Kapitel 46

9. Mai 2015 19.00 Uhr Fullerton Hotel Singapur
In der Lobby trafen Lars, Otto, Greg und Pet auf ihre neuen Piratenbewerber. Sie begrüßten sich, stellten sich vor, um dann alle zusammen in einen kleinen Konferenzraum zu gehen. Dort bat Lars alle, Platz zu nehmen. Kurz führte er nochmals aus, warum sie sich hier getroffen hatten.  Dann forderte er die Herren auf, sich vorzustellen und einen kleinen Abriss ihres bisherigen Lebens zu geben.
Steffen Börie aus Zürich, der Landmaschinentechniker, begann. Fünfundsechzig Jahre alt, Wohnort Zürich, verheiratet, zwei Kinder, beide volljährig und bereits verheiratet. Seinen Wunsch, Großvater zu sein oder zu werden, konnten ihm seine Töchter noch nicht erfüllen. Gelernter Landmaschinentechniker, langjähriger Auslandaufenthalt in Asien. Tätigkeiten in der Entwicklungshilfe. Er konnte sich zwar an Greg erinnern, aber er wollte das nicht weiter ausführen. Lars flüstere Pet zu. "Der will nicht, dass man seine Bekanntschaft mit Greg als Bonuspunkt nimmt. Finde ich gut!" Pet nickte zustimmend. Steffen Börie sprach Deutsch und Englisch. Sein Deutsch war nur leicht mit dem Schweizer Dialekt unterlegt, Englisch sprach er sehr schnell und ohne Fehler. Als er anfangen wollte, seine Berufserfahrung zur Sprache zu bringen, unterbrach ihn Otto sehr höflich und meinte nur, dass man in dieser Vorstellungsrunde einfach nur die Person kennen lernen wollte und das sogenannte Fachliche erst später, da das nicht unbedingt ausschlaggebend sei um, Pirat zu werden.

Dann war der sechsundsechzigjährige Matrose Luigi Mormone an der Reihe. Geboren in Rimini, verheiratet, vier Kinder und sechs Enkelkinder. Seit seinem zwanzigsten Lebensjahr war er zur See gefahren. Mit zweiundzwanzig sei er zur Marine gegangen. Dort habe er den Beruf des Seemanns und die Maschinentechnik gelernt. Während seiner Zeit bei der Marine habe er auch geheiratet und zwei seiner Kinder auf Kiel gelegt. Nach sechs Jahren Dienstzeit schied er aus und heuerte auf einem Kreuzfahrtschiff als Maschinen-Maat an. Mit dem Lohn konnte er wenigstens seine Familie besser ernähren. Er blieb für zwei Jahre auf dem Kreuzfahrtschiff, um dann in einer Werft zu arbeiten. Dort war er für die Überprüfung von größeren Motorjachten und kleiner Küstenhandelsschiffen zuständig, die die Werft zur Überholung hatte. Zwei weitere Kinder erweiterten die Familie. Mit fünfunddreißig ging er zurück in die Seefahrt. Auf einem Kreuzfahrer wurde er vierter Offizier und war für die Motoren zuständig. Sein Verdienst sicherte seiner Familie einen gewissen Wohlstand, aber es entfernte ihn auch immer mehr - nicht nur räumlich - von seiner Frau und den Kindern. Nachdem er nun seit einem Jahr zu Hause war und die Familie nicht wieder zusammenwuchs, wie er sich das vorgestellt hatte, wollte er nicht nur von zu Hause weg. Er wollte sich beweisen, dass er noch wichtig war und natürlich suche er auch ein wenig das Abenteuer. Er sagte das in einem sehr ernsten Ton, aber alle spürten, dass es ihm schwer fiel, auch so ernst zu bleiben. Er schien eher ein humorvoller Typ zu sein, der in sein Schicksal gerne die fröhlichen Seiten suchte.  
