Teil 2 - Kapitel 31

13. August 2015 auf der Brücke de Blauzahn

 

Erik schüttelte sich ein paar Mal, aber das Bild, das er immer noch im Auge hatte, wollte nicht verschwinden. "Ich habe keine Ahnung, was das war." rief er ganz laut in die Runde der versammelten Nordstrandpiraten. "Es war glühend und rot und nur ein paar Meter steuerbords ist es ins Wasser gestoßen. Es hat gezischt, deswegen nehme ich an, dass es heiß war, weil es ja auch geglüht hat. Vielleicht so groß wie ein Fußball, kaum größer glaube ich." Greg meinte nur, dass es steil von oben gekommen sei und er vermutete, dass es ein Meteorit gewesen sei. Aber ein paar hundert Meter weiter sei ein größeres Teil ins Wasser gestürzt. Deshalb suchte er mit dem Fernglas noch den Horizont ab, ob da noch was zu sehen war, aber er konnte nichts erkennen. Lars stand nur in einer weißen Leinenhose und sonst nackt an Deck. "Freunde, das war es, ein Meteorit. Wenn uns der getroffen hätte, wäre es aus mit uns gewesen. Was wir doch manches Mal für ein Glück haben. Ich gehe wieder schlafen." Und dann war er auch schon weg. Trevor und Tristan begleiteten ihn von Deck nach unten. Alle anderen blieben noch für ein paar Minuten.

 

13. August 8.00 Uhr an Deck der Blauzahn

 

Jan, Juris und Pet hatten seit 2.00 Uhr die Brücke aber seit dem Meteoriteneinschlag auf dem Meer war nichts Spektakuläres mehr passiert. Das Meer war vollkommen ruhig, der Wind kam leicht aus Süd-Ost und so fuhren sie immer noch langsam unter Segel.

 

Pet erwartete, dass er backbords die Insel Tonga im Morgendunst in seinem Blickfeld auftauchen würde, aber bisher sah er nur das Blau des Meeres. Die Ruhe war fast schon beängstigend, sie waren vollkommen alleine, selbst auf dem Radar war nichts zu sehen. Im Umkreis von etwa zehn Kilometern war nichts. Funkverkehr war hier nicht möglich, sie hörten nur immer wieder ein Rauchen, aber Otto meinte dazu, dass das auch atmosphärisch bedingt sein konnte.

 

