Band 4 - Kapitel 19

Mittwoch 1. März 2017 Gotland Blauzahnsiedlung

 

Gunnar war beruhigt und auch beunruhigt was er aus Nordstrand hörte. Dann kam noch die Sache mit diesem Journalisten Malte Sorensen. Also würde dieser Mann weiter gegen ihn recherchieren. War sein Hass auf ihn so groß oder war der Mann nur ein verbohrter Schreiberling, der meinte, alle Welt müsste wissen, was Gunnar Larson für ein Mensch war. Gunnar war wütend, denn gegen solche Typen gab es keine Gesetze, kein Kraut, kein legales Mittel, um sie daran zu hindern, weiterzumachen. Nach dem Frühstück wollte er sich mit Lars, Erik, Birgit und Melanie beraten. Eventuell würde er auch Julia dazu rufen, denn sie war Journalistin und wusste vielleicht ein Mittel gegen diese lästige Zecke von Tintenkleckser. Ihm fielen immer mehr Namen für diesen Menschen ein und mit jedem Namen, den er fand, wurde sein Wut größer. 

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Band 4 - Kapitel 18

28. Januar 2017 19.50 Uhr Parkplatz bei der Autobahnausfahrt Schafstedt

 

Pet und Will gaben allen den Rat, erst zu reden, wenn sie etwas gefragt wurden. Zudem sollten bei allgemeinen Fragen jeweils nur Will und Pet antworten. Dann waren sie auch schon auf dem Parkplatz und stellten die Motoren ab. Will öffnete das Fenster und schaute hinaus. Vor ihm standen mindestens vier Polizisten mit Maschinenpistolen, links und rechts ebenfalls. Hinter ihm bemerkte er, dass auch Pet den Motor abgestellt hatte und die Lichter ausgeschaltet wurden. Auch er öffnete sein Fenster und wartete, was da nun kommen würde. Gleichzeitig lösten sich zwei Polizisten von ihnen links und kamen auf sie zu. In etwas weniger als einem halben Meter blieben sie neben der Fahrertür stehen und forderten die Fahrer auf, ihnen die Fahrzeugpapiere zu geben, den Führerschein und die Ausweispapiere. Schnell wurde den Aufforderungen nachgegangen. Die Polizisten entfernten sich mit den Dokumenten. Sie warteten, nichts geschah in den kommenden zehn Minuten. Dann kamen Beamte und leuchteten ins Fahrzeuginnere. Pet musste beruhigend auf Frida einreden, die sich wegen des Lichtstrahls beschweren wollte. Will und Pet hörten wie die Polizisten sich über Funk untereinander unterhielten. Offensichtlich wurden Personen gesucht, die mit Frauen aus Osteuropa in Richtung Dänemark unterwegs waren. Ein anderer Polizist meinte, dass auch Drogen im Spiel seien. Langsam wurde es kalt in den Autos, Pet wollte aber das Fenster nicht schließen. Also rief er einem der Beamten zu, dass er gerne aussteigen würde, um ein paar Jacken aus dem Kofferraum zu holen, da es langsam kalt im Auto wurde. Will konnte im Van direkt auf die wärmenden Kleidungsstücke zugreifen.

 

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Band 4 - Kapitel 17

28. Februar 2017 am späten Nachmittag auf Gotland

 

Malte Sorensen wurde von Dr. Nils Fredrikson untersucht. Er hatte ein paar Schürfwunden und eine Prellung auf dem rechten Handrücken. Nichts dramatisches, aber Lars musste sich eine ordentliche Standpauke von ihm anhören. Folterungen verabscheute der Doktor und das bekam außer Lars auch Gunnar zu hören. "So und nun wisst ihr, was ich davon halte. Bleibende Schäden wird er nicht davon tragen, aber passt auf, ich habe mir seine Augen angeschaut, da ist zu viel Rot in den Augen und das schwarz-braune an den Tränensäcken kommt nicht von Schlaflosigkeit. Ich tippe auf zu viel Alkoholkonsum. Hat er eigentlich ständig Durst und beginnt manches Mal leicht zu zittern? Passt auf ihn auf, gesund ist der nicht." Mit diesen Worten verabschiedete sich der Doktor von den beiden.

