerben lassen. Alle Dänen und Norweger, die man hatte, blieben gebunden. Und der Priester, der sich Johannes nannte und der Kaufmann Lion of Stonedam blieben ebenfalls gebunden.

 

Vor dem immer noch nicht reparierten Tor der Blauzahnsiedlung bauten die Leute aus Visby und die Königlichen ein Lager auf. Am nächsten Morgen war geplant, dann zu Claus Turm zu reiten, um die andere Beute anzuschauen. Die Bewachung der Gefangenen übernahmen die Königlichen. Zwei Schafe wurden gekauft, geschlachtet und es roch abends sehr gut nach Braten rund um die Siedlungen. Der königliche Bote und Hauptmann der Wachen war ein freundlicher Mann. Ihn interessiert nichts, nur das was des Königs war. Deshalb wunderten sich alle, als er noch in der Abenddämmerung den gefangenen Priester Johannes zu sich bringen ließ. Lars und Peter wurden hinzugerufen und sollten sich links und rechts neben den Hauptmann setzen. Als sie alle saßen, begann der Hauptmann dem Mann einige Fragen zu stellen. Wo er geboren wurde und wo er aufgewachsen war. Das beantwortete der Mann ruhig. Dann wurde er über seine Aufgaben bei dieser Horde von vermeintlichen Räubern und Kaufleuten befragt. Er meinte dabei, dass man ihn geholt habe, um für das Seelenheil der Männer zu beten und ihnen Beistand zu geben. Und er sei ein Heiler. Mit den Geschäften des Kaufmanns und der Seeleute habe er nichts zu tun. Da schwenkte der Hauptmann in seinen Fragen um. "Wo habt ihr das Priester sein gelernt? In welchem Kloster ward ihr denn? Da ihr das Gewand eines Mönches tragt, würde ich gerne wissen, zu welchem Orden ihr gehört?" Der Mann war etwas verwundert, denn das Interesse am Kloster oder an seinem Orden hatte er nicht erwartet. "Ich komme aus dem Kloster Le Mont-Saint-Michel und bin Benediktiner. Man hat mich 1214 nach Dänemark geschickt, um die Seemänner dem wahren Glauben zuzuführen. Die räuberischen Überfälle haben sehr viele Seelen gekostet und ich sollte mit der Hilfe Gottes das ändern. Geboren wurde ich in der Nähe des Klosters in einem Fischerdorf. Da ich als Waisenkind ins Kloster kam, kenne ich nicht den Namen meiner Eltern, sondern nur den Ort, wo man mich gefunden hat." Der Hauptmann nickte und fragte dann. "Wenn ihr 1214 das Kloster verlassen habt, dann kennt ihr doch sicher den Abt Hildebert, den man auch den II nennt?" Johannes Augen leuchteten auf. "Ja den kenne ich gut, das war der Mann, der mich auf die Reise geschickt hat." Der Hauptmann nickte noch ein Mal und schlug Johannes mit der Faust ins Gesicht, der von so viel Gewalt nicht nur erschrak, sondern auch jaulend zu Boden fiel. "Wenn ihr den Abt kennt, dann seid ihr schon zweihundert Jahre alt. Ich wollte nur die Standfestigkeit eines zweihundert Jahre alten Lügners sehen. Steht auf und hört auf, mir dumme Geschichten zu erzählen. Noch eine Lüge und ich schneide dir eine Hand ab. Bei der nächsten die andere und dann schneide ich dir die Eier ab."  Johannes rappelt sich hoch und kniete sich vor seinem Peiniger nieder. "Wenn du vor mir kniest wird es nicht besser. Jetzt die Antwort." "Ich heiße Johannes wie mein Vater. Johannes Bröms aus Roskilde. Ich wurde in einer Klosterschule erzogen, mein Vater gab dem Kloster viel Silber, damit ich dort erzogen werde und lesen und schreiben lernen sollte. Ich war ein gelehriger Schüler bis mir der Bart spross. Ich habe mir eine Magd und eine Nonne aus dem Kloster neben der Kirche genommen. Das war nicht so freiwillig, wie ich dachte. Beide wurden schwanger von mir und als es bekannt wurde, peitschte man mich aus und ich musste das Kloster verlassen. Nicht ohne ein paar Silberstücke mitzunehmen.  