Kapitel 12

4. Januar 1216 - Rheden -  lange noch vor der Mittagszeit

 

Constanze von Breitenbach und ihre Tochter saßen auf dem Brett, das ihnen als Bock auf dem Wagen diente, die Zügel in den Händen - Christian saß dahinter. Der Junge hatte das Pferd angespannt und den Wagen beladen. Otto und Heinrich sattelten ihre Pferde und waren auch bald bereit, um ihre Weiterreise anzutreten. Eigentlich wollten sie nach Alvelde weiterziehen, aber die Verbindungen nach Hildesheim und den dortigen Kirchenoberen war einfach zu gefährlich für sie. Also würden sie etwas abseits der verschneiten Wege sich eine Bleibe suchen müssen oder sogar im Freien übernachten. Gandersheim war ihr nächstes Ziel. Es war zwar sehr kalt, aber die Wege schienen frei zu sein, denn ein Händler war kurz vor ihrer Abreise aus Einbeck angekommen - er hatte die Strecke unbeschadet in drei Tagen geschafft.

 

Unbeobachtet verließen sie Rheden und konnten noch eine gewisse Zeit einem freien Weg folgen. Der Herr von Blau hatte ihnen eine sehr genaue Wegbeschreibung gegeben, sodass sie sich trotz der zugeschneiten Wege ihren Pfad finden konnten, der ihnen eine einigermaßen sichere Reise bot.

 

Leider mussten sie schon gegen Mittag eine Pause einlegen, da der Wagen zu oft aus Löchern gezogen werden musste und das Zugpferd erschöpft war. Kaum hatten sie das Pferd ausgespannt, entdeckten sie weit hinter sich auf dem Wege, den sie gekommen waren, zwei Reiter und ein Pferd ohne Reiter. Sie schienen ihnen gefolgt zu sein. Marta und ihre Mutter holten die Bögen vor und legten Pfeile auf, ohne die Bögen zu spannen. Heinrich zog sein Schwert und schob es dann sofort wieder in die Scheide zurück. " Legt die Waffen beiseite, das ist niemand, der uns schaden will. Herr von Blau mit seiner Gemahlin ist das. Ich erkenne ihn und sein Pferd." Als die beiden Reiter noch dreißig Schritte entfernt waren, erkannten auch die anderen den alten Ritter mit seiner jungen Frau. 

 

Offensichtlich hatten sie viel Gepäck dabei, denn ihre Reitpferde und das dritte Pferd waren gut mit Säcken und Satteltaschen bepackt. "Wir mussten fliehen. Aus Hildesheim kamen Reiter, die nach euch suchten. Es waren gut ein Dutzend Bewaffnete, die unter dem Banner der Stadtwache und des Bischofs ritten. Die Dorfgemeinschaft gab ihnen keine Auskunft, weil sie nichts wussten oder es einfach nicht sagen wollten. Ich konnte das alles beobachten, aber als sie anfingen den Dorfältesten mit einer Rute zu schlagen, wusste ich, dass irgendwann einer zu reden anfangen würde. Also packten wir unsere Habe zusammen, sattelten die Pferde und ritten los. Vorher zündeten wir unseren Hof an und ließen die Tiere frei. Das wird sie einige Zeit beschäftigen. Ihr müssten den Bischof oder den Bürgermeister ganz schön verärgert haben, wenn man euch gleich zwölf Bewaffnete hinterher schickt. Egal was war, warum macht ihr hier schon Rast?" Heinrich erklärte es ihm und Herr von Blau übernahm sofort das Kommando. Sein Packpferd wurde zusätzlich vor den Wagen gespannt, die Säcke und Taschen auf den Wagen verladen, damit waren die Pferde beweglicher und so konnten sie ihre Reise nach einer Rast fortsetzen. Constanze versuchte sich ein paarmal bei Herrn von Blau und seiner Gattin für das Ungemacht zu entschuldigen, für das sie sich verantwortlich fühlte, aber beide winkten nur ab. "Wir sind den Oberen immer schon ein Dorn im Auge gewesen und nun haben sie einen Anlass uns zu quälen. Also ist es besser, wenn wir gehen. Derzeit gibt es kein Recht hier im Land. Die Staufer haben hier nicht allzu viel an Macht und die Kirche und diese aufgestiegenen Kleinfürsten meinen nun alles an sich reißen zu müssen. Ich hoffe, der Kaiser wird das bald wieder ändern." Damit gab sich Constanze zwar nicht zufrieden, aber sie schwieg einige Zeit und grübelte sichtbar für alle vor sich hin. Es gab offensichtlich keine Zeit zur Trauer um ihren geliebten Mann und nun waren noch Bewaffnete hinter ihnen her. Sie wollte doch nur ihre Kinder schützen, aber wie konnte sie das. Sie war nun auf Fremde angewiesen, die das taten ohne etwas von ihr zu fordern. So etwas kannte sie nicht.

