Kapitel 54

26. Mai 2015 7.30 Uhr an Bord der Blauzahn

 

Pet hatte in der Nacht noch etwas recherchiert. Er war der Meinung gewesen, dass es "Weihnachtsinseln" heißen würde. Otto meinte, es gäbe nur eine. Beide hatten irgendwie recht, es gab zwei davon. Die hier, die zu Australien gehörte und eine im Pazifik.

 

Da man Damenbesuch auf der Blauzahn hatte, war Marc sehr bemüht, ein sehr ausgiebiges Frühstück auf einer schön gedeckten Tafel zu präsentieren. Melanie und Sophia ging es soweit gut, dass sie ein paar Bissen von Marcs frischem Brot mit etwas Tee zu sich nehmen konnten. Carlas Gesundheitszustand war schon viel besser, aber sie wollte noch liegen bleiben. Gerrit brachte ihr Tee und Zwieback ins Krankenrevier.

Um 8.00 Uhr kam ein Vertreter der örtlichen Behörden an Bord. Smalltalk, Passkontrolle und seine Neugierde waren der Grund seines Besuches. Die Passkontrolle hat zwar schon am vorigen Tage stattgefunden, aber warum sich darüber streiten. Behördenvertreter auf dieser Welt hatten doch alle eine gewisse Ähnlichkeit miteinander. Sie waren wichtig. So eine Jacht wie die Blauzahn hatte der Mann noch nie gesehen.

Da die Damen keine Ausweispapiere bei sich hatten, mussten sie von der Ageli herübergebracht werden. Das verzögerte den geplanten Tagesablauf etwas, aber der Mann ließ sich die Wartezeit mit einem guten Frühstück verschönern. Pet fragte den Beamten, ob er mit Trevor an Land gehen dürfte. Der schaute Trevor an und fragte nach den Papieren. Als er sie in die Finger bekam, schaute er sie gar nicht an, sondern nickte nur und meinte dann: "Wenn Sie mit ihm nicht in der Hauptstadt spazieren gehen, soll mir das recht sein. Ich denke, der schleppt hier ganz sicher weniger Krankheitskeime mit sich herum als die Touristen, die uns besuchen. Chinesen, Japaner, Engländer, Malaien, Holländer und dann noch unsere eigenen vom Mutterland. Und solange er keinen beißt, passiert auch nichts. Gehen Sie aber bitte nicht im Hafen spazieren. Da sind gerade ein paar Engländer, die sind auf Krawall aus. Sind hier mit einem Militärflieger gestrandet, der nicht mehr starten kann. Die Jungs sind gerade dabei, sämtliche Alkoholvorräte der Insel zu eliminieren. Also aufgepasst. Von hier aus mit dem Boot etwa zwei Meilen südwestlich von hier ist ein schöner Strand, dort können Sie auch mit dem kleinen Beiboot an Land gehen. Denken Sie aber alle daran: Es wird hier sehr heiß und wir haben Regenzeit. Gegen Nachmittag ist ein neuer Monsunregen angesagt."

 

Um 10 Uhr gingen bis auf Pet und Lars alle von Bord. Landgang für die Nordstrandpiraten. Sophia und Melanie waren soweit wieder fit, dass sie zur Ageli zurück wollten. Otto und Betty hatten ihre Fotoausrüstungen mit an Land genommen und wollten ein paar Fotos schießen. Betty fand in Otto einen Gesprächspartner und auch einen Freund der Musen, sodass sie ihn für diesen Tag gerne in Beschlag nahm und Otto das auch gerne mit sich machen ließ. Die Ageli lag im Jachthafen. So machten die beiden einen Umweg mit Melanie und Sophia.

