Teil 2 - Kapitel 13

17. Juli 2015 17.00 Uhr auf der Blauzahn im Hafen von Wellinton

 

Gemeinsam mit den Werftmonteuren hatte Steffen die Reparatur des Motors erledigen können. Die Ersatzteile waren rechtzeitig am Morgen eingetroffen und so war die Blauzahn am späten Nachmittag wieder voll einsatzfähig.

 

Für diesen Abend hatten Otto und Pet die Mannschaft zu einer Besprechung eingeladen. Das Thema: Umgang mit der Presse. Da alle um die etwas prekäre Lager von Jan, dessen Schwester und Mathias wussten, zudem aber auch innerhalb der Mannschaft die Meinung vorherrschte, dass man die Privatsphäre aller besser schützen sollte, mussten sie nochmals über den Umgang mit den Medien sprechen. Thema zwei: Wie wollten sie sich in Zukunft gegenüber der Agelicrew verhalten? Einerseits hatte sich bereits eine gewisse Vertrautheit mit einigen Mannschaftsmitglieder der anderen Jacht ergeben, andererseits war sich keiner der Nordstrandpiraten darüber im Klaren, wie sich diese Beziehung auf ihre Pläne auswirken könnte.

 

Nach dem Abendessen saßen sie dann alle zusammen und machten es sich gemütlich. Otto informierte über das zentrale Anliegen: Wie wollten sie in Zukunft mit der Presse und den Informationen, die sie persönlich betrafen, in der Öffentlichkeit umgehen. Anlass dazu war die Anfrage an die Mannschaft der Ageli, ein paar Fotos von ihnen an ein Fernsehteam weiterzugeben. Was natürlich auch mit einigen Fragen verbunden sein konnte. Wollten sie das? Otto meinte, dass sie eine Homepage hätten, die mit Reisebeschreibungen, Bildern und Berichten über die Reise bereits sehr viel von ihnen preisgab. Sie wussten natürlich nicht, welches Bildmaterial über sie auf der Ageli zur Verfügung stand oder welche persönlichen Berichte über sie an andere weitergereicht werden konnten. Zudem galt es, auch vor allem Jan und Mathias zu schützen, deren Situation sich durch zu viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit eventuell verschlechtern konnte. Bis auf Carlo und Luigi waren alle der gleichen Meinung, dass man es gerne selbst in der Hand haben wollte, was von ihnen verbreitet werden konnte. Carlo und Luigi war das gleichgültig und bei der späteren Abstimmung enthielten sie sich dann auch der Stimme. Ansonsten waren alle dafür, sich mit den Agelis abzustimmen, denn auch sie hatten viele persönliche Erlebnisse oder Eindrücke über deren Crew gesammelt und wollten auch diese nicht - ohne sich mit den Damen abzusprechen -  ungefiltert weitergeben. Also würden sie am nächsten Morgen von Wellington nach Nelson segeln. Erik, Lars und Pet brachten dazu einen weiteren Vorschlag ein. Warum nur dorthin segeln, um ein ernstes und trockenes Gespräch zu führen. Warum dieses Treffen nicht ausnützen und gemeinsam ein Fest zu feiern. So eine Art Piratenkennenlernveranstaltung schwebte den dreien vor. Jeder sollte sich so kleiden, wie er sich im Moment auf dieser Reise fühlte. Jeder sollte sich so verkleiden, wie er es wollte. Motto: Wer bin ich, was bin ich, was will ich sein!  Es dauerte einige Zeit, bis alle dazu ihre Zustimmung gaben, aber es war ein guter Anlass, sich einfach einmal kreativ auszutoben. Jan telefonierte noch am selben Abend mit seiner Schwester und mit Birgit und machte ihnen diesen Vorschlag. Nach am selben Abend kam die Antwort per Mail. "Party am 19. Juli um 20.00 Uhr auf der Blauzahn." Damit blieb allen genügend Zeit, sich auf dieses Kostümfest vorzubereiten. Die Frauen wollten die Zubereitung des Menüs übernehmen, die Männer sollten für die Getränke sorgen. Erik meinte, dass er dagegen sei, das klassische Rollenbild - sie kocht und er geht in den Weinkeller - zu zelebrieren. Und umgehend wurde per Mail die Antwort an die Ageli abgesetzt: Nein, sie würden kochen und die Damen sollten für die Getränke sorgen. Als das Ok von der Ageli kam, klatschte Marc in die Hände. Seine große Stunde habe geschlagen, meinte er noch und machte sich mit Otto und Greg daran, einen Menüvorschlag zu erarbeiten. Lars suchte auf der Karte einen Ankerplatz heraus, wo sie ungestört und ohne viel Aufmerksamkeit diese Party feiern konnten. Er fand eine Anlegestelle nicht weit von Nelson entfernt. Pahora in der Golden Bay war eine schöne Bucht und der Ort war sehr klein, sodass sie dort ungestört feiern konnten. Der kleine Jachthafen bot ihnen die Möglichkeit, die beiden Schiffe nebeneinander ankern zu lassen.

