Kapitel 38

27. März 1216 der Landgang auf Gotland

Melanie, Carlo und der ominöse Olovson gingen an Land. Olovson war noch zu schwach, um zu kämpfen und so verzichteten sie auf die Fesseln. Sie wanderten durch eine mit Büschen und niedrigem Holz bewachsenen Landschaft. Immer wieder blieb Olovson stehen, schaute sich um, dachte offensichtlich nach und gab dann die Richtung vor, wie sie zu gehen hatten. Bald sahen sie eine kleine Rauchsäule sehr nahe bei ihnen aufsteigen. Ein Haus oder sonstige Behausungen waren nicht zu sehen, der Rauch schien aus der Erde auf zu steigen. Sie gingen näher auf den Rauch zu und standen unvermittelt vor einer Böschung, die etwas mehr als zwei Mann hoch nach unten ging. Im diesem kleinen Tal stand ein Haus aus Feldsteinen und Holz gebaut. Daneben ein großer Stall, alles war mit einer Dornenhecke und an manchen anderen Stellen mit einem Palisadenzaun umgeben. Man konnte ein paar Ziegen und Schafe sehen und auch das Gackern von Hühnern war zu hören. Die Böschung war zu steil, um einfach hinunter zu steigen. Olovson deutete auf eine Hecke am Rand der Böschung. Dort fanden sie versteckt ein paar Stufen, die nach unten führten.

Unten angekommen gingen sie auf den Eingang des Hauses zu. Sie waren ein paar Schritte gegangen, als die Türe aufging und jemand heraustrat. Körper, Kopf und Haare waren vermummt, man konnte nicht erkennen, ob diese Person eine Frau oder ein Mann war. Ein Kind schien es nicht zu sein, denn dafür war die Person zu groß.  Hinter diesem vermummten Jemand erschien ein großer Hund. So einen hatte noch nie jemand gesehen, seine Schulter reichte bis zur Hüfte des Wesens. Olovson lächelte zu dem Hund und zu den Augen hin, die die Tücher nicht verbergen sollten. Der Hund trottete auf Olovson zu und er konnte ihn streicheln. "Ist gut mein Freund, hast du auch gut auf Malva aufgepasst?" Dann drehte er sich zu Melanie und Carlo um. Darf ich euch einen Freund vorstellen, den Herrn des Hauses und meine Schwester Malva." Kaum hatte er ausgesprochen rannte Malva auf ihn zu, befreite ihr Gesicht von den Tüchern und fiel Olovson um den Hals.

 

Es dauerte etwas, bis die beiden sich voneinander trennen konnten. Melanie und Carlo hatten einige Fragen, die sie gerne beantwortet hätten und Olovson war gerne bereit diese zu beantworten.

 

