Band 4 - Kapitel 6

17. Januar 2017 0.15 Uhr in einem fremden Haus bei Lorch

Frida schaute sich um, ihre Sinne waren anders geschult als die von Will. Sie war damit aufgewachsen, dass Gefahren überraschend und ohne Vorankündigungen auf einen zukamen und dass man ihnen sofort begegnen musste. Sie hörte leise kratzende Geräusche und dann sah sie an der Wand rechts von ihr auf dem Boden ein rotes, flackendes Licht. Nur ganz dünn war das Licht auf dem Boden zu sehen. Sie machte Will darauf aufmerksam und der schlich sich zu der Stelle hin, wo Geräusch und Licht waren. Mit der Taschenlampe leuchtete er die Stelle an und fand an der Wand Unebenheiten. Frida, die sich neben ihn geschlichen hatte, flüsterte Will ins Ohr. "Eine Türe, die man nicht so leicht findet. Wir nennen so was Geheimtür. Dahinter ist wohl jemand, der uns aber noch nicht bemerkt hat. Was sollen wir tun? Versuchen die Türe zu öffnen oder warten bis derjenige da raus kommt?" Frida dachte nur kurz nach und fragte Will, in welche Richtung den die Türe wohl aufgehen würde. Sie ging in Richtung Außenwand auf. Will sollte sich dahinter verstecken und sie würde denjenigen, der sich da wohl hinter der Geheimtür aufhielt, herauslocken. Zuerst schlich sich Frida nach unten und dann schlug sie laut die Eingangstür zu. Dann trampelte sie nach oben und rief immer wieder. "Hallo ist da jemand? Ich suche Hilfe. Ich habe mich verirrt. Es ist so dunkle und kalt. Halloooo!" Dann kam sie in den Raum, wo Will sich an die Wand drückte, wo er die Türe vermutete und trampelte hin und her. Rief immer wieder nach Hilfe. Das Licht erlosch hinter dem Spalt. Als sich nichts tat, ging Frida wieder lautstark nach unten, schlug die Tür zu und schlich sich wieder nach oben. Sie blieb etwas beim Türrahmen stehen. Sollte derjenige sie doch sehen, wenn er die geheime Tür öffnete, dann würde ihn das von Will ablenken und der konnte dann handeln. Es vergingen mindestens fünf Minuten bis die Tür leise geöffnet wurde. Das Licht in dem geheimen Raum war eingeschaltet worden und eine Person trat nach draußen.

mehr lesen

Band 4 - Kapitel 5

16. Januar 2017 Blauzahnsiedlung Gotland

Gunnar war verärgert, als er die Nachrichten, die er aus Deutschland bekam, las. Die Reise  musste verschoben werden, weil zwei der Wölfe eventuell vergiftet worden waren? Wie konnte das geschehen? Und was würden Otto und die anderen nun machen? Wichtig wäre es, dass keine öffentliche Aufmerksamkeit erregt würde. Hoffentlich machten die keine Fehler da unten im Süden.

Aber was Gunnar noch zusätzlich belastete war die Ernährung aller. Niemand hatte bedacht, dass ein Jahr im Mittelalter den Stoffwechsel aller verändern würde und dass die Mittelaltermenschen auf die Veränderung so stark reagieren würden. Alle hatten Kreislaufprobleme bekommen. Einmal zu hoher Blutdruck, mal war er sehr nieder. Bei Claus von Olsen wurde festgestellt, dass er nun zusätzlich noch Probleme mit seiner Bauchspeicheldrüse hatte. Ob das im Zusammenhang mit der Gallenkolik zu sehen war, konnte niemand sagen. Weitere Untersuchungen waren notwendig. Nur Merits Gesundheitszustand besserte sich sehr schnell. Mathias kümmerte sich als ihr Ehemann fürsorglich um sie. Offensichtlich war diese Art der Fürsorge ein Heilungskatalysator, den man nicht unterschätzen sollte. Als das in der Führungsrunde, die täglich nach dem Frühstück stattfand, thematisiert wurde, suchten alle nach einer Lösung für dieses Thema. Der leitende Arzt Dr. Reiner Grundmann, ein ehemaliger Oberstabsarzt der Bundeswehr, berichtete aus seiner Einsatzzeit im Hindukusch, dass sie große Heilerfolge bei einheimischen Kranken hatten, wenn vertraute Familienangehörige einen Teil der Pflege übernahmen. Selten waren es Männer, die die Pflege übernahmen, wenn das aber der Fall war, wurden Kinder und Frauen schneller gesund, als man diagnostiziert hatte. Frauen waren vor allem bei den Kindern ein guter Heiler, aber manches Mal war die Überfürsorglichkeit der Mütter sogar hinderlich. Er hatte darüber auch einen Artikel geschrieben, der wurde aber nicht veröffentlicht. Wegen der Ernährung empfahl die Medizinerin für Stoffwechselerkrankungen, dass man Sauerteigbrot aus Gerste und Dinkel machen sollte. Zudem kein Schweinefleisch, sondern Geflügel, Fisch und wenn möglich Wildfleisch, wie Hirsch oder auch Wildschwein. Meiden sollten sie alle Schweinefleisch. Sie vermutete, dass die Pilzerkrankungen durch die Ernährung begünstigt wurden. Mit Medikamenten wollte sie noch keine Behandlung starten, eher über Hygienemaßnahmen wie das Waschen mit Seife, die keine Parfüme enthielten und deren Hauptbestandteile aus Schafsmilch oder Olivenöl waren. Niemand wusste, wie man nach einem Jahr im Mittelalter auf Antibiotika reagieren würde, dazu waren die Blutuntersuchungen noch nicht weit genug abgeschlossen und weiteres musste noch abgeklärt werden. 