Erst gegen 9.00 Uhr tauchte auf dem Radarschirm auf Backbord ein Schiff auf. Es fuhr auf einem Kurs, der den der Blauzahn kreuzen würde. Juris funkte das Schiff an, bekam aber keine Antwort. Also änderten sie ihren Kurs um ein paar Grad, um einer möglichen Kollision zu entgehen. Das andere Schiff änderte auch seinen Kurs und so wurde der Abstand größer. Pet stellte dann fest, dass das fremde Schiff seine Geschwindigkeit drosselte und es bald an Steuerbord zu sehen sein musste. Juris suchte mit dem Fernglas den Horizont ab und nach fast zehn Minuten sah er es. "Sieht nicht aus wie ein Frachtschiff, eher wie eine größere Jacht oder so was." Er beobachtete das Schiff weiter. Pet stellte auf dem Radarschirm fest, dass das fremde Schiff fast nicht mehr fuhr. Nach Juris Berechnungen würden sie das Schiff in einem Abstand von einhundert Metern passieren. Dann tauchte es auch auf, je näher sie kamen, um so deutlicher wurde das Schiff. Juris war der Erste, der erkannte, wer das war: Wolkows Jacht. Sie dümpelte antriebslos vor sich hin, niemand war an Bord zu sehen. "Der Anker ist heruntergelassen. Die ankern hier! Könnte Otto mal auf der Seekarte nachsehen wie tief es hier ist!" Juris beobachtete die Jacht weiter. Von unten kam die Antwort auf seine Frage von Otto. "Knapp dreißig Meter tief, hier gibt es ein Korallenriff, wir müssten im Osten Tonga sehen, es ist nur acht Kilometer von hier entfernt." Juris richtete sein Fernglas nach Osten und im Dunst konnte er etwas schemenhaft die Insel erkennen. Dann sah er wieder zur Jacht hinüber. Die Pjotr 1 lag immer noch, ohne dass man jemand an Deck sehen konnte, vollkommen ruhig da. "Sollen wir anhalten und rüberfahren oder soll ich es zuerst mit dem Funk versuchen?" Juris hatte eigentlich nur sich selbst gefragt und versuchte es dann nochmals über Funk, mit der Jacht in Kontakt zu kommen. Und tatsächlich bekam er eine Antwort. Wolkow selbst war am Funk. "Hallo, meine Freunde von der Blauzahn. Entschuldigt bitte, dass wir nicht sofort geantwortet haben, aber nach eurer Anfrage ist bei uns die komplette Elektronik kurzzeitig ausgefallen. Einer meiner Techniker wollte eine neue Software aufspielen und das ist ihm offensichtlich nicht so recht gelungen. Nun ist aber wieder alles in Ordnung. Kann ich kurz mit Lars Larson sprechen? Ich habe da eine nette Information für euch." Und dann war Lars am Funk. "Hallo Pjotr 1 hier Kapitän Larson. Was gibt es denn Interessantes für uns?" Wolkow antwortete sehr schnell, als ob er gespannt darauf sei, wie seine Information auf die Piraten wirken würde. "Ich habe gehört, dass ihr die American Dreamboys geärgert habt. Ein Kapitän und ein paar Offiziere sind etwas böse mit euch. Ihr habt damit seit gestern ein paar neue Freunde gewonnen. Und weil ihr den Kapitän etwas lächerlich gemacht habt, will er Revanche. Man hat ihn allerdings schon zur Räson gebeten. Ein paar Freunde von ihm könnten ihn allerdings unterstützen. An eurer Stelle würde ich keinen Hafen anlaufen, wo die Dreamboys mit ihren dicken grauen Kästen das Sagen haben. An eurer Stelle solltet ihr Hawaii oder sonstige von der US dominierte Inseln besser nicht anlaufen und den Panamakanal würde ich auch meiden. Die Jungs sind einfach sehr nachtragend. Ich verstehe das auch nicht, aber offensichtlich konnte sich der Kapitän nicht vorstellen, dass ein paar sehr erfahrene und etwas in die Jahre gekommene Herren eine Weltreise auf einem großen Segelschiff machen und dabei noch unter Beweis stellen, dass man sie nicht so einfach verängstigen kann. Ich habe meiner Regierung mitgeteilt, dass ich euch politisch für vollkommen harmlos halte, euch persönlich aber alle für tolle Kerle. Weiter so, ich melde mich in fünf Jahren, wenn ich sechzig bin, bei euch. Gute Reise und Mast und Schotbruch." 

 

Dann wurde der Funk einfach abgeschaltet. Man sah jetzt auf der Pjotr 1 Bewegungen. der Anker wurde eingeholt und die Motoren starteten, jemand winkte den Piraten zu und dann verschwand die Jacht ganz langsam im Dunst.

 