 

Carla wollte noch auf der Blauzahn bleiben und schlief schon wieder in der Krankenstation. Pet übernahm mit Lars zusammen die Wache auf der Blauzahn, der die letzten Eintragungen in sein Kapitänslogbuch machte. Irgendwann vermisse Pet seinen vierbeinigen Freund. Er durchsuchte das ganze Schiff, bis er ihn im Krankenrevier fand. Carla saß in einem kleinen Sessel und kraulte Trevor hinter den Ohren. Frisch geduscht saß sie entspannt in dem weichen Polster und es schien ihr großes Vergnügen zu bereiten, sich mit Trevor auch noch zu unterhalten. Der hörte ihr mit geschlossenen Augen zu, die er nur öffnete, wenn sie aufhören wollte, ihn zu kraulen. "Da ist ja mein Freund. Ich hoffe er stört sie nicht, Signora Montenegro? Wie geht es Ihnen heute morgen?" Nachdem Pet noch den wild erzürnten Blick vom Vortage im Gedächtnis hatte, wollte er die Dame mit seinen freundlichen Worten etwas besänftigen. In bestem Deutsch antwortete sie: "Lieber Pet, ich darf Sie doch so nennen, mir geht es sehr viel besser und der Hund stört mich überhaupt nicht. Und bitte, nennen Sie mich Carla." Pet war doch sehr verwundert darüber, dass die Köchin perfekt seine Muttersprache beherrschte. Gestern noch verstand sie nicht einmal Englisch und heute diese Überraschung. "Sie sprechen Deutsch?" Nach ein paar weiteren belanglosen Sätzen setzte sich Pet auf die Kante eines Betts ihr gegenüber. "Sie machen mich neugierig. Warum können sie so gut Deutsch? Wenn Sie wollen, gehen wir an Deck und setzen uns ein wenig in die Sonne. Und wenn Sie Lust haben, erzählen sie mir, wo sie meine Muttersprache so gut gelernt haben? Das würde mich brennend interessieren. Carla war von dem Vorschlag begeistert, Pet musste ihr nur noch eine wenig Hilfestellung beim Aufstieg auf's Deck geben. Oben setzten sie sich auf das Vorschiff beim Masten auf den Boden. Trevor war ihnen gefolgt und legte sich wieder neben Carla, in der Hoffnung, weiterer Streicheleinheiten abzubekommen. Er hatte sich nicht geirrt. Die Frage, die ihr Pet gestellt hatte, löste offensichtlich das Bedürfnis in ihr aus, ihre ganze Geschichte zu erzählen.. "Sie haben doch Zeit? Wenn mich ein Mann schon auszieht, sollte er wenigstens wissen, mit wem er es zu tun hat." Sie zeigte dabei so ein lebensfrohes Lächeln, dass Pet nicht nur neugierig wurde, sondern sich fragte, mit wem er es denn hier zu tun hatte.

 