 

Noch vor der Abenddämmerung waren Pferde und Reiter so erschöpft, dass sie sich einen Platz zum Lagern suchen mussten. Weit und breit war kein Gehöft oder ein Dorf in Sicht und so suchten sie sich in einem nahen Wald eine Mulde, wo sie geschützt waren. Dort schlugen sie ihr Lager auf. Ein kleines Feuer wurde entzündet, das man aber so bedeckte hielt, dass man es außerhalb des Waldes nicht erkennen konnte. Die Pferde wurden abgesattelt und gefüttert und auf dem Wagen wurde ein Schlafplatz für den Jungen und die Frauen eingerichtet.

 

Die erste Wache übernahm Otto. Um Mitternacht weckte er Heinrich, der die nächste Wache übernahm. Kurz vor Morgengrauen wurde dann der alte Ritter geweckt, der die Wache in der Morgendämmerung übernahm, so konnte sich Heinrich noch ein wenig ausruhen. Kaum hatte er seinen Posten am Waldesrand eingenommen, kam er schon ins Lager gelaufen. "Keine fünfhundert Schritte von uns entfernt am Wegesrand lagern welche. Jemand hat ein Feuer neu entzündet und ich konnte die Flamme und den Rauch sehen. Ein paar Pferde stehen dort und ich habe zwei Menschen gesehen, die dort etwas suchen. Sie schauten immer wieder auf den Weg und blickten hier zum Waldrand hinauf. Wir haben hierher zwar unsere Spuren so gut es ging verwischt, aber ein guter Fährtensucher kann trotzdem erkennen, dass hier ein Wagen und ein paar Pferde den Weg genutzt haben. Macht euch bereit, um zu fliehen oder um zu kämpfen." Herr von Blau schaute grimmig drein. Das hatte er nicht erwartet. Dass man ihnen so schnell folgen konnte. An Flucht war nicht zu denken, außer man würde Wagen und Pferde zurücklassen, denn hinter ihnen wurde der Wald dichter und durch das Dickicht konnte man nicht reiten. Otto unternahm den Versuch, das Thema der Verhandlung anzusprechen. Merkwürdigerweise schüttelten alle Anwesenden den Kopf. "Nein mein Freund, das ist sinnlos. Wenn wir uns ergeben, dann wird man uns täuschen. Man wird warten, bis wir die Waffen niederlegen und ihnen nahe genug sind. Und Männer würden man einfach erschlagen, die Frauen schänden und dann wäre die Sache erledigt. Wenn man den einen oder anderen Kopf den Auftraggebern bringen würde, dann bekämen sie noch ein paar Silberlinge, ansonsten würden sie sich an unserem Hab und Gut gütlich tun. Nein wir müssen laufen oder kämpfen. Weglaufen bei diesem Wetter ohne genug Nahrungsmittel wird uns nicht weit bringen. Oder man fängt uns ein und dann? Lassen wir das, das hatte ich schon erklärt. Wir haben uns mit ein paar Mächtigen angelegt und nun müssen wir uns zur Wehr setzten." Herr von Blau hatte sich in Rage geredet. Er postierte die Frauen hinter dem Wagen, wo sie halbwegs in Deckung waren und einen guten Blick auf den Waldrand hatten. Armbrust, Bögen und Messer lagen bereit. Die drei Männer mussten zu Fuß im Wald kämpfen. Sie hatten einen Vorteil und das war das Überraschungsmoment. Sie versteckten sich unter den Bäumen, denn sie gingen davon aus, dass die Verfolger zu Pferd auf den Wagen losstürmen würden. Sie rechneten nicht damit, dass jemand sich versteckte.