mehr lesen

Band 4 - Kapitel 4

16. Januar 2017 Feriendomizil in der Nähe von Lorch

 

Will fand an diesem Morgen Heulmama und einen der Welpen tot in dem Raum unten vor. Der Herr Graf und der jungen Wolfsrüde saßen neben den toten Körpern. Es roch nach Blut und Erbrochenem. Offensichtlich eine Vergiftung oder so etwas. Will konnte sich daran erinnern, dass er die beiden am Vorabend spät in den Garten geführt hatte, weil sie nochmals den Drang hatten, nach draußen zu gehen. Der schwarze Hund und der junge Wolfsrüde hatten sich schon schlafen gelegt und folgten den beiden nicht. Will hatte beobachtet, dass die beiden irgendwo in der Nähe des Zaunes etwas länger waren, aber im Mondlicht konnte er nicht sehen, was sie da gemacht hatten und er dachte sich auch nichts dabei. Da müssen sie wohl etwas erwischt haben, was ihnen geschadet hat.

 

Otto, Frida von Blau und Will besprachen, was sie wohl tun könnten. Den beiden anderen ging es gut, sie lagen zusammengerollt in der Ecke des Wohnraumes, da man sie nicht bei den beiden toten Vierbeinern liegen lassen wollte. Juliane und Bertram kraulten die beiden, die den Verlust ihrer Freunde betrauerten.

 

Frida und Will konnten sich nur daran erinnern, dass sie beide an unterschiedlichen Tages oder Abendzeiten von einem Spaziergänger beobachtet wurden. Ein paar Mal hatte er sie auch etwas unhöflich angesprochen. Worte wie Drecksköter, blöde Viecher, Scheißer und Umweltverschmutzer sind da gefallen. Will musste sich ein paar Mal auch anhören, dass er den Garten auch so sauber halten sollte, dass die Hundekacke mit all den Parasiten sich nicht auf andere Grundstücke ausbreiten konnte. Aber weder Frida noch Will haben den Mann ernst genommen, zudem konnte ihn Frida nicht so gut verstehen, da ihr Wortschatz in Hochdeutsch noch nicht so groß war. Otto meinte nur, dass er es merkwürdig finde, dass der Mann an diesem Grundstück auftauchte, wo doch der Spazierweg und ein Feldweg fast zweihundert Meter weiter weg verlief. Was machte der Mann auf der Wiese rund um ihr Grundstück eigentlich? Wer sollte denn etwas gegen die Tiere haben, die doch niemandem etwas getan hatten und unter Aufsicht hinter einem Zaun lebten?

 

mehr lesen

Band 4 - Kapitel 3

1. Januar 2017 Gotland Blauzahnsiedlung

 

Die ersten Gespräche mit den Zeitreisenden hatte er mit seinem Verwandten Lars und dann mit Erik, Peter und Sophia. Das was er hörte und was ihm berichtet wurde, erstaunte ihn und sein Bild vom Mittelalter musste wohl korrigiert werden. Er hatte immer die Befürchtung gehabt, dass seine Reisenden so wie sie zurück ins Mittelalter gereist waren, so auch wieder zurückkamen, ohne Erinnerungen. Dem war nicht so. Konnte man offensichtlich keine Erinnerungen mitnehmen, wenn man in der Zeit zurückging, so war es doch möglich diese aus dem Mittelalter in die Jetztzeit mitzunehmen. Aber für ihn war es nicht nur wichtig, mehr aus dieser Zeit zu erfahren, sondern er wollte auch wissen, was es mit dem Charakter machte und wie der Gesundheitszustand seiner Zeitreisenden bestellt war.

 

Gerrit und Sylvia nahmen von allen Blutproben, Kot und Urin wurde von allen eingesammelt und sollte untersucht werden. Bei der Blutentnahme wehrte sich Claus von Olsen etwas, aber Sylvia lenkte ihn so ab, dass er sich das letztendlich gefallen ließ.

