Teil 2 - Kapitel 9

9. Juli 2015 2.30 Uhr Georges Bay Tasmanien

Inzwischen hatten die Schreie und das heftige Bellen von Trevor alle auf der Blauzahn geweckt. Alberto war zu einem der großen Scheinwerfer an Backbord gegangen und richtete den Lichtkegel auf das brennende Schiff. Mathias rief ihm zu, dass Trevor etwas im Wasser gesehen hätte und er solle die Oberfläche mit dem Lichtstrahl absuchen. Etwa dreißig Meter entfernt von der Blauzahn sahen alle, die dem Lichtstrahl gefolgt waren, jemanden schwimmen. Jose hatte bereits einen Rettungsring in den Händen und warf ihn dem Schwimmenden entgegen. Erst als der Rettungssuchende den Ring erreichte, sahen alle, dass er jemanden in den Armen hielt und versuchte, ihn über Wasser zu halten. Jose sprang über Bord und kraulte in Richtung des Rettungsrings.

Otto hatte die Rettungsleine übernommen, die Jose hinter sich her zog. Als er die beiden erreichte, packte er die eine Person in den Ring und schob bei der anderen die Hände an die Leine und sagte, dass sie anpacken müsste. Dann signalisierte er Otto, dass er das Seil einholen solle. Und Otto zog die Leine, bis die beiden so dicht an der Bordwand waren, dass man sie von der  Bordwandluke aus packen konnte. Carlo zog zuerst die hilflose Person mit dem Rettungsring nach oben und dann zog Otto einen jungen Menschen, der noch immer krampfhaft die Leine festhielt, an Deck. Jose konnte alleine an Bord der Blauzahn steigen, setzte sich aber wild hustend auf den Boden. "Eigentlich kann ich nicht gut schwimmen und das schon gar nicht bei den Temperaturen. Und wir Südländer brauchen warmes Wasser und Frauen, die wir retten können." Gerrit, der neben ihm stand, schaute zu ihm hinunter. "Mein lieber Südlandmacho, für die Temperaturen kann ich nichts, aber das mit den Frauen hast du gut gemacht. Hilf uns, die beiden ins Krankenrevier zu bringen oder hast du dafür keine Kraft mehr?" Jose hatte dafür sehr viel Kraft übrig.  

 