 

Heinrich schlich sich zum Waldrand, um das Geschehen im Lager zu beobachten. Nach einiger Zeit sah er zwei Reiter, die auf den Waldrand und den Weg zukamen, wo sie ihr Lager eingerichtet hatten. Im trüben Morgenlicht konnten sie offensichtlich nur schemenhaft etwas erkennen, aber sie schienen sich doch sicher zu sein, dass sie etwas gesehen hatten, das sie suchten, denn einer der Reiter winkte die anderen her. Sieben der Reiter stiegen am Waldrand ab, drei ritten weiter in den Wald und zwei der Bewaffneten warteten am Waldrand.

 

Otto von Kraz hatte man auf die linke Seite postiert, dort sollte er verhindern, dass jemand ihre Linie und das Lager umging und sie von hinten angreifen konnte. Rechts war das Dickicht zu kräftig, da konnte niemand hindurch.

 

Otto hatte einen dicken Eichenknüppel, den er das Schwert vorzog, in der Hand. Getarnt hinter einem kräftigen Stamm wartete er darauf, dass jemand versuchte, an ihm vorbei zu schleichen.

 

Heinrich und der Herr von Blau warteten etwa zwanzig Schritte vor dem Wagen mit Schild und Schwert bewaffnet auf ihre Gegner. Der Junge hatte seinen Bogen gespannt und stand rechts hinter Herrn von Blau und die drei Frauen waren auf dem Wagen, Armbrust und Bogen bereit, um Bolzen und Pfeile auf die Gegner loszuschicken.

 

Die Angreifer machten sich keine Mühe, ihre Anwesenheit zu verheimlichen, Sie schlichen nicht in den Wald, sondern riefen sich laut kämpferische und wüste Worte zu. Unter ihren Schritten knirschten nicht nur der gefrorene Schnee, sondern auch dünne Äste darunter.

 

Die erste Feindberührung hatte Otto. Einer der Bewaffneten versuchte, sich leise an ihm vorbei zu schleichen. Das war offensichtlich die Taktik. Die anderen sollten durch ihr lautes Vordringen von ihm ablenken.

 

Ottos Knüppel landete auf seinem linken Knie und brachte den Mann sofort zu Fall. Sein zweiter Schlag traf den Mann an der rechten Schulter, damit war der Krieger nun vollkommen kampfunfähig. Hinter sich hörte Otto ein Geräusch und erschrocken fuhr er herum und schlug unbeabsichtigt dem Mann seinen Knüppel genau auf die Nase. Der ließ erschrocken und vor Schmerzen jammernd sein Schwert sinken. Dann traf ihn ein Bolzen in die Schulter und warf ihn um. Frida, die Frau des Ritters, hatte gut gezielt und den Mann niedergestreckt.

 

Im selben Moment schossen auch der Junge und die beiden anderen Frauen auf die Gegner. Keiner der Pfeile traf, aber der Angriff verwirrte die Angreifer kurz und sie versuchten, sich erst zu orientieren, von wo aus auf sie geschossen wurde. Das nutzte Herr von Blau und Heinrich aus und begannen, den Schwertkampf mit dem nächststehenden Gegner. Beiden waren ihren Gegner überlegen und nach ein paar kurzen Schlägen lagen zwei weitere Gegner schwer verletzt auf dem Waldboden. Die anderen zogen sich an den Waldrand zurück. Frida von Blau eilte zu Otto und suchte hinter einem anderen Baum bei ihm in der Nähe Deckung. Von dort hatte sie ein gutes Schussfeld mit der Armbrust und schoss einen weiteren Bolzen auf einen der Gegner, den traf sie unterhalb seines Helm am Hals. Der Bolzen riss ihm ein großes Stück Haut ab und offensichtlich hatte sie eine Ader getroffen, denn das Blut spritze sichtbar aus der Wunde. Jetzt gingen alle in Deckung. Flüche und weitere Beschimpfungen waren zu hören.