Als sie im Haus ihre Plätze gefunden hatte, erzählte Olovson seine und die Geschichte seiner  Schwester. "Als Kinder wurden wir geraubt. Wir lebten bei unseren Eltern an der Seine. Die Seine ist ein Fluss im Lande der Franken und an dem Fluss liegt auch Paris. Die Hauptstadt der Franken ist das. Die Nordmänner, die uns mitnahmen, brachten uns zuerst ins Land der Dänen, auf eine Insel und dort lebten wir in einem Dorf an der Küste. Der Nordmann, der uns geraubt hatte, schenkte uns seiner Frau. Die konnte keine Kinder bekommen und so lebten wir als Nordmänner bei einem Jarl. Unser neuer Vater nannte sich Olov Swerge. Ich wurde als Jannes getauft, das war dem Swerge zu schwierig und so nannte er mich Olovson. Malva, diesen Namen gefiel unserer neuen Mutter und so blieb der Namen für sie erhalten. Malva lernte nähen, kochen, weben und ich kämpfen. Vor ein paar Jahren kam der Jarl von einer Fahrt nicht mehr zurück, zudem herrschte Hungersnot bei uns auf der Insel. Wir fuhren mit ein paar der Dorfbewohner und mit unserer Mutter weg. Zuerst nach Schweden, dort lernte ich ein paar andere Seeleute und Händler kennen und ging mit denen auf Fahrt übers Meer. Aber unser Jarl war ein dummer und leichtsinniger Mann und nicht sehr erfolgreich und als ich nach Schweden zurückkam, war ich genauso arm wie bei meiner Abreise, aber ich hatte viel gelernt. Kämpfen, segeln, rudern und bei Nacht die Sterne lesen. Und so verschlug es unsere neue Mutter, Malva, mich und unseren Freund hierher. Allerdings nicht freiwillig. Der Jarl, der euch angegriffen hat, versprach mir eine hohe Belohnung, wenn ich für ihn kämpfe. Damit ich ihm treu ergeben bin, hat er meine neue Mutter und Malva als Geiseln behalten. Hier in diesem Tal, in diesen Hütten und Häusern wurden die Familienmitglieder der Männer als Geiseln festgehalten, die nicht gerade freiwillig für den Jarl kämpfen mussten. Starb einer im Kampf oder floh der Mann wurden seine Familienmitglieder als Sklaven an die Russ verkauft. Im letzten Winter sank eines der großen Drachenboote mit fast allen Männern, deren Familien hier untergebracht waren. Der Jarl holte alle, auch meine neue Mutter und Malva um sie zu verkaufen. Die beiden konnten mit Freund, unserem treuen Hund, fliehen, was aber niemanden kümmerte. Das hier geriet schnell in Vergessenheit. Ich fand die beiden auf einem meiner Streifzüge durchs Land, brachte sie wieder hierher. Meine neue Mutter war ein paar Tage vorher erfroren. Ich stahl bei eine paar Bauern Schafe, Ziegen und Korn und brachte alles hier her. Seit über einem Jahr lebt Malva unentdeckt hier. Wäre ich geflohen, hätte man mich gesucht und ich hatte Angst, dass sie meine Schwester finden. Wenn ich also beim Jarl blieb, konnte ich kontrollieren, was diese Bande tat. Nun aber ist der Jarl tot, erschlagen von dieser langen Sense auf eurem Schiff und ich hoffe, dass ich nun frei bin. Ich will nicht mehr rauben, ich will jetzt hier mit Malva bleiben. Wenn es aber sein muss, dann helfe ich Euch dabei diese Piraten zu vertreiben." Malva war wie die anderen schweigend um das kleine Feuer gesessen und hatten Olovson zu gehört. Dann wandte sich Olovson an seine Schwester und sprach mit ihr in einer Sprache, die keiner verstand. Ein paar Mal erwiderte sie ihrem Bruder etwas. Dann stand sie auf, fasste Melanie an der Hand. "Komm mit und hilf mir beim Packen. Hinten habe ich noch zwei Rentiere. Tiere aus unserer zweiten Heimat, die Schlitten, die sie ziehen, bepacken wir mit Getreide und Fleisch. Den Rest müssen wir tragen und die zwei Ziegen und zwei Schafe führen wir an Stricken mit uns." Melanie folgte ihr etwas verdutzt. Carlo sollte sich derweilen um die Decken und Felle kümmern, die sie mitnehmen sollten. Es dauerte nicht sehr lange, bis sie fertig waren und gemeinsam mit den Rentieren vor den Schlitten, den Schafen, Ziegen und allem, was sie tragen konnten, zogen sie über einen weiteren verborgenen Weg, der nach oben führte, los.

 

Erst nach Sonnenuntergang gelangten sie zur Küste. Am Ufer fanden sie ein Lager der Schiffsbesatzung. Sie hatten eine Wasserquelle gesucht und gefunden und einige Fässer mit Wasser befüllt. Nun war es aber zu spät, um noch zwischen der Knorr und dem Ufer hin und her zu fahren und deshalb hatte man am Ufer ein kleines Lager errichtet. Einer der Fischer, der Dienst auf der Knorr hatte, war als Kundschafter unterwegs gewesen. In einem Umkreis von zweitausend Schritte war niemand gesichtet worden. An der Küste hatte er auch kein Drachenboot gesehen. Es war noch kühl in dieser Nacht, aber sie hatten nicht den Mut, Feuer zu machen um sich etwas zu wärmen. Die Angst, von den Falschen entdeckt zu werden, war zu groß.