Sie brachten die zwei Geretteten in das neue Krankenrevier neben der Messe und Kombüse. Gerrit jagte alle, die geholfen hatten, hinaus und sprach dann zuerst mit der Schwimmerin. "Geht es Ihnen soweit gut, kann ich mich um ihre Freundin kümmern?" Sie nickte, hustete und schaute dann nach ihrer Freundin. Gerrit sah, dass es sich hier um ein junges Mädchen von knapp achtzehn Jahren oder auch jünger handelte. An ihrer linken Schläfe hatte sie eine ordentliche Beule, die auch etwas blutig war. Hinter ihm sprach ihn die Schwimmerin an. "Ich heiße Jenny und das ist meine Schwester Henny oder komplett ausgesprochen Henriette. Sie ist vor den Flammen aufs Deck geflohen und muss gestolpert sein und stürzte über Bord. Wir hatten alle schon die Schwimmwesten an. Ich habe gesehen, wie sie abtrieb und bin ihr nachgesprungen. Ich habe die Schwimmweste ausgezogen, weil ich damit nicht schnell schwimmen konnte. Ich habe sie erst erreicht als wir näher an Ihrem Schiff waren als  an der Koala. So heißt der brennende Haufen da drüben. Also war es besser, zu Ihnen zu schwimmen." Während Jenny erzählte, untersuchte Gerrit Henny. Sie hatte etwas Wasser geschluckt, aber sie atmete und die Wunde war nicht sehr tief. Wahrscheinlich war sie ohnmächtig geworden, als sie über Bord ging. Gerrit ohrfeigte sie ein paar Mal leicht bis sie zu sich kam. Sie hustete ein wenig. Das zeigte ihm, dass sie nicht viel Wasser geschluckt hatte. Die Augen ließ Henny geschlossen. "Können Sie Ihre Schwester ausziehen, sie muss diese nassen Sachen loswerden. Hier liegen ein paar Decken. Sie sollten auch ihre Sachen ausziehen." Gerrit deutete auf eine Stapel mit Decken und schaute dann auf Jenny. "Entschuldigen Sie bitte, ich habe mich noch nicht vorgestellt. Mein Name ist Doktor Gerrit Brom und ich bin der Schiffsarzt. Sie sind hier auf der Blauzahn, einer Segeljacht." Jenny nickte und Gerrit stand auf. "Ich komme in ein paar Minuten zurück, inzwischen besorge ich mal etwas Warmes zu trinken." Draußen warteten Jose und Otto und wollten wissen, wie es den Schiffbrüchigen ging. "Alles soweit in Ordnung, aber sie stehen sicher unter Schock und es wäre gut, wenn wir was Heißes zu trinken bekämen." Jose eilte los und ein paar Minuten später hatte jeder der beiden Schiffbrüchigen eine Tasse heißen Tee in den Händen. Dick in ihre Decken eingewickelt saßen sie auf einem der Krankenliegen. Gerrit wollte erst Henny untersuchen, nachdem sie ihren Tee ausgetrunken hat. Er wartete und das Gespräch mit Jenny ging ihm nochmals durch den Kopf. Henny war mit einer Schwimmweste über Bord gefallen, aber er hatte keine bei ihr gesehen. "Wo ist denn die Schwimmweste, die Henny getragen hat, als sie über Bord gefallen ist?" Jenny schaute kurz auf und senkte den Kopf, bevor sie antwortete. "Die hat sie verloren. Als ich den Rettungsring zu fassen bekam, wollte ich ihr den überstreifen, aber die Rettungsweste war zu dick, sodass ich das nicht schaffte. Ich wollte aber unbedingt, dass sie sich dort einhakte und da hab ich ihr das Ding ausgezogen. War nicht gut von mir. Ich habe sie ganz kurz aus den Augen gelassen und da ist sie sofort untergegangen. Ich habe sie zwar gleich wieder zu fassen bekommen, aber da war der Schwimmring schon ein paar Meter weiter. Also habe ich Henny in den Arm genommen und bin mit dem anderen geschwommen, bis wir den Rettungsring erreicht haben. Ich weiß, das war nicht klug von mir, aber die Weste verlor immer mehr Luft. Anstatt mir den Ring überzustreifen und sie dann festzuhalten, habe ich das Falsche gemacht."  Gerrit lächelte sie versöhnlich an und machte sich dann daran, Henny´s Wunde zu versorgen. "Henny tut das weh?" Sie antwortete nicht, sondern schaute ihre Schwester an. Jenny erklärte Gerrit, dass sie stumm sei. Nachdem Gerrit Henny´s Wunde versorgt hatte, fragte er Jenny, ob sie irgendwo verletzt sei. Sie verneinte, ihr sei einfach nur kalt und sie wäre sehr müde.

 

Während Gerrit die beiden Damen versorgte, hatten Erik, Greg und Juris das Schiff erreicht. Sie gingen längsseits und riefen ein paar Mal, ob sie helfen und an Bord kommen sollten. Es dauerte sehr lange bis sie eine Antwort bekamen. Ein junger Mann erschien an der Bordwand und schaute zu den dreien herunter. "Es ist keiner mehr da, die sind alle ins Wasser gesprungen und haben die Schwimmwesten mit. Ich kann nicht schwimmen; darf ich zu euch runter kommen?" Da kletterte der Junge schon über die Bordwand und plumpste Erik in die Arme. Sie fuhren etwas weg von dem noch leicht brennenden Schiff - am Bug vorbei und dann sahen sie, dass an Land schon einige Blaulichter aufgetaucht waren, dass Scheinwerfer das Schiff auf der anderen Seite beleuchteten und dass sehr viele Menschen an Land standen. Langsam fuhren sie zum Ufer, bis sie einen kleinen hölzernen Landungssteg fanden und dort festmachten. Auf dem Steg standen einige Uniformierte. Polizei und Feuerwehr waren also schon da. Erik hob den Jungen hoch und einige Hände hoben ihn weg von Erik, der aber umgehend auch hoch auf den Steg kletterte. Er erklärte, wer er war und was sie hier machten. Und umgehend war er in einen Streit zwischen Polizei und Feuerwehr geraten. Die Polizisten wollten wissen, was passiert war, um das Wer und Warum zu klären und die Feuerwehrleute baten darum, dass man sie zum Schiff fahren sollte, damit sie eventuell noch einschreiten konnten. Irgendjemand zog am Steg entlang ein Aluminiumruderboot heran. Ein Feuerwehrmann, fast so groß wie Erik, schob alle zur Seite und fragte ihn, ob er ihn und zwei seiner Kollegen zum brennenden Wrack ziehen könnte. Erik konnte und wollte. Nur einer der Polizisten wollte das nicht. Erik sollte ihm erst seinen Ausweis zeigen. Da zeigte der Feuerteufel, was in ihm steckte. Er packte den Staatsvertreter hievte ihn ins Aluminiumboot und machte ihm klar, dass er das doch besser auf dem brennenden Schiff machen könnte, da hätte er mehr Licht für die Ausweiskontrolle. Und schon fuhr der kleine Schiffskonvoi los. Dankbar nahmen die Feuerteufel zwei Feuerlöscher an, die Erik ihnen gab, als sie an Bord des brennenden Schiffs stiegen. Es dauerte etwa fünf Minuten, bis einer der Löschmänner Bescheid gab, dass das Feuer unter Kontrolle sei. Offensichtlich war der Motor explodiert, aber das Feuer hatte sich nicht ausgebreitet. Jemand hatte schon versucht, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen und hatte damit noch Schlimmeres verhindern können. 