"Seit einigen Wochen segeln wir uns immer wieder über den Weg. Ein paar Leute aus dem Mannschaft haben Sie ja schon kennen gelernt. Ich gehöre zwar nicht zu den Mannschaftsmitgliedern, die wie Sophia und Melanie oder auch Ben Miller im Vordergrund stehen, aber ich glaube, dass ich schon wichtig bin. Ich bin der Smutje oder besser die Smutia von der Ageli." Ihr schelmisches Lächeln zeigte, dass sie es zwar ernst meinte, aber sich selbst mit sehr viel Humor betrachtete. "Sophia sagte, dass Sie ein guter Zuhörer sind. Und wem Sophia vertraut, dem kann auch ich vertrauen. Denn sie traut fast niemandem." Schlagartig wurde ihre Mine ernst. Pet hörte es gerne, dass Sophia ihm vertraute, aber da steckte wohl doch mehr dahinter, sonst würde Carla nicht so ernst darüber sprechen. "Also, ich wurde in Kalabrien geboren. Mein Vater war Tagelöhner und meine Mutter Haushälterin bei einem Großgrundbesitzer. Ich war die große Enttäuschung für meinen Vater, denn er hatte sich einen Sohn gewünscht, nachdem ihm meine Mutter schon drei Mädchen geschenkt hatte. Als ich auf der Welt war, verließ mein Vater die Familie. Zu viele Frauen, sagte mir meine Mutter, das hätte er nicht ausgehalten. Ich wuchs also in einem Frauenhaushalt auf. Männer waren dort tabu. Als ich sechs Jahr alt wurde, kam ich in die Schule. Mit vierzehn ging ich arbeiten, Geld verdienen. Zuerst in einer Konservenfabrik. Tomaten in Dosen drücken, damit der Rest von Europa Italienische Tomaten essen konnte. Die Arbeit war schön, fand ich damals. Als ich sechzehn Jahr alt war, wollte man in der Fabrik Fertiggerichte herstellen. Fertiggerichte und alles in Verbindung mit Tomaten, Ravioli in Tomatensoße und vieles mehr - in Dosen gepackt. Man stellte einen Testkoch ein. Da der unbedingt eine Hilfskraft benötigte, wurde ich zu ihm geschickt, dass ich ihn bei seiner Arbeit unterstützen sollte. Ich lernte bei ihm das Kochen und einiges, was die Behandlung von Lebensmittel betraf. Ich hatte sogar einmal eine Idee für ein Gericht, dass man später auch in Dosen packte. Mit achtzehn wurde einer der Geschäftsführer der Fabrik auf mich aufmerksam, weil der Koch mich immer mitnahm, wenn es darum ging, Kunden oder der Geschäftsführung neue Gerichte vorzustellen. Jung, etwas naiv und doch kreativ wie ich war, schien er Gefallen an mir gefunden zu haben und ich fand das natürlich toll. Ich durfte nun auch bei Kochvorstellungen außerhalb der Firma und bei den Präsentationen von Gerichten bei Veranstaltungen in größeren Städten teilnehmen. Er schenke mir hübsche Kleider, ich wurde herausgeputzt und zum Schluss war ich auf einigen Werbeplakaten zu sehen. Den Preis dieses kleinen Erfolges bezahlte ich mit einer Schwangerschaft. Ich musste abtreiben und wurde auch noch entlassen. Eine schwangere Werbe-Ikone, das ginge gar nicht, sagte man mir und eine grausame Zeit begann. Ich war streng im katholischen Glauben erzogen und verwurzelt und das hatte mich ordentlich durcheinander gewirbelt. Aber ich hatte gelernt aufzustehen. Und ich wusste, ich konnte hübsch aussehen und gut kochen. Also zog ich in der Norden von Italien. Rimini, für mich war das schon der Norden, war eine Gegend, wo man hübsche junge Mädchen mit Kochkenntnissen gebrauchen konnte. Deutsche und Engländer schätzten es, wenn schwarzhaarige Mädchen ihnen einen Teller Spagetti servierten. So lernte ich etwas Deutsch und Englisch. Einer der Kellner im Hotel, in dem ich gearbeitet habe, machte mir den Hof. Es war aber nicht erlaubt, dass das Personal untereinander ein Verhältnis hatte. Da mein Verehrer etwas mehr verdiente als ich, drängte er darauf, dass ich mir etwas anderes suchen sollte, damit wir zusammen sein konnten. Ich war noch immer etwas naiv, was die Liebe betraf und machte das auch noch.  Nachdem ich zwei Nächte mit ihm verbracht hatte, war es aus. So schnell war er meiner überdrüssig. Ja, ich hatte schon wieder etwas gelernt. Außer Deutsch und Englisch wusste ich nun: Italienische Worte der Liebe sind nicht mehr als nur dummes Strohfeuer. Und ich suchte Liebe, das wusste ich nun. Hatte ich diese doch noch nie wirklich erlebt." Fast ohne Luft zu holen und ohne emotionale Regung erzählte sie weiter. "Ich fand Arbeit in einer großen Küche in einem Mailänder Hotel. Nachts lernte ich aus Büchern, tagsüber arbeitete ich und beobachtete dabei die Meister der Kochlöffel, abends ging ich in Sprachkurse für Deutsch und Englisch. Nichts lenkte mich von mir ab. Einsamkeit hat was für sich, man lernt sich selbst kennen." Dann sah sie aufs Meer hinaus, schwieg und drückte etwas zu kräftig Trevor an sich, sodass der unwillige Brummgeräusche von sich gab. 

