Einmal tief durchatmen

Zwischenkapitel 1

 

Von Otto Kraz

 

Verehrtes Lesepublikum. Pet Bär, der Autor der Nordstrandpiraten, führte Sie in den letzten beiden Jahre einmal rund um unseren Globus. Von der Nordseehalbinsel Nordstrand bis dorthin wieder zurück und weiter nach Gotland. Was die zehn alten Männer dabei erlebt haben, konnten Sie Woche für Woche nachlesen. Die Crew der Blauzahn, dem Schiff der Nordstrandpiraten, startete mit 10 alten Männern über 60, die sich auf dieser Reise über den Sinn des Daseins Gedanken machen wollten. Was sie auch ausführlich taten.

 

Sehen Sie diesen roten Faden der Tatsache geschuldet, dass sich zwei alte Freunde, die sich in jungen Jahren im Urlaub an der Nordsee oft beim Radeln über diese weit entfernte Zeit des Ruhestandes unterhalten hatten. Was sie alles mit dieser verrückten Zeit anstellen wollten. Auf Nordstrand lag eine häufig gewählte Urlaubs-Radtour.

 

Der eine, Pet Bär, hatte sich schon früher häufig in Sachen "Sich etwas von der Seele schreiben" geübt. Kriminalromane und Mittelalterromane waren schon länger sein Ding. Während ich eher die kleineren Geschichten schrieb. Kindergeschichten. Pet Bär kommt aus der Welt der harten Bandagen und Ellbogen, aus der Welt der Wirtschaft. Ich selbst aus der Welt der Welt der Pädagogik. Vielleicht erklärt das den Unterschied.

 

Diese früher so ewig weit entfernte Zeit des "Ruhestandes" kam irgendwie dann doch. Wer hätte das gedacht. Liebe Leser/in, glauben Sie mir. Sie werden es auch so erleben wie wir. Es ist komisch, erhebend, beunruhigend, belebend, verletzend, euphorisch machend aber auch schnell mal depressiv, wenn man nicht aufpasst. Man hat sie immer mit sich getragen, diese Gedanken, die man sich damals gemacht hat. Diese tollen Gedanken, was man alles entspannt und großartig unternehmen würde, wenn man sich dereinst mit einem Grundgehalt frei bis zum endgültigen Abflug durch die Welt bewegen kann. Und dann kommt dieser Moment und es fühlt sich richtig komisch an. Glücksgefühle kommen nicht vollautomatisch mit dieser Freiheit vom beruflichen Zwang. Schon eher, wenn man sich aufmacht, wirklich etwas zu unternehmen. Auch Schreiben ist ein Unternehmen. Pet Bär wollte unsere virtuelle Segelreise mit mindestens 40 alten Männern starten. Ich konnte ihn auf 10 herunter rechnen, weil meine Geschichten - im Gegensatz zu seinen - nie über eine Handvoll Personen hinausgingen.

 

Zuerst hatten wir die Idee, abwechselnd zu schreiben. Allerdings, das musste ich schnell feststellen, ich konnte von meinen kleinen Kindergeschichten nicht so einfach auf Roman umstellen. Deshalb übernahm ich den Part des Überarbeiters und Westendesigners auf der Blauzahn. Des Beraters und lustvollen Mitseglers. Nach zwei Jahren Segeltour können wir schon mal eines sagen: Für uns beide hat sich die Sache gelohnt. Schreiben und virtuell um die Welt segeln und eine kleine, aber feine Leserschaft mit den speziellen Lebensweisheiten des Pet Bär zu versorgen, das bringt Lebensgefühl. Allen Menschen, die gerne schreiben und irgendwann einmal im Ruhestand landen werden, sei zugerufen: Es geht beim Schreiben in erster Linie um euch ... es geht nicht um den Erfolg auf einem überbordenden Buchmarkt. Es geht um's Schreiben, nicht um's Vermarkten. Es geht um die Lust des kreativen Tuns ... Darin definiert sich der Erfolg. Da man sich für den Privatgebrauch inzwischen auch Bücher zum Verschenken selbst drucken lassen kann, ohne gleich auf den Buchmarkt zu gehen, ist das "Schau mal, diese Bücher hat mein Opa geschrieben, als er in den Unruhestand ging. Und er hatte seinen großen Spaß dabei." ein starkes Argument. Deshalb unser Tipp: Wenn Sie Lust zum Schreiben verspüren, unterdrücken Sie diese Lust nicht. Leben Sie sie aus. Es lohnt sich für Sie.