 

Kaum einer aus der Mannschaft konnte in dieser Nacht schlafen. Was wollte er darstellen? Wer war er? Was war aus ihm geworden, seit er an Bord der Blauzahn gekommen war? Pet wälzte sich die ganz Nacht in seiner Koje hin und her. Tristan jammerte im Schlaf unter seiner Koje und Trevor konnte deswegen auch nicht schlafen und brummte immer wieder vor sich hin. Pet´s Gedanken wälzten sich wieder und wieder um die gleichen Themen. Waren sie nun zu einem Vergnügungs- und Ausflugsschiff geworden? Hatte er den richtigen Vorschlag unterstützt? Oder würde sich jeder echte Gedanken darum machen, wer er sein wollte oder wer er war. Er dachte ursprünglich, das würde die Mannschaft etwas ablenken und am Anfang fand er die Idee wunderbar. Aber inzwischen kamen immer mehr Zweifel auf. Ein Schiff voller älterer Männer, die immer noch durchaus attraktiv und zudem auch voller Träume und Phantasien waren, trafen auf eine Jacht voller Frauen, die vielleicht ähnliche Träume hatten. Alkohol, gutes Essen, weit weg von zu Hause - Pet wälzte sich hin und her ?

 

Um 4.00 Uhr am Morgen kam Lars zu ihm in die Kabine. "Du kannst auch nicht schlafen. Ich höre, wie sich der Kleine da unter deiner Koje dreht und wendet und die unmöglichsten Geräusche von sich gibt. Und der Große da kann wohl auch nicht schlafen?" Trevor drückte sich an Lars, als ob er ihn bitten wollte, dass er endlich für Ruhe sorgte. Pet stand auf. "Setz dich Lars. Was treibt dich um?" Lars erklärte ihm, was in seinem Kopf vor sich ging. Er hatte die gleichen Gedanken gehabt wie Pet. Dass sie zwei an Bord hatten, die mit anderen Mannschaftsmitgliedern auf der Ageli sehr liebevoll verbunden waren, wussten alle. Dass Birgit, die Witwe des verstorbenen Piratenfreundes und Schiffskochs Kapitän Lars sehr sympathisch fand, wussten alle an Bord, nur er hatte das noch nicht gemerkt. Oder doch? Und deshalb machte es ihn nervös ?

 

Um 5.00 Uhr morgens lagen Pet und Lars auf einem Teppich auf dem Kajütenboden, jeder der beiden hatten einen Hund im Arm und alle vier schliefen sehr fest.

 

Das allgemeine Frühstück am Morgen verlief hektisch und schnell. Alle hatten sich in der Nacht Gedanken gemacht, wie sie bei der Party auftreten wollten. Ein paar gingen deshalb noch in die Stadt, um sich einige Kleidungsutensilien zu besorgen oder auch die Haare trimmen zu lassen. Im Lande der Schafzucht, fand Erik, wird man doch sicher einen Scherenschwinger finden, der die teilweise schon lichte Haarpracht wieder in Ordnung bringen konnte. Er selbst konnte sich nicht beklagen, denn er hatte noch volles langes Haar und das wollte er sich nicht von einem Schafhirten mit Schere abschneiden lassen. Marc war mit Otto losgezogen, um ein paar Lebensmittel für die große Feier einzukaufen. Beide benötigten weder etwas zum Verkleiden noch benötigten sie einen Coiffeur. Also konnten sie sich ganz und gar auf ihre Aufgabe als Koch konzentrieren.

