Kapitel 51

15. April 1216 im Morgengrauen bei der Blauzahnsiedlung

 

Alle waren müde vom Löschen des Brandes und der Abwehr der Angreifer am hinteren Tor. Doch an schlafen war nicht zu denken. Lars kontrollierte mit zehn Bewaffneten die Umgebung der Siedlung, ob sich noch Unbekannte dort aufhielten. Sie fanden nur noch ein paar Spuren von Pferden und menschlichen Fußabdrücken. Der Regen hatte allerdings alles so verwischt, dass man die wenigen Spuren bald verlor. Lars meinte, dass sie in Richtung Inselmitte führen würden. Aber man beschloss, die Spuren nicht weiter zu verfolgen, sondern zum Turm des Ritters von Olsen zu reiten. Was Lars und seine Begleiter dort sahen, verschlug ihnen die Sprache. Bis auf den Turm und seine Nebengebäude war das ganze Fischerdorf ein Raub der Flammen geworden. Im Wasser lagen verkohlte Gerippe von Langbooten. Nur die Knorr und zwei der Drachenboote der Blauzahnleute hatten das Feuer überstanden. Was war dort geschehen?

 

Lars ritt bis zum Turm, stieg ab und schlug mit der Faust ans Tor. Umgehend wurde es geöffnet. Einer der Waffenknechte öffnete und geleitete Lars ins Innere. Dort lagen auf dem Boden, auf Holzgestellen, auf Stroh Verletzte und auch Tote. Die meisten hatte üble Brandwunden. Claus von Olsen kam ihm entgegen und die beiden Männer umarmten sich innig. Lars spürte, dass nur ein Arm in festhielt. Lars trennte sich und schaute seinen Freund von oben bis unten an. Die Schwerthand war mit einem dicken Verband umwickelt. "Was ist geschehen?" fragte Lars seinen Freund.

 

Bevor er antwortete, bugsierte er Lars in seine Kammer. Einem Knappen rief er noch zu.: "Kümmere dich um die Reiter draußen. Sorge für Wasser und etwas Wein. Viel haben wir nicht mehr!" Dann schloss er seine Türe und die beiden waren alleine.

 

Claus von Olsen sah betrübt aus. "Wir wurden überlistet. Gestern Abend sahen wir ein Langboot an der Küste vorbeisegeln. Es war ganz nahe am Ufer und wir sahen, dass uns ein paar Leute von dort zu gewinkt haben. Wir dachten uns nichts dabei und als das Dorf und auch wir hier zur Ruhe kamen und wir nur noch die Dämmerung und die Schatten hatten, rief unser Wachposten oben im Turm, dass er Feuer sah. Und tatsächlich, dort wo das fremde Langboot hinter der Landzunge verschwunden war, sah man Flammen aufsteigen. Wir kleideten uns an und liefen am Strand um die Landzunge herum, wo wir das Feuer vermuteten. Wir fanden dort einen großen Heuhaufen und Holz, das brannte und einige Töpfe Harz. Das Harz sollte offensichtlich dazu dienen, das Feuer groß und hell zu machen. Wir vermuteten gleich, dass da was nicht stimmen konnte und rannten zurück. Das Dorf brannte schon lichterloh und draußen brannte ein uns unbekanntes Langboot. Wir wurden mit Pfeilen empfangen und konnten uns nicht zu unserem Turm durchschlagen. Einer meiner Männer schickte Brandpfeile auf das unbekannte Langboot. Wir waren alle nicht gut bewaffnet, außer einem Schwert oder einem Beil hatten wir nichts dabei, um anzugreifen oder uns zu verteidigen. Nur die drei Männer, die im Turm geblieben waren, konnten uns helfen. Sie streckten einen nach dem anderen die Angreifer nieder oder vertrieben sie. Aber es dauerte einfach zu lange. Wir konnten nichts löschen oder die Angreifer schnell genug vertreiben. Sie hatten sich unsere Pferde geholt. Ein Teil der Angreifer war damit verschwunden. Als wir endlich das Feld beherrschten, war nichts mehr zu retten. Nur die Knorr und ein Langboot war unbeschädigt geblieben, weil die Wachmannschaft dort die Boote von den Flammen weggerudert hatte und auch die Angreifer sie nicht erobern konnten. Wir bargen die Verletzten und die Toten. Von meinen Leuten habe ich vier verloren, alle tot. Von den Fischern und ihren Familien leben nicht mehr viele. Bis auf einen alten Mann, drei Kindern und fünf Frauen sind alle tot. Bisher vermissen wir zwei der Fischer und eine junge Frau. Die konnten wir nicht unter den Trümmern oder sonst am Strand finden. Dafür haben wir zwei Gefangene gemacht. Einer ringt mit dem Tode und der andere schweigt beharrlich. Aber ich werde ihn zum Reden bringen. Was mir aber ebenfalls Sorgen macht ist, dass ich auch bei euch Feuer gesehen habe." Lars berichtete ihm, was in der Blauzahnsiedlung passiert war.