Alle hatten sich auf der Brücke versammelt. Carlo stellte sich in die Mitte und machte seinem Ärger Luft. Nur weil die uns nicht als Zielscheibe ihrer imaginären Schießübungen nutzen durften und weil wir uns nicht alles von der Weltmacht gefallen lassen, werden wir quasi zu Staatsfeinden erklärt. In was für einer Welt leben wir? Auch dieses Mal erleben wir wieder das Spiel, wer die Macht hat, hat recht. Nein das kann ich nicht akzeptieren. Den Rat von Wolkow, sollen wir den einhalten, sollen wir uns verkriechen? Hawaii wollten wir nicht anlaufen, aber durch den Panamakanal wollten wir doch. Wenn wir da nicht durchfahren, müssen wir ums Kap Horn fahren. Kann ja auch ganz interessant sein. Sollten wir nicht noch eine oder zwei andere Informationen einholen. Ich dachte, Ben Miller wollte sich auch noch erkundigen? Ich will eigentlich nicht nachgeben. Irgendwann ist genug." Kurz entstand ein Wortgetümmel auf der Brücke, bis Lars um Ruhe bat. "Freunde Carlo hat recht. Sich klein machen bedeutet, diesem Kapitän recht zu geben. Auf der anderen Seite müssen wir auch die Risiken bewerten und das können wir noch nicht. Ist Wolkow glaubwürdig genug, sodass wir seine Informationen einfach so hinnehmen können. Sollten wir nicht - wie Carlo schon gesagt hat - auf weitere Nachrichten warten? Das sollten wir. Unser Kurs lautet weiterhin: Nord auf die Insel Tawara zu. Wenn wir dort sind, entscheiden wir weiter. Wie ist eure Meinung dazu?" Jan meldete sich als erster zu Wort. "Ich denke, Lars und Carlo haben beide recht. Die Risiken sind zu bewerten, aber auch etwas anderes müssen wir bedenken. Wenn wir um's Kap Horn fahren, brauchen wir genügend Proviant und mindestens noch einen, wenn möglich zwei Anlaufstellen, denn wir fahren fast siebentausend Kilometer übers offene Meer. Es gibt ein paar kleiner Inseln, aber ob wir uns dort verproviantieren können, ist fraglich. Wir sollten uns aber schon daran machen, die Alternativroute Cape auszuarbeiten. Eines ist aber ärgerlich und doch sehr lehrreich, jeden Tag sehen wir mehr vom wahren Charakter von Macht und Mensch, von Geld und Einfluss, vom Egoismus und Engstirnigkeit. Und wir sind kein Spielball, wir sind das Stadion und sehen uns das Spiel an." Zum ersten Mal seit langem klatschen alle Beifall. Sie waren kein Spielball von oder für irgendjemanden und würden es auch nie werden.

 

Luigi stellte sich dann in die Mitte der Piraten. "Warum liebe Freunde segeln wir nicht weiter, warum nicht nach Tonga und von dort aus in Richtung Westen. Was brauchen wir denn an Vorräten? Wasser, Diesel, Lebensmittel, das werden wir sicher auch auf Tonga bekommen. Denn wenn wir weiter Richtung Norden segeln, werden wir auch nicht so schnell einen größeren Hafen finden und müssen dann wieder zurück Richtung Süd-Osten. Ich finde, wir sollten uns jetzt entscheiden. Nicht warten, bis uns jemand sagt, dass uns die große USA wieder lieb hat. Cape Horn ist für mich die richtige Wahl. Auf der anderen Seite liegen die Falkland Inseln und dann geht´s weiter Richtung Karibik und dann Afrika." 

 

Und sie änderten den Kurs nach Tonga. Ziel war es, dort eine Tag zum Nachdenken einzuplanen, um dann die Entscheidung, wie sie weiterreisen wollten, zu treffen.

 

 

 

13. August 2015 19.00 Uhr Tonga

 

Sie fuhren noch bei Tageslicht in den Hafen der Hauptstadt Nukuʻalofa ein. Die Hafenbehörde stellte sich als sehr komplizierte Behörde da. Lars wurde über den Sinn und Zweck der Reise bis ins letzte Detail befragt und erst als er eine Kaution von zweihundert Dollar hinterlegte, durfte die Gangway der Blauzahn auf die Hafenmole gelegt werden. Dass er für die zweihundert Dollar keinen Beleg erhalten hatte, wunderte niemanden, denn die Hafengebühren mussten oder sollten sie erst am nächsten Tag bezahlen, wenn ein königlicher Hafenbeamte da sei. Der war bereits nach einem anstrengenden Sechsstundentag nach Hause gegangen. Das Verproviantieren war erst am kommenden Tag möglich, da sie alles bar bezahlen mussten und sie keine Tonga Dollar hatten.