Dann begann sein Bruder, der fünfundsechzigjährige Carlo, sich vorzustellen. Auch er war in Rimini geboren, nicht verheiratet, aber Vater von drei Kindern. Lachend und mit einem Unschuldsblick gestand er, dass alle drei Kinder von drei unterschiedlichen Frauen waren. Er hatte Schlosser auf einer Bootswerft gelernt. War dann nach Kanada ausgewandert, um dort auf einer Bohrinsel anzuheuern. Auf einem seiner Urlaube auf Land zeugte er sein erstes Kind mit einer jungen Studentin. Antonia. Er verdiente auf der Bohrinsel genug, um sie und das Kind zu unterstützen. Nach ein paar Jahren zog er mit Antonia samt Tochter nach Italien. Auf Sizilien kauften sie sich eine kleine Pension bei Marsala. Neben Vermietungen boten sie auch Bootsfahrten zu den Inseln vor der Küste an. Sein zweites Kind war von einer deutschen Touristin, die ein paar Tage in ihrer Pension Urlaub gemacht hatte. Aus der Pension wurde ein Hotel, das er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin führte. Inzwischen hatten sie schon acht Mitarbeiter und eine weithin bekannte Küche. Dann starb Antonia an Krebs. Die Deutsche mit ihrem Sohn kam in dem Sommer zu Besuch, als Antonia starb und blieb. Paula, die Mutter seines Sohnes Julius war sehr geschäftstüchtig und das Hotel wuchs. Damit zogen sie den Neid der anderen Hoteliers auf sich und damit auch die Aufmerksamkeit der Mafia. Die wollte ihren Anteil am Erfolg des Hotels. Paula war unbeugsam, sie war Deutsche und verstand die dunkle Seele Siziliens nicht. Als er eines Tage von einer Bootstour zurückkam, fand er Paula tot in der Küche des Hotels. Die Polizei meinte, sie sei vergiftet worden. Mehr ermittelte die Polizei nicht und Carlo bezahlte an die Mafia, um in Frieden mit seinen Kindern leben zu können. Die Einsamkeit neben sich konnten die Kinder nicht ausfüllen und nach ein paar Monaten fand er, habe er genug getrauert. Die Mütter seiner beiden Kinder waren tot, er liebte sie immer noch, die Liebe fand aber nur in seinem Herzen und in seinem Kopf statt und er sehnte sich nach Trost. Den fand er bei einem jungen und sehr hübschen Zimmermädchen, die in seinem Hotel arbeitete. Ja und offensichtlich hatte der Herrgott ihn mit einer Fähigkeit ausgestattet, die nicht jeder Mann besitzt. Sie war schon nach einem Monat, nachdem sie ihn zum ersten Mal getröstet hatte, schwanger. Die beiden anderen Kinder hatten damit eine gute und liebevolle Ersatzmutter. Und nun wären alle Kinder aus dem Haus. Julia sei Journalistin, Julius hätte in Deutschland Maschinenbau studiert und sei bei einem Automobilkonzern beschäftigt.  Der Kleinste, Frederico, leitete mit seiner Mutter das Hotel. Für ihn war irgendwann der Platz, dort mitzumischen, nicht mehr da. Kein Gast wollte mehr auf einem alten Holzboot Touren auf die Inseln machen. Kein Gast interessierte sich dafür, dass er, der Patrone, gerne alle Gäste kennenlernen wollte. Das wollten diese modernen Menschen nicht mehr. Als sein Bruder in Rente ging, besuchte er ihn öfters und vor ein paar Monaten habe er bei einem Besuch in Rimini von der Tour der Blauzahn gelesen. Und sie hatten sich beide für das, was da geschah, interessiert. Vor ein paar Wochen nahm ein Anwalt aus Deutschland Kontakt zu ihnen auf und seitdem bekamen sie nähere Informationen von der Blauzahn. Und dann kam die Einladung zu diesem Gespräch. Seine Tochter Julia, sagte er abschließend noch, hatte ja bereits ein Interview mit ein paar Mitgliedern der Mannschaft geführt. Sie hat den Namen ihrer Mutter behalten. "Julia Piro heißt sie. Kennt ihr die?" Freudig und zustimmend nickten die Piraten. Allerdings enthielten sie sich jeglichen Kommentars.
