Kapitel 17

15. Januar 1216 Blauzahnsiedlung im Morgengrauen

 

Nach dem Vorfall vom Tage vorher beschloss man, Tag und Nacht eine bewaffnete Wache im Torhaus aufzustellen und alle Tore vorläufig geschlossen zu halten. Lars schickte Boten zum Gutshof und zur Bucht, um alle zu warnen, dass entweder jemand aus Visby oder einfach Räuber unterwegs waren. Er und Jan Sternenkenner ritten dann nach Visby. Sie wollten prüfen, ob jemand diese Wegelagerer kannte oder ob sogar jemand diese Leute ausgeschickt hatte.

 

Schon kurz vor Visby begegneten sie einigen Kaufleuten, die gut bewaffnet auf dem Weg nach Väskinde waren. Dort hatten sie Stallungen für Schafe und auch Handelswaren gelagert. Sie hatten gehört, dass sich marodierende Söldner auf der Insel befinden würden. Sie sollten zuerst die Ostküste und nun die Westküste etwas nördlich von Visby unsicher machen. Gestern seien ihnen ein paar Reiter ohne Hosen weit außerhalb von Visby gemeldet worden. Nach dem was man bisher wisse, seien es zwei Langboote mit Söldnern. Sie lagerten wahrscheinlich in der Bucht von Slite. Pferde und Lebensmittel waren ihnen durch ihre Raubzüge an der Küste in die Hände gefallen.

 

Lars und Jan ritten weiter in die Stadt. Auf dem Markt trafen sie einige Bürger und Kaufleute, die sich aufgebracht unterhielten. Grund für diese laut geführten Gespräche waren Seeräuber, die ein paar Fischerdörfer und Gutshöfe überfallen hatten. Verwunderlich war daran, dass es ausgerechnet um diese Jahreszeit passierte. Im tiefsten Winter, wo man eigentlich zu Hause am warmen Herdfeuer sitzen sollte. Einer der Händler meinte, dass in Norwegen und Schweden eine Hungersnot herrschen würde und dass man dort nichts mehr rauben konnte. Lars und Jan schwiegen dazu, wussten sie es doch besser. Mathias junge Gattin Merit hatte genug Vorräte mitgebracht, so dass sie nicht annahmen, dass es eine Hungersnot an der Küste geben würde. Was sie allerdings aufhorchen ließ, war die Bemerkung dieses Kaufmanns, dass man gesehen habe, dass auf den Schiffen sehr viele junge Krieger waren. Ältere Krieger würden die meist an den Ruderbänken sitzen, jüngeren aufpassen. Ein anderer Kaufmann, offensichtlich einer aus Nowgorod, forderte vom Bürgermeister, dass man Bewaffnete ausschicken sollte, um diese Gefahr zu beseitigen. Der winkte ab. "Leute es ist Winter und da führt man keinen Krieg, auch keinen gegen Räuberbanden. Ich müsste beim König um Erlaubnis fragen, ob wir eine bewaffnete Streitmacht aufstellen dürfen. Und wer fährt im Winter übers Meer und weiß jemand, wo der König ist?" Lars und Jan war klar, dass der Bürgermeister einfach nichts tun wollte. Er war ein Feigling und versuchte nur, seine persönlichen Vorteile zu sichern. Also mussten die Kaufleute selbst tätig werden. Lars und Jan gingen zum Deutschen Viertel und suchten den Handelsmeister. Michael von Dornekamp war ein älterer und besonnener Mann, der schon lange die Deutschen Händler in seinem Hause beherbergte und auch ein paar Lagerräume hatte. Er empfing die beiden mit etwas säuerlicher Miene. Hatte er doch gerade erfahren, dass ein paar seiner Weinfässer zerschlagen worden waren und der Wein nun auf dem Boden und der Gasse langsam gefror. Irgendjemand hatte versucht, drei Fässer aus einem der Lagerhäuser zu rauben und hatte dabei die Fässer so beschädigt, dass der Wein ausgelaufen war. Bisher konnte noch kein Schuldiger gefunden werden. Aber der Schaden war beträchtlich und er war sehr verärgert. In seinem Ärger hatte er einen seiner Knechte, die das Lagerhaus bewachen sollten, ordentlich mit dem Stock bearbeitet. Der arme Jungen saß auf dem Boden - mit blutiger Nase und Verletzungen an den Händen - als Lars und Jan zu Herrn von Dornekamp geführt wurden.