Im Hafen fand ich schnell einen Kaufmann, der einen Schreiber suchte und so fuhr ich zur See. Meine Kutte behielt ich an, weil man Männer mit Kutte entweder fürchtete oder hasste. Beides war mir immer dienlich. Zu dem Kaufmann Lion am ich vor zwei Jahren, als wir im Hafen bei den Letten waren. Der verkaufte gerade ein paar blonde Mädchen an einen Kaufmann der Rus. Ich fand das gut und dachte mir, damit kann man schnell mehr Gold machen wie durch den Transport von Pferden und Stockfisch. Wir wurden uns schnell einig und auf der nächsten Fahrt überfiel Lion das Schiff, auf dem ich diente und übernahm es mit seinen Geschäften zusammen. Ich wurde die rechte Hand des Kaufmanns und so sammelten wir uns eine Flotte zusammen. Und um unsere Geschäft gut am Laufen zu halten suchten wir uns ein paar Kaufleute, mit denen man gute Geschäfte machen konnte. Auch ein Kaufmann in Visby war dabei, der uns immer wieder Weiber zum Verkaufen besorgte.  Dann und wann bekamen wir auch Informationen über Schiffe mit einer guten Ladung, die wir gebrauchen konnten und die nicht gut bewacht waren. Der Kaufmann in Visby soll tot sein, eines seiner Mädchen soll ihm ein Messer in die Kehle gerammt haben. Ich kann´s verstehen, der Mann war einfach hässlich und die Weiber musste er zwingen, ihm dienlich zu sein." Er lachte hämisch und bekam gleich danach einen Hieb über den Rücken. Dara und Cahyra waren aus dem Dunkel getreten und Dara hatte ihm mit einem Riemen eine ordentlich übergezogen. "Ich weiß wie es ist, einem hässlichen Mann dienlich zu sein. Wenn man sich danach tagelang elend fühlt und sich immer und immer wieder übergeben muss, weil der widerliche Geschmack seines Körpers nicht aus deinem Mund weichen will. Allah wird mir verzeihen, dass ich von Sklavenhändlern geraubt wurde. Aber ob er denen verzeiht? Warum lebt dieser Mensch noch?" Die letzte Frage war an den Hauptmann gerichtet. "Er lebt noch, weil es Gesetze gibt, die auch ich befolgen muss. Ich kann niemanden einfach töten. Im Kampf ja, aber nicht, wenn er gefangen wurde. Ein Richter wird über seine Schuld und die Strafe entscheiden." Der Hauptmann war vollkommen ruhig, denn soweit er die Gesichter der beiden erkennen konnte, spiegelte sich dort Qual wieder. "Du Hauptmann sagst, dass er im Kampf getötet werden kann, nicht aber wenn er gefangen ist. Dann lasse ihn frei und ich kämpfe mit ihm." Dara sagte das mit einem Ernst in ihrer Stimme, dass der Hauptmann erst Peter und dann Lars anschaute. "Meint sie das ernst?" fragte er und bekam als Antwort von beiden ein stummes Nicken. „Gut, dann machen wir das, du musst aber Männerkleidung tragen, denn Frauen dürfen keine Waffen tragen. Deine Haare müssen bedeckt sein und du wirst dich ab morgen Felin nennen. So nannte man meinen Sohn, den man geraubt hat. Morgen nach Sonnenaufgang noch vor dem frühen Gebet, treffen wir uns hier wieder. Und zuschauen müssen alle Gefangenen und meine Krieger. Ganz vorne neben mir und deiner Freundin wird der Kaufmann stehen. So ein wenig Vergnügen können wir gebrauchen. Und jetzt will ich noch einen Becher Met." sagte es und schwenkte seinen leeren Becher hin und her. Ganz leise, sodass es nur Dara verstehen konnte, sagte er noch. "Mein König wird lachen wie ein toller Esel, wenn er das hört. Mönch und ein mageres Weib kämpfen auf Leben und Tod. Die Welt ist verrückt geworden." Dann kam das Met und er trank Unmengen davon, bis er auf seinem Hocker einschlief und dort schlafend sitzen blieb.