Dann kam der Grönländer an die Reihe. Erik Erikson war ein echter Nordmann. Der Sechsundsechzigjährige sah er aus, als ob er aus irgendeinem Märchen entsprungen wäre. Groß, mindestens ein Meter neunzig, breite Schultern, das Gesicht braun gebrannt und mit tiefen Falten durchzogen. Aber am auffälligsten waren seine Haare. Volles, grausilberner Haar. "Ich bin in Dänemark geboren, aber auf Grönland aufgewachsen. Mein Vater war Fischer, sein Vater war Fischer und dessen Vater auch. Ich wollte nichts anderes werden als Fischer. Ich war nie verheiratet und habe keine Kinder. Mein Boot habe ich vor drei Jahren verkaufen müssen, weil sich der Fischfang mit einem Trawler wie dem meinen nicht mehr gelohnt hat. Meine Mannschaft hat Arbeit gefunden, ich nicht mehr. Ich war den Leuten einfach zu alt und vielleicht auch zu eigenbrötlerisch. Ich will zur See fahren und zwar richtig. Nicht auf einem kleinen Boot an der Küste entlang. Vor ein paar Wochen bekam ich Nachrichten von einem Anwalt, der meinte, ich könnte zu den Nordstrandpiraten passen. Da habe ich eure Abenteuer im Internet verfolgt. Ich fühlte mich gleich hingezogen zu dem, was ihr unternehmt. Würde gerne bei euch bleiben. Vor allem, weil ich nicht zurückfliegen will. Der Flug hierher war der erste Flug meines Lebens und ganz sicher der letzte. Da steig ich nicht mehr ein. Diese netten Mädels, die einem Pappmaché Essen servieren, mich behandeln wie einen Tattergreis und alle paar Minuten fragen, ob ich noch eine Kissen für meinen Kopf brauche. Eingesperrt in eine Metallröhre, zusammengepfercht mit nach Parfüm und anderen penetranten Gerüchen stinkenden Menschen. Nein, das würde ich kein zweites Mal aushalten. Ich bin hier weil, ich mit euch weiterfahren will." Seine gewaltige rechte Hand, die seinen Text mit wilden Bewegungen zu unterstreichen schien, legte er sanft auf die Tischplatte vor sich.
Da saßen sie nun, die Herren von der Blauzahn und ihre Kandidaten. Sie schauten sich schweigend an, bis Otto den erlösenden Satz sagte: "Lasst uns Essen gehen."
Pet und Otto blieben auf dem Wege zum Speisesaal etwas hinter den anderen zurück. "Na das bedient doch alle Klischees, die wir kennen. Ein zurückhaltender und seriöser Schweizer. Zwei sehr fruchtbare Italiener und ein schweigsamer, von Wind und Wetter gezeichneter Grönländer. Mein erster Eindruck von allen Vieren: Nicht schlecht. Sehen wir mal weiter, ob sich in unserem Small Talk beim Essen noch etwas ergibt." Pet hatte bewusst sehr leise zu Otto gesprochen. Der reagiert prompt. "Ich bin bis jetzt auch positiv überrascht, bis auf den Schweizer. Dem möchte ich noch ein wenig auf den Zahn fühlen. Für einen Landmaschinentechniker und einen, der im Entwicklungsdienst war, wirkt er auf mich doch etwas zu zurückhaltend. Du hältst ihn für seriös, er wirkt auf mich zu seriös für einen Handwerker. Warten wir es ab. Greg kennt ihn. Vielleicht entlocken wir ihm eine wenig mehr bei Tisch. Die beiden Italiener sind voller Lebensfreude und sie wirken auf mich humorvoll. Hoffentlich bekommen die in unserer Männereinsamkeit kein Problem mit ihrer Libido. Bisher verliefen die Kontakte zu Frauen immer noch entspannt und es kam zu keinen Konfrontationen. Es sollte unser Ziel bleiben, dass das so bleibt. Hahnenkämpfe auf hoher See sind nicht sehr sinnvoll." Ohne auf die anderen zu achten, mussten die beiden laut loslachen.