 

Erik band das Aluminiumboot fest und holte nochmals ein Ruderboot und ein paar Feuerwehrleute am Ufer ab. Der Polizist wurde von ihnen an Bord des Wracks geholt und sie zwangen ihn, bei ihnen zu bleiben. Seine Freude darüber war eher etwas verhalten, aber wie es Erik schien, ertrug er die Gefahr mannhaft. 

 

Inzwischen hatte man noch einige Motorboote aufgetrieben, sodass die Hilfe der Nordstrandpiraten nicht mehr notwendig war und die drei zu ihrem Schiff zurückfuhren. Es war 5.00 Uhr am Morgen und ein klein wenig Sonnenlicht vertrieb das Dunkel der Nacht. Auf der Blauzahn erfuhren Erik, dass man von der fremden Jacht zwei Schiffbrüchige geborgen hatte, die sich auf der Krankenstation befanden. Mit der Information fuhr Erik zurück ans Ufer, um die dort Wartenden darüber zu informieren. Ein weiterer Polizist nahm das gerne zur Kenntnis, denn nun wussten sie, dass alle, die sich auf der havarierten Jacht befunden hatten, gerettet worden waren.

 

Zaghaft klopfte es an der Tür zum Krankenrevier. Jenny antworte, dass man eintreten könne. Steffen hatte die Wäsche der beiden jungen Damen gewaschen und getrocknet. Sie versteckten sich immer noch nackt unter den Decken, denn sie hatten die bereitgelegten Wäschestücke nicht angezogen. Sie waren einfach zu müde gewesen und nun brachte ihnen Steffen ihre eigenen Kleidungsstücke. "Den Kaschmirpullover konnte ich nicht retten, aber hier habe ich einen von mir, der könnte einigermaßen passen." Fast schüchtern legte er die Kleidungsstücke auf einen Hocker. "Und wenn ihr wollt, kommt rüber in die Messe. Frühstück ist fertig und da kann man euch berichten, was noch alles passiert ist. Gerettet sind alle von eurem Schiff, schwer verletzt ist offensichtlich auch niemand. Also wenn ihr wollt, ihr seid herzlich eingeladen, mit uns zu frühstücken." Dann verschwand er wieder.

 