 

Lars, Gerrit und Pet blieben an Bord. Pet, weil er seinen Bericht für die Internetseite noch fertig machen wollte. Lars schaute sich die Wetterberichte an und Gerrit wollte sein neues Krankenrevier nochmals neu organisieren.

 

Am späten Vormittag kam es dann zu einem unschönen Zwischenfall an Deck der Blauzahn. Zuerst hörten die drei, wie Trevor laut bellte. Dann wurde aus dem Bellen ein wütendes, sehr aggressives Knurren und Bellen verbunden mit Schreien und Trampeln. Zuerst dachte Pet, dass Trevor sich mit Tristan in die Haare gekommen war und rannte nach oben. Lars und Gerrit waren schon oben, als er zu ihnen kam. Trevor befand sich zusammen mit Tristan am Heck der Blauzahn. Im Beiboot standen zwei Fremde, die sich offensichtlich dorthin geflüchtet hatten. Einer der beiden hielt sich sein blutendes Bein. Der kleine Hilfssheriff Tristan beobachtete Trevor genau, was er tat und ahmte ihn nach. Bellte der, bellte er auch, knurrte der,  knurrte er auch. Als Pet die beiden zurückrufen wollte, sagte ihm Lars, dassu er das bitte lassen solle. "Wer sind Sie und was suchen Sie an Bord der Blauzahn?" schrie er den beiden auf dem Beiboot zu. Der mit dem blutenden Bein bat darum, die Hunde zurückzurufen. Und nun wurde Lars richtig sauer. "Was sucht ihr hier, will ich wissen! Und wenn ich nicht sofort eine Antwort bekomme, steigt der Große hier zu euch ins Boot und nimmt sich das andere Bein vor." Man sah förmlich, wie beide sich bereits als Hundefutter sahen und sie hoben fast ehrfürchtig die Hände. "Wir sind Journalisten und wollten hier an Bord ein paar Bilder von den Nordstrandpiraten machen. Wir sind über die Gangway heraufgekommen und als wir nach jemandem gerufen haben, der uns eventuell die Erlaubnis geben könnte, kamen diese beiden Hunde und haben uns hierher getrieben. Ich bin verletzt. Rufen sie bitte die Tiere zurück!" Pet meinte, dass der eine doch sehr stark bluten würde und dass man ihm helfen sollte. Lars meinte nur, dass er damit das ganze Beiboot versaut und rief den beiden zu. "Wir haben niemanden rufen gehört. Und bevor man an Bord eines fremden Schiffes geht, bleibt man unten an der Gangway stehen und bittet höflich darum, dass man an Bord kommen kann. Wir haben aber nichts gehört. Im Übrigen könnt ihr ja an Land schwimmen. Sind nur ein paar Meter."  Gerrit schaute Lars mehr als nur mit Verwunderung an. "Ich bin Arzt und ich denke, wir müssen dem einen helfen. So kann der nicht schwimmen." Lars wurde immer bockiger und wütender. "Das ist mir egal, diese Typen müssen lernen, dass man nicht so ohne weiteres irgendwo eindringen kann, um ein paar Fotos zu machen." Eine Minute lang standen die drei Piraten noch da und beobachteten, wie der Journalist mit dem blutenden Bein immer blasser wurde. Der andere stand einfach nur stocksteif neben ihm. "Trevor, Tristan kommt zu mir !" Pet rief die erlösenden Worte. Als sie bei ihm waren, lobte er beide für ihre Aufmerksamkeit. Sie hatten einen guten Job gemacht. "Kommen Sie hier rüber, Ihre Fotoausrüstung legen Sie auf den Boden. Ich schaue mir Ihre Verletzung an." Gerrit hatte nun die Initiative übernommen. Ängstlich stiegen die beiden an Bord der Blauzahn, Trevor und Tristan im Auge behaltend.