 

Da saßen sie im Sonnenlicht auf der Blauzahn. Pet hatte genau zugehört, aber er konnte sich immer noch keinen Reim darauf machen, warum ihm eine eher unbekannte Frau ihre Lebensgeschichte erzählte? Er und Otto hatten auf dieser Reise schon sehr viel erlebt. Menschen und fremde Kulturen kennengelernt, neue Freundschaften geschlossen, Abenteuer bestanden, die sie nur aus Romanen oder Filmen kannten. Was sie aber beide immer wieder wunderte war, was mit Menschen geschah, wenn sie in den Bann der Nordstrandpiraten gerieten. Otto hatte Pet einmal gefragt, ob er eigentlich ein Display auf seiner Stirn hätte, auf dem zu lesen war: "Kann gut zuhören und schweigen" . Pet fasste sich unwillkürlich an die Stirn. Er konnte auch kein Display auf seiner Stirn ertasten. Also, was war es, das Carla dazu führte, hier an diesem Ort mit ihm über ihr Leben zu sprechen?

 

Carla atmete tief durch und erzählte weiter. "Ja, ich habe mich hochgearbeitet. Gelernt, aufmerksam alles beobachtet, mich angepasst, mich rar gemacht, mich geheimnisvoll gegeben. Ich war zeitweilig wie ein Chamäleon, habe die Farben angenommen, die es mir ermöglichten, meine Beute zu bekommen, die ich haben wollte. Meine Beute war Anerkennung. Jemand zu sein, der beachtet wurde. Die kleine, naive, dumme Kuh aus der italienischen Provinz wurde zu einer geachteten Köchin. Ich nahm mit neunundzwanzig Jahren eine Traumstelle als Köchin bei Fiat an. Ich bekochte in der firmeneigenen Restauration die Herren vom Vorstand und der Geschäftsführung. Für die fünfzehn Herren aus der Firmenzentrale waren sechs Köchinnen und Köche sowie noch dreißig weitere Mitarbeiter zuständig. Und natürlich kamen noch ein Sommelier und ein Barista dazu. Ich war umschwärmt von allen jungen Männern, die im Dunstkreis der Mächtigen arbeiten durften. Ich war ja quasi an der Quelle der Informationen. An Einladungen oder wie man damals schon sagte, an Dates fehlte es mir nicht. Mein Leben war wunderbar, Tanzen, Party, Urlaube, Schmuck, alles was ich mir früher nur erträumt hatte, lag nun in Reichweite. Man ließ mich laufen wie den Esel, den man an einer Rute mit einer Möhre vor den Augen zum Laufen bringt. Zuerst glaubte ich wirklich, dass man an mir als Frau Interesse hätte. Bis ich merkte, sobald derjenige das bekam, was er wollte oder ich ihm das nicht geben konnte, war ich unwichtig. Dann begann die Zeit, in der ich viel gelitten habe. Mobbing nennt man das heute, Demütigungen damals. Unter den Kollegen kursierten Gerüchte über mich und dann wurde noch meine Herkunft verbreitet. Das dumme Mädchen aus Kalabrien, das gerade mal die Schule sechs Jahre lang besuchen konnte. Aus der hochgeachteten Mitarbeiterin wurde ich innerhalb von ein paar Wochen in den Augen meiner Kollegen die Mafiabraut, die nur hier war, weil mich gefährliche Elemente dort haben wollten. Ich kündigte und lief davon. Was ich mir erspart hatte, reichte für einige Monate zum Leben. Ich fuhr nach Deutschland, suchte mir dort eine Arbeit, zuerst in einer Pizzeria. Dann machte ich eine Lehre als Köchin und begann ein neues Leben. Einfach, aber mit einer gewissen Sicherheit, lebte ich nun in Düsseldorf. Alleine, denn Freunde wollte ich keine mehr haben. Ich leistete mir nur einen Luxus, den Luxus mich weiterzubilden. Ich besuchte Kurse. Sprachkurse, Psychologie, Mathematik, alles was sich mir anbot. Bis ich Düsseldorf satt hatte. Eine Stadt der kulturellen und wirtschaftlichen Gegensätze. Nach der Ausbildung ging ich erst nach Hamburg und von da aus auf ein Kreuzfahrtschiff. Und auf einem der Fahrten lernte ich Ben Miller kennen. Er warb mich ab und ich wurde seine Leibköchin. Seitdem fahre, fliege und segle ich mit ihm um die Welt. Er respektiert mich als Frau und Köchin und ich fühle mich sehr wohl bei ihm. Und was Männer betrifft: In der Mannschaft der Ageli gibt es viele, aber ich gehöre da wohl weniger zur Zielgruppe der gesuchten Weiblichkeit. Da sind eher Frauen wie Sophia oder auch Betty im Visier. Andererseits achtet Ben Miller darauf, dass es auf dem Schiff keine Missverständnisse zwischen den Geschlechtern gibt."