Zehn Minuten später kamen Jenny und Henny in die Messe. Erstaunt sahen sie sich um. Sie sahen sich sechzehn meist grauhaarigen Männern gegenüber und einem großen Hund. Lars stand auf und begrüßte die beiden mit einem Lächeln und mit einem Handschlag, der selbst einem Neugeborenen ein Grinsen entlockt hätte. Ein kraftvoller Mann mit einem Händedruck, der ein Hauch von Berührung war. Jeden der Mannschaft stellte er vor und wies ihnen dann einen Platz in der Mitte der Runde zu. Otto und Marc übernahmen es, die beiden zu bedienen. Nachdem sie den ersten Schluck Kaffee genossen hatten, berichtete Erik kurz darüber, was er bei der Rettungsaktion erlebt hatte. Dann überließ man es Jenny, ob sie berichten wollte, was passiert war oder auch nicht. Sie begann, nachdem sie voller Begeisterung Marc´s Dinkelbrot verzehrt hatte. "Das Boot, auf dem wir waren, gehört einem Freund meines Vaters. Sein Sohn John hat uns und ein paar Freunde eingeladen, eine Küstentour mit ihm zu machen. Wir sind seit drei Tagen unterwegs und sollten gestern Abend  wieder in Hobart zurück sein. Wir haben uns aber bei einem Landgang vorgestern mit der Zeit vertan und sind einfach zu spät gestartet. John hat deshalb die Maschine auf Vollgas laufen lassen und wir wollten die Nacht durchfahren. Kurz vor der Bucht hier fing die Maschine an zu stottern. Bemerkt haben das nicht alle, denn wir waren schlafen gegangen und nur John und sein kleiner Bruder waren an Deck. Ich bin erst aufgewacht, als es ein paar Mal ordentlich gerumst hat und als dann jemand schrie, dass es brennen würde. Meine Schwester und ich haben uns schnell angezogen und sind an Deck gelaufen. Oben haben wir uns alle die Schwimmwesten angezogen und die ersten fingen schon an, über Bord zu springen. Henny fiel auf einmal über Bord, ich konnte ihr nicht gleich nachspringen, weil ich mich in einem Seil verfangen hatte. Als ich frei war, habe ich lange nach ihr geschaut. Eigentlich war es nur ein Vermutung, als ich ins Wasser gesprungen und zu ihr geschwommen bin, dass sie das war, die ich im Wasser entdeckt hatte. Gott sei Dank war sie es wirklich, als ich sie erreichte. Aber wir waren schon zu weit vom Ufer und unserem Schiff entfernt und so entschied ich mich, hierher zu schwimmen, weil das näher war. Ja das ist alles. Wisst ihr, ob bei den anderen alles in Ordnung ist?" Lars hatte Erkundigungen bei der örtlichen Polizei eingezogen und wusste, dass bis auf ein paar kleinere Schürfwunden niemand ernsthaft verletzt war. Die Jacht war allerdings nicht mehr einsatzfähig. Der Motor war tatsächlich explodiert und vorher muss es wohl einen Kurzschluss gegeben haben, da die gesamte Elektrik ausgefallen war. "Und irgendjemand kommt euch mit einer anderen Jacht abholen. Ich weiß nicht, wer es ist, aber ihr werdet abgeholt. So wie ich verstanden habe, ist bis morgen früh jemand hier. Wenn ihr wollt, bringen wir euch später an Land zu euren Freunden, ihr könnt auch hier bleiben, wenn ihr wollt. Wir segeln erst in zwei Tagen weiter. Aber ich muss der Polizei Bescheid geben, denn ihr müsst noch eine Aussage machen. Wenn ich denen berichte, dass ihr noch nicht fit seid, dann kommt auch jemand hier her an Bord." Jenny schaute erst Lars an und dann in die Runde der Piraten. Ihre Schwester machte ein paar Handzeichen. Jenny nickte ein paar Mal zum Zeichen, dass sie gut verstanden habe, was ihre Schwester ihr sagen wollte. "Wenn es euch nicht stört, würden wir gerne hier bleiben. Henny will nicht zu den anderen. Zwei der Jungs sind ihr etwas zu nahe gekommen und sie will ihre Ruhe haben."

 