 

Trevor und Tristan lagen nun zu Füßen von Pet, beide knurrten gleichzeitig bei jeder Bewegung der Fremden. Gerrit schaute sich die Verletzung des Fremden an. Lars, der immer noch sehr wütend war, fragte währenddessen, wie sie denn heißen und für welche Zeitung sie arbeiten würden. Der immer noch leicht Erstarrte und nicht Verletzte antwortete ihm. Sie wären freie Fotojournalisten und hätten den Auftrag aus London bekommen, ein paar Bilder von der Blauzahn und ihrer Mannschaft zu machen. Das Angebot sei sehr großzügig gewesen und fast fünfzig Prozent des Honorars hätten sie schon per Banküberweisung bekommen. Und wie ihre Namen lauten würden, fragte Lars zum wiederholten Mal. Der Unverletzte zerrte seinen Presseausweis heraus und reichte ihn wortlos an Lars. Neben Lars verarztete Gerrit den jammernden Presseeinbrecher. Lars wollte mehr wissen, vor allem, wer ihr Auftraggeber wäre. Das wussten die beiden aber nicht genau. Sie hätten das Geld von einem Londoner Bankhaus bekommen und den Auftrag über den Anwalt des Bankhauses. "Habt ihr schon Bilder gemacht?" Lars ließ nicht locker. "Ja ein paar. Als wir sahen, wie die Mannschaft das Schiff verließ, haben wir von jedem ein Bild gemacht. Und dann dachten wir, es wäre keiner mehr an Bord. Wir haben uns nicht korrekt verhalten und das tut uns auch leid. Ich kann mich nur entschuldigen. Aber gleich so ein paar Bestien auf uns zu hetzen, ist ja auch nicht fein." Diese Antwort kam von dem sich langsam vom Schmerzschock erholten anderen Journalisten.

 

Gerrit schaute auf und gab seinen Kommentar  zur Wunde ab. "Das ist keine Bisswunde, das ist eine alte Verletzung, die wieder aufgerissen ist. Ich nehme an, sie haben sich beim Sprung über die Reling verletzt. Und sie haben nur einen Schuh, falls ihnen das noch nicht aufgefallen ist. Wo ist der?" Der nicht Gebissene deutete auf Trevor. "Den hat er erwischt und ihn über Bord fallen lassen." "Guter Trevor," kommentierte Lars das Ganze. 

 

Dann bat er die beiden, sich hinzusetzten und erklärte, was er mit ihnen vor hatte. Sie mussten ihre Fotodatei mit allen Bildern der Blauzahncrew löschen, durften aber so viele Bilder von der Blauzahn und den beiden Hunden machen, wie sie wollten. Dann könnten sie noch von Lars, Gerrit und Pet ein paar Fotos machen und dann war´s das. Dann sollten sie ihrem Auftraggeber mitteilen, dass zur Zeit keine weiteren Mannschaftsmitglieder vor Ort oder gar an Bord wären. Und zu guter Letzt behielt Lars die beiden Presseausweise und die Fotoausrüstung für sich. "Die bekommt ihr zurück, wenn ich vor der Abfahrt in zwei Stunden einen  Kasten Steinlager Bier hier an Deck habe." Dann trollten sich die beiden.

 

Um 13.00 Uhr waren alle an Bord und über das Ereignis des Morgens informiert. Lars schickte die Mannschaft bis auf Pet, Gerrit und die Brüder Alonso und Jose unter Deck, als die Journalisten mit dem Kasten Bier auftauchten. Sie bekamen ihre Ausweise und die Ausrüstung zurück und durften jetzt sogar das Auslaufen der Blauzahn fotografieren. Demonstrativ stellten sich Trevor und Tristan an das Luk der Gangway und bellten noch einige Zeit lang in Richtung Ufer.

 

Die dreihundertfünfzig Kilometer bis zur Golden Bay lagen nun vor ihnen. Man wollte sich direkt dort treffen. Am 19. Juli 2015 um 7.00 Uhr am Morgen trafen sie ein. Da die Blauzahn etwas zu groß für einen Liegeplatz am Pier war, durften sie fast in der Mitte des Jachthafens vor Anker gehen.

 

Die Ageli war noch nicht da. So konnten die Piraten ungestört ihre Vorbereitungen treffen. Marc, Otto, Alberto und Luigi arbeiteten in der Kombüse; Jose, Carlo, Greg und Juris machten sich daran, die Messe auf den Besucheransturm vorzubereiten. Mathias, Pet und Steffen putzten, reinigten, scherten und polierten das Schiff auf Hochglanz. Um 13.00 Uhr kam die Ageli in den Hafen eingelaufen und warf die Anker ein, zwei Meter neben der Blauzahn. Diese Entfernung reichte, um eine Gangway von Schiff zu Schiff zu legen. Lars, Jan und Erik gingen auf die Ageli und berichteten, was am Vormittag des vorangegangenen Tag passiert war. Dann erzählte Jan in einer etwas veränderten Form, warum man so wenig Bilder wie möglich von der Blauzahn, vor allem aber von ihm und Mathias in der Presse haben wollte. Danach gingen die drei zurück auf die Blauzahn und die Vorbereitungen für das Fest wurden fortgesetzt. Gegen 15.00 Uhr war es sehr ruhig auf beiden Schiffen. Alle wollten sich noch vor der anstrengenden Veranstaltung des Abends ausruhen.

