Teil 2 - Kapitel 33

17. August 2015 19.00 Uhr Südpazifik

 

Nachdem die Blauzahn mit der Hilfe ihres Gastgebers gut mit Proviant versorgt worden war, hatten sie am 16. August am frühen Morgen die Segel gesetzt und den Kurs Richtung Osten genommen. Ihr nächstes Ziel war Französisch-Polynesien und dort die Insel Tahiti. Die etwas mehr als zweitausendsiebenhundertachtzig Kilometer entfernte Insel wollten sie in sieben Tagen erreichen. Wolkow hatte am gleichen Tag wie die Blauzahn die Insel Tonga verlassen. Ihr Ziel war Samoa.

Sie hatten sich einen Ankerplatz ab dem 24. August im Jachthafen von Papeete gesichert. Lars wollte bei dieser Tour unbedingt immer die Zeiten von 22.00 Uhr bis 7.00 Uhr das Steuer übernehmen. Also wurde der Dienstplan entsprechend aufgebaut. Allerdings musste er bereits drei Stunden nach Erstellung schon wieder geändert werden. John war wegen Fieber ausgefallen und eine Stunde später meldeten sich Steffen, Carlo und Jose ebenfalls ab, da sie sich unwohl fühlten und leichtes Fieber hatten.

Gerrit konnte bei der Untersuchung seiner Patienten nicht feststellen, was zu irgendeiner sinnvollen Diagnose geführt hätte. Er konnte nur feststellen, dass alle leichtes Fieber hatten und sehr müde waren. Am 17. August gegen Mittag meldeten sich Pet und Marc ebenfalls wegen Müdigkeit ab. Greg übernahm die Pflege der Kranken. Alle waren sehr müde, hatten aber großen Durst auf etwas Saures. Greg gab allen verdünnten Zitronensaft zu trinken. Dann bekamen alle ungeheure Lust auf Süßes, zudem bekamen sie alle fast gleichzeitig Bauchschmerzen und Durchfall. Das Gedränge auf den Toiletten war zu groß. Dann merkte Greg, dass auch die beiden Hunde sehr müde waren und vor ihren Wasserschüsseln schliefen, von dort konnten sie nicht vertrieben werden. Tristan hatte offensichtlich auch Schmerzen in den Gelenken, denn wenn er stand, schien er Schmerzen in den Pfoten zu haben. Marc und Carlo klagten auch über Schmerzen in den Füssen und Händen. Gerrit war ratlos und er konnte sich auch nirgends erkundigen, welche Krankheit dieses Krankheitsbild verursachen konnten. Die Blauzahn war abgeschnitten von der Welt, da sie keine Funkverbindung hatten. Greg meinte die Symptome einer Vergiftung zu erkennen. Gerrit war nicht abgeneigt, sich dieser Meinung anzuschließen. Aber was könnte es sein? Da in den nächsten Stunden kein weiteres Mannschaftsmitglied erkrankte, begann Greg und Gerrit in den Gesprächen mit den Betroffenen zu erfahren, was sie in den letzten Stunden gegessen und getrunken hatten. Nachdem inzwischen alle von ihren Darminhalten befreit waren, ging es einem Teil der Piraten etwas besser. Die Schmerzen ließen nach, aber alle waren noch sehr müde. Trevor hatte sich inzwischen etwas erholt, war aber sehr durstig. Tristan wollte sich gar nicht mehr bewegen.

 

Greg und Gerrit stellten fest, dass alle, die erkrankt waren, am Partyabend auf Tonga ein Reisgericht mit Nüssen gegessen hatten. Trevor hatte davon gekostet, aber den angebotenen Rest verschmäht. Tristan hingegen hatte eine ganze Handvoll davon gegessen. Alle anderen, die nicht erkrankt waren, hatten dieses Reisgericht nicht gegessen. Also musste es am Reis, den Nüssen oder den Gewürzen gelegen haben. Das Reisgericht war leicht süß-sauer gewesen, mehr wussten die Erkrankten aber auch nicht mehr. Da keine Diagnose möglich war, entschieden sich Greg und Gerrit, den Patienten das vorzuenthalten was sie unbedingt wollten: Süßes. Und anstelle von den Nahrungsmitteln bekamen alle weiterhin Zitronensaft und später Ingwertee. Nach fast acht Stunden waren sie fieberfrei, aber noch sehr erschöpft. Selbst Tristan erholte sich, nachdem er den stark verdünnten und gekühlten Tee bekommen hatte. Dann entschied sich Greg dafür, dass alle Erkrankten etwas Kräftigendes erhalten sollten und kochte drei Suppenhühner, die er im Tiefkühlraum gefunden hatte. 