 

Am nächsten Morgen wurde mit ein paar Seilen und Stöcken ein Kampfplatz abgesteckt. Die Gefangenen wurden ohne Speis und Trank zu erhalten zur Absperrung geführt und mussten dort niederknien. Cahyra brachte den Kaufmann Lion und stellte ihn zwischen sich und den Hauptmann. Johannes wurde gebracht und man löste ihm die Fesseln, als er in dem abgesperrten Geviert stand. Dara kam zum Schluss, sie hatte zwei Schwerter dabei, steckte beide in die Mitte des Platzes in den Boden und wartete auf das Zeichen des Hauptmanns. "Was ist, wenn ich gewinne?" rief Johannes dem Hauptmann zu. "Ich schlage dir eines auf dein rechtes Auge, dass es dick und blau wird und du kannst gehen." Damit war Johannes einverstanden. Dann ging der Hauptmann auf den Platz, prüfte die Schwerter und steckte sie wieder in den Boden. "Wenn ich das Zeichen gebe, rennt ihr los und jeder holt sich ein Schwert und ihr kämpft. Gnade wird keine gewährt. Der Kampf endet, wenn einer von euch beiden tot am Boden liegt." Dann ging er zurück zu seinem Platz und rief laut auf. "Jetzt." Beide rannten los und jeder holte sich ein Schwert und brachte sich in Stellung. Zuerst umkreisten sie sich vorsichtig. Johannes war kein ungeübter Kämpfer, allerdings merkte Dara schnell, dass ihn seine Kutte etwas behinderte, da die Ärmel zu lang waren und er Sandalen trug, die für diesen Boden zum Kampf wenig geeignet war. Seine Verletzung am Bein schien ihn wenig zu stören. Der Mann war kräftig, denn er schlug ein paar Mal Dara`s Schwert zur Seite, ohne zu ermüden. Dara hingegen war leichtfüßig und sie trug einen leichten Lederwams und eine Hose darunter. Ihre Haare hatte sie, wie man ihr befohlen hatte, unter einem Tuch zusammengebunden. Es war zwar noch nicht sehr warm, aber Johannes begann bald zu schwitzen und musste sich immer wieder den Schweiß mit dem Ärmel seiner Kutte aus dem Gesicht wischen. Dara´s Kopftuch verhinderte, dass ihr der Schweiß ins Gesicht lief. Die Schwerter trafen sich immer wieder, aber niemand wurde verletzt. Es dauerte nicht lange, bis man merkte, dass Dara ermüdete. Sie machte ein paar Schritte nach hinten und beugte sich, als ob sie sich etwas entspannen müsste. Sie gewährte damit dem Mönch einen wunderbaren Blick auf ihre Brüste. Der grinste und genoss diesen Anblick. Die Konzentration ließ sofort bei ihm nach, als Dara sich noch ein paar Mal lasziv bewegte. Er bemerkte nicht, wie sich ihr Körper spannte und sie dann nach vorne sprang und ihm mit der Klinge ihres Schwertes von unten über sein Kinn die Nase aufriss. Sofort blutete Johannes im Gesicht und der Kiefer schien ebenfalls verletzt, die Nase hing in Fetzen herab. Als er sein Schwert zur Abwehr hob, war es zu spät. Daras nächster Schlag galt seinem Schwertarm, den sie oberhalb des Ellenbogens traf. Johannes ließ das Schwert nicht sinken, sondern sprang nach hinten und nahm es in die linke Hand, mit der er genauso gut kämpfen konnte wie mit der rechten. Die Überraschung war groß und Johannes Streich traf Dara an der Hüfte, weil sie zu lange gezögert hatte. Sie wurde zwar mit der flachen Seite der Klinge getroffen, aber der Schmerzensschrei, den sie ausstieß, machte klar, dass es ihr große Pein bereitete. Als Dara etwas gebeugt stehen blieb, meinte Johannes seine Chance zu haben. Er sprang vor und stürzte zu Boden, mit einer Sandale war er in einer Wurzel im Boden hängen geblieben. Er konnte nicht mehr dem Schwertstreich, den Dara nun ausführte, ausweichen und spürte nur noch, wie das Eisen quer seine Brust aufschlitzte und wie das Eisen dann in seinen Bauch glitt. Er hörte nicht einmal mehr seinen eigene Schrei und fühlte auch nicht mehr, wie das Eisen gewaltsam nach oben gerissen wurde und seinen gesamten Bauchraum öffnete. Dara blieb stehen, gebeugt und sichtbar erschöpft. Melanie und Jorg Jorgssen rannten auf sie zu. Melanie hatte keine Möglichkeit, Dara zu stützen, denn Jorg umarmte sie fest, als ob er sie nun vor weiterem schützen müsste. Sie weinte sich an seiner Schulter aus, mehr wollte und konnte sie nicht mehr. Seit Jahren war Jorg der erste Mann, der sie