Gegen Mittag kamen zwei Polizisten an Bord und die beiden jungen Damen wurden verhört. Die Rettungsaktion in der Bucht war natürlich das Highlight des Monats in dem verschlafenen Ort. Jetzt erst wurde den Leuten bewusst, was die Blauzahn für eine Jacht war. Immer wieder fuhren Boote vorbei, um die Nordstrandpiraten und ihr Schiff zu begaffen und  zu fotografieren. Am Nachmittag meldete sich Betty über Funk. Die Ageli war fünfzig Kilometer von der Bucht entfernt. "He Piraten. Wir haben euch im Fernsehen gesehen. Ihr habt bei einer Rettungsaktion eines brennenden Schiffs mitgeholfen und zwei Frauen vor dem Ertrinken gerettet. Ja, ihr seid halt immer dabei, wenn es darum geht, unschuldige Frauen aus der Not zu retten. Richard Gere ist nur ein Schauspieler, ihr seid die wahren Helden für uns Frauen." Greg, der die Funkspruchverbindung über die Bordsprechanlage geschaltet hatte, antwortete: "Betty, hör auf zu lästern. Es ist nun mal so, dass sich bisher keine Männer vor uns ins Wasser geworfen haben und wir deshalb keine Männer retten konnten. Aber wir können das ja mal über Facebook verbreiten, dass wir auch gerne mal Männer retten würden." Melanie schrie nun fast ins Mikrofon. "Bloß nicht, ihr würdet den ganzen bisherigen charmanten Charakter der Nordstrandpiraten und ihrer Geschichte damit kaputtmachen. Und sagt Otto, er muss bei achtzehn Grad Außentemperatur nicht in der dicken Steppjacke und einem Strohhut auf dem Oberdeck liegen. Macht sich nicht so gut." Otto, der das über die Lautsprecheranlage mithören konnte, schreckte hoch und suchte, wer ihn denn da gerade filmte. Und tatsächlich entdeckte er eine Motorjacht mit ein paar großen Antennen an Deck, die gerade mal fünfzig Meter von ihnen entfernt auf dem Wasser herum dümpelte. An Deck ein Kameramann, der sein Objektiv genau auf ihn gerichtet hatte. Gemessenen Schrittes ging Otto zum Funkgerät. "Melanie, mir ist einfach kalt. Wir haben hier ordentlich Wind und knapp fünfzehn Grad Celsius. Und wir Helden müssen unsere Muskeln immer warm halten, denn die müssen umgehend einsatzbereit sein. Frauen retten und so." Noch eine ganze Weile gingen die Scherze über den Äther hin und her. Bis die Funkverbindung immer schlechter wurde. Die Ageli hatte Kurs Neuseeland genommen und war jetzt zu weit weg.

 

Alle saßen vor dem Fernsehgerät in der Messe und blickten auf den Bildschirm. Immer wieder die gleichen Bilder. Die havarierte Jacht, die jungen Männer und Frauen, die man nachts gerettet hatte, in einer Hotellobby. Dann John, der Kapitän der Jacht, wie er die dramatischen Minuten vor dem Feuer beschrieb und wie er doch heldenhaft für die Evakuierung aller gesorgt hatte. Dann kamen die Bilder der Blauzahn und eine Reporterin versuchte zu erklären, was die Blauzahn war und welche Leistung die alten Männer in der Nacht vollbracht hatten. Dann kamen noch zwei Bilder von Jenny und Henny und dann kam wieder Otto ins Bild, wie er entspannt in seiner Jacke auf dem Vordeck lag, mit dem Strohhut im Gesicht. "Wenn der noch einmal was von alten Männern erzählt, dann schwimm ich rüber zu dem Kahn mit dem Mikrophonschlotzer und versenk ihn mit seiner Kamera eigenhändig." Erik war sichtlich empört über die Reportage und die Kommentare zur Blauzahn. Auch die beiden jungen Damen schien das nicht zu gefallen. Alleine schon der letzte Satz, dass man die "old men travel group" noch gerne interviewen wollte, brachte auch den letzten verschlafenen Piraten auf der Blauzahn in Rage. Lars meinte dann, dass sie das am besten sofort erledigen sollten. Das Kamerateam war noch immer in Position, aber die Kamera war gerade nicht auf sie gerichtet. Lars gab die Kommandos. "Langboot aussetzen, Beiboot fertig machen. Erik, Carlo, Luigi, Juris, Pet und Trevor, ihr geht ins Beiboot und entert als erste diesen Kahn, wir kommen mit dem Langboot nach. Piratenuniform anziehen, also ich meine die Westen von Otto." Innerhalb von zehn Minuten waren alle bereit, den Ausis zu zeigen, was alte Männer können. In weißen Hosen, mit gestreiften T-Shirts, jeder ein andersfarbiges Halstuch um und mit den Westen von Otto stiegen sie an Bord ihrer Boote. Die beiden Damen bekamen die Aufgabe, das alles mit der Kamera von Jan zu filmen.

 

 

Fortsetzung folgt

 

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