 

Mit etwas Reis und Hühnerbrühe wurden die Kranken langsam wieder standfest gemacht. Für die anderen Besatzungsmitglieder war das eine zusätzliche zeitliche Belastung, die sich kurz vor Tahiti am 23. August bemerkbar machte. Lars, Jan und Juris hatten an diesem Tag ihre Wache um zwei Stunden verlängert und Lars und Jan schliefen um 2.00 Uhr an diesem Tag auf der Brücke ein. Nur Juris konnte sich gerade noch wach halten. Um 3.00 Uhr bat er Alberto und Otto um Hilfe, da er nun auch zu müde war, um alleine das Schiff weiter zu steuern.

 

Die Blauzahn war der berechneten Reisezeit voraus, da der Wind sehr günstig gestanden war und sie waren nur noch 12 Stunden von ihrem Ziel entfernt. Die Mannschaft mobilisierte alle ihre Kräfte, um unbeschadet das Reiseziel zu erreichen. Pet und Carlo konnten gemeinsam mit Juris um die Mittagszeit die Brücke übernehmen. Selbst Tristan, der immer noch etwas schlapp war, wagte sich nach oben und legte sich in seine Lounge.

 

Marc war in der Lage, für alle Kaffee zu machen und verteilte das Getränk.

 

Um 22.00 Uhr erreichte die Blauzahn ihren Zielhafen auf Tahiti. Vorher hatte die Mannschaft mit allen Mitteln versucht, den immer noch unter Deck leicht zu erschnüffelnden üblen Geruch der Krankheit zu beseitigen. Mit stark duftenden Reinigungsmitteln wurden die Sanitärräume und Toiletten gereinigt. Auch die Hunde-Toiletten und die Fressnäpfe wurden absolut bakterienfrei gemacht. Die Bettwäsche wanderte bereits beim Erreichen der Hafeneinfahrt in die Waschmaschinen. Dass mancher der Piraten etwas blass war, konnte niemand bei der hereinbrechenden Dämmerung sehen. Die Kontrolle der Zollbehörden waren sehr oberflächlich. Lars überreichte einem Offizier die Pässe der Crew und die Schiffspapiere. Der reichte sie ungesehen zurück. Salutierte und bat Lars für den kommenden Morgen zum Hafenamt. Dann verließ er die Blauzahn. Lars konnte noch das Gespräch zwischen dem Offizier und einem Mitglied des Schiffes der Zollbehörde belauschen. Er verstand nur ein paar Worte - alte Männer, keine Frauen und langweilig.

 

Die Blauzahn ankerte im Hafenbecken etwa dreißig Meter vom Ufer entfernt. Otto war fit genug, sodass er mit den beiden Vierbeinern die ganz Nachtwache übernehmen konnte.

 

Schon in der Nacht spürten alle, dass das Klima auf Tahiti doch sehr anspruchsvoll war. Alle Bullaugen wurden geöffnet, um genügend frische Luft einzufangen.

 

Mathias schlief in dieser Nacht sehr unruhig. Alle hörten das, da die Türen der Kajüten offen standen. Greg ging ein paarmal zu ihm, aber er konnte nicht feststellen, was ihn denn belastete, außer dass Mathias einfach sehr unruhig schlief und im Schlaf auch noch sprach.

 

Der nächste Morgen begann mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Die Sonne kam aus dem Meer und beleuchtete das Wasser mit einem roten Schein, der bis in die kleinsten Winkel zu strahlen schien.

 

Pet war mit Marc zusammen bei den Ersten, die wach wurden und aufstanden.  Gemeinsam machten sie für die Mannschaft das Frühstück. Marc fand im Kühlraum noch ein paar Eier und bereiteten ein großes Omelette. Pet mühte sich mit einem Block Chesterkäse ab, den er in Scheiben schneiden wollte, was ihm aber nicht gelang. Inzwischen schob Marc noch einige dünne Rindfleischscheiben in den Backofen. Der Duft von Eiern, Rindfleisch, Brot und Kaffee weckte den Rest der Mannschaft. Um kurz vor 8.00 Uhr saßen alle am Frühstückstisch und genossen das opulente Frühmahl. Alle waren soweit wieder fit um das alles auch wirklich genießen zu können. Selbst die eingefleischten Teetrinker griffen an diesem Morgen eher zum Kaffee. Die Stimmung in der Messe war ausgelassen und ausgesprochen freundlich. Der Stress der letzten Tage war wohl über Nacht von Bord gegangen.

