Kapitel 18

13. Januar 1216 - Nordheim kurz nach Mitternacht

 

Lorentz Schrei war kaum verklungen, da wollte Christian schon aufspringen, als er etwas Kaltes und Spitzes an seinem Hals spürte. Auch Lorentz konnte nicht bewegen, denn jemand hatte sich auf ihn gesetzt und drückte seine Kehle zu. Es war wieder ruhig - bis auf den Hund, der irgendwo in der Dunkelheit brummte und manchmal auch winselte. "Ruhig ihr beiden, wenn einer nur einen Laut von sich gibt, schneiden wir euch beiden die Kehle durch." Das war die Stimme eines Mannes, der irgendwo in der Dunkelheit war. Die beiden Jungen spürten, dass der, der auf Lorentz saß, den Dolch an die Kehle von Christian drückte. "Bodo bring den Köter zum Schweigen." - "Ich kann nicht, ich muss das Netz mit beiden Händen festhalten, sonst springt das Vieh raus. Seine Zähne habe ich schon zu spüren bekommen. Sichere ihn ab, lange kann ich das Netz nicht mehr festhalten." Die Stimme klang angestrengt und nervös und kam irgendwo vom Tor zur Scheune her. Christian konnte sehen, dass ein Schatten ins Mondlicht trat, das durch das geöffnete Scheunentor leuchtete. "Ich komme und dann müssen wir uns beeilen. Sichel bring die Jungs zum Schweigen und komme dann rüber zu mir." Lorentz kapierte, der Mann der auf ihm saß war Sichel.

 

Sichel drückte wieder fester die Kehle von Lorentz zu, bis er plötzlich den Griff lockerte und sich dorthin umdrehte, wo er ein Stöhnen hörte. "Bodo was ist? Hat dich der Köter gebissen?" Keine Antwort kam aus der Richtung, sondern das Geräusch von brechenden Knochen und dann ein unterdrückter Schrei. Sichel nahm seine Hand ganz von Lorentz Kehle. "Bodo? Klinge? Was ist los? Was macht ihr da?" Nichts außer dem Schmatzen und Knurren des Hundes war zu hören. Gerade wollte Sichel aufstehen, um sich nach seinen Kumpanen umzusehen, als er gepackt und nach oben gerissen wurde. Jemand drosch ihm mit einem gewaltigen Schlag ins Gesicht und schmetterte ihn zu Boden. Der Aufprall und der Schmerz im Gesicht raubte ihm den Atem. Benommen spürte er einen Fuß auf seiner Brust. "Bleib unten, sonst musst du für immer so liegen bleiben." Die Stimme klang nicht freundlich für Sichel. "Heinrich, bist du da?" fragte Christian ins Dunkel hinein. "Ja. könnt ihr aufstehen? Holt die Fackel vor dem Tor. Ich habe die in den Ring gesteckt. Und dann befreit erst mal den Hund, bevor er den Kerl, der mit ihm jetzt im Netz festhängt, noch ganz frisst."

 

Die Fackel erleuchtete etwas den Stall. Am Eingang lag ein Mann gekrümmt am Boden, ein paar Schritte weiter war in einem Knäul aus Netz ein Mann mit einem Hund gefangen. Das Knäul zappelte heftig, da der schwarz Hund verzweifelt, versuchte sich zu befreien. Und vor Heinrich am Boden lag jemand auf dem Rücken, der krampfhaft versuchte zu atmen und einem Schmerz zu entgehen, der in seinem Kopf war.

 

Christian befreite den Hund aus seiner verzweifelten Lage und wickelte Bodo noch etwas fester ins Netz ein. Der Hund zeigte überschwänglich seine Dankbarkeit und zwang Christian, ihn zu streicheln. Der Mann ihm Netz strömte einen sehr unangenehmen Geruch aus. Offensichtlich hatte er sämtlich Ausscheidungsorgane entleert.

 

Lorentz saß mit der Fackel am Eingang zum Stall auf dem Boden und musste immer wieder husten. Otto hatte sich neben ihn gesetzt, nahm ihm die Fackel ab und drückte ihn tröstend fest an sich.