 

Seine Wut war verrauscht und er forderte den Jungen auf, sich zu waschen und in der Küche einen Becher Milch geben zu lassen.

 

Sie stellten sich gegenseitig vor und Michael von Dornekamp forderte seine Besucher auf, sich zu setzen. Jan erzählte dem Deutschen, was sie gehört hatten und was gestern ihren Leuten im Wald beim Holzholen passiert war. "Ja der Bürgermeister. Seit der Sache mit den falschen Königsleuten ist er mehr als nur verunsichert. Er war schon immer feige und nun ist er auch noch übervorsichtig geworden. Gestern soll er einen Brief vom König bekommen haben, der ihm beim Lesen einen riesigen Schrecken bereitet hat. Keiner kennt den Inhalt und vor allem keiner weiß, wie der Brief im Winter zu ihm gelangt sein kann. Ist mir auch alles egal. Ich fürchte ebenfalls, dass sich hier auf der Insel eine Räuberbande befindet. Vor allem habe ich erfahren, dass es einhundert oder sogar mehr Mannen sein sollen. Das ist eine Gefahr für uns alle, vor allem wenn es Frühling wird und die mit ihren Langbooten auf dem Meer unsere Schiffe aufhalten können."  Herr von Dornekamp überlegte, ob er noch mehr zu sagen hatte, entschloss sich dann aber, seine Gäste reden zu lassen. Vorher rief er aber nach einem Krug Wein und drei Bechern. Der geschundene Junge kam zitternd herein und brachte den Krug und die Becher.

 

Lars richtete nun seine Worte sehr vorsichtig an den Kaufmann. "Was habt ihr vor? Oder habt ihr noch nicht mit euren Kaufmannkollegen gesprochen. Die Nowgoroder Rus scheinen sich auch nicht damit abfinden zu wollen, dass sie im Frühjahr ausgeraubt werden könnten. Habt ihr keine Wachmannschaft?" Der Kaufmann nickte. "Doch ich habe fünf Kämpfer und die Nowgoroder haben gut acht Söldner. Ein paar kräftige Knechte haben wir alle und die zwanzig Leute von meinen Schiffen, auf die könnte ich auch zählen. Die Schweden in ihrem Quartier haben auch ein paar Leute, die sicher mit Knüppeln und Schwert umgehen könnten. Was uns fehlt ist jemand, der die Leute anführt. Und wir wissen nicht genau, wo sich die Bande herumtreibt. Auf die Stadtwache können wir nicht zählen, die will der Bürgermeister nicht aus der Stadt lassen. Die sollen die Stadt beschützen. Das ist sicher richtig und auch nicht. Die Leute müssen die Zölle und Steuern eintreiben, sonst können die nichts. Halt, das stimmt nicht. Saufen können die auch sehr gut und ein paar der Mägde haben sich auch schon über die beschwert. Aber dagegen sind wir leider machtlos."

 

Lars dachte nach. Er sah ein große Gefahr darin, dass sich so eine große Räuberbande oder Seeräuber auf der Insel festsetzen konnte. Er schaute Jan an, dann den Kaufmann. "Wir könnten auch ein paar Kämpfer mitbringen. Vor allem Leute, die sehr gut mit dem Bogen oder der Armbrust umgehen können. Ich werde ein paar Boten durchs Land südlich und östlich von hier schicken, könnt ihr den Norden und den Westen auskundschaften?" Der Kaufmann nickte sofort. "Das kann ich. Sind wir damit verbündete in dieser Sache?" Lars und Michael reichten sich die Hand, wusste er doch, dass bei den Deutschen der Handschlag mit einem Kaufmann wie ein besiegelter Vertrag galt. 