umarmen durfte und sie fühlte sich trotz allem gut dabei. Eine schlimme schwere Last wusch das Blut des Johannes von ihrer Seele und das Heilkraut ihrer Wunde hieß Jorg. Rund herum um den Kampfplatz waren alle still, kein Jubel, kein Freudengeschrei war zu hören. Bis  der Hauptmann laut anfing zu sprechen. " Felin hat den Mönch besiegt, in einem fairen Kampf. Er ist tot, Gott der Herr hat ihn bestraft. Das ist kein Grund zu jubeln, aber es ist der Moment, wo ich unserem Herrn im Himmel entgegenrufe: Ich danke dir für Felin, er hat eine gerechte Sache zu Ende gebracht." Zustimmung wurde laut bekundet, niemand jubelte. Eine Frau hatte einen Mönch im Kampf besiegt. Das war ungewöhnlich und sorgte für sehr viel Verwunderung. "Nun Kaufmann Lion of Stonedam, ihr seht was mit Lügnern passiert. Ich würde mich freuen, wenn wir noch so einen Kampf sehen dürfen. Wollt ihr auch ein Schwert? Ich denke, wir werden auch für euch einen würdigen Gegner finden. Wir sparen dann viel Silber und haben auch noch das Vergnügen, euer Blut zu sehen." Da kam einer der Bürger von Visby, die ihn begleitet hatten, auf den Hauptmann zu. "Nein, kein weiterer Kampf, der Mann kommt in Visby vor seinen Richter." Der Hauptmann schaute den Mann, offensichtlich ein Kaufmann, an. "Darf ich euren Namen erfahren, ihr habt euch bei mir noch nicht vorgestellt und wer gab euch die Befugnis, so mit mir zu sprechen?" Die Stimme leise und doch verstanden ihn alle, die um ihn herumstanden, sehr gut. Seine rechte Hand lag locker auf dem Schwertknauf, während er mit der linken einen Kreis in den Himmel zu zeichnen schien. Kaum hatte er seine linke Hand wieder gesenkt, umgaben ihn sechs seiner Bewaffneten. "Nehmt Lion of Stondedam in eure Mitte. Ihr wisst wo der Turm des Claus ist? Dort treffen wir uns in fünf Tagen. Ich komme mit den Drachen dort hin. Dieser Mann wird dem König zugeführt. Niemand legt Hand an ihn, wenn er zu flüchten versucht, hackt ihm ein Bein ab. Ich brauchte seinen Kopf, seine Zunge und seinen Hals vor dem König. Dort muss er seine Aussagen machen. Ihr habt verstanden, was ich von euch will." Die Männer nahmen Lion in ihre Mitte, während sie ihre Sachen packten. Ein Ochsenkarren wurde bereit gemacht und der Mann auf die Pritsche gesetzt. Ohne den Kaufmann aus Visby weiter zu beachten suchte er Lars. Der war aber verschwunden und so bat er Peter darum, Claus von Olsen eine Nachricht zukommen zu lassen. "Mein Vertrauen in die Kaufmannschaft von Visby ist nicht mehr gut. Wir brauchen den Handel, aber einige von diesen Kerlen kochen da wohl ihr eigenes Süppchen ohne den König davon kosten zu lassen. Warum sind die so daran interessiert, diesen Lion in die Hände zu bekommen? Also meine Nachricht an den Herrn vom Turm ist, dass er meine Leute aufnimmt, sie unterstützt, sodass meine Drachen die sechs und den Gefangenen in fünf Tagen im Hafen bei euch übernehmen können." Peter nickte und suchte Knorre und schickte ihn mit den Hunden und einem Knecht los, diese Nachricht Claus von Olsen zu überbringen. "Sei vorsichtig Knorre, das ist eine wichtige Nachricht und muss dort ankommen, bevor der Ochsenkarren dort eintrifft. Niemand soll dich beobachten wohin du gehst und was du machst. Sei unsichtbar wie immer!" Peter musste nun lachen, denn unsichtbar bedeutete bei Knorre, dass er sich vor der Arbeit drückte. Aber der Jungen hatte verstanden. Er packte ein Bündel mit etwas zu essen, dann verschwanden er und der Knecht aus der Siedlung. Tomen, der Knecht hatte sich ein Messer und einen dicken Knüppel besorgt und Knorre hatte seinen Bogen und auch ein langes Messer dabei. Tomen war ein stiller, kräftiger junger Mann von gerade mal achtzehn Jahren. Er kannte den Teil der Insel gut, da er oft die Wege und die kleinen Brücken kontrolliert hatte und auch schon mal Schleichwege suchen musste, wenn ein paar Strauchdiebe wieder ihr Unwesen trieben. Niemand sah, wie die beiden die Richtung zum Turm einschlugen. Keiner der beiden fragte sich, warum der Auftrag denn so wichtig sei. Wenn Peter von und zu Bärental das sagte, dann war das einfach so.