 

24. August 2015 Jachthafen Papeete

 

Um 9.00 Uhr setzte Lars mit Otto gemeinsam ans Ufer über und gingen zum Hafenbüro. Dort legten sie nochmals ihre Pässe hin. Für diese interessierte sich allerdings niemand, nur für die Hafengebühren, die zu entrichten waren. Im voraus musste Lars vierhundert Dollar in bar bereitlegen und sich ins Hafenbuch eintragen. Damit waren die Formalitäten erledigt. Dann besorgten sich Otto und Lars noch einen Mietwagen - einen Van mit acht Sitzplätzen. Lars wollte mit Jose, Alberto, Jan, John, Mathias, Steffen und Marc zusammen eine Besichtigungstour auf der Insel machen. Sie brachen um 11.00 Uhr auf. Pet, Juris und Greg gingen mit den Hunden zusammen an Land. Die Strand - und Hafenpromenade bot ihnen genügend Platz, damit auch die Hunde ihren Spaß haben konnten. Papeete war eine große Kleinstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Die Bars und Cafés waren bereits um die Mittagszeit bestens besucht und so fanden sie etwas entfernt vom Hafen am Meer eine Bar, die noch genügend Platz hatte und die ihnen eine wunderbare Sicht aufs Meer bot. Die Gäste um sie herum waren meist Franzosen und US Amerikaner. Die Kellnerin, die sie bediente, bezauberte die Herren mit einem sehr freundlichen Lächeln, das nicht gekünstelt oder professionell wirkte. Selbst die beiden Vierbeiner wurden mit einem Lächeln und Wasserschüsseln bedacht. Nachdem die Dame die kühlen Drinks für die drei Herren serviert hatte, beschäftigte sie sich mit Trevor und Tristan. Sie kniete dazu vor den beiden und kraulte jedem den Hals. Juris konnte es nicht lassen, die junge Frau genau in Augenschein zu nehmen.

 

"Jungs, wenn ich mir die Dame so anschaue, wird mit ganz warm ums Herz. Ich finde, sie ist eine wahre Schönheit. Und dazu noch dieses Lächeln. Ehrlich, wenn ich dreißig Jahre jünger  und etwas mutiger wäre, könnte ich mir gut vorstellen, mit ihr zu flirten." Juris hatte bewusst auf Deutsch mit Pet und Greg gesprochen, da er davon ausging, dass ihn hier keiner verstehen würde. "Sie hat eine traumhafte Figur und wenn ich sehe, wie sie zärtlich die Hunde krault, werde ich schon etwas eifersüchtig. Jetzt gerade wünsche ich mir wirklich jünger zu sein. Denn mit so einem älteren Herren könnte die Dame wohl wenig anfangen." Die junge Dame drehte sich zu Juris um und lächelte ihn nur an, während sie weiter die Hunde kraulte. Dann stand sie auf und sagte in einwandfreiem Deutsch zu der Tischrunde. "Möchten die Herren noch etwas oder darf ich den beiden Hunden etwas bringen?"  Dazu setzte sie ein noch freundlicheres Lächeln auf. Dass da noch eine Steigerung möglich war, hatten die drei nicht erwartet. Juris Gesichtsfarbe wurde leicht rosa, aber er fand sich schnell mit der überraschenden Situation zu recht. "Danke für uns alle drei noch ein Wasser und was können sie uns denn als leichten Mittagssnack empfehlen." Greg dachte bei sich, dass Juris doch etwas plump reagiert hatte und mischte sich in das Gespräch ein. "Wo haben Sie so gut Deutsch gelernt?" wollte er wissen. Die Dame nickte nur kurz und holte zuerst die Speisekarte, bevor sie antwortete. "In Deutschland, als sich dort als Austauschschülerin von meinem französischen Gymnasium war. Ich bin in Paris in die Schule gegangen und hatte dort einen Leistungskurs für Deutsch belegt und später war ich noch ein Jahr in Hannover. Und nun bin ich in der Heimat meiner Eltern und verdiene meinen Lebensunterhalt hier in diesem Lokal meines Bruders und als amtliche Übersetzerin für Deutsch und Spanisch. Die Insel ist nicht reich und man muss sehr viel tun, um ein wenig Geld zu verdienen. Niemand erwartet hier in dieser Einsamkeit zwischen den Kontinenten wohl, dass jemand Deutsch spricht? Ich freue mich, dass ich gerade die Gelegenheit dazu bekomme diese Sprache einmal wieder zu sprechen. Wenn Sie Fragen zur Speisekarte haben, fragen sie mich!"  Und Juris hatte Fragen. Er ließ sich die ganze Speisekarte übersetzen und hatte Fragen über Fragen. Greg und Pet war klar, dass er die junge Frau einfach so lange wie möglich an ihrem Tisch haben wollte. Und als die Speisekarte übersetzt war und Juris keine Fragen mehr einfielen, setzte er zu einem letzten Versuch an, um die Dame weiterhin dazu zu bringen, sich mit ihm zu beschäftigen. "Machen Sie Führungen auf der Insel? Ich meine ganz speziell Sie. Wir bezahlen das natürlich, aber wir wollen nicht den touristischen Pfaden folgen, die im Allgemeinen angeboten werden." Pet flüsterte Greg ins Ohr. "Eine ganz platte Anmache, mal sehen, ob er es noch kann."