 

Im Gehen sagte Lars noch. "Es ist Winter und es wird dauern, bis wir die Kerle aufgespürt haben. Wir treffen uns in acht Tagen wieder. Ihr sprecht mit den euren und ich mit meinen Leuten."

 

Lars und Jan gingen ein Stück des Weges schweigend dahin. Bis Jan das Schweigen brach. "Der Wein war nicht besonders gut. Sauer und dazu noch dünn. Aber das ist nicht das, was ich für wichtig halte. Du willst also in den Krieg ziehen. Mit wem willst du das tun? Wenn ich das so rechne, haben wir eine Streitmacht bei den Kaufleuten von vielleicht vierzig Leuten zu rechnen, davon sind wahrscheinlich fünfzehn, die mit Waffen umgehen können. Und wir? Willst du die Söldner einsetzen, die wir in unserer Bucht im Turm sitzen haben? Und dann noch wir selbst. Wir können, wenn wir alles riskieren, auch noch gut zwanzig Leute mit Waffen aufbringen. Die Neuen, die Mathias mitgebracht hat, kennen wir zu wenig. Sind da auch ein paar Kämpfer mit dabei?" Lars ging ohne zu antworten voran. Als sie die Pferde holten und aus der Stadt ritten sprach Lars endlich. "Ich bin vorsichtig. Vielleicht haben diese Kerle Augen und Ohren ist der Stadt. Und zu deinen Fragen mein Freund. Ja wir ziehen in den Krieg. Man hat uns überfallen und Gott sei Dank ist nichts Schlimmes passiert. Aber so eine große Horde mit Waffen muss man kontrollieren. Denn wenn die ihr Gewerbe erfolgreich weiter betreiben, lockt das andere an. Und dann stehen wir eines Tages einer noch größeren Bande gegenüber. Es ist mehr als nur tragisch, dass es Winter ist. Wenn wir warten bis es Frühling ist, haben die sich noch mehr geholt und bald leidet die Bevölkerung Not. Wir sollten das noch heute im Rat besprechen."

 

Und es wurde besprochen, und ohne Ausnahme stimmt alle dafür, dass man dieser Gefahr begegnen musste. Alle Waffen sollten überprüft werden und am kommenden Morgen wurden weitere Boten zur Bucht und zum Gutshof beschickt.

 

16. Januar 1216 später Nachmittag in der Blauzahnsiedlung

 

Claus von Olsen war mit einem der Söldner gekommen. Er meinte zu wissen, wer diese Leute waren. "Wir haben vor sechs Jahren gegen ein paar Seeräuber gekämpft. Die kamen aus Norwegen und haben die Küste rund um Kalmar auf dem Festland geplündert. Vor allem wurden die Kaufleute beraubt. Wir haben sie an der Nordspitze von Öland erwischt und konnten von den vier Langbooten zwei auf den Meeresboden schicken und zwei sind uns entwischt. Sie mussten große Verluste an Mannen hinnehmen. Wir haben dann gehört, dass sie nun seit zwei Jahren die Küste bei den Litauern unsicher machen. Dabei sollen sie einige junge Burschen entführt haben, um ihre Reihen an den Rudern wieder aufzufüllen." Der Mann dachte nach und dann sprach er weiter. "Die Schiffe gehörten einem Jarl der Norweger. Den Namen habe ich vergessen. Aber die Krieger waren unzufrieden, weil der Jarl sich mit den Franken verbündet hatte und die verjagten sie einfach ohne Bezahlung und Beute, nachdem man sie nicht mehr brauchte. In der Heimat wurden sie verspottet und sie sind dann mit den Langbooten einfach davongefahren." Lars dachte nach und fragte weiter. "Wie viele Kämpfer sind denn damals entkommen? Und wie groß waren die beiden Langboote denn?" Der Mann dachte nach. "Das eine war eines mit dreißig Ruderplätzen auf jeder Seite und wie ich mich erinnere, waren da noch auf jeder Seite vielleicht zehn Männer, denn die Höllegard, so war der Name des Schiffes, musste alle Verletzten aufnehmen. Die Toten hatte sie über Bord geworfen. Nackt und ohne Waffen. Das andere Schiff war eher ein Knorr und mit zwanzig Mann besetzt. Auf der Knorr befand sich die ganze Beute. Damals kam Nebel auf, deshalb konnten wir sie nicht verfolgen. Ich kann nicht sagen, wie viele der Verletzten geheilt werden konnten, aber so wie wir gekämpft hatten, glaube ich nicht, dass das viele überlebt haben." Als Dank bekam der Mann einen Becher Wein und ein Stück Käse und durfte sich ans Feuer setzten.