 

Einer der verletzten Angreifer bei Otto begann sich zu rühren und zu jammern. Frida schlich zu ihm rüber und versetzte ihm mit dem Fuß einen ordentlichen Tritt an den Kopf, dass er sofort wieder in Ohnmacht fiel. Otto war in seinem tiefsten Inneren empört über so viel Brutalität, aber auch ihm war klar, dass man sich im Kampf auf Leben und Tod befand und Feinfühligkeit jetzt nicht angebracht war. Aber ihre Gegner ließen keine weiteren Gedanken zu, sie hatten beschlossen sich nicht mehr anzuschleichen, sondern rennend anzugreifen. Sie nutzten jede Deckungsmöglichkeit und rannten so schnell es die schwere Kleidung und Kettenhemden zuließen. Mit Pfeilen oder mit der Armbrust auf sie zu zielen und zu schießen war fast unmöglich. Doch Frau Frida schaffte es doch noch, einen der Gegner niederzustrecken. Auf sechs Schritte Entfernung durchschlug der Bolzen ihrer Armbrust das Kettenhemd ihres Angreifers und schickte ihn direkt zum Tor Petri oder in den Höllenschlund. Otto nutzte den breiten Baum als Deckung, als einer der Bewaffneten ihn angriff. Sobald der mit dem Schwert zuschlagen wollte verschwand er hinter dem Baum und rammte seinem Gegner den Eichenknüppel von hinten ins Kreuz.

 

Inzwischen kämpften Heinrich und Herr von Blau mit den Schwertern gegen je zwei Gegner. Geschickt hatten sie ihre Stellung gewählt, denn ihre Gegner konnten sie nicht umrunden und mussten von vorne angreifen. Während Herr von Blau sein schweres Schild gegen den einen einsetzte und mit dem Schwert den anderen attackierte, wählte Heinrich eine andere Taktik. Er hatte in der rechten Hand einen Morgenstern und in der anderen sein Schwert. Er war ein absoluter Kämpfer, der Gedanken, Instinkt, Erfahrung und Training sofort in die Tat umsetzten konnte. Seine Augen beobachteten seine Gegner genau, seine Ohren nahmen jedes Geräusch wahr. Nach eine paar Augenblicken hatte er schon den ersten Gegner mit dem Morgenstern entwaffnet und kampfunfähig gemacht. Er hatte ihm mit der Gewalt des Eisens die rechte Hand zertrümmert und in der gleichen Bewegung des Morgensterns das Schild aus der anderen Hand gerissen. Mindestens zwei Finger waren dabei ausgekugelt worden. Der zweite Gegner war nun etwas vorsichtiger geworden, denn ihm war klar, dass Heinrich ihm weit überlegen war. Er griff ihn nicht mehr an, sondern wartete, dass ihm jemand zur Hilfe kommen würde. Heinrich war aber nicht nach Warten zu Mute, er wollte das hier beenden und zwar schnell. Laut rief er aus. "Ich habe Hunger und jetzt ist Schluss mit dem Herumgerenne. Ich will jetzt essen." Das verwirrte seine Gegner noch mehr. Er hat Hunger? Will er vielleicht Menschenfleisch haben. Und als ihn weitere Gegner beobachteten, wie er seinen Gegner nun bedrängte und in Stücke hieb, war klar, dieser Mann hatte Hunger, Hunger nach Blut. Herr von Blau tat sich etwas schwer mit seinen Gegnern. Einer seiner Gegner hatte sich sein Schild gegriffen und hielt es fest während der andere seine Schwerthand forderte. Frida sah das und wollte ihrem Mann zur Hilfe kommen, doch ein weiterer Angreifer stellte sich ihr in den Weg. Die Armbrust war nicht gespannt und der Dolch, den sie hatte zu kurz, um sich gegen ein Schwert zu verteidigen. Der Augenblick des Schrecks dauerte nicht lange für sie, über ihre Schulter flog ein Knüppel auf den Gegner zu und traf ihn genau am Kopf. Der Helm verhinderte Schlimmes, aber kurz war der Mann benommen und Frida konnte mit ihrem Dolch eine üble Wunde im Gesicht beibringen. Der Schnitt ging dem Mann quer über das Gesicht und er war nicht mehr in der Lage, etwas zu sehen, da ihm sein eigenes Blut in die Augen lief.

 

Otto hob seinen Knüppel auf, klopfte dem Mann damit nochmals gegen den Helm, nicht zu stark, aber es reichte, um ihn zu Boden gehen zu lassen. Er eilte hinter Frida her. Sie sprang von hinten den Mann an, der das Schild ihres Gatten festhielt und brachte ihn zu Fall damit. Ihr Mann konnte sich nun besser gegen seinen anderen Gegner verteidigen.

 

Heinrich kämpfte wieder gegen zwei Gegner. Diese verteidigten sich eher gegen den Kreuzritter, an ein Angreifen war da nicht zu denken.

