Durchatmen 2

Zwischenkapitel 2

 

Von Otto Kraz

 

Sehr hochverehrte Leserschaft

 

Bevor wir alle zusammen ins Mittelalter purzeln und sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen komplett ändern, will ich noch einmal auf den Ruhestand und die Lust am Schreiben zurückkommen. Unter "WIR" hatten wir beide vor zwei Jahren aufgeschrieben, was uns so alles bewegt. Warum wir diese Reise gestartet haben. Diese Erklärungen schicken wir nun ins Archiv und schreiben sie neu. Weil zwei Jahre eine sehr lange Zeit sind.

 

Otto Kraz erzählt

 

Wir sind nun zwei Jahre unterwegs. Mein persönliches Fazit: Schreiben und mit einem guten Freund eine wilde Geschichte für einen kleinen Leser&innenkreis zusammenzuspinnen, ist eine wunderbare sinn- und zeitstiftende Beschäftigung. Statt "Ich bin Ruheständler" das "Ich bin u.a. Geschichten-Blogger" in die Vorstellungssätze zu packen. 

 

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Einmal tief durchatmen

Zwischenkapitel 1

 

Von Otto Kraz

 

Verehrtes Lesepublikum. Pet Bär, der Autor der Nordstrandpiraten, führte Sie in den letzten beiden Jahre einmal rund um unseren Globus. Von der Nordseehalbinsel Nordstrand bis dorthin wieder zurück und weiter nach Gotland. Was die zehn alten Männer dabei erlebt haben, konnten Sie Woche für Woche nachlesen. Die Crew der Blauzahn, dem Schiff der Nordstrandpiraten, startete mit 10 alten Männern über 60, die sich auf dieser Reise über den Sinn des Daseins Gedanken machen wollten. Was sie auch ausführlich taten.

 

Sehen Sie diesen roten Faden der Tatsache geschuldet, dass sich zwei alte Freunde, die sich in jungen Jahren im Urlaub an der Nordsee oft beim Radeln über diese weit entfernte Zeit des Ruhestandes unterhalten hatten. Was sie alles mit dieser verrückten Zeit anstellen wollten. Auf Nordstrand lag eine häufig gewählte Urlaubs-Radtour.

 

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Kapitel 60 und Ende von Band 2

Aus dem Tagebuch der Sophia

 

Die Pressekonferenz war für mich etwas enttäuschend. Ich hatte mir eigentlich mehr konstruktive Fragen erwartet. Was kam dabei raus. Fragen nach Abenteuer, Sex, Fitness und Essen. Die Frage von der Staatsanwältin kam mir schon sehr merkwürdig vor. War sie doch kein Pressevertreter und wurde doch gefragt. Später klärte sich das etwas auf, da sie doch als Freizeitjournalistin für ein juristisches Blatt Beiträge schreibe. Was das mit unserer Reise zu tun hat, ist mir nicht ganz klar geworden. Nur eines wurde uns allen schnell bewusst: Ihr Interesse an Mathias.

 

Ich war froh, dass Otto und ich dabei waren, als Pet loslegte. Hätten wir ihn nicht immer wieder mit Handzeichen dazu gebracht, sich etwas zu bremsen, dann wäre das zu einer Marx, Engels, Jesus Christus, Martin Luther und einer Prise Dalai Lama Mixtur Rede geworden. Pet und sein Sinn für Gerechtigkeit. Der Analyst, der alles bis ins Detail anschaut und zergliedert, hat ein wirkliches Näschen für Unfaires. Er tat sich nur keinen Gefallen damit. Es verbrannte ihn fast, wenn er darüber sprach und immer Neues entdeckte. Die Natur, der Mensch sind ans Überleben gebunden und nicht an Fairness. Was das betrifft, hat er schon recht, wenn er sagt, dass wir das Archaische in uns noch festhalten und uns dabei moralisch noch im Mittelalter befinden. Jedes Mal, wenn er über Ungerechtigkeit doziert, sieht man den Schmerz in seinen Augen. Er muss wirklich vieles gesehen und erlebt haben, was ihn im tiefsten Inneren getroffen hatte.

 

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Teil 2 - Kapitel 59

9. Dezember 2015 18.15 Uhr Pressekonferenz

 

Da stand Pet nun in der Mitte des Saales, um ihn herum saßen Pressevertreter und eine Staatsanwältin und alle mit sehr neugierigen Blicken. Pet schaute sich um, ob er auch die ungeteilte Aufmerksamkeit aller hatte. Er hatte sie.