 

Solange Marc mit Otto und Jose zusammen das Abendessen richteten, ging Pet mit Erik, Juris und den beiden Hunden spazieren. Zum königlichen Palast und den Gärten waren es nur knapp tausend Meter und so hatten die drei Herren und die Hunde in der abendlichen Stimmung  einen schönen Ausflug. Immer wieder wurden sie von Einheimischen höflich danach gefragt, was denn das für Tiere seien, die sie da begleiteten. Erst als Trevor bellte, wussten auch die Einheimischen mit Sicherheit zu sagen, dass das keine besondere Rasse von Schafen sei, sondern Hunde. Als sie dann um 21.00 Uhr von ihrem Ausflug zurück waren, wurde gerade der Tisch auf der Blauzahn gedeckt. Bei Tisch wurde dann die geänderte Reiseroute besprochen, als ob es bereits beschlossene Sache sei, dass man das Cape umrunden wolle.

 

An diesem Abend floss zum ersten Mal seit langem wieder der Alkohol etwas kräftiger. Dieses Mal spendierte Alberto ein paar Flaschen eines sehr trockenen roten Sizilianers. Gegen Mitternacht entdeckte Luigi, dass die Pjotr 1 kaum zwanzig Meter weit von ihnen entfernt im Hafen lag. Allerdings brannte außer den beiden Positionslichtern kein weiteres Licht an Bord.

 

Um 1.00 Uhr lagen dann - bis auf die Wache, die Mathias übernahm - alle in ihren Kojen. Trevor und Tristan hatten es sich auf der Brücke in ihrer Loungekiste gemütlich gemacht.

 

Am Himmel konnte man die Sterne sehen und Mathias träumte vor sich hin, als er die einzelnen Sternenbilder, die er kannte, suchte. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte er sich wohl - ohne Ängste. Und die Sorgen, die ihn immer begleiteten, schienen gut verpackt keine Belastung mehr zu sein. Er setzte sich auf die Kante der Hundelounge und streichelte abwechselnd Trevor und Tristan und schaute immer wieder in den Himmel. Bis Tristan den Kopf hob und leise vor sich hin knurrte, dann fing auch Trevor an zu knurren. Lauter und bedrohlicher als Tristan. Mathias stand auf und schaute von der Brücke aus hinunter. Im fahlen Licht der Hafenbeleuchtung konnte er nichts sehen, was die Hunde dazu veranlasst haben könnte, zu knurren. Die Gangway war eingezogen und niemand konnte ohne Probleme an Deck der Blauzahn kommen. Dann sah er etwas, was seine Aufmerksamkeit erregte. Er ging mit den beiden knurrenden Begleitern hinunter und stellte sich an das geschlossene Gate der Gangway. Die beiden Fellfreunde starrten wie er zu ein paar kleinen Leuchtpunkten etwas zwanzig Meter weiter auf der Pier. Dann sah er es genauer. Dort standen ein paar Personen und rauchten. Er ging langsam in Richtung Bug der Blauzahn und kam damit den Personen näher. Dann fing Trevor an, ein paarmal seine sonore Stimme erklingen zu lassen. Als die Personen das hörten und dann sahen, dass sich ihnen jemand näherte, rannten sie weg. Im Schein einer Laterne konnte Mathias erkennen, dass es vier Personen waren. Nach den geschmeidigen Bewegungen zu urteilen, waren es sportliche eventuell junge Personen gewesen die da den Pier sehr eilig verließen. Wenn jemand nur rauchen wollte, warum liefen die Personen weg, wenn sie dabei nichts Übles im Sinn hatten? Ganz harmlos war das nicht. Er war froh, dass die beiden Hunde das bemerkt hatten. Er besorgte den beiden ein paar Scheiben Käse, um sie für ihre Aufmerksamkeit zu belohnen.

 

Um 5.00 Uhr morgens wurde Mathias von Steffen abgelöst. Kurz informierte Mathias seinen Piratenkollegen und legte sich dann schlafen. Als es langsam hell wurde und Steffen an Deck seine Runde machte, entdeckte er ein paar Meter entfernt vom Heck der Blauzahn ein Boot. Es sah aus wie ein kleiner Ruderboot. Es war mit einer Leine am Pier befestigt. Eine Weile schaute er über das Deck der Blauzahn ins Ruderboot, konnte aber nichts entdecken, was ihm verdächtig vorkam. Verborgen blieb ihm nur das, was unter einer schmutzigen Plane lag. Er würde sich später darum kümmern, wenn noch jemand anderes wach war. Er wollte nicht einfach das Schiff verlassen und das Boot anschauen, ohne dass jemand mit dabei war.