 

Immer wieder flogen Pfeile durch den Wald. Das konnte aber nicht verhindern, dass nun zwei Mann den Wagen erreichten und sich die zwei Frauen und den Jungen greifen wollten. Constanze war aber nicht nur Mutter, sie zeigte auch, dass sie die Witwe eines Ritters war. Als einer der Männer sein Schwert auf sie niedersausen ließ, wich sie aus und das Schwert verklemmte sich im Holz des Wagens. Sie stach mit einem Pfeil auf den Mann ein. Der Pfeil rutschte unter den Ärmel des Kettenhemdes und riss eine tiefe Wunde in den Schwertarm und die Hand des Mannes. Als Constanze den Pfeil zurückzog schlitze sie die Haut so tief auf, dass sie Sehnen und Adern verletzte. Dann schlug sie mit dem Bogen zu und der Mann musste sich zurückziehen. Er setzte sich vor den Wagen und versuchte verzweifelt, den Blutstrom zu stoppen. Er hatte noch gar nicht bemerkt, dass die Sehne des Bogens eines seiner Augen verletzt hatte und er es nie wieder zum Sehen benützen konnte.

 

Ihre Kinder erwehrten sich inzwischen des anderen Angreifers. Da der Mann nicht glaubte, dass ich ein junges Mädchen und ein Junge sich seiner erwehren konnten, bedrohte er sie nur mit dem Schwert. So ein junges Ding würde ihm sicher viel Vergnügen bereiten. Als er dann im Augenwinkel sah, dass sein Kumpan zurückweichen musste, war er kurz unaufmerksam und das junge Ding sprang ihm mit gespreizten Beinen ins Gesicht und umklammerte mit ihren Beinen seinen Kopf. Das brachte ihn zu Fall, der Junge sprang ebenfalls vom Wagen und traf mit seinem Gewicht genau sein Gemächt. Trotz Leder und Kettenhemd war der Tritt so heftig, dass es Nacht in seinem Kopf wurde.

 

Der Kampf war fast zu Ende. Heinrich, Herr von Blau, seine Gattin und Otto hatten die letzten im Wald niedergestreckt, nur die zwei Reiter draußen vor dem Wald waren noch da. Immer wieder reifen sie in den Wald, stellten Fragen wie der Kampf stand und wollten wissen was nun geschehen soll?

 

Frida spannte ihre Armbrust und Heinrich holte sich einen Bogen und Pfeile. Sie schlichen zum Waldrand und schossen zur gleichen Zeit auf die Reiter. Fridas Bolzen trafen den Kopf des Pferdes und es ging mit einem grausamen Schrei zu Boden und begrub den Reiter unter sich. Heinrichs Pfeil traf den Reiter am Unterschenkel, durchdrang diesen und bohrte sich in die Seite des Pferdes und nagelte nun Reiter und Pferd zusammen. Das Pferd schreckte auf und versuchte, den Reiter und den Schmerz loszuwerden. Es tänzelte wie wild herum bis es ein weiterer Pfeil von Heinrich zum Stürzen brachte. Sie gingen auf die Wiehernden und Schreienden zu. Beide Pferde lebten noch, einer der Reiter lag ohnmächtig unter einem der Pferde, der andere Reiter war tot. Er hatte sich beim Sturz das Genick gebrochen. Heinrich erlöste mit seinem Schwert die Pferde von ihren Leiden. Den ohnmächtigen Mann entwaffnete er nur und ließ ihn unter dem toten Pferd liegen.

 

Als sie ins Lager zurückkamen, sahen sie, dass sich alle, bis auf Otto, um den am Boden liegenden Herrn von Blau versammelt hatten. Seine Frau saß auf Knien neben ihm und hatte seinen Kopf in ihren Schoss gebettet. Heinrich sah sofort, dass der alte Ritter tot war. Seine Augen, die noch offen waren, starrten gebrochen in den Himmel. Marta und Constanze hatten den Jungen in ihre Mitte genommen und alle hielten sich an den Händen.

 

Otto schaute sich um, wer von den Angreifern noch lebte. Er sammelte alle Waffen ein. Sollte noch jemand von den Leben, dann durfte keine Waffe zu einem weiteren Angriff herumliegen. Seinen Knüppel behielt er bei sich.

 

Fortsetzung folgt