Band 4 - Prolog

Die Besatzung der Blauzahn, der Ageli und die Freunde der russischen Jacht waren nun wieder zurück in ihrem Jahrhundert. Erst hatten die "alten Männer" eine Weltreise mit einer der größten Einmaster Segeljacht der Welt gemacht. Während ihrer Reise rund um den Globus haben sie vieles erleben dürfen und müssen. Vor allem aber hatten sie Menschen kennengelernt, die wie sie auf der Suche nach dem....“was kann ich eigentlich alles leisten und tun in meinem Alter, mit meinem Geschlecht, mit meiner Herkunft, mit meiner Bildung, mit meiner Religion?“...waren. Sie waren körperlich und geistig an ihre Grenzen gekommen und hatten vieles an Schwierigkeiten überwunden die sie in ihrem "alten" Alltag glaubten, nicht überwinden zu können und es dann doch in ihrem "neuen" Alltag geschafft hatten. 


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Band 3 komplett

Also gut, die Blauzahnmannschaft ist wieder zurück im Jetzt. Und sie haben einige Personen aus dem Mittelalter mit in die heutige Zeit genommen. Man darf gespannt sein, wie sie dieses Leben im  Jetzt empfinden. Damit Sie als Leser/in nochmals den gesamten Überblick behalten können, hier der Band 3 als pdf. Otto Kraz

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Kapitel 86

24. Dezember 1216 Waiblingen im Hause des Otto von Kraz

 

In seinem Raum im ersten Stock des Herrenhauses saßen Otto und Frida von Blau am Tisch. Otto versuche seine Chronik zu verfassen und Frida half ihm, die Erinnerungen an die letzten Wochen mit ihrem Wissen gemischt zu Pergament oder Papier zu bringen.

 

Otto war immer noch schockiert von dem, was in den letzten Wochen geschehen war. Nach der Befreiung der Katharine und ihre beiden Kinder aus dem Hause des Johannes und der Niederschlagung eines Aufstandes in Waiblingen durch die Bewaffneten des Steinfelders war Ruhe in den Ort eingekehrt. Erzwungene Ruhe, sicher und erkauft durch den gewaltsamen Tod von drei Bürgern und dem des Johannes Tascher. Es gab mindestens noch zehn Verletzte in Waiblingen und einige Bürger mussten sich vor dem Gericht der Staufer rechtfertigen. Unterstützung bekamen die Staufer vom Stellvertreter des Abtes aus Lorch, Bruder Bartholomäus. Er zitierte viele Bibelstellen, wo Gewalt gegen Frauen und die Willkür verdammt wurde. Seine Ausführungen brachten selbst den etwas rebellischen Ortsgeistlichen wieder auf den Boden des alltäglichen Lebens zurück. Vor allem, dass Jesus Christus die Gewaltlosigkeit als eines seiner Grundsätze immer wieder betonte, schienen einige vergessen zu haben. Und dann zitierte Bartholomäus die zehn Gebote, wobei er sein rhetorische Können dazu nutzte, gewisse Interpretationen einzufügen, die das Handeln des Siegbert und der Staufer, sowie das weitere Tun des Otto von Kraz zu Wipplin sich nun in einem ganz anderen Lichte darstelle, wie so mancher Bürger es sehen wollte. Die Handlungen und die Rechtfertigung über die Bibeltexte zu erklären zeigten Wirkung. Es herrschte nun Frieden im Ort und in der weiteren Umgebung. Otto war zufrieden mit sich selbst und dem bisher Erreichten, denn er konnte nun in aller Ruhe sich dem widmen, was er so gerne tun wollte. Jungen Menschen etwas lehren und sie auf das Leben nach Verlassen des Schutzes seines Hauses vorzubereiten. Und er konnte nach Herzenslust schreiben. Briefe, Chroniken, Gedichte, Lieder und er begann zu Zeichnen. Constanze leitete das Haus und die Güter, ohne jeglichen Widerspruch von Knechten oder der Obrigkeit.