 

Zurück zur Geschichte der Nordstrandpiraten. Wir starteten mit 10 alten Männern. Inzwischen sind es 50 geworden. Pet Bär hat sie nach und nach einfach dazugeschmuggelt. Nein, nicht alle auf demselben Schiff. In Gotland kamen gerade 50 Menschen auf 3 Schiffen an, der Blauzahn, der Ageli und der Sasha ..........

 

...... Und dann geschieht diesen 50 Menschen etwas ganz anderes, als die Mission zu beginnen, für die sie eigentlich eingeladen waren. Man kann es "den völligen Wahnsinn" nennen, wie ich es beschreiben würde .... oder "eine brutale Rolle rückwärts" wie es Sophia von der Ageli ausdrücken würde. Der Zeitsturz ins Jahr 1215. "Eine Möglichkeit, die nur von den Viele-Welten-Theoretikern theoretisch für möglich gehalten wird," dozierte einst Otto Kraz, der Physiker, auf der Blauzahn beim nächtlichen Philosophieren über Sinn, Raum und Zeit. 50 moderne Menschen 800 Jahre tief - zeitlich abgestürzt. Wie werden 50 Menschen aus der aktuellen Gegenwart mit all ihren Ansichten und Gefühlen in der Gegenwart die Zeit des beginnenden dunklen Mittelalters mit Hexenverbrennungen erleben. Können sie überhaupt überleben? Hat die Besatzung der Ageli eine Chance? Was macht der Autor aus dieser Situation? ............

 

Für die Leserschaft hier eine kleine Erinnerung an den Geschichtsunterricht.

 

ÜBERBLICK 13. JAHRHUNDERT – Quelle: https://geboren.am/13-jahrhundert

 

Geschichte des 13. Jahrhunderts – Ereignisse und Personen der Epoche

 

Das 13. Jahrhundert liegt an der Schwelle von Hochmittelalter und Spätmittelalter. Es gibt zahlreiche Städtegründungen und vermehrt setzen Siedlungsbewegungen deutschsprachiger Siedler von West nach Ost ein. In England ringt der Adel König Johann Ohneland 1215 die Unterzeichnung der Magna Carta ab.

 

Anfang des 13. Jahrhunderts erlebt das Papsttum unter Innozenz III., dem wohl bedeutendsten Papst des Mittelalters, einen Höhepunkt. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts wird 1233 die päpstliche Inquisition der römisch-katholischen Kirche installiert, die in den kommenden 500 Jahren sogenannte Häretiker, Ketzer und angebliche Hexen verfolgt. Ihr Initiator ist Papst Gregor IX., der mit dem Staufer Friedrich II. die Machtverteilung zwischen Papst und Kaiser ausfechtet. 1229 nimmt Friedrich II. in einem friedlichen Kreuzzug durch Verhandlungen Jerusalem für die Christen in Besitz und krönt sich zum König.

 

Mitte des Jahrhunderts geht in Europa 1268 die Zeit der Staufer zu Ende, am Ende des Jahrhunderts regieren Habsburger und Nassauer. 1291 wird dem Mythos nach mit dem Bundesbrief die Schweizerische Eidgenossenschaft gegründet. Im selben Jahr endet mit der Eroberung von Akkon durch die Mamluken die christliche Vorherrschaft im Nahen Osten und mit ihr die Zeit der Kreuzzüge.

 

Im Laufe des 13. Jahrhunderts erobern die Mongolen unter Dschingis Khan 1206–1227 zunächst Asien und weiten den größten zusammenhängenden Herrschaftsbereich der Geschichte unter Kublai Khan 1260–1294 schließlich bis Osteuropa und den Nahen Osten aus. In China lässt sich Kublai Khan 1271 zum Kaiser krönen. Den Europäern berichtet Marco Polo von seiner Reise 1271–1295 in diesen fernen Osten. In Peru entsteht zeitgleich das Reich der Inka.

 

Also geschätzte Leserschaft

 

Hier hinein will der Autor Pet Bär also 50 Menschen des 21. Jahrhunderts in die Tiefe des tiefen dunklen Mittelalters ziehen. Man darf sehr gespannt sein. 

 

 

Fortsetzung folgt.