 

Pet war sehr erstaunt darüber, was ihm Carla da gerade erzählt hatte. Ein einfaches Mädchen aus Kalabrien, das sich trotz sehr schlechter Grundvoraussetzungen und so vieler Schicksalsschläge immer wieder aufgerafft hatte und sich behaupten konnte. Eine Frau, geboren in den sechziger oder siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Pet musste nachdenken. Hatte Carla je ein Datum genannt? Nein, soweit er sich erinnern konnte nicht. Wie alt war sie wohl? Eine Dame fragt man nicht nach ihrem Alter. Pet schaute sie von der Seite an. Sie könnte um die fünfundvierzig Jahre alt sein. Nur Lachfalten unter den Augen. Pechschwarzes, langes Haar; kleine gepflegte Hände. Sie drehte sich ganz zu ihm um und lächelte ihn an. Hatte er sie zu lange angestarrt? Pet war das peinlich und er schaute bewusst aufs Meer hinaus. "Sie fragen sich gerade, wie alt ich bin, stimmt das?" Pet hörte die Frage wie eine kleine Anklage. Er nickte nur. "Wollen Sie das wirklich wissen?" Pet nickte wieder. "Ich bin ein klein wenig eitel, sagen Sie mir, wie alt Sie mich schätzen. Aber nicht versuchen, einfach nur charmant zu sein. Ehrliche Antwort bitte." Pet drehte sich wieder zu ihr um und schaute ihr ins Gesicht. Dabei spürte er, dass er etwas rot wurde und drehte sich wieder weg von ihr. Er tat so, als ob er nachdenken musste, obwohl er seine Meinung bereits gebildet hatte. Nun spürte er, dass sie ihn von der Seite anschaute. "Doofes Spiel", dachte er bei sich. "Aus der Nummer komme ich nicht raus." Also gab es nur eines, um das Dilemma aufzulösen: "Gut ich werde eine Antwort darauf geben, wenn Sie mir im Gegenzug ebenfalls sagen, wie alt Sie mich schätzen." Pet dachte, wenn er falsch läge und sie auch gezwungen wäre, sein Alter zu schätzen, dann wären eventuelle Fehler nicht ganz so dramatisch. "Das können wir gerne so machen, Pet. Sie sagen mir Ihre Zahl und ich Ihnen meine." Pet atmete tief durch, als ob er nun ins eiskalte Wasser springen sollte. "Fünfundvierzig, plus minus zwei Jahre," war seine Antwort. Sie lächelte. "Stimmt, fünfundvierzig, plus oder minus ein Jahr. Nun muss ich Sie schätzen. Ich weiß, dass alle Mannschaftsmitglieder über sechzig Jahre alt sein müssen, um hier aufgenommen zu werden. Deshalb schätze ich ganz unten und sage sechzig Jahre." - "Fast getroffen," meinte Pet. "Noch zwei Jahre dazu, dann stimmt es. Aber es gibt da eine andere Frage, auf die ich allzu gerne eine Antwort hätte. Warum erzählen Sie mir Ihre Lebensgeschichte? Einem Fremden, der sie entkleidet hat und den sie vor ein paar Stunden noch mächtig verflucht haben. Warum?" 

 

Carla lehnte sich entspannt zurück, schaut in den Himmel und schien mit den Gedanken weit weg zu fliegen. Trevor hatte sich inzwischen aus ihren Armen befreit und lag ihr zu Füßen.

 

 

Auf der Weihnachtsinsel

 

Betty und Otto waren in der Zwischenzeit acht Kilometer an der Nordküste in Richtung Westen gewandert. Lohnenswerte Objekte zum Fotografieren hatten sie bisher nicht gefunden, aber vor der Küste ankerte eine sehr große Jacht. Die Silhouette kam Otto bekannt vor. Durch sein Teleobjektiv schaute er sich das Schiff näher an.

 

 

Fortsetzung folgt

 

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