 

Aber was ihn störte war, dass keiner bemerkt hatte, wie das Boot so nahe an der Blauzahn festgemacht werden konnte. Nicht mal die Hunde hatten das bemerkt. Und als er um 5.00 Uhr am Morgen die Runde gemacht hatte, war das Objekt noch nicht da gewesen. Dann sah er, dass auch jemand auf der Pjotr 1 das Ruderboot entdeckte. Er kannte den Mann nicht, der zuerst ihn und dann das Ruderboot betrachtete. "Gehört das euch?" rief Steffen dem Mann zu. Der schüttelte nur den Kopf, allerdings hatte Steffen immer noch keine klare Antwort auf seine Frage, denn er wusste nicht ob der Typ den Kopf schüttelte, weil er ihn nicht verstand oder ob das Boot nicht zur Pjotr gehörte. Dann tauchte Wolkow auf. "Nein, das gehört uns nicht. Merkwürdig, dass das Ding da festgemacht wurde. Ich schicke mal jemand runter, damit er das untersuchen kann. Es stört mich einfach, wenn so ein Boot ohne Sinn in der Nähe geparkt wird." Der Mann, der zuerst für Steffen gewesen war, tauchte eine Minuten später auf dem Pier auf und zog mit der Leine das Boot ans Ufer und machte es dann stramm am Pier fest. Er stieg vorsichtig hinein, schaute sich um und hob die Plane hoch. Unter der Plane lag eine Frau. Wolkow rief seinem Mann etwas zu und der fühlte der Frau am Hals nach dem Puls. Er nickte und Wolkow rief Steffen, dass sich der Arzt der Blauzahn die Frau ansehen solle, denn sie schien noch zu leben.

 

Gerrit untersuchte die Frau auf dem Ruderboot und entschied, dass man am besten einen Krankenwagen rufen sollte, damit die Frau ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Greg lief zum Büro des Hafenmeisters, um dort den Auftrag zu erteilen, einen Krankenwagen zu rufen. Der Mitarbeiter meinte sehr gelangweilt, dass das dauern könne, da so etwas öfters passierte und sie sollten sich da besser heraushalten. Am besten wäre es, das Boot loszumachen und ins Hafenbecken hinauszuschieben. Er hätte nur Ärger, wenn man da jemand verletzt oder gar tot finden würde. Greg war empört, als er das hörte, konnte aber nichts unternehmen, da niemand die Telefonnummer des Krankenhauses oder die für den Krankenwagen hatte.  Also rannte er zurück und berichtete auf dem Pier stehend laut allen, die es hören konnten, davon. Gerrit, als Arzt seinem Eid verpflichtet, bat Steffen und den Matrosen der Pjotr die Frau aus dem Ruderboot auf den Pier zu heben. Er wollte sie dann auf die Blauzahn nehmen, um sie hier weiter zu untersuchen und ihr zu helfen. Als man sie auf den Pier hob, stöhnte die Frau leise auf und verfiel offensichtlich wieder in Ohnmacht.

 

Man trug sie auf die Blauzahn ins Krankenrevier und als Gerrit anfangen wollte, sie weiter zu untersuchen, kam Wolkow und ein junger Mann herein. "Das ist unser Schiffsarzt, Micha. Er geht Ihnen zur Hand, wenn sie erlauben." Gerrit nickte und Micha stellte seine Tasche neben sich ab und schaute sich die Frau an. In perfektem Englisch sprach er dann Gerrit an. "Sie ist etwa dreißig Jahre alt, scheint eine Einheimische zu sein. Etwas zu schlank für eine Einheimische, die sind hier alle etwas kräftiger gebaut. Die Kleidung spricht dafür, dass sie nicht arm ist. Was haben Sie bisher machen können?" Gerrit schaute Micha an. "Nenn mich Gerrit, und jetzt hilf mir sie auszuziehen, die Kleider sind etwas zu nass und so können wir sie nicht richtig untersuchen."

 

Fortsetzung folgt

 

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