 

25. August 2015 10.00 Uhr Punaaula auf Tahiti 

 

Die kleine Reisegruppe von der Blauzahn war seit dem frühen Morgen unterwegs. Juris hatte einen weitere Mietwagen besorgt und so waren Pet, Greg, Juris, Marc und die junge Dame, Aata, aus der Bar in Papeete mit ihrer Tante Etini unterwegs. Aata hatte sich neben Juris gesetzt, der das Fahrzeug steuerte, während es die anderen sich in dem älteren Van hinten gemütlich machten. Ganz hinter mussten es sich Trevor und Tristan bequem machen. Etini sprach sehr gut Französisch und etwas Englisch und erklärte jede Kleinigkeit, die man sehen konnte - ausführlich und möglichst zweisprachig. Als sie den Ort Punaaula passierten, hielten sie am Ortsende und machten einen kleinen Spaziergang. Dieser kleine Ort wirkte auf die Europäer wie ein Ort aus einem der alten Piratenfilme der Südsee, der geschnitten wurde von irgendwelchen Film-Noir aus den vierziger und fünfziger Jahren - wenn nicht die teilweise lästigen und selbst im hellen Tageslicht leuchtenden Werbetafeln gewesen wären. Sie störten etwas die aufkommende romantische Stimmung. Etini hat einen quirligen, freundlichen Charakter und alle, selbst die Hunde, waren gezwungen, ihr nicht nur zuzuhören, wenn sie sprach, sondern folgten ihr immer, wohin sie auch ging. Sie durchwanderten die kleine Hauptstraße und bogen dann fast im Ortsmittelpunkt in Richtung Strand und Meer an einem kleinen Bach entlang gehend ab.

 

Die Strandpromenade war für alle ein Augenerlebnis. Selbst Juris, der seit einiger Zeit um kein Wort mehr verlegen war, fand in diesem Moment keine Worte für diese romantische Schönheit, die sie sahen. In seinem Überschwang umarmte er dankbar beide Frauen und lief dann ohne sich umzuschauen auf den Strand zu und setzte sich auf den Sand. Langsam ging die kleine Reisegruppe hinter ihm her und setzte sich schweigend neben ihn. Alle konnten sehen, dass er leise weinte. Trevor legte sich neben ihn und drückte ihm seinen Kopf in den Schoß. Lange, fast zu lange saßen sie alle schweigend da und schauten auf das Meer hinaus.

 

"Das war es, was ich mir immer erträumt hatte. So einen Ausblick aufs Meer, diese Ruhe und ein paar Freunde um mich herum. Ich habe mein Ziel erreicht. Hier geht es nicht mehr weiter." Juris hatte das sehr leise vor sich hin gesprochen, aber die anderen konnten ihn trotzdem verstehen. Sie waren selbst alle gefangen von diesem Ausblick, von der Stimmung. Die beiden Frauen waren etwas irritiert, störten aber nicht durch irgendwelche Fragen oder Bewegungen. Vorsichtig griff Aata nach Tristan und zog ihn zu sich hin. Sie legte ihren Kopf auf seinen Körper. Beide hatten tiefschwarzes Haar und so konnte man aus der Entfernung nur einen Stofffetzen mit viel schwarzen Haaren sehen.