 

Marc war der erste, der wieder auf war und in der Kombüse arbeitete.

 

Dann ging das Gezeter los. Carl, der Bordhund der Ageli, fing an zu bellen. Erst antwortete Tristan und dann mischte auch Trevor mit. Dann trafen sich die drei in der Mitte der Gangway. Tristan und Carl fingen an zu spielen, sprangen hoch und fanden sich ganz toll. Trevor beobachtete das Ganze erst einmal, dann musste er einschreiten. Plötzlich waren alle drei verschwunden. Pet hatte das vom Niedergang aus sehen können. Er rannte los und sprang ins Wasser, neben ihm platsche es auch sehr heftig. Sophia war neben ihm ins Wasser gesprungen. Sie konnten Trevor und Carl schwimmen sehen, aber Tristan fehlte. Und dann waren da auf einmal noch Erik und Lisa im Wasser. Erik packte Trevor und schwamm mit ihm zum Heck der Blauzahn, wo bereits Lars auf ihn wartete und zog Trevor an Bord. Lisa und Sophia hatten Carl gepackt und zogen ihn schwimmend hinter sich her. Pet schaute sich um und suchte die Wasseroberfläche nach Tristan ab. Dann sah er keinen Meter neben sich Luftblasen aufsteigen. Nur ein paar kleine Perlen, aber hier musste es sein, dachte er und tauchte sofort unter. Mit der zweiten Schwimmbewegung spürte er etwas an seinem Arm und packte zu. Es war Tristan, der versucht hatte, zu schwimmen, aber offensichtlich noch nicht so geübt darin war. Kaum oben, versuchte der schwarze Mann, Pet auf den Kopf zu steigen. Pet packte ihn am Halsband und zog ihn hinter sich her - zum Heck der Blauzahn. Als er Tristan auf die Blauzahn heben wollte, hörte er Erik laut rufen: "Nicht raufheben, sonst geht der nie wieder ins Wasser. Schwimme mit ihm weg und versuche dann, dass er selbst schwimmt. Spiel mit ihm, lass ihn Spaß haben." Erik hatte recht, Pet musste Tristan dazu bringen, selbst zu schwimmen, um das alles als Spiel zu verstehen. Sophia sprang wieder ins Wasser und hinter ihr her kam Carlo. Und nun verstand auch Tristan, dass das alles ein echter Spaß war und paddelte von einem zum anderen. Bis er müde wurde und freiwillig zur Blauzahn schwamm und Erik ihn aus dem Wasser herausholte. Carlo war so geschickt, dass er von alleine auf das kleine Podest am Heck der Blauzahn steigen konnte. Dann stieg Pet aus dem Wasser und half Sophia ebenfalls an Bord. Keiner hatte Zeit gehabt, sich vor dem Sprung ins Wasser auszuziehen und so standen sie alle vier mit nassen Kleidern da, die zu allem Unglück noch an ihrer Haut klebten. Die drei Vierbeiner schüttelten sich genussvoll ein paar Mal, bis sie verschwanden. Es war kühl zu dieser Uhrzeit und zu der Jahreszeit an der Küste Neuseelands. Pet schaute Sophia an, die schlotternd dastand und sich nicht regen wollte. Pet meinte in die Runde: "Es wird Zeit, dass wir die nassen Sachen ausziehen, sonst erkälten wir uns noch." Sophia schaute ihn mit frechem Blick an. "Warum? Siehst du noch nicht genug, muss ich auch noch die Kleider ablegen?" Dann drehte sie sich um und folgte Lisa, die auf die Gangway zuging.

 

Erik beugte sich zu Pet und grinste: "Mein Freund, das wird ganz bestimmt ein sehr interessanter Abend." Dann gingen sie beide unter Deck, der feuchten Spur von Tristan und Trevor folgend.

 

 

Fortsetzung folgt