Kapitel 31

5. März 1216 später Nachmittag in einer Wachstube

 

Heinrich und Gregor wurden ungeduldig. Sie wollten noch vor Tagesende wieder in ihrer Herberge zurück sein. Nun war es aber sicher, dass sie das nicht schaffen würden. Und es wurde kalt in der Stube.

 

Die Magd, die ihnen etwas zu trinken gebracht hatte, kam mit einer Öllampe und mit einer Fackel. Es wurde etwas heller in dem Raum. "Die Herren sind gerade in den Hof eingezogen, es wird nicht mehr lange dauern." Es klang entschuldigend was sie da sagte. Und tatsächlich wurde kurz darauf die Tür geöffnet, Vogt Albrecht kam herein und hinter ihm trat ein Mann in prächtigen Gewändern ebenfalls in den Raum. Heinrich schaute kurz auf, sprang erschrocken von seinem Stuhl und starte den Neuankömmling an.

 

"Ja mein lieber Vetter Heinrich, ich bin es. Ich habe das Fieber überlebt, das mich in Brindisi heimgesucht hat. Lege deine Waffen ab und lass uns in den Armen liegen. Ich bin jetzt päpstlicher Legat, aber immer noch dein Vetter und da wir wie Brüder aufgewachsen sind, lass uns wie zwei liebende Brüder handeln." Heinrich legte sein Schwert und den Morgenstern in eine Ecke und dann lagen sich die beiden in den Armen. Lange, still und kräftig umarmten sie sich. Erst als Gregor sich etwas nervös zu räuspern begann, lösten sich die beiden voneinander.

 

Heinrich stellte Gregor seinem Vetter vor. "Lieber Heinrich, ich weiß wer dieser Mann ist. Die Kirche weiß alles." Etwas verlegen stellte er dann Gregor den Päpstlichen Legaten vor. "Das ist mein Vetter, Conrad von Olsen. Wir waren auf dem Weg ins Heilige Land, als er das Fieber bekam. Ich musste ihn in der Obhut von einigen Mönchen zurücklassen, als er das krank wurde, sonst hätte ich mein Schiff für die Überfahrt nicht mehr erreicht. Und nun steht er vor mir. Er lebt und ist in prächtige Gewänder gekleidet." Ein Page trat ein und brachte Becher, einen Krug mit Wein und kalten Braten mit Käse und Brot. Conrad setzte sich an den Tisch. "Lasst uns etwas essen und reden. Zuerst das, was dich hierher geführt hat und dann was uns beide berührt." Der Page bediente schweigend, während eine Magd einen Feuerkorb mit etwas Glut herein brachte und dann Holz auflegte. Dann wurden Kerzen hereingebracht. Der bisher karge Raum erglänzte in einem Schein, der ihm bisher wohl nicht zuteil wurde. Der Vogt Albrecht zog sich schweigend zurück und damit waren bis auf den Pagen keine Diener oder andere Bedienstete mehr im Raum.

 

"Heinrich, in was sind wir beide da hineingeraten? Du bist hier, um Klage gegen einen der Magistralen zu führen. Nun der Herrn von Graufeld wird bald vor seinen Schöpfer treten. Er ist sehr erkrankt und wird deine Klage nicht annehmen können. Lieber Heinrich, frage nicht weiter. Der Herr von Graufeld wurde von einem Schlag Gottes getroffen. Es muss kurz nach deinem Eintreffen hier passiert sein. Er stürzte, bekam ganz blaue Lippen, atmete schwer und liegt nun schweigend auf seinem Bett. Ich habe ihm die letzte Ölung nach seiner Beichte gegeben. Ich konnte erfahren, wo er gesündigt hat und er bat mich darum, seine Verfehlungen zu bereinigen, damit er sicher in Gottes Schoß gelangen kann. Ich habe die Dokumente, die zu diesem furchtbaren Missverständnis bei der Herberge geführt hat, mit dabei. Wir beide müssen nun klären, was getan werden kann." Heinrich war sofort klar, dass sein Vetter dabei war, eine unangenehme Situation für die Kirche zu klären. Der Magistrale hatte wohl im Auftrage der Kirche gehandelt und war etwas unglücklich dabei vorgegangen. Ohne sein und Gregors Erscheinen, wäre das alles anders abgehandelt worden.