 

mehr lesen

Band 4 - Kapitel 2

31. Dezember 2016 in der Nähe von Lorch

 

Will ging nur sehr früh am Morgen oder am späten Abend mit den Wölfen und dem Herrn Graf spazieren. Das Grundstück, auf dem sich das Ferienhaus befand, hatte einen großen eingezäunten Garten und so konnten sich die Tiere zu dieser Zeit frei auf dem Gelände bewegen. Ein Nachbar, der zufällig einmal an einem Abend vorbeikam, als die Tiere draußen waren, fragte Will, ob das nicht Wölfe seien. Will war aber schon darauf gefasst gewesen, dass so etwas mal passieren konnte und gab zur Antwort, dass es sich um eine Züchtung von Wolfshunden handelte. Ein Nichtfachmann konnte den Unterschied zwischen Wolf und Wolfshund, einer Kreuzung aus Karpartenwolf und Deutschen Schäferhund, sehr schwer erkennen, deshalb schien der Mann zufrieden mit der Antwort gewesen zu sein. Heulmama und ihre beiden Jungen akzeptierten Will und so war es nicht verwunderlich, dass die Wölfe und der Herr Graff gerne nach draußen in den Garten gingen und dort spielten. Allerdings überlebte keines der normalen Hundespielzeuge länger als eine halbe Stunde, dann waren sie meist total zerfetzt. Also besorgte Will von einem Metzger große Lammknochen und die wurden dann zum beliebten Spielzeug, bis auch sie verschwanden, allerdings nicht auf dem Müll, sondern im Magen der Tiere.

 

mehr lesen

Band 4 - Kapitel 1

In der Blauzahnsiedlung

 

Lars Windkenner                                           Lars

 

Erik der Menschenschmid                            Erik

 

John ohne Sprache                                       John

 

Jose und Alberto Weinmacher                      Jose und Alberto       

 

Jan Sternenkenner                                        Jan

 

Gerretius Medikus                                         Gerrit  

 

Peter von und zu Bärental Chronist              Pet

 

Gregorius der Mönch und Seelentröster       Greg

 

Marcus der Hammer                                     Marc

 

Juris der Balte                                                           Juris

 

Mathias der Schreiber und Rechtsgelehrte  Mathias

 

Steffen Landratte                                          Steffen

 

Carlo und Luigi Segelmacher                        Carlo und Luigi

 

Claus von Olsen                                            Claus ......      

 

Merit, Frau des Mathias                                Merit........      

 

Meldra                                                           Meldra.....

 

......Reisende aus dem Mittelalter

 

Mandy                                                           Mandy

 

Corina                                                            Cornia

 

Milly                                                               Milly

 

Matra                                                             Matra

 

Carla                                                              Carla

 

Maria                                                             Maria

 

Lisa                                                                Lisa

 

Olivia                                                             Olivia

 

Sylvia                                                            Sylvia

 

Beatice Monte, des Alberto                           Beatrice

 

Birgit                                                              Birgit

 

Julia Piro                                                        Julia

 

Maria, Tochter der Birgit                               Maria

 

Melanie                                                          Melanie

 

Sophia                                                           Sophia

 

Betty                                                              Betty

 

Dara Felin genannt  Cahyra Muslime           Felin und Cahyra

 

Isabella                                                          Isabella

 

Nadine Tochter der Isabella                          Nadine           

 

Judit                                                               Judit

 

Simon                                                                        Simon

 

Sasha  Simons Schwester                            Sascha

 

Petja                                                              Petja   

 

Oleg                                                               Oleg   

 

Olgenija                                                         Oksana          

 

Wladimir                                                        Wladimir

 

Andrei                                                                        Andrei

 

Alana                                                             Alana

 

Popeij                                                             Pascha

 

Oronija                                                           Orsola

 

Askold                                                            Askold

 

Silas                                                               Sila

 

In Waiblingen

 

Otto Kraz                                                       Otto

 

Gunnar Larson                                              Gunnar / Lars der Jüngere

 

Liliane Grodegund                                         Lilli

 

Willi Karr                                                        Will

 

Reisende aus dem Mittelalter......

 

Bartholomäus                                                Bert.....

 

Jonata                                                            Juli......

 

Frida von Blau                                               Frida von Blau.....

 

58 Menschen die durch ein Abenteuer verbunden waren.

 

mehr lesen

Band 4 - Prolog

Die Besatzung der Blauzahn, der Ageli und die Freunde der russischen Jacht waren nun wieder zurück in ihrem Jahrhundert. Erst hatten die "alten Männer" eine Weltreise mit einer der größten Einmaster Segeljacht der Welt gemacht. Während ihrer Reise rund um den Globus haben sie vieles erleben dürfen und müssen. Vor allem aber hatten sie Menschen kennengelernt, die wie sie auf der Suche nach dem....“was kann ich eigentlich alles leisten und tun in meinem Alter, mit meinem Geschlecht, mit meiner Herkunft, mit meiner Bildung, mit meiner Religion?“...waren. Sie waren körperlich und geistig an ihre Grenzen gekommen und hatten vieles an Schwierigkeiten überwunden die sie in ihrem "alten" Alltag glaubten, nicht überwinden zu können und es dann doch in ihrem "neuen" Alltag geschafft hatten. 


mehr lesen