 

An schlafen war nicht zu denken, aber auch diese Nacht verging. Am nächsten Morgen wurde die Knorr beladen. Alles ging gut, nur die beiden Rentiere zeigten sich etwas unwillig, aber zum Schluss waren auch sie an Bord.  

 

28. März 1216 auf der Knorr

 

Peter konnte sich zwar immer noch schwer bewegen, weil ihn seine Verletzung plagte, aber sein Humor schien inzwischen wieder genesen zu sein. "So ein schwimmender Bauernhof hat auch seine Vorteile. Immer haben wir frisches Essen hier. Was noch fehlt, ist eine Wiese auf dem Deck. Dünger machen schon die Tiere genug. Und man wird ganz sicher nicht nach uns suchen müssen. Man wird uns weit genug riechen und denken, dass man bald auf Land trifft." Es wurde eng auf der Knorr, aber alle wussten, dass das nicht allzu lange so sein würde. Sie wollten nach Hause, zum Turm, zur Blauzahnsiedlung oder auf den Hof der Mecht.

 

Sie mussten rudern, weil der Wind nicht kräftig genug war, sie aus der Bucht zu bringen. Ihr Kurs war nach Westen, an der Küste entlang. Sie hofften alle, dass sie keinem der Drachenboote der Piraten mehr begegnen würden. Drei Mann waren am Bug und hielten Ausschau und Mecht hatte einen jungen Fischer mit guten Augen den Masten hochgeschickt, damit er dort den Horizont vor ihnen überwachen sollte. Gegen Mittag rief der Junge vom Masten herunter. "Vor uns sehe ich eine Mastspitze, etwas verdeckt von der Küste und Rauch steigt auf, kein Feuer, nur Rauch." Zum Wenden war es zu spät, ankern war zu riskant, denn dann hätten sie keine Möglichkeit, sich zu entfernen. Also entschieden Melanie und Peter, sich kampfbereit zu machen und weiter zu fahren. Kaum hatten sie den Felsen, der ihnen auf die Küstenlinie den Blick versperrte, umrundet, sahen sie, dass hier ein Kampf stattgefunden hatte. Simons kleines Drachenboot war an Land gezogen, ein anderes Drachenboot war ein Trümmerhaufen, halb verbrannt lag es auf der Seite neben Simons Boot. Es schien so, als ob der Kampf noch nicht lange geendet hatte. Denn es lagen noch viele Verletzte und Tote herum. Die Knorr steuerte in die Bucht hinein. Man sah Simon vom Ufer aus winken. Ein Ruderboot wurde ins Wasser gezogen und Simon und noch drei andere sah man dann zur Knorr rudern.

 

Als Simon an Bord war, betrachtete er lachend das Bauerhofchaos auf der Knorr. Melanie berichtete ihm schnell, was sie in den letzten Tagen erlebt hatten und dann hörten sich alle den Bericht von Simon an. 

 