 

Dann kamen auch die anderen Bewohner und Gäste des Hauses. Der Stadtvogt hatte sich über den nackten Oberkörper eine Decke geworfen und stand mitten im Hof mit einer Fackel in der Hand. Constanze eilte zu ihrem Sohn, der stand vollkommen gelassen und ruhig da, kraulte den Hund und wie es schien, hatte er nicht begriffen, was da gerade geschehen war. Als ihn seine Mutter in den Arm nehmen wollte, musste sie ihn auffangen, da er in diesem Moment weinend auf die Knie fiel. Der Hund blieb still neben ihm stehen.

 

Für den Vogt und seine drei Knechte gab es nicht mehr viel zu tun. Sie sahen sofort, was geschehen war und nahmen die drei unbekannten Eindringlinge in Gewahrsam. So blutend und stinkend wie sie waren, wurden sie in den Kellerraum der Vogtei gebracht, der für solche Fälle hergerichtet war. Dunkel, kalt und mit Haken an den Wänden und mit einer festen Tür versehen, war es das Gefängnis der Vogtei. In diesem Kellerloch waren bereits drei andere Gefangene, die auf ihren Prozess wegen Diebstahl und gotteslästerlichem Verhalten warteten. Und wie man das kannte, konnte das Warten sehr lange andauern.

 

Als der Vogt wieder im Hof war, fragte er Heinrich und Otto, ob jemand ernsthaft zu Schaden gekommen sei. Otto verneinte, denn bis auf die paar dunkelroten Flecken am Hals von Lorentz war niemand verletzt worden. "Was haben die hier gesucht?" wollte der Vogt noch wissen. "Habt ihr Handelswaren oder irgendetwas Wertvolles bei euch, dass sich gleich drei von diesen Marodeuren hier eindringen wollten?" Heinrich schob Otto sanft zur Seite, um dem Vogt zu antworten. "Ja und nein, aber das sollten wir morgen früh besprechen. Wir sind alle müde und es ist kalt. Morgen nach dem Frühstück und der Messe wollen wir euch gerne sagen, was die Räuber vielleicht gesucht haben könnten." Heinrich sprach sehr leise dabei, als ob niemand anderer als sein Gegenüber ihn verstehen sollte. Dann drehte er sich um, zog die beiden Jungen hinter sich her und ging mit ihnen in den Stall.

 

Alle anderen gingen ebenfalls wieder zu ihren Schlafplätzen und dann war wieder Ruhe in der Vogtei aber keiner fand noch Schlaf nach dieser Aufregung - außer dem großen schwarzen Hund.

 

13. Januar 1216 am frühen Morgen in der Vogtei

 

Am nächsten Morgen fanden sich alle Bewohner des Hauses im großen Amtszimmer des Vogtes ein. Das Frühstück bestand wie so oft aus Grütze mit etwas getrockneten Früchten, heißem, verdünntem und gewürztem Wein oder Wasser aus dem Brunnen.

 

