Teil 2 - Kapitel 46

Kapverden Montag 26. Oktober 2015 0.30 Uhr

 

An dem Ratespiel verloren alle sehr schnell die Lust, war es doch etwas zu kindisch und zu guter Letzt waren die Flaschen noch immer voll, da fast keiner erraten konnte, was sich in den Taschen oder Rucksäcken befand. Nur Sophia hatte erraten, was sich im Rucksack von Pet, Lars und Otto befunden hatte. Pfeifenbesteck, Zigarrenkiste und ein Korkenzieher, dafür durfte sie drei große Schluck aus der Whiskyflache nehmen. Melanie erriet, dass Juris in seinem Rucksack eine Sonnenbrille hatte und genehmigte sich als Belohnung einen Schluck Cognac. Jan wusste aus Erfahrung, dass seine Schwester immer mindestens ein großes Päckchen Wundpuder dabei hatte, da sie sich früher oft auf Tour mit vollkommen ungeeigneten Schuhen gemacht hatte. Und Simon wusste, dass seine Schwester immer ein kleinen Fotoalbum mit Kinderbildern aus glücklichen Zeiten von ihnen beiden dabei hatte. Er gönnte sich ebenfalls einen Schluck aus der Cognacflasche. Man ging dann dazu über, zu würfeln. Zwei Einser bedeuteten, dass man einen Schluck aus einer Flasche seiner Wahl nehmen durfte, zwei Sechser bedeuteten, dass die Mehrheit der Gruppe bestimmte, aus welcher Flasche man trinken durfte.

 

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Teil 2 - Kapitel 45

Kapverden

 

Leicht verworren stand Betty etwas abseits der Szenerie und beobachtete, wie Melanie Sophia und Sascha mit den Hunden zusammen von Otto und Pet wegführte. Ohne nachzudenken ging sie den Damen hinterher.

 

So standen die beiden Nordstrandpiraten alleine vor dem Orgelpfeifenfelsen. Sie schauten sich nicht an, sondern starrten beide Interesse heuchelnd zu der Felsformation. Otto war der erste, der sich bewegte. Er suchte sich einen Stein auf den er sich bequem setzen konnte. Er war groß genug, dass Pet neben ihm Platz finden konnte. Es dauerte allerdings einige Minuten bis auch er sich bewegte und sich dann neben Otto setzte.

Das Schweigen war unerträglich. Wer wollte wem etwas sagen? Bis Otto nach einem sehr tiefen Einatmen doch den Gesprächsfaden aufnahm. "Hör mal Pet, was war denn das mit Sascha? Warum hast du dich mit ihr heimlich davongeschlichen?" Pet schüttelte zuerst den Kopf, um dann zu antworten.

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Teil 2 - Kapitel 44

Sonntag 25. Oktober 2015 9.00 Uhr Kapverden

 

Am frühen Morgen hatte Lars die Pjotr I vor dem Hafen entdeckt. Er informierte niemanden über das, was er da gesehen hatte. War denn das auch so wichtig? fragte er sich. Nein irgendwie war es ihm - und er dachte auch den anderen - egal. Wer so hinter ihnen her schlich sollte doch einfach auch für sie alle unentdeckt bleiben. Wenn sie ihn sehen sollten, würde Wolkow zu ihnen kommen.

 

Heute wollten sie alle einen Ausflug machen. Greg hatte einen alten klapprigen Bus mit einem mutigen Fahrer gefunden. Selbst die Hunde sollten mitkommen. Carl hatte sich gefreut, seine beiden Freunde von der Blauzahn wieder zu sehen und sie hatten bei aller Wiedersehensfreude die Blauzahn ordentlich durcheinander gebracht. Nun aber standen die Amazonen und die Nordstrandpiraten am Pier und wartete auf den Bus. Die Picknickkörbe waren mit allem, was man bei einem solchen Ausflug mitnehmen wollte, gefüllt. Man scherzte noch etwas müde miteinander, denn trotz des herrlichen Wetters wollte noch keine ausgelassene Stimmung aufkommen. Etwas abseits stand Sascha Wolkow, die nun auch zur Mannschaft der Ageli gehörte und doch noch nicht ihren Platz unter all den Freunden und Freundinnen gefunden hatte.

 

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Teil 2 - Kapitel 43

18. Oktober 2015 auf dem Atlantik

 

Aus dem Tagebuch des Lars

 

Nachdem Marc in der Kombüse uns allen erst den Text, der auf den zusammengefalteten Zetteln zu sehen war, vorgelesen hatte, machte er sich daran, alles auf Englisch zu übersetzen. Sein Englisch war nicht so gut, dass er ohne Probleme den Text übersetzen konnte. Das gelang ihm erst mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms.