"Wir sind euch gefolgt und mussten uns immer wieder weiter auf See hinausbewegen, um den beiden Drachen zu entgehen. Als wir das ausgebrannte Drachenboot im Sund bei Farö sahen und dort an Land gingen, haben wir nur noch ein paar Spuren von euch gefunden. Pfeile und Bolzen in ein paar toten Kriegern und andere Leichen. Keine Lebenden, nichts das uns sagen konnte, wo ihr seid. Wir sahen nur, dass die beiden Drachen den Ausgang des Sund für uns versperrten, also sind wir zurückgefahren. Hier in der Bucht haben wir gewartet. Boten aus Visby kamen die Küsten entlang und haben uns von der erfolgreichen Verteidigung der Stadt berichtet. Die Söldner und Piraten sind dort abgezogen und waren auf dem Weg an der Küste entlang hierher. Hier sollten mit ein paar Drachen einen Teil der Leute aufnehmen und nach Farö bringen. Das wussten wir von einem Gefangenen. Die Bewaffneten aus Visby verfolgten sie. Man vermied aber eine weitere Auseinandersetzung. Unser Langboot kam einen Tag bevor die beiden Drachen hier gestern eintrafen. Im Westen standen an Land die Krieger aus Visby und auf der anderen Seite die Söldner und Piraten. und wir hier in der Bucht mitten drin. Erik und Lars mit ihren Leuten waren noch kräftig und es war klar, dass wir die Drachen nicht an Land kommen lassen wollten. Unser Langboot verschwand und wir ließen es so aussehen, als ob es zurück nach Visby segeln würde, aber Lars versteckte sich mit den Seinen in einer Bucht etwas westlich. Keiner von den Söldnern konnte es sehen. Die jubelten, als sie dann sahen, dass die beiden Drachen hier in die Bucht kamen und wir alleine waren. Eines griff uns an, während das andere versuchte, an Land zu gehen, um Männer aufzunehmen. Inzwischen hatten aber die Visbyer ihre Leute formiert und griffen die Leute am Strand und im Rücken ihrer Aufstellung an. Die Verwirrung nutzte ich aus und griff meinerseits das Dachenboot, das mich attackierte, mit Brandpfeilen und Speeren an. In der engen Bucht hatte ich alle Vorteile auf meiner Seite. Wir umrundeten es sehr schnell und konnte ihnen alle Ruder auf der Backbordseite beschädigen. Der andere Drachen floh inzwischen aufs Meer hinaus, wo bereits Lars mit Erik wartete. Die Piraten sahen, dass wir ihnen bei weitem überlegen waren und flohen und so mussten Lars und Erik den Fliehenden hinterher rudern. Hier in der Bucht, am Ufer und oben auf der Böschung tobte der Kampf Mann gegen Mann. Die Leute aus Visby waren frischer als die Söldner und so entschied das gute Essen, ausreichend Schlaf und die Wut auf die Piraten den Kampf. Wir haben bisher einhundertfünfundsechzig tote Piraten gezählt. Die, die ertrunken sind, noch nicht mitgezählt. Gefangen haben wir einhundertundzehn. Verwundet sind sie alle, davon mindestens aber dreißig, die nicht mehr zu retten sind. Wir haben auf unserem Drachen niemanden verloren, aber sechs schwer Verletzte, leider auch meine Schwester Sasha. Visby hat über dreißig Mann verloren und es gibt noch mindestens fünfzig, die verletzt sind. Also eine ganz üble Schlacht. Die Gefangenen und die verletzten Söldner haben wir etwas mehr als fünfhundert Schritte weiter an Land in einer kleinen Schlucht eingepfercht. Wasser haben wir genug, nur mit dem Essen haben wir ein Problem. Wir können sie kaum versorgen und haben deshalb einen Boten nach Visby geschickt, dass man uns wenigstens Nahrung bringt. Die waren nicht darauf vorbereitet, dass wir so lange von der Stadt entfernt sind."  

 

Peter der Bärentaler wurde mit Melanie an Land gebracht. An Land wurden die beiden freudig vom Stadthauptmann und dem Bürgermeister begrüßt. Melanie berichtete den beiden ebenfalls nochmals ihre Erlebnisse. Nun hatten alle das gleiche Wissen um die Geschehnisse der letzten Tage. Peter war zwar noch nicht gut genug zu Fuß, aber Simon stützte ihn etwas und gemeinsam gingen sie den Strand entlang zu einer Böschung, die ihnen den Aufstieg nach oben erlaubte. Simon führte sie zu dem Gefangenenlager.

 

Schon von der Ferne sahen und hörten sie, dass es am Rande zu dem Tal einen lautstarken Streit gab. Claus von Olsen stand mit zweien seiner Sergeanten einigen der Stadtwachen und bewaffneten Bürgern Visbys gegenüber und man sah, dass er heftig gestikulierte. Irgendetwas schien ihn sehr aufzubringen, denn er versuchte immer wieder an den Stadtwachen vorbei in das Tal zu drängen. Sie verwehrten ihm aber den Zutritt. Melanie beschleunigte ihre Schritte und stellte sich neben Claus. Peter kam mit Simon etwas langsamer voran, konnte aber schon aus der Entfernung hören, um was es da ging.