Danach gingen Heinrich, Otto und der Vogt hinaus auf den Hof zum Wagen. Heinrich schob die alten Decken, die ihr Gepäck und die Waffen verdeckten, nach hinten. "Das ist es, was sie vielleicht gesucht haben. Einen Teil davon wollten wir verkaufen, denn wir brauchen keine zehn Schwerter oder sechs Lanzen. Auch einen Teil der Armbrüste werden wir gerne für ein paar Silberlingen verkaufen oder gegen für Nützliches eintauschen. Wir haben auch noch fünf Pferde, die wir gerne abgeben würden. Alles haben wir erworben, entweder im Kampf oder auch gekauft. Diese Dinge gehören uns und sind nicht gestohlen. Woher sie wussten, was da auf dem Wagen ist, bleibt mir ein Rätsel. Denn einfach so, ohne etwas zu wissen, dringen die doch nicht bei euch in die Vogtei ein?" Der Vogt nickte und man sah ihm an, dass er sehr wütend wurde. "Da könntet ihr recht haben und mich interessiert es auch, wer hier spioniert hat und uns diese Bande ins Haus gebracht hat. Aber ich denke, dass wir das von den dreien im Keller erfahren werden. Man wird sie auch etwas zwicken müssen, wenn sie sich verstockt geben, aber da habe ich den richtigen Mann dafür. Der bringt jeden zum Reden, auch Stumme." Dann rief er nach einem seiner Knappen, dass man die drei Gefangenen von heute Nacht in die Waffenkammer bringen solle. Heinrich folgte dem Vogt zur Waffenkammer, denn den Weg dorthin kannte er nicht. Er konnte sich auch nicht daran erinnern, dass er die Tür zu so einem Raum gesehen hatte. Die Waffenkammer lag auf der anderen Seite des Amtszimmers, war aber nur durch die Küche im Untergeschoss zu erreichen. Heinrich wunderte sich über die Anordnung der Räume, wollte aber keine Frage dazu stellen. "Herr von Olsen, ich sehe, dass sie sich etwas verwundert umschauen. Wir sind nicht mehr im Gebäude der Vogtei, sondern im Nachbarhaus. Das war das Haus meines Vaters und als ich Vogt wurde und dieses Haus für mein Amt bekam, habe ich den Durchbruch zu dem Gebäude schaffen lassen. Die Existenz dieser Waffenkammer kennen nur wenige Menschen und so soll es auch bleiben. Wer hier hereingebracht wird, ist entweder für immer mein Freund oder tot. Und ihr seid sicher ein Freund und ich möchte, dass ihr hier wieder lebend hinausgeht." Die Stimme des Vogtes hatte ihren bisherigen tumben Ton verloren. Hart und selbstbewusst hatte er jedes Wort gesagt und dabei Heinrich genau im Auge behalten. "Die Waffen und einige andere Dinge habt ihr den Leuten des Bischofs von Hildesheim abgenommen. Ich weiß davon, also müssen wir uns nicht länger darüber unterhalten. Hildesheim ist eine Stadt des Löwen. Heinrich der Löwe, der Stauferverächter. Und ich bin ein Mann der Staufer und die drei Männer die ihr heute Nacht niedergemacht habt, waren Männer des Löwen. Das waren keine marodierenden ehemaligen Söldner. Aber das sollen sie uns selbst erzählen, wenn sie hier sind." Kaum hatte er seine kleine Ansprache beendet, wurden die drei gebracht. Sie schleppten sich herein, denn ihre Verletzungen und die Fesseln hinderten sie daran, aufrecht  und ohne Hilfe zu gehen. Hinter den Knechten und Gefangenen betrat ein kleiner unscheinbarer Mann den Raum. "Aha Meister Zange ist auch schon hier. Ihr habt geahnt, dass es Arbeit für euch gibt. Ich hoffe es geht schnell, denn ich habe nicht vor, mich mit den Dreien allzu lange zu beschäftigen. Ihr seid darüber informiert worden, was wir wissen wollen? Beginnt sofort mit der Befragung. Ich will das Gold meines Herren nicht verschwenden und drei nutzlose Gesellen lange in meinem Haus verköstigen." Der Mann nickte nur kurz, ging auf den Mann zu, der mit dem schwarzen Hund im Netz gefangen war. Die Bisswunden an seinen Händen und an der rechten Schulter waren deutlich zu sehen und dass der Mann Schmerzen hatte, war ihm ebenfalls an zu sehen. Man hatte ihn von seiner stinkenden Kleidung befreit und ihn mit einem Lendentuch bekleidet. Mehr hatte der Mann an Kleidung nicht erhalten. Meister Zange nahm sich diesen Gesellen als ersten vor. "Deinen Namen und deinen Auftrag hätte ich gerne von dir gewusst." Die Stimme passte nicht zu seinem unscheinbaren Aussehen. Tief und sehr eindringlich klang sie. Der Mann schüttelte den Kopf. "Ich kann euch nichts sagen, weil ich nichts weiß." Kaum waren die Worte gesprochen, packte Zange mit der rechten Hand den Mann am Hals und drückte mit seiner Hand auf den Boden hinunter. Offensichtlich hatte Meister Zange keine Mühe damit. Der Gepeinigte versuchte zu schreien, aber es gelang ihm nicht. Als die Hand sich von seinem Hals löste, hustete das Opfer des Angriffs heftig und wie es schien, konnte er nicht richtig atmen. Zuckend und strampelnd warf er sich auf