Im Speisesaal des Hotels hatte Lars einen runden Tische reservieren lassen. Er wollte damit demonstrieren, dass es keinen unter ihnen gab, der den Vorsitz besaß. Das hatte er bei der Legende von King Arthur abgeschaut, wo die Tafelrunde auch an einem runden Tisch stattgefunden haben soll. Otto als Pressesprecher hielt eine Einführungsrede, begrüßte die Vier nochmals und wünschte allen einen guten Appetit. Lars und Erik saßen nebeneinander Zwischen den beiden entstand in kürzester Zeit eine gewisse Vertrautheit. Pet dachte bei sich, dass Wikinger unter sich auch nach tausend Jahren immer noch einen gewisse Stammeszugehörigkeit empfanden. Oder war das schon wieder ein Klischee? Bewusst hatte Otto seinen Platz so gewählt, dass er neben Steffen zu sitzen kam. Steffen war noch nicht so trinkfest wie die Piraten und nach ein paar Schluck eines guten Grauburgunders wurde er etwas rosa im Gesicht und redselig. Greg und Pet übernahmen die stark reproduktiven Italiener. Es stellte sich heraus, dass die beiden wirklich sehr lebensfrohe Typen waren, wobei Carlo immer wieder leicht melancholisch wirkte. Greg fragte ihn dann auch während des Essens direkt, ob er denn den Tod seiner beiden Lebensgefährtinnen schon überwunden habe, so wie er sich gab. Carlo schreckte förmlich nach dieser Frage auf und nahm erst einen kräftigen Schluck Wasser, bevor er Greg antwortete. "Nein das habe ich nicht. Ich habe mich mit Arbeit und zum Schluss mit einem wunderbaren erotischen Abenteuer hinweggetröstet. Die Trauer kommt jetzt erst nach Jahrzehnten. Ich habe sie versucht wegzulachen. Mit Arbeit und weiteren Abenteuern, über die ich nicht reden werde, vergessen zu machen. Jetzt habe ich Zeit und jetzt kommt die Erinnerung hoch. Deshalb bin ich auch hier. Ich möchte meinem Leben einen neuen, weiteren Sinn geben. Freunde hatte ich wenige und nun hoffe ich, dass mir die Mannschaft auf so einem Schiff ein anderes Gefühl für Emotionen gibt. Es ist schwer für mich, das zu beschreiben, was sich in mir bewegt. Mein Lachen-können hat mir immer geholfen, das alles zu überwinden. Ich habe aber nun Angst, es zu verlieren. Deshalb denke ich, es hilft mir, bei euch mitzusegeln, um dieses Lachen behalten zu können."  Carlos Bruder nickte zustimmend neben ihm. So viel Offenheit gleich zu Anfang hatte Greg nicht vermutet, aber er konnte Carlo gut verstehen. Da war jemand, der seinem Schicksal mit Reflexion und mit einer Portion Humor getrotzt hatte, jetzt aber von den kleinen und großen Dämonen der Vergangenheit eingeholt wurde. Er nickte Pet zu, als ob er wüsste, was Pet in diesem Moment bewegte.
Schon während des Essens war offensichtlich, dass die Unterhaltungen zwischen den Nordstrandpiraten und den Piratenanwärtern in gelöster Stimmung verliefen. Bis auf die von Otto und Steffen. Sie wirkten beide, als ob sie ein Symposium der Welthungerhilfe über das Thema Regenwürmer als rettendes Element der Welternährung vorbereiten wollten. Greg hatte inzwischen auch erkannt, dass Steffen sich trotz Alkohol nicht gelöst unterhalten konnte. Er ergriff das Wort und sprach in die Runde. "Steffen, wir kennen uns ja aus längst vergessenen Zeiten schon etwas.  Ich glaube zu wissen, was dich etwas hemmt, dich hier in unserer Runde entspannt zu bewegen. Sprich es einfach offen an! Das ist bei uns Piraten kein Problem, glaub mir." Steffen errötete und schluckte heftig. "Vielleicht hast du recht, Greg. Es ist wohl das Beste, mich da zu outen. Also. Ich hatte Prostatakrebs. Ich bin zwar vom Krebs geheilt, aber eine unangenehme Hinterlassenschaft begleitet mich seit ein paar Jahren. Ich fühle mich nicht mehr als Mann. Es klappt nicht mehr, wenn ihr versteht, was ich damit sagen will. Irgendwie ist mir das Mann-sein ein Stückchen abhanden gekommen. Und damit auch mein Selbstwertgefühl. Und nun soll ich mich in einer reinen Männergesellschaft beweisen?" Greg hob die Hand, um Steffen zu unterbrechen. "Stopp mein guter Steffen. Wie du weißt bin ich immer noch Mönch und habe zugestimmt, im Zölibat zu leben. Und ich bestehe hier unter Männern genauso gut wie alle anderen. Wir betreiben keinen Wettbewerb, wer noch kann, wer nicht und wer am besten. Wir sind zwar nach Jahren alte Männer, aber wir haben dafür auch zusammen einige hundert Jahre an Lebenserfahrungen, die sich aus Erlerntem, Schicksalsschlägen, Fertigkeiten und auch aus unseren Phantasien und vielem mehr zusammensetzen. Einige von uns mussten ebenfalls erst ihr Schneckenhaus verlassen, um in dieser Crew leben zu können. Aber keiner hat alleine sein Schneckenhaus verlassen müssen. Freiwillig und mit Hilfe war das möglich. Jeder von uns trägt ein gehöriges Paket mit sich herum. Wenn man das in Gewicht darstellen müsste, würde die Blauzahn untergehen. Aber sie geht nicht unter und wird auch nicht untergehen. Wenn du dabei sein willst, dann sag Ja. Zum Schluss entscheiden wir, ob es passt. Aber zuerst musst du dem Mut aufbringen, dabei sein zu wollen, sonst machen wir uns keine weiteren Gedanken darüber."