 

"Niemand hat das Recht, Gefangen zu töten, nur weil sie eventuell sowieso sterben würden. Egal wer sie sind und was sie getan haben, aber ihr solltet ihnen wenigstens die Beichte abnehmen und sie dann würdig sterben lassen. Was ihr da aber macht ist Mord. Zudem könnt ihr doch nicht alle Gefallenen zusehen lassen, wie ihre Kameraden getötet werden. Denkt mal daran, wenn die jetzt einen Ausbruchsversuch unternehmen. Verzweifelte Menschen reagieren anders. Das solltet ihr nicht riskieren, dass es nochmals zu einem Kampf kommt. Auch wenn sie keine Waffen haben, die sind uns vier zu eins überlegen. Hört sofort auf mit dem Kehlen durchschneiden lassen." Offensichtlich hatte sich einer der Bürger zum Hauptmann gemacht und stellte sich vor Claus auf. Der Mann war kleiner als Claus von Olsen, gut gekleidet und hatte ein Peitsche in der einen Hand und einen Dolch in der anderen. "Ihr habt mir hier nichts zu befehligen Claus von Olsen. Ich habe hier das Kommando über die Männer, die die Gefangenen bewachen. Wir haben so gut wie nichts zu essen und sollen uns noch um diese schreienden Mörder kümmern. Es ist besser, sie zum Schweigen zu bringen und sie nicht bis zu ihrem sicheren Ende auch noch zu füttern und zu ertragen. Und wir sind genügend Männer, um alle anderen zu bewachen. Sollen sie sich doch gegen uns wenden, dann haben wir einen Grund, alle zu erschlagen. Das erspart uns viel Mühe. Und was sollen wir ihnen die Beichte abnehmen, die Hälfte von denen glaubt noch an Odin und Raben. Die freuen sich doch, wenn sie ohne Schwert in der Hand nach Walhalla gehen. Denn dann bekommen sie dort auch nichts zu saufen. Wir haben alle zu lange unter dieser Bande leiden müssen. Unsere Geschäfte liefen schlecht. Wir mussten Tag und Nacht um unser Leben fürchten. Die Zeit ist gekommen, mit denen abzurechnen. Die Verwundeten sind für uns wertlos, also machen wir mit denen schnell eine Ende. Genug geredet, nehmt mir nicht weiter die Zeit, ich will dass alles erledigt haben bis es dämmert." Er wollte sich gerade umdrehen, als seine Hand unter einem Schmerzensschrei das Messer fallen ließ und zwei Wimpernschläge weiter dann die Peitsche. Mit zwei schnellen Bewegungen hatte ihm der Bärentaler durch schnelle Schnitte über die Handrücken mit seinem Messer tiefe Wunden beigebracht. Peter packte den Mann mit einer Hand am Hals und schob seinen Kopf nach vorne und schaute ihm tief in die Augen. Alle Müdigkeit und Kraftlosigkeit war aus ihm gewichen und der vermeintliche Hauptmann spürte seine Hände, die noch nicht zu fest zupackten. "Du tötest niemanden mehr und deine Leute hören auf, die Gefangenen zu quälen, sonst hängt ihr Morgen alle am Galgen. Der Rat und wir hatten klar beschlossen, dass wir Gefangenen machen und alle verhören wollen. Es gibt vieles, was wir dringend erfahren müssen. Und man ermordet nicht einfach Verwundete. Merke dir das." Dann schaute er sich die Leute an, die den Hauptmann umgaben. Die Hände hatten sie an die Schwerter gelegt, aber keiner hatte das seine gezogen. Peters Auftritt und seine Blicke wirkte ernüchternd auf sie. Der Satz „am Galgen hängen“ wirkte offensichtlich.

 

Der Hauptmann würde für einige Zeit keine Waffe mehr tragen können, aber alle aus der Blauzahnsiedlung waren sich bewusst, dass sie nun einen neuen Feind hatten.   

 

Fortsetzung folgt