 

Lars überlegte, nachdem er Claus von Olsen alles berichtet hatte, was das für eine Aktion gegen sie gewesen sein konnte. "Es müssen zwei Gruppen gewesen sein. Eine die über Land zu uns kam und die zweite, die euch angegriffen hat, um sich dann mit der bei uns zu vereinen. Die müssen sicher gewesen sein, dass sie eure Pferde bekommen konnten. Sonst hätten sie nicht so schnell bei uns sein können." Dann überlegte Lars nochmals. "Nein, das kann nicht sein, die hätten zu lange von hier zu uns in die Siedlung gebraucht. Also waren es doch nur zwei Gruppen mit verschiedenen Aufgaben. Aber wo sind die jetzt hin? Ein Langboot haben sie verloren. Pferde haben sie und sie haben einen großen Vorsprung, wohin sie auch gehen werden." Lars hatte eher zu sich gesprochen, als dass er Claus in seine ausgesprochenen Überlegungen wirklich mit einbezogen hatte. Claus hob den Kopf, schaute Lars an, als ob er nun die große Erkenntnis haben würde. " Wir sollten gestört werden, wir sollten gedemütigt werden. Einer der Männer, die ich von den Piraten rekrutiert habe und der nun mit uns kämpft, meinte, er habe einen seiner alten Kameraden erkannt und auf den Schilden, die er sah, war das Wappen eines Letten, mit dem sie schon lange Geschäfte gemacht hatten. Ich vermute, wir haben es mit den geflohenen Resten der Piraten zu tun, die sich an einem ihrer Verbündeten nun bedienten. Und wenn ich richtig vermute, sollen wir alle angegriffen werden. Also wäre jetzt der Hof der Mecht dran. Denn sie sind in diese Richtung abmarschiert. Aber ohne Pferde sind wir auf keinen Fall rechtzeitig dort. Wir müssen trotzdem dorthin. Du hast zehn Pferde, ich sammle alle Männer, die noch gut zu Fuß sind. Die sollen sich an den Gurten der Pferde festhalten und mitlaufen, solange sie das können. So kommen dort wenigstens zwanzig oder etwas weniger Männer dort an." Claus Idee war gut und wurde sofort in die Tat umgesetzt. Im Turm blieben also nur drei Kämpfer und Juris, der Balte, alle Verletzten und die Überlebenden aus dem Dorf zurück. Er gab sein Pferd jemandem anderem. Er war einer der Blauzahnsiedler, dem Lars und auch Claus unbedingt vertrauen konnten deshalb sollte er im Turm das Kommando übernehmen.

 