 

"Lieber Heinrich, dieser freie Bauer hat Schuldscheine unterschrieben, das lässt sich nicht leugnen. Da er des Lesens nicht fähig war, hat man offensichtlich einiges dazu gedichtet, das zu seinem Nachteil war. Das darf natürlich nicht sein. Aber da Aschaffenburg eines der wichtigen Orte ist, wo unser Herr sein Werk tun wird, ist es uns wichtig, dass wir hier eine Lösung finden, die weder dem Orden noch der Kirche schadet und unser Ansehen erhöht. Ich sage Orden, obwohl du nicht mehr dazu gehörst. Aber ich weiß, dass du dem Kampf gegen die Ungläubigen und dem Unglauben immer noch verbunden bist und du dem Orden noch in tiefer Verbundenheit zugehörend fühlst. Es ist auch nicht gut, wenn einer der Stauferboten von Unregelmäßigkeiten hört. Wir wollen doch gemeinsam dem Herren dienen und seine Werke schützen." Heinrich kannte seinen Vetter zu gut, wenn er so weitschweifig redete, wollte er jemanden müde machen und über den Tisch ziehen. "Also was lieber Vetter Conrad schlägst du vor. Ich weiß, dass der Orden hier einen Gutshof vom König erhalten hat und dass er bereit ist, auch Land dazu zu kaufen. Ich hoffe, dass es dabei nicht um diese beiden Häuser mit der Herberge geht." Kurz zuckte der Mundwinkel Konrads, ein Zeichen dafür, dass er etwas gehört hatte, was ihm nicht gefiel. "Das Heinrich weiß ich nicht. Wir können das nicht einfach alles rückgängig machen. Wir wollten dort draußen vor den Toren eine Herberge für Pilger eröffnen und dafür sollte der Herr von Graufeld die gesamte Herberge erwerben. Natürlich auf redliche Art, so wie der Herr es uns vorgegeben hat. Da der Streit mit der Stadt und dem Besitzer der Herberge nun doch etwas unangenehm ist, würde ich vorschlagen, dass er uns alles verkauft und weit weg von hier geht. Wenn er akzeptiert, dann hat er drei Tage Zeit zu gehen. Nicht länger und hier ist das Dokument dafür." Heinrich las das Kaufdokument. Dem Mann bot man den dreifachen Wert des ganzen an und alles sollte in Gold bezahlt werden, aber er durfte das Gebiet der Bistümer Mainz und Würzburg nie wieder betreten und war auf immer und ewig zum Schweigen verpflichtet. Heinrich stockte der Atem. "Ich kann das nicht entscheiden, ich kann das dem Manne nur empfehlen.“ Heinrich wollte nichts entscheiden, nun aber wurde er mit der Macht des Legaten konfrontiert. "Geliebter Vetter, ihr seid hier um Klage gegen den gegen den Herrn von Graufeld zu erheben. Hier geht es um Streitigkeiten mit dem Besagten und dem Besitzer der Herberge. Du bist hier als sein Vertreter und wirst jetzt die Entscheidung treffen. Morgen in der Frühe wird dieses Dokument keine Gültigkeit mehr haben. Unterschreibe, nimm das Gold und es wird wieder Frieden hier einkehren. Die Verletzten vergessen wir, obwohl du gegen das Gesetz verstoßen und eine Fehde gegen diese Männer des Magistralen angefangen hast. Tu was ich dir sage und alles wird gut."

 

Heinrich unterschrieb und bekam ein Dokument mit Siegel und Unterschrift, das alles bezeugte, was nun geschah. Gregor musste als Zeuge ebenfalls alle Dokumente unterschreiben, was ihm sehr schwer fiel, denn er hatte es nicht gut gelernt.