 

In der Gruppe war so viel Ruhe und Zufriedenheit zu spüren, dass sie den langen Augenblick genossen und versuchten, ihn für sich festzuhalten. Bis zu dem Moment, als sie von einem Einheimischen gestört wurden, der ihnen unbedingt ein paar kalte Getränke verkaufen wollte. Etini konnte ihn mit einem Wortschwall auf Reo Tahiti zwar vertreiben, aber mit dem aufdringlichen Menschen verschwand auch die Stimmung. 

 

Aus dem persönlichen Tagebuch des Juris Redliehs

 

Ich bin wie benebelt, betäubt, voller Hochgefühl bis hin zur Euphorie und unglücklich zugleich. Was geschieht da mit mir? Wir kommen hier auf die Insel Tahiti, gehen spazieren, treffen nette Menschen in einer Bar und dann verliere ich immer mehr die Kontrolle über mich selbst. Mein nüchternes Wesen verlässt mich. Ich freue mich auf einmal über Kleinigkeiten. Ich kann Gerüche wahrnehmen, wie ich das noch nie konnte. Ich sehe Farben, die neu für mich sind. Und ich höre Dinge, die ich bisher nicht hören konnte. Diese Insel muss die Vorstufe zum Paradies sein. Warum sonst fühle, spüre ich das alles so intensive. Als ich Pet von dem berichtet habe, was da mit mir passiert, sagte er, dass er glaube, ich sei ein wenig in Aata verliebt. Ich kann nicht leugnen, dass mir diese junge Frau mehr als nur sympathisch ist. Sie hat eine unglaublich erotische Ausstrahlung, sie ist intelligent, gebildet und ich glaube, dass ich ihr auch sympathisch bin. Aber das ist es nicht. Dieser Blick über das Meer, das Sitzen auf dem warmen Sand, die Freunde um mich herum, dann Trevor neben mir und dann noch die Hand von Aata auf meiner Schulter. Dieses ungeheure Glück, das ich dabei empfunden habe, kann ich nicht beschreiben. Ich bin einfach sehr glücklich und versuche diesen wunderbaren Moment so lange es geht in mir zu halten. Macht Glück süchtig?

 

27. August 2015 19.00 Uhr auf der Blauzahn

 

Alle Nordstrandpiraten waren entspannt und zufrieden mit sich und der Welt. Aata und ihre Tante waren am Nachmittag kurz zu Besuch und hatten frische Fische gebracht.

 

Der Grill wurde aufgestellt und Marc machte sich daran, die Fische zu grillen. Otto und Lars hatten sich in die Kombüse zurückgezogen und begannen, etwas Gemüse als Beilage zum Fisch zuzubereiten. Die Tischgarnituren wurden vor der Messe auf dem Freideck aufgestellt und jeder wollte an diesem Tag einen kleinen Beitrag zu diesem Abendessen mitbringen. Pet und Marc hatten einen frischen Obstsalat auf einem der vielen Märkte besorgt, Jose und Alberto lieferten einen Inselschnaps ab. Gerrit hatte ein paar Palmwedel und andere Dekorationsgegenstände für die Tafel besorgt. Juris, Erik und Steffen hatten in der Stadt für jeden ein T-Shirt mit seinem Namen bedrucken lassen und als Geschenk verteilt. Luigi meinte dazu, so sei es leichter, sich wieder zu erkennen, wenn die Rieslingsdemenz über sie alle hereinbrechen würde. John hatte richtige Leinenservietten besorgt. Alle anderen waren aus der Stadt mit kleinen Geschenken zurückgekommen. Selbst für die beiden Vierbeiner war gesorgt worden. Mathias hatte für sie einen Kalbsknochen besorgt, den er in der Mitte durchsägte, damit Trevor und Tristan jeweils ein gleich großes Stück bekamen. Alberto war lange am Radio auf der Suche nach einem Sender, der etwas Tahiti Folklore ausstrahlte. Alle freuten sich auf den Beginn der Party. Sie wollten ihr Glück feiern.

 

Fortsetzung folgt

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0