 

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Kapitel 85

11. November 1216 in der Siedlung der Jarl

 

Über Nacht hatte es ein wenig geschneit, der starke Wind hatte sich beruhigt, aber alles Wasser draußen war gefroren. Peter und Sophia drängten darauf, zur Blauzahnsiedlung zurückzukehren. Sie luden Schafswolle und getrockneten Fisch auf den Pferdewagen auf. Die Räder haben sie festgezurrt und Bretter untergeschoben, nun war der Wagen ein großer Schlitten und nach dem Morgengrauen brachen sie auf. Peter lenkte den Schlitten, alle anderen ritten auf ihren Pferden. Sie hofften, dass sie bis zur Dämmerung an ihrem Ziel sein würden. An einige Stellen sahen sie, dass viele Pferde und zu Fuß marschierende dort unterwegs gewesen waren. Zur Mittagszeit stießen sie auf ein erkaltetes Lagerfeuer. Sie vermuteten, dass hier Claus von Olsen mit den Seinen ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten. Sie konnten sich vorstellen, dass die Gefangenen, die sie gefesselt mitführten, ihren Zug verlangsamte.

 

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Kapitel 84

11. September 1216 später Nachmittag in Waiblingen

Johannes Tascher lag mit einer blutigen Nase vor Gregor auf dem Boden. Kein Laut war mehr zu hören, weder vor dem Haus noch hörte man einen Laut von den nun immer zahlreicher werdenden Zuschauern des Geschehens. Dass der Johannes offensichtlich seine Schwester geschlagen hatte war eine Sache, dass aber Gregor einen Bürger der kleinen Stadt niedergeschlagen hatte, eine andere. Mit welchem Recht hatte er das getan? Es dauerte einige Zeit, bis das den Zuschauern bewusst wurde. Willkür eines Adligen oder warum hatte man diesen Mann niedergeschlagen und verletzt? Dass eine Frau mit einer ordentlichen Tracht Prügel wieder an ihre Stellung erinnert wurde, gehörte zum Alltag  aber aus Wut jemanden niederzuschlagen, weil er vielleicht etwas zu heftig von seinem Recht als Hausherr Gebrauch gemacht hatte, das war nicht gut. Selbst die beiden Damen in Begleitung des Siegbert kannten das Hausrecht gut genug, um hier nichts sagen zu dürfen. Empört waren sie, aber etwas dazu zu sagen war gefährlich in dieser Situation. Was Constanze aber auffiel waren die Verletzungen der Frau. Die entsprachen nicht einfach ein paar Schlägen. Sie drängte ihr Pferd an die Seite von Otto von Kraz. "Könntest du dafür sorgen, dass wir hier ein wenig Zeit gewinnen, bevor der Pöbel zu laut und aufsässig wird? Ich muss die Katharine befragen." Otto reagierte sofort. "Haltet allein ein. Wir wollten das hier alles in Frieden und ohne weitere Gewalt klären. Reiter bildet einen Kreis um uns, bis wir sicher sind, dass alles nach Recht und Ordnung geklärt werden kann oder sogar geklärt ist."

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Kapitel 83

9. November 1216 Gotland auf dem Gebiet der Jarl Gund

 

Der Bärentaler stand da. Stocksteif und unfähig sich zu bewegen. Er beobachtete, wie die Jarl sich mit dem Ordensmann Flachenhein lautstark stritt. Er bewegte sich nicht, nur seine Augen wanderten hin und her. Keiner sollte merkten, dass er unter unsagbaren Schmerzen in seinem Rücken litt. Diese Schwäche sollte nicht dazu benutzt werden können, dass die Ordensleute sich doch aufgefordert fühlten, sich einfach zu nehmen, was sie wollten.

 

Gregorius drängte sich zwischen Peter, die Jarl und den Ordensmann. "Haltet alle ein. Es ist genug gestritten. Wir wollen, dass hier in Frieden Handel getrieben werden kann. Ich bitte euch, Herr Leopold von Flachenhein, geht zu eurem Drachen zurück, legt die Waffen ab, bringt die Fässer hierher und wir werden euch alles bringen, was ihr benötigt. Dann nehmen wir gerne euer Silber und ihr könnt in Frieden ziehen." Leopold dachte kurz nach, nickte und drehte sich wortlos um.

 

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