 

Conrad schenkte allen nochmals etwas Wein ein, schickte den Pagen aus dem Raum und richtete seine letzten Worte nochmals nur an Heinrich. "Lasst nun den Herrn Gregor mithören mein lieber Vetter. Ihr reist mit einem Otto von Kraz. Einem Chronisten der Staufer. Es ist nicht gut, dass ein Mann mit solchen Fähigkeiten nicht der Kirche dient. Er möge seine Worte in den Chroniken gut wählen. Und ihr reist mit zwei Witwen, eine trägt Männerkleidung und beide können gut mit Waffen umgehen. Das schickt sich nicht, mein lieber Vetter. Papst Innozenz III hat hier schon Grundlagen geschaffen, um dem Unwesen dieser nicht geheiligten Freiheit zu begegnen, zudem wenn noch die göttliche Ordnung verletzt wird. Und das Tragen von Männerkleidung und Waffen ist den Weibern nicht gestattet. Also seid alle vorsichtig, wie ihr handelt und wem ihr was sagt." Heinrich staunte darüber, wie gut sein Vetter Bescheid wusste. Was ihn wunderte war seine Wortwahl. Nicht geheiligte Freiheit war etwas, was er nicht verstand. Wies er damit nur auf die Gesetze hin oder war er der Meinung, dass diese Freiheit bald sein müsse und nur der Segen dazu fehlte? "Was schaut ihr so erstaunt, mein lieber Heinrich? Ich muss meine Gedanken den Gesetzen Gottes unterwerfen und nicht alles, was uns die Kirche vorgibt, können wir erkennen. Denn Gottes Wege sind für uns sündigen Menschen nicht immer gut zu erkennen. Deshalb gibt es die Mutter Kirche, die uns den Weg weist. Hört also auf meinen Rat und ihr kommt unbeschadet zu eurem Ziel." Dann stand er auf, ging rund um den Tisch und umarmte seinen Vetter. "Und richtet der Frau Frida von Blau aus, dass ich sie für eine mutige und tollkühne Frau halte. Wäre ich ein freier Mann und diente nicht unserem Herrn, dann würde ich um sie freien. Als Geliebte kann ich mir dieses Weib nicht vorstellen, sie würde das nie dulden." Diese Worte, die Conrad seinem Vetter ins Ohr flüsterte, zauberten ein unsagbar fröhliches Lächeln auf sein Gesicht.

 

Als Heinrich sich von seinem Vetter lösen wollte, hielt der seine Hände in den seinen fest. "Heinrich ich habe vergessen, euch von zu Hause zu berichten. Auf der Reise hierher, war ich auf der Burg eures Vaters. Eure Mutter starb kurz nach unserer Abreise ins heilige Land. Euer Vater Richard hat nochmals geheiratet. Ein junges Ding, aber mit viel Mitgift ausgestattet. Ihr habt noch zwei Schwestern und einen Bruder. Euer Bruder ist nun Burgherr und ein Mann der Staufer und wie du dir sicher denken kannst, leben noch einige Bastarde aus Richards Schoss auf der Burg. Ja, kämpfen und Kinder zeugen, darin war er gut. Er starb vor drei Jahren im Bett einer seiner Mätressen im Alter von sechsundsiebzig Jahren. Heinrich man wird euch aus dem Stadttor begleiten, drei meiner Leute werden mit euch kommen und so lange bleiben, bis ihr alle abgereist seid. Gott möge dich beschützen." Dann drehte er sich unvermittelt um und verließ den Raum. Drei Pagen eilten herein, räumten alles weg. Löschten bis auf eine Fackel alle Lichter und dann waren Gregor und Heinrich alleine.