Trotz der zusätzlichen Belastung durch die Mitlaufenden, die sich von den Pferden mitreißen lassen mussten, kamen sie schnell voran. Am späten Nachmittag konnten sie den Hof der Mecht sehen. Das Tor war geschlossen. Und auf den Palisaden sahen sie ein paar Leute stehen. Lars ließ alle absteigen und sie zogen sich in ein kleines Waldstück zurück. Gemeinsam mit einem der Männer aus dem Turm schlichen sich die beiden nach rechts, wo sie auf Wegen von Visby zur Siedlung trafen. Dort standen sie, die Angreifer. Sie hatten Halt gemacht, auch sie wollten das Gelände auskundschaften. Lars zählte dreißig Pferde und etwas mehr als fünfzig Bewaffnete. Lars und Smid, so wurde der Mann genannt, versteckten sich im Unterholz und warteten. Als lange Zeit nichts geschah, zogen sie sich leise zurück. Hinter sich entdeckten sie zwei Männer, die sehr laut und unvorsichtig einen Weg zu den Bewaffneten nahmen. Sie gingen sehr langsam, Lars und Smid konnten sie belauschen. Offensichtlich hatten sie die Blauzahnleute entdeckt und lästerten darüber, dass man mit denen wohl schnell fertig werden würde. Mit einem Handzeichen deutete Smid an, dass er sich einem der beiden annehmen würde und Lars sollte den anderen übernehmen. Bevor er sich auf den Weg machte, flüsterte er Lars noch ins Ohr. "Wir brauchen nur einen lebend, das mache ich, wie du mit dem anderen verfährst ist deine Sache. Nur schreien sollte keiner." Dann schlich er sich schon davon. Keine zwanzig Herzschläge später riss Smid einen der Männer zurück. Mit seiner Hand drückte er ihm den Mund zu und mit der anderen schlug er ihn an die Schläfe, sodass er ohnmächtig zusammensackte. Lars war zum gleichen Zeitpunkt hinter dem anderen Mann und zog ihm seine Messerklinge durch die Gurgel. Smid nickte zustimmend. "Gut so, das hatten wir ja auch vereinbart. Lassen wir den Toten verschwinden. Die sollten ihn nicht so schnell finden wenn sie diese Kundschafter suchen gehen." flüsterte er Lars zu. Beide waren so kräftig gebaut, dass sie keine Schwierigkeiten hatten, ihre Gegner wegzutragen. Zweihundert Schritte später legte Lars den Toten nieder, nahm ihm seine Waffen ab und er fand noch einen Beutel mit Ringen und Ohrschmuck. Den nahm er auch an sich, dann kehrten sie zu den wartenden Männern zurück. "Ihr solltet besser nicht so herumstehen. Ihr habt nicht bemerkt, dass ihr schon beobachtet worden seid. Hier haben wir einen der Kundschafter der Piraten, den anderen haben wir zu seinen toten Freunden geschickt." Lars war böse, aber eher mit sich selbst. Hatte er doch vergessen, den Befehl zu geben, Wachposten aufzustellen. "Wo ist eigentlich Claus von Olsen." fragte Lars in die Runde. "Genau hinter dir. Ich habe die zwei entdeckt und bin ihnen nachgeschlichen. Ich habe gesehen, wie ihr die erledigt habt und dann habe ich euren Rückzug gedeckt. Zufrieden mein Freund?" Und wieder hatte Claus unter Beweis gestellt, wie umsichtig er sein konnte.

 

"Es wird bald dunkel. Wir werden uns verstecken und ich werde mich zu Mecht schleichen. Vielleicht sind sie schon gewarnt, aber sie sollten wissen, dass wir hier sind." Claus machte sich dann umgehend auf den Weg zum Hof. Die einsetzende Dämmerung würde nicht viel mehr an Dunkelheit bringen, denn die Mittsommernacht würde bald kommen und die Nächte blieben hell.

 

Er schaffte es unbemerkt, hinter die Palisaden zu gelangen. Mecht empfing ihn freudig. "Wir haben, nachdem wir das Feuer gesehen haben, ein paar Kundschafter losgeschickt. Die haben diese Mordbrenner schon entdeckt. Sicher hätten wir sie einige Zeit lang abwehren können, aber wenn ihr hier seid, gelingt uns das besser." Claus schaute sie an, bevor er ihr antwortete. Er wolle ihre Zuversicht nicht schmälern, aber ob sie genügend Kämpfer waren, um dieses kleine Heer in Schach zu halten, bezweifelte er. "Mecht, wir sind nur zwanzig Kämpfer da draußen und wir haben mit etwas mehr als fünfzig Kämpfern zu rechnen. Wir müssen uns schon einen guten Plan überlegen, um dieser Gefahr zu begegnen." Mechts Gesichtsausdruck veränderte sich nicht. "Wir sind hier etwas mehr als achtzehn Kämpfer, Frauen und Männer, die alle gut mit Waffen umgehen können. Also sehe ich das nicht ganz so schwarz wie du Claus von Olsen. Die Kinder und die Tiere sind alle in Sicherheit. Wasser und Nahrung haben wir genug. Alles ist mit Sand und nassem Stroh abgedeckt, also müssen wir uns vor Feuer weniger fürchten. Was gedenkst du zu tun, Claus von Olsen?" Sie lächelte ihn an, als ob es keine Gefahr, keine Bedrohung durch Schwerter und Spieße gäbe. "Was lässt dich so lächeln? Über was freust du dich denn Mecht?" Bedeutungsvoll zwinkerte sie ihm zu. "Dass du da bist und uns retten wirst, Claus von Olsen. Und jetzt komm mit, trink einen Schluck Bier, wir haben frisches gemacht. Stärke dich damit und lass uns dann überlegen, was wir tun können." So ein Spiel mit Frauen war er nicht gewohnt oder er hatte es verlernt. Er war etwas irritiert, als es Mecht ins Haus folgte.