Da steckte Carlo seine Hand nach oben. "Das bedeutet doch aber nicht, dass ihr jeglichen Kontakt zu Frauen ablehnt?" Ein herzliches und befreiendes Lachen erfüllte den Raum. "Keine Sorge," meinte Otto breit grinsend. "Wenn ihr aufgenommen werdet, dann lernt ihr schnell, wie die Nordstrandpiraten ticken."
Als die Vier dann weit nach Mitternacht auf der Blauzahn zurück waren, wollten die restlichen Mannschaftsmitglieder natürlich hören, wie die Sache gelaufen war. Otto berichtete ausführlich und teilte auch gleich mit, dass sie alle der Meinung waren, dass die Vier zur Blauzahn passen würden. Sie sollten aber erst einmal darüber schlafen und morgen Mittag kämen sie, um sich alle vorzustellen. Dann sollten sie sich entscheiden und natürlich auch die Mannschaft der Blauzahn.

10. Mai 2015 18.30 Uhr an Deck der Blauzahn
Die Blauzahn hatte seit einer Minuten vier neue Besatzungsmitglieder. Jan beauftragte die Hotelmannschaft, das Gepäck der Vier in den Hafen zur Blauzahn bringen zu lassen. Am selben Abend kam noch Ben mit Melanie, Sophia und Betty zu Besuch. Betty hatte in der Stadt ein paar Zigarren und eine Flasche Whisky besorgt und wollte diese Lars und Pet übergeben. Ben gestand Pet, dass sie einfach neugierig gewesen wären, ob die Blauzahn nun neue Crewmitglieder bekommen hätte.
Der Besuch und die Aufnahme der vier Neuen wurde ausgiebig gefeiert. Otto holte ein paar Flaschen spanischen Rotwein aus seinem Weinkeller. Irgendwie schaffte er es immer, genau den Wein zu kredenzen, der allen schmeckte und der zum Anlass passte.
Was keiner ahnte war, dass sie vom Kai aus sehr genau beobachtet wurden. Dass mit einem überdimensionierten Teleobjektiv alle Bewegungen auf Deck der Blauzahn aufgenommen wurden. Und dass es neue versteckte Mikrofone erlaubten, die Unterhaltungen mitzuhören.
Alberto kündigte für den kommenden Tag den Besuch von Beatrice mit einer Freundin an. Trevor wurde von Betty mal wieder mit liebevollem Streicheln überschüttet. Die beiden verstanden sich prächtig.
Die vier Neuen verabschiedeten sich recht früh. Greg ebenfalls. Für den Rest endete die Nacht am nächsten Morgen gegen 3.00 Uhr. Dieses Mal wurde Betty von Pet geweckt. Sie lag schon wieder in der unteren Koje seiner Kabine mit Trevor im Arm. Entweder wollte sie nicht wach werden oder war unheimlich müde oder war so betrunken, dass sie nicht laufen wollte, sodass Pet sie in seinen Armen hoch auf Deck trug und Ben übergab. Melanie half Ben, das Mädchen ins Beiboot der Ageli zu legen und danach fuhren sie ab.
Lars, Greg und Pet standen noch einige Zeit an Deck und beobachteten wie Ben das Beiboot auf die Ageli zusteuerte. Gleichzeitig sahen Lars und Pet etwas auf dem Kai aufblitzen. "Das sah doch aus wie ein Blitzlicht, oder was meinst du Pet?" "Lars du hast recht. Für einen Autoscheinwerfer leuchtete es zu kurz und zu grell. Das wird schon ein Blitzlicht gewesen sein. Aber wer fotografiert denn im Hafen um diese Uhrzeit?" Lars blieb alleine an Deck zurück, während alle anderen schlafen gingen. Er selbst konnte nicht schlafen. Vier neue Besatzungsmitglieder. Was würde das für die Mannschaft bedeuten?
Fortsetzung folgt

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