 

"Erkläre mir einer, was da gerade passiert ist." Gregor schaute nach diesem Satz, der ihm so aus dem Mund geschlichen kam, etwas verdutzt drein. Man sah, das Heinrich wütend war und doch lachen musste. "Mein Vetter hat uns reingelegt und dabei das Leben gerettet. Schau dir die Siegel an. Das eines päpstlichen Legaten und da das eines Magistralen des Bischofs von Mainz. Wenn er nicht hier gewesen wäre, hätte man uns den Prozess gemacht. Mord, Ketzerei und einiges mehr. Wir wären einfach verschwunden, Otto und Lorentz ebenfalls. Die Frauen wären wegen des Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung im Kerker gelandet oder sonst irgendwo. Wenn, ja wenn mein Herr Vetter nicht hier gewesen wäre und wir haben ihm offensichtlich geholfen einen Betrug aufzudecken. Der Herr von Graufeld hat sich augenscheinlich bereichert und das mit Geldern der Kirche. Er hat das Grundstück und das halbe Gut mit Betrug an sich gebracht und hätte es dann der Kirche verkauft. Was sein ursprünglicher Auftrag war. Unseren Herbergsmann hätte man so lange gequält, bis er seine Haus und die Felder weit unter dem Wert verkauft hätte und dann wäre auch er verschwunden. Nur, wir können wegen dieser Sache keine Klage beim König oder ich beim Orden führen. Ich habe den Verkauf unterstützt und meine Unterschrift steht unter dem Dokument. Dass der Orden ebenfalls Interesse an der Herberge hatte, weiß ich nun auch. Wir beide haben den Kaufvertrag unterschrieben und damit tragen wir die Mitverantwortung für alles. Der Bauer und seine Familie ist gut weggekommen, sie haben mehr Gold für den Verkauf dafür bekommen als alles wert ist. Und die Warnung wegen der beiden Frauen müssen wir ernst nehmen. Wir werden mit ihnen sprechen. Otto lässt er durch uns warnen, dass er nicht zu viel über diesen Vorfall schreibt oder jemandem berichtet. Und wir haben alle drei Tage Zeit, von hier zu verschwinden. Und den Herrn von Graufeld hat sicher nicht der Schlag Gottes getroffen. Gift oder so etwas wird es gewesen sein. Mein Vetter war schon immer sehr schnell in seinen Entscheidungen und er hat immer seine Entscheidungen so getroffen, dass es kein Zurück mehr gab. Und ich denke, wir hatten einen Verbündeten, warum sonst wurde der Legat informiert? Vogt Albrecht denke ich, war es. Lass uns aufbrechen, die anderen werden ungeduldig auf uns warten. Und dass man uns drei Begleiter mitgibt bedeutet, dass man uns nichts antun wird. Denn mit dreien werden wir fertig, die sollen uns nur beobachten, mehr nicht." Heinrich packte die Dokumente, den großen Beutel mit Gold, nahm sein Schwert und den Morgenstern auf und sie gingen durch die Tür, zu der sie auch herein gekommen waren.

 

Untern standen ihre Pferde bereit und ein Packpferd mit ein paar Ledertaschen darauf. Ihre drei Begleiter waren ordentlich gekleidete Männer ohne Wappenzeichen, in den Händen hatten sie Fackeln. Schon beim Besteigen ihrer Pferde sah Heinrich, dass diese Männer kampferprobt waren. Ihre Waffen waren fest und sicher und einer hatte eine Lanze mit einem Wimpel. Dieser Mann ritt voran und noch vor Mitternacht erreichten sie die Herberge.

 

Zuerst besprach er alles mit ihrem Wirt, der erkannte, dass aus dem Unglück, das ihnen bevorgestanden hätte, doch noch sehr viel Glück wurde. Dann sprach Heinrich mit den seinen. Als er dann noch den Gruß seines Vetters an Frida ausrichtete, wurde diese rot im Gesicht. "Das ist also euer Vetter? Conrad von Olsen ist euer Vetter?" Das wiederholte sie dreimal, weil sie es nicht glauben wollte. "Woher kennt ihr meinen Vetter?"