 

Liebe Nordstrandpiraten,

wir, die Mannschaft des französischen U-Bootes, das Sie nicht kennen und eigentlich auch nie gesehen haben, möchten Ihnen mit diesen paar Zeilen unsere Bewunderung für Ihre Abenteuerlust und ihre Tatkraft aussprechen. Wir verfolgen Ihre Reise auf Ihrem Internetblog und sind auf jede der wöchentlichen Veröffentlichungen immer sehr gespannt. Nicht nur weil uns Ihre Abenteuer spannend erscheinen, sondern weil wir die Entwicklungen, Wandlungen und Veränderungen der Mannschaft mit Aufmerksamkeit verfolgen dürfen. Wir spüren, dass Freiheit in jeder ehrlichen Nuance bei ihnen einen sehr hohen Stellenwert hat.

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Teil 2 - Kapitel 42

17. Oktober 2015 12.00 Uhr Golf von Guinea

 

Ungünstiger Wind und eine Meeresströmung behinderte die beschleunigte Reise der Blauzahn. Vor einer Stunde hatten sie den Äquator überquert und befanden sich auf Nord-West Kurs. Sie waren noch etwa dreihundert Kilometer von der Küste Ghanas entfernt und würden um 12.30 Uhr auf Kurs West gehen. Nach der Karte für Meeresströmungen und den Wetterkarten hatten sie dann günstige Segelverhältnisse. John stand am Steuerrad, das Radar hatte Steffen im Auge und Jose bediente die Segel. Bis auf Alberto waren alle soweit wieder fit, dass sie ihren Dienst auf oder auch unter Deck aufnehmen konnten.

 

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Teil 2 - Kapitel 41

Auf der Blauzahn Kurs Nord Ost 13. Oktober 2015 10.50 Uhr

Lars,  der das Kommando auf der Brücke hatte, suchte sich günstige Winde für den Kurs zu den Azoren und die Blauzahn segelte etwas näher an den afrikanischen Kontinent heran, um angenehme Temperaturen für die Mannschaft und guten Wind für die Segel zu bekommen. Der Schiffsverkehr war nicht besonders ausgeprägt und so konnten sich alle entspannt ihren Gedanken hingeben. Das Wetter war sehr angenehm. Bei mäßigem Wind und Sonnenschein legten sich einige der Nordstrandpiraten aufs Deck. Pet, der zusammen mit Lars und Greg Dienst auf der Brücke hatte, konnte sich nur wundern, wer da alles auf dem Deck lag. Otto, der eigentlich ein Sonnenbrandverweigerer war, hatte es sich auf dem Kabinendach unterhalb des großen Baums bequem gemacht und seinen Oberkörper vollkommen entblößt. Erik lag nackt auf dem Vordeck und Alberto hatte sich einen Platz neben der Hundeloge ergattert, allerdings nur mit eine Art Lendenschurz bekleidet. Darauf angesprochen meinte er gelassen. "Afrika, das sagt doch alles. Echt bequem so ein Stofffetzen. Ich beneide die Buschmänner, mit so wenig Stoff auf dem Leib kann man auch glücklich sein. Man muss nicht immer so überkorrekt wie Lars rumlaufen."

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Teil 2 - Kapitel 40

11. Oktober 2015 19.00 Uhr auf der Blauzahn

 

Alle hatten sich von dem Gelage auf der Insel und von der anstrengenden Gesprächen mit den Gästen von James gut erholt. Bis auf Marc und Juris, die seit fast 24 Stunden eine Dauerdiskussion über Napoleons Rolle in der Entwicklung Europas zu seiner jetzigen vermeintlichen Einheit führten, waren alle anderen darauf aus, sich einfach nur zu entspannen oder auf neueuropäisch zu relaxen. In Tagebücher wurden geschrieben: Geschlafen, Kochrezepte erdacht, Fernsehen geschaut, Spiele gespielt und Ausflüge auf die Insel gemacht.

 

Kurz vor dem Abendessen meldete sich die Ageli über E-Mail bei der Blauzahn. Sie hatte vor ein paar Stunden den Panamakanal verlassen und war nun auf dem Weg nach Grenada. Von dort aus wollten sie zu den Azoren segeln. Betty Black machte den Vorschlag, dass man sich doch auf den Azoren treffen sollte. Sie beschrieb den Hafen Ponta Delgada in blühenden Farben und mit einer Begeisterung, dass sich die Mannschaft schnell darüber einig wurde, dass das wohl ihr nächstes Ziel sei und nicht wie geplant die Kanarischen Inseln. Lars antwortete im Namen aller, dass sie voraussichtlich am 20. Oktober die Azoren erreichen würden. Betty antwortete etwas später, dass sie die Azoren voraussichtlich am 22. Oktober erreichen würden.

 

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