 

"Claus von Olsen, wie schätzt du die Loyalität dieser Söldner ein? Können wir ihnen trauen und werden sie für uns kämpfen?" Claus lächelte, schaute sich um und gab dann seine Antwort. "Glaube mir eines, die sind froh, bei uns zu sein. Hier eine Heimat gefunden zu haben und am Leben zu sein. Sie arbeiten hart ohne zu murren, sind genügsam und ein paar davon sind sogar Christen. Sie sind mir gegenüber loyal und ich denke auch der Blauzahnsiedlung. Keiner von ihnen will nach Hause, alle wollen hier bleiben. Zwei von ihnen trinken etwas zu viel, aber die anderen schauen drauf, dass da nichts passiert. Und es sind wirkliche Kämpfer. Ich habe sie mit scharfen Waffen getestet. In der Linie hinter den Schilden und auch als Einzelkämpfer sind sie zu gebrauchen. Aber was ich festgestellt habe, einige sind Bauern und Kämpfer. Die Vorratsfässer, die wir aus Schweden bekommen haben, verstehen sie richtig zu lagern und alles wird genau begutachtet. Sie haben bei uns eine neue Heimat gefunden." Lars war noch immer skeptisch. "Gab es schon mal Ärger mit den Fischern oder anderen Leuten?" fragte Lars Claus von Olsen und schaute ihm dabei sehr tief in die Augen. "Ja, die beiden Trinker haben versucht, ein Mädchen eines Fischers zu vergewaltigen. Die anderen haben sie davon abgehalten und so verprügelt, dass beide drei Tage nichts essen konnten und seitdem sehr vorsichtig sind. Sie mussten zur Strafe alleine auf dem Turm schlafen. Es war zwar bitterkalt, aber sie bekamen dicke Decken, damit sie nicht erfrieren. Das hat sie beide gekühlt und hoffentlich auch geheilt. Und zur weiteren Strafe mussten sie die Hütte des Fischers reparieren. Das hat mir den Respekt der Dorfgemeinschaft eingebracht und allen meinen Leuten gezeigt, dass wir Gerechtigkeit walten lassen." Kurz stoppte Claus und sprach dann weiter. "Die Christen unter ihnen beten mit mir jeden Morgen und diese Heiden, diese Tor -und Wotananhänger sitzen dabei schweigend hinter uns. Es klappt gut, am Anfang haben die noch laut gelästert, jetzt kehrt Ruhe ein."

 

Damit hatten sie also schon vierzehn Kämpfer. Claus von Olsen, seine drei Sergeanten, die zehn Söldner. Mathias Frau wollte drei ihrer Leute mit dazugesellen. Der Riese und zwei Knappen ihres getöteten Vaters. Und von der Blauzahnsiedlung wollten acht Frauen und acht der Männer an dem Kriegszug teilnehmen.

 

Am kommenden Morgen wurden nochmals zwei Männer losgeschickt, um Spuren der Piraten zu suchen.

 

14. Januar 1216  Brendas Dorf   

 

Askold schleppte den blutenden und ohnmächtigen Söldner aus der Hütte, wo ihn Peter gerade verhört hatte. Das Gesicht war rot und blau und eine Hand war mit einem blutigen Lappen verbunden. Er schleppte den Mann an Namenlos und dem Mädchen vorbei. Da sahen sie Peter unter der Tür, wie er ein Bündel hinter Askold herwarf. Es landete vor den Füßen der beiden Frauen. Da lag nun das Stoffbündel und drei abgeschnittene Finger kullerten denen vor die Füße. Namenlos schlug sich die Hände vor den Mund und das Mädchen begann hemmungslos zu weinen.