 

Im Haus bekam er einen Humpen Bier und ein Stück Brot. Mecht setzte sich dann ihm gegenüber. "Wir haben sechs gut Bogenschützen und einen Mann, der verdammt gut einen Spieß sehr weit und treffsicher werfen kann. Ich will die Kerle von meinen Palisaden weit entfernt halten und doch muss ich sie auf Bogenschussweite heranlocken. Habt ihr auch Bogenschützen dabei?" Claus verstand sofort was Mecht wollte. Sie wollte die Piraten in die Nähe der Palisaden locken und dann die ersten mit Pfeilen und Speeren erledigen. Wenn Claus auch noch Bogenschützen hätte, dann könnte man sie gut in die Zange nehmen. Claus hatte zwei gute Bogenschützen dabei. Einen Waliser und einen Schwaben. Beide wetteiferten ständig miteinander, wer der bessere Schütze wäre. Und wenn die Piraten merkten, dass sie an den Palisaden keinen Erfolg haben würden, würden sie sich auf seine Männer wenden, die im Hinterhalt liegen sollten. "Und wie locken wir die Männer zu den Palisaden? Hast du schon eine Idee?" Mecht hatte eine. "Ich habe hier eine Magd, leider - oder wenn ich sie als Mann sehen würde,

 

 - Gott sei Dank sehr hübsch anzusehen. Was aber so besonders an ihr ist, sie hat eine laute glockenklare Stimme. Wenn sie laut auflacht, dann werden die Hosen bei den Männern eng und die Frauen vor Wut rot im Gesicht. Es wird heute nicht sehr dunkel und der Mond wird von keiner Wolke verdeckt. Also schicke ich sie mit einem meiner Knechte nach draußen und sie sollen dort ein Schauspiel geben. Das Tor steht ein wenig offen und die zwei sollen schmusend und kichernd die Palisade umrunden. Hinten habe ich ein kleines Tor, dort kommen sie wieder rein. Das Haupttor bleibt so lange offen, wie ich die Mordbrenner dann sehen kann und wir sie mit Pfeilen eindecken können. Ihr müsst sie solange umrunden, dass ihr hinter ihnen seid. Und dann geht es los. Ich hoffe ihr seht und hört, wenn wir mit dem Schauspiel beginnen, dann müsst ihr los. Einverstanden, Herr von Olsen?" Claus nickte und dachte bei sich: „Hoffentlich halten sich die Piraten an unseren Plan. Wenn nicht, wird das alles im Chaos enden.

 

Er verschwand von außen ungesehen so, wie er hereingekommen war. Bei seinen Männern war alles in Ordnung. Die Piraten hatten sich dem Gehöft auf etwas mehr als zweihundertfünfzig Schritte genähert. Sie lagerten immer noch im Verborgenen.