den Boden. Und schon war Meister Zange beim nächsten und stellte ihm die gleiche Frage. Der Blick dieses Mannes war nun voller Panik und Verwunderung über das, war mit seinem Kumpanen gerade passiert war. Hatte er Daumenschrauben, Peitschenhiebe oder auch eine Feuerzange erwartet, so war es einfach nur eine kräftige Hand, die offensichtlich einem Menschen unsagbare Schmerzen bereiten konnte. Ihm war klar, wenn er nicht antwortete, erwartete ihn ein ähnliches Schicksal. Man hatte ihn schon auf einiges vorbereitet, nicht aber auf das, was er nun sah. Der Mann am Boden schäumte aus dem Mund, seine Augen weitete sich immer mehr und die Schmerzen mussten unmenschlich sein, denn er krümmte sich trotz der Fesseln immer mehr. Die Fesseln schnitten im bereits so tief in die Haut, dass er blutete und trotzdem zerrte der Gepeinigte immer mehr daran. "Soll ich dich auch am Holz liebkosen oder möchtest du mit mir reden?" Die paar Worte von Meister Zange genügten, um ihn aus seiner Erstarrung zu lösen. "Ich bin Hannes Walkers und einer der Schreiber des Bürgermeisters von Hildesheim. Wir würden geschickt, um zu erkunden was hier im Ort passiert. Wir haben uns gewundert, dass ein paar Leute mit so vielen Pferden im tiefsten Winter und bei der Kälte hierher gereist sind. Wir wollten ergründen, was denn auf dem Wagen ist. Zudem habe ich Lorentz erkannt und die junge Frau Marta. Wir wollten nachschauen, was auf dem Wagen ist und entweder Lorentz oder Marta entführen und befragen, was sie hier machen. Wir haben gesehen, dass sie hier bei Euch sind." Der Mann atmete schwer und mit jedem Wort geriet er mehr in Panik."Wenn ich euch alles erzähle, lasst ihr mich gehen? Ich werde nicht mehr nach Hildesheim zurückkehren, wenn ihr mir das befehlt." Meister Zange schaute kurz über seine Schulter nach hinten zum Vogt, der nickte nur und Meister Zange antwortete Walkers. "Du musst nicht mehr nach Hildesheim zurück, das kann ich dir zusichern. Du wirst hier eine neue Heimat finden, wenn du uns alles berichtest, was wir von dir wissen wollen. Wer sind die beiden anderen und was sollten sie hier machen?" Hannes Walkers war offensichtlich erleichtert, da er nicht mit dem Tode bedroht wurde, sondern hier bleiben durfte. " Der am Boden ist Matheo aus Mailand. Er wurde von den Lombarden hierher geschickt, um Briefe an den Bürgermeister zu überbringen. Er hat sich mir angeschlossen, als ich in Goslar war, um dort die Nachrichten aus Italien für meinen Herrn in Empfang zu nehmen. Er kann sehr gut mit dem Messer umgehen, das war nützlich für meine weiteren Aufgaben. Ich sollte einen Herrn von Blau zum Schweigen bringen und wir waren auf dem Weg zu dem Mann, als ich mich am Fuß verletzt habe und nicht weiterreisen konnte. Und der neben mir ist Bernardo. Mein ständiger Begleiter und wenn ihr wollt mein Leibwächter. Er ist ein guter Handwerker, kann lautlos Türen öffnen, Schränke und Truhen lautlos durchwühlen und ist in der Lage, keine Spuren dabei zu hinterlassen. Zudem ist er ein guter Kletterer. Er ist über die Mauer hinter dem Stall geklettert und hat uns die kleine Seitentüre geöffnet und das ohne ein Geräusch zu machen. Wenn der blöde Hund nicht gewesen wäre, dann hätten wir unser Ziel wohl erreicht." Meister Zange nickte freundlich, tätschelte dem Mann die Wangen und fragte weiter. "Wo sind die Briefe und Nachrichten der Lombarden? Und habt ihr schon eine Nachricht nach Hildesheim geschickt? Und habt ihr noch mehr Leute hier oder seid nur ihr drei im Auftrag des Hildesheimers hier?" Etwas entspannter antwortete Walkers. " Die Briefe sind in unserem Quartier beim Brunnenwirt in meinem Reisesack. Wir waren zu dritt, mehr sind nicht hier. Wenn wir hier das erledigt hätten, was wir machen wollten, dann wären wir nach Hildesheim gereist, deshalb habe ich keine Nachricht dorthin geschickt." Zufrieden nickte Meister Zange und wandte sich dann zu dem am Boden liegenden Matheo, der sich nicht mehr rührte. Man sah nur, dass er nun sehr flach atmete und offensichtlich in eine Art Tiefschlaf verfallen war. Bernardo hatte bisher geschwiegen, er war einfach froh, bisher keine Qualen erleiden zu müssen. "Hast du dem etwas hinzuzufügen? Hat Hannes etwas vergessen?" Die Frage von Zange traf ihn wie eine Ohrfeige. Bernardo hatte gehofft, dass man ihm keine Beachtung schenken würde und nun war er auf einmal der Befragte. Er schüttelte den Kopf und kleinlaut antwortete er. "Nein ich habe nichts dazu zu sagen. Ich führe nur das an Aufgaben durch, was mir Hannes sagt. Um mehr kümmere ich mich nicht. Das würde mich auch davon abhalten, ordentlich was zu trinken. Er denkt für mich, das reicht doch."