 

Peter winkte ungehalten und die Frauen folgten ihm zitternd in die Hütte. "Lege deine Hand auf den Tisch. Heute schneide ich dir nur zwei Finger ab, wenn du nicht redest. Und dann jeden Tag wieder einen, bis du keinen Finger mehr hast, dann kommen die Zehen dran. Das mache ich so lange bis du redest oder tot bist. Also lege jetzt die Hand auf den Tisch oder muss ich dich erst schlagen?" Das Mädchen fiel vor Peter auf die Knie und hob bittend die Hände. "Ich werde reden. Nicht die Finger abhacken. Ich rede." Peter und die Namenlose warteten, bis sich das Mädchen beruhigt hatte, dann setzte Namenlos sie auf den wackligen Hocker und forderte sie auf, jetzt zu sprechen.

 

"Mein Name ist Cristina. Mein Vater ist Jakob von Bärental. Als meine Mutter vor Jahren starb, nahm mein Vater mich und meinen Bruder mit auf seine Reisen. Wir hatten zwar eine kleine Burg bei Bärental, aber Vater vertraute dem Vogt nicht sonderlich. Also nahm er uns mit, was er nicht durfte. Denn eigentlich war er im Auftrag der Staufer unterwegs und Friedrich erlaubte das nicht, denn mein Vater sollte einen Händler darstellen und Händler nahmen keine Kinder mit auf ihre Reisen. Er war aber kein Händler, er war Berichterstatter und Kundschafter für den Staufer. Im Herbst waren wir unterwegs zum König der Schweden, aber vor dieser Insel erlitten wir Schiffbruch und mussten uns aufs Land retten. Wir konnten vieles von dem Schiff retten, das noch tagelang auf einem Felsen hing, aber nun waren wir hier auf diesem Eiland. Um mich zu schützen, musste ich mich schon auf dem Schiff kleiden wie mein Bruder und sah bald aus wie ein Junge. Niemand vermutete, dass ich ein Mädchen bin. Vor Wochen wurde das Dorf, wo wir Unterkunft gefunden hatten, überfallen. Unsere Knechte tötete man, meinen Vater habe ich seit diesem Tag nicht mehr gesehen. Meinen Bruder und mich nahmen die Bewaffneten mit und dazu unsere ganzen Sachen. Vater hatte vorsichtshalber alle Dokumente für den Staufer vergraben, deshalb wussten sie nicht, wer wir waren. Ich wurde Pferdeknecht und Wasserträger und mein Bruder wurde an die Waffen gewöhnt. Dieses Mal sollte ich nicht nur auf die Pferde achten, man wollte, dass ich jemanden töten sollte. Wenn ich das nicht tun würde, so sagte einer der Waffenmänner, würde man mich auskleiden und auspeitschen und mein Bruder und ich sollte dann nur noch die halbe Ration zu essen bekommen. Dann hätte meine Verkleidung als Junge nichts mehr genützt und was dann geschehen würde, daran wollte ich nicht denken. Und meinem Bruder zuzumuten, dass er nur noch die Hälfte zu essen bekommen sollte? Es war schon immer sehr wenig gewesen." Peters Gesichtsausdruck wurde freundlich. Er legte die Haltung des Folterers ab und das Erstaunen war ihm anzusehen.  Sollte dieses Mädchen eine Verwandte von ihm sein? Ihr Vater ein Agent der Staufer? Was suchte der hier auf die Insel? Und warum war sie hier?

 

"Wie alt bist du? Und wo liegt das Bärental, wo bist du geboren und wer ist dein Vater wirklich?"

 

Cristina schaute Peter verwundert an. Seine Stimme klang auf einmal sehr freundlich. Sie verlor langsam die Angst, denn Peter legte das Schwert aus der Hand und setzte sich auf einen Schemel gegenüber von ihr. Auch die Namenlose entspannte sich sichtlich, legte ihre Hand auf Cristinas Schulter und flüsterte ihr ins Ohr. "Jetzt wird alles gut, sei ehrlich zu ihm und verschweige nichts."

 

 

 

Fortsetzung folgt