 

"Vor einem Jahr hätte mich noch niemand aufgefordert, hier zu sein und Pressevertretern Rede und Antwort zu stehen. Wenn ich das, was ich Ihnen jetzt zu sagen habe, vor einem Jahr gesagt hätte, wäre die Anzahl der Zuhörer sicher wesentlich kleiner gewesen, so klein, das ein Tisch mit vier Stühlen ausgereicht hätte. Biertischgespräche oder so ähnlich hätte man das dann bezeichnet. Nun aber sind wir, die Mannschaften der Blauzahn, der Ageli und der Sasha berühmt. Wir haben eine Weltreise gemacht. Ohne Full Service, ohne Stewart, ohne dienstbare Geister um uns herum. Wir sind etwas berühmt geworden, weil wir etwas Besonderes geleistet haben. Unsere Glaubwürdigkeit ist damit offensichtlich größer geworden. Also mein Tipp an alle: Umsegelt die Welt, steigt auf den Mount Everest, radelt durch die Wüste Gobi und dir hören die Menschen zu. Oder werde Politiker, lasse dir Zeit, bleibe ein treuer Parteisoldat und warte, bis du den letzten vor die abgesägt hast, dann bist du auch jemand, dann hören dir die Leute auch zu. "

 

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Teil 2 - Kapitel 58

9. Dezember im Morgengrauen auf der Blauzahn

 

Als Lars Jan von seinem Gegner weghob, blieb der am Boden schwer atmend liegen, während Jan immer noch versuchte, zu atmen. Es fiel ihm sichtlich schwer, Luft zu bekommen. Seine Schwester war inzwischen auf die Blauzahn gekommen, da sie ihren Bruder gesehen hatte und ihm zu Hilfe eilen wollte. Ein Polizist und zwei SEK Männer arbeiteten sich nach unten durch, von wo man die Schüsse gehört hatte. Pet rief laut, dass alles in Ordnung sei. Er wollte damit verhindern, dass man versehentlich aus Unsicherheit von Schusswaffen Gebrauch machen würde.

 

Am Niedergang unten hatten sich inzwischen Luigi und Carlo eine schwarzmaskierte Person gegriffen. Die wehrte sich heftig, aber als Luigi dann mit einem brutalen Schlag ins vermummte Gesicht der Person schlug, sackte die Maske zusammen und es war Ruhe.

 

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Teil 2 - Kapitel 57

9. Dezember 2015 1.30 Uhr in der Messe der Blauzahn

 

Melanie brauchte wieder eine kleine Pause. Sophia saß inzwischen neben ihr und hielt fest ihre linke Hand. Es dauerte ein paar Minuten bis sie wieder weitersprechen konnte.

"Auch wenn der Anwalt mir davon abriet, zur Polizei zu gehen, wollte ich nun doch. Der Anwalt, Ben Miller und seine Bekannte begleiteten mich dorthin. Dass ich verletzt war, sah man auf den ersten Blick. Als ich dann am Empfang der Polizeistation sagte, warum ich da sei, rief man eine Polizistin, die mich in eines der Büros begleitete. Die drei waren immer bei mir. Dann konnte ich endlich meine Aussage machen. Es wurde alles genauestens protokolliert und dann sollten wir warten. Es dauerte fast eine Stunde, bis ein anderer Polizist kam. Er stellte sich vor und vor meinen Augen wurde die Polizistin, die das Protokoll aufgenommen hatte, beschimpft und des Raumes verwiesen - allerdings erst, nachdem sie das Protokoll gelöscht hatte. Dann kam ein Staatsanwalt. Ich kannte den Herrn vom Sehen, denn ich hatte ihn einmal mit James Vater zusammen in einem Club getroffen. Ich hatte das noch gut im Gedächtnis, weil ich James Vater selten höflich erlebt hatte, aber mit dem Staatsanwalt war er offensichtlich freundschaftlich verbunden.

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Teil 2 - Kapitel 56

8. Dezember 2015 6.00 Uhr Rendsburg

 

Die Reparatur war abgeschlossen, die Brennstofftanks aufgefüllt, der Proviant auf allen drei Schiffen war für mindestens einen Monat gebunkert, also konnte man sich auf den Weg nach Kiel machen. Man würde, wenn es keinen weiteren Aufenthalt geben würde, am Spätnachmittag in Kiel ankommen. Am Olympiahafen konnten sie um 16.00 Uhr Anker werfen. Die Blauzahn war für die herkömmlichen Jachthäfen an der Kieler Förde zu groß und deshalb wollten sie nicht in den Überseehafen einfahren, also blieb ihnen nur diese Möglichkeit. Dort konnten sie in Ruhe wieder die Masten aufrichten und sich für das Interview am kommenden Tag vorbereiten. Drei Mietwagen standen für sie bereit, damit sie sich ungestört bewegen konnten.

 

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