 

Der Vogt beauftragte eines der Knechte die Zimmer beim Brunnenwirt zu untersuchen. Eigentlich lautete der Name des Gasthofes „Zum vollen Fass“ - da der Wirt aber den Wein mit reichlich Wasser vermischte, sagten alle am Ort nur noch zum Brunnenwirt, wenn man nach der Schenke fragte.

 

Meister Zange holte sich einen Hocker und setzte sich gegenüber den dreien und schaut sie sich in Ruhe an. Auch Heinrich und der Vogt setzten sich und unterhielten sich leise über das, was sie gehört hatten. War das glaubwürdig, was ihnen der Hannes erzählt hatte? Ein Spion hier im Ort.? Was für  ein Spiel trieb der Bürgermeister hier, dass er sogar Briefe aus der Lombardei bekam? War der Bischof auch daran beteiligt? Und warum sollte der Herr von Blau beseitigt werden? Gut, diese Aufgabe hatten schon ein paar andere Männer des Bürgermeisters erledigt, aber einen Schreiber mit solchen Aufgaben zu betrauen war nicht gerade klug. Oder war das gar kein Schreiber? Heinrich stand auf und schaute sich die Hände des Mannes an. Trotz der Verletzungen und des Schmutzes konnte er erkennen, dass es keine Hände eines Handwerkers oder Kriegers waren. Das konnten Hände eines Schreibers sein. Und was Heinrich noch interessierte, war die Namensgebung von Meister Zange, warum wurde der Mann so genannt? 

 

Otto war die ganze Zeit schweigend am Eingang zur Waffenkammer gestanden. Was geschah hier gerade? Anstatt  Antworten zu bekommen, die ihn klüger gemacht hätten, waren nun noch mehr Fragen offen. Eines war ihm auch wieder klar geworden, er war mal wieder eine Schachfigur im Spiel der Könige. Unterhaltsam für den Adel, aber eigentlich sinnlos für ihn selbst. Was für eine Aufgabe hatte ihm das Schicksal denn zugedacht, sollte er hier erfüllen. War er nicht auch ein Schreiber und Sammler von Wissen? Mehr wollte er doch nicht sein.  

 

Fortsetzung folgt