 

Frida setzte sich hin und wirkte ganz verlegen. "Ich muss euch was erklären. Herr von Blau war nicht mein Ehemann, er war mein Vater. Er war auf dem Wege ins Heilige Land und er wollte mich nicht alleine zurücklassen. In Brindisi kamen wir zu spät für die Überfahrt an und sollten uns zwei Monate gedulden. In einem Kloster fanden wir Unterkunft und mein Vater konnte die Unterkunft gut bezahlen. Er war kein armer Rittersmann, sondern hatte ein großes Gut bei Eberfelde, denn er war ein Gefolgsmann des Grafen von Berg. Der verwaltete das Gut so lange weiter, wie er abwesend war. In diesem Kloster lernte ich einen jungen Mann kennen, der von einem schlimmem Fieber genesen war und ebenfalls auf die Überfahrt ins Heilige Land wartete. Conrad von Olsenberg, so nannte er sich. Groß, gutaussehend und mit einem guten Benehmen ausgestattet erwärmte sich bald mein Herz für ihn. Er hatte Zeit für mich und mit einer Zofe als Anstandsdame durfte ich immer wieder mit ihm ausreiten. Er war es, der mir den Umgang mit der Armbrust zeigte und auch den Kampf mit dem Schwert. Er sang Lieder für mich, dichtete und erzählte mir von seinen mutigen Vettern und von ihren Burgen im Lande der Schwaben und Bayern.  Wir hatten eine wunderbare Zeit zusammen und ich erwartete, dass er bald um meine Hand anhalten würde. Die Zeit verrann, die versprochenen Schiffe kamen nicht und wir warteten weiter, denn jetzt kam der Winter. Fünf Monate lang, aber die Zeit war wunderbar mit ihm. Auch mein Vater glaubte, dass der Herr von Olsenberg bald um meine Hand anhalten würde. Ich war so verliebt in ihn. Dann kam die Zeit, wo er sich immer rarer machte. Zuerst sagte er mir, dass er viel zu tun habe, denn unsere Abreise stünde ja bald bevor, dann erklärte er mir, dass er dringende Geschäfte zu erledigen habe. Als er dann einmal über fünf Tage weg blieb, hielt ich es nicht mehr aus. Mit meiner Zofe ritt ich zu seiner Herberge. Bis auf einen Knecht fand ich niemanden vor. Meine Zofe sollte bei den Pferden bleiben und ich wollte ein Tuch von mir in sein Zimmer legen, damit er sich an mich erinnern möge. Also ging ich in seine Kammer und was sah ich da. Er lag nackt auf seinem Bett und neben sich zwei ebenfalls unbekleidete  Weiber. Sie schliefen fest nebeneinander. Er merkte nicht einmal, dass ich das Zimmer betrat. Ich band mein Tuch an seinen Schwertknauf und verschwand wieder. Wir sahen uns nie wieder. Und ich bat danach meinen Vater, mich heimlich als seine Frau zu bezeichnen, da ich es leid war, mir die Nachstellungen anderer Männer gefallen zu lassen. Wir schifften uns als Mann und Frau ein und als wir in Akkon ankamen, wo uns keiner kannte, war der alte Herr von Blau Ehemann einer viel zu jungen Frau. Conrad von Olsenberg war nie im Heiligen Land. Als wir zurückkamen, war unser Gut heruntergewirtschaftet und mein Vater lag im Streit mit dem Grafen zu Berg. Er verkaufte alles und wir kauften uns den Hof im Norden, wo ihr uns gefunden habt. Ja, ich habe Conrad geliebt, wie ich nie wieder einen Mann hätte lieben können. Aber das, was ich da gesehen hatte, war nicht das, was ich mir von einem Ritter erdacht hatte."

 

Ottos kurzer Kommentar war ein leises. "Aha." Constanze von Breitenbach weinte aus Mitleid für die arme Frida ein paar Tränen und Heinrich kratze sich heftig am Kopf. "Ja, ja, die Olsenbergs und die Olsens sind schon so. Zum Ärgernis ihrer Eheweiber benötigen sie immer ein Weib neben sich, sonst können sie nicht schlafen gehen. Ich habe sehr viele Brüder und Schwestern, aber noch mehr Bastarde als Brüder und Schwestern. Es sind zu viele gewesen, deshalb mussten wir auch gehen. Die Burgen und Dörfer hätten uns nicht ernähren können. Frida es tut mir leid für dich."

 

Dann geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte. Gregor stand auf, ging zu Frida, nahm ihre Hände in seine und fragte leise und doch für alle hörbar. „Willst du mein Weib werde, Frida von Blau?"

 

Fortsetzung folgt