 

Claus erklärte den Plan der Mecht. Lars war wie Herr von Olsen der Meinung, dass es gelingen könnte, aber wehe, wenn die Piraten sich nicht an ihren Plan hielten und eine eigene Idee entwickeln würden. Als der Mond am höchsten Stand war, hörten sie, dass sich das Tor öffnete und zwei Schatten heraustraten. Die Frau lachte und kicherte wirklich sehr aufreizend. Und der Mann versuchte etwas zu laut, sie zum Schweigen zu bringen. Sie schlichen sich an der Palisade entlang und verschwanden bald. Ein paar Mal war noch das aufreizende Lachen zu hören und dann war Ruhe. Aus ihrer Deckung heraus könnten die Blauzahnleute sehen, wie sich Schatten dem offenen Tor näherten. Wie aus dem Nichts hörte man das Sirren der Pfeile. Das Tor an der Palisade wurde geschlossen und es folgten Brandpfeile. Schnell entzündete sich etwas dürres Holz, das keine zwanzig Schritte vor den Palisaden lag und erhellte etwas die Umgebung. Das war das Zeichen für Lars, Claus von Olsen und ihre Männer, vorzurücken. Auch ihre Bogenschützen schossen mit Pfeilen auf die Angreifer, die viel zu dicht beieinander gingen. Claus fiel es zuerst auf, dass hier keine fünfzig Männer vorrückten, das waren nicht mehr als zwanzig Bewaffnete. "Schaut euch um, hier müssen noch mehr Männer sein. Vor uns sind nicht alle Piraten." Einer der Männer entdeckte sie. Etwas mehr als vierzig Schritte seitlich der ersten Gruppe kam die zweite. In einem Schildwall rückten sie vor. Lautlos und in einer geraden Linie. Die Schilde vor sich, über sich und seitlich gehalten. Auch die Verteidiger hatten diese zweite Gruppe entdeckt und sie schossen auch schon Pfeile in diese Richtung. Zwei oder auch drei Pfeile trafen und brachten jemanden zu Fall, aber die Linie bewegte sich weiter nach vorne. Pfeile flogen weiter auf die beiden Gruppen und die erste, die sich auf das Tor zubewegte, hatte große Schwierigkeiten, weiter vorzugehen. Vor ihnen war die Palisade, seitlich kamen die Blauzahnleute auf sie zu und die Pfeile, die man auf sie abschoss, trafen. Innerhalb der Palisaden sahen alle, dass sich dort ein größeres Feuer entzündet hatte. Mit Stangen wurde eine brennender Heuballen über die Palisaden gehoben und etwas weiter von den Palisaden kam der Ballen zum Liegen. Dann flogen Tonkrüge hinterher. Sie platzten, auf als sie neben dem Brandherd einschlugen und entfachten ein noch größeres Feuer. Mecht hatte Ölkrüge bereit machen lassen. Einige Spritzer Öl trafen auch ein paar Angreifer, die dem Feuer nicht schnell genug ausweichen konnten und entzündete die Kleidung der Männer. Der ganze Angriff kam ins Stocken, denn auch die andere Gruppe sah, was mit ihren Kameraden geschah und wollte nicht mit dem Feuer in Kontakt kommen. Weitere Brandpfeile wurden auf den Schildwall geschossen. Ein paar Pfeile waren mit ölgetränkten Lappen umwickelt und setzten das in Brand, wo sie gerade einschlugen. Männer warfen brennende Schilde zu Seite, andere versuchten, sich brennende Kleider vom Leibe zu reißen. Dann kam der Mann zum Einsatz, der den Speer gut werfen konnte. Mit ungeheurer Gewalt warf er den ersten und traf einen Mann, der durch die Kraft des Wurfes und den Speer nach hinten gerissen wurde. Dabei flog er gegen den Mann hinter sich und schickte ihn auch zu Boden. Der Angriff stoppte und die ersten drehten sich um und wollten weglaufen. Inzwischen war Claus von Olsen aber hinter den beiden Angreiferhaufen und machte jeden nieder, der an ihm und seinen Männern vorbei wollte. Nur noch der Weg in Richtung Westen zum Meer war frei. Die Flüchtenden liefen davon. Sie mussten auf ihre Pferde und auf alles verzichten, was sie mit sich genommen hatten. Smid und zwei andere hatten die beiden Wächter bei den Pferden schon überwunden und nun beherrschten die Blauzahnleute das Schlachtfeld. Die Bogenschützen und der Speerwerfer kamen aus dem Tor und schlossen sich den Blauzahnleuten an. Sie vertrieben alle, die noch laufen konnten und das waren knapp die Hälfte aller Angreifer.     

 

Fortsetzung folgt