 

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Band 4 - Kapitel 16

28. Januar 2017 Nordstrand

 

Sasha war die Erste an diesem Tag, die aufgewacht war und machte sich noch vor 6.00 Uhr daran, das Frühstück zuzubereiten. Sophia, Frida und Juliane waren ebenfalls sehr früh wach und halfen Sophia beim Tischecken. Am späten Abend hatte Sophia den beiden noch erklärt, was Shoppen bedeutete. Die Worte Konsum und Genuss wurde mit vielen und einfachen Worten erklärt und die Aufregung war bei den beiden entsprechend groß. Mathias kam etwas später und wirkte leicht verkatert. Er meinte nur, dass er schlecht geschlafen hätte und unter heftigen Kopfschmerzen leiden würde. Für die Shoppingtour nach Hamburg stand er an diesem Tage nicht zur Verfügung. Simon könne ruhig mit seiner Schwester mitgehen, da er bei den Hunden im Haus bleiben würde. Kaum war das Frühstück fertig und der Duft von frischem Kaffee durchzog das Haus, kam Simon, Pet, Will, Lilli, Bertram, Sasha und Alana.

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Band 4 - Kapitel 15

28. Februar 2017 Vormittags Blauzahnsiedlung auf Gotland

Malte Sorensen und Sigrid Larsson hatte man in zwei Räumen der Securitymannschaft untergebracht. Lars und Gunnar hatten am Abend noch mit Malte Kahn gesprochen und sie hatten mit Nachdruck auf die beiden Journalisten eingewirkt, dass sie ein Dokument unterschreiben würden, dass sie sich freiwillig in die Obhut der Blauzahnsiedler begeben hatten. Dort wurden sie zuerst von einem der Ärzte aus der medizinischen Abteilung versorgt, verköstigt und dann in ihre Räume gebracht.

 

Am nächsten Morgen bat Lars und Gunnar sie zu einem Gespräch. Zuerst wurden sie mit sehr vielen unfreundlichen Worten von Sorensen überschüttet und das endete erst, als Lars mit der flachen Hand mit aller Kraft auf den Tisch schlug, der zwischen ihnen stand - dann war Ruhe. Gunnar legte einige Dokumente zwischen sie und ließ Malte und auch Sigrid lesen, was auf den Papieren stand. Kopien richterlicher Verfügungen gegen Malte sowie die notariell beglaubigte Abschrift einer Übereinkunft zwischen Sorensen und Larson, dass dieser nie wieder persönlich noch journalistisch Recherchen anstellen würde, die Gunnar Larson und seine Firmen betrafen. Ebenfalls war eine von beiden unterschriebene Gesprächsnotiz dabei, in der Gunnar Malte den Vorwurf machte, eine Sechzehnjährige in Stockholm sexuell genötigt zu haben. Malte bestätigte in der Gesprächsnotiz, dass er sich bei dem Mädchen entschuldigen würde und ein Schmerzensgeld von zweitausend Euro an sie zahlen würde. Bilder von der Entschuldigung und die Überweisung auf das Konto des Mädchens lagen dabei. Dass die Sechzehnjährige bewusst ihr Alter falsch angegeben hatte, als es zum Sex mit ihr kam, war uninteressant. Sie hatte damit freiwillig auf eine Anzeige verzichtet. Mit den Verfügungen, dcder Zahlung von einigen zehntausend Euro und diesem Vorfall mit dem Mädchen war Gunnar den Journalisten los geworden. Jetzt lag der Fall anders. Nun hatte sich der Mann strafbar gemacht und Lars und Gunnar versuchten nun, den Mann dazu zu bringen, ihnen zu erzählen, wer denn der Auftraggeber der Recherchen war. Sigrid wusste von diesen Vorfällen nichts, die hier dargelegt wurden und war nun schon auf Distanz zu Malte gebracht wurden. Sie wollte auf keinen Fall in eine Straftat verwickelt werden. Als Gunnar das verstand, durfte sie den Raum verlassen und wurde in die Obhut von Melanie und Sylvia übergeben. 

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Band 4 - Kapitel 14

27. Januar 2017 Nachmittag auf Nordstrand

 

Sophia, Will mit dem Herrn Grafen und Pet gingen weiter, ohne die wartenden Reporter, ihre Fragen oder die Kameras zu beachten. Kam ihnen jemand näher als zwei Meter, setzte sich der große Vierbeiner dafür ein, dass der Abstand gewahrt blieb, der durch die Länge seiner Leine vorgegeben war. Als sie auf der Höhe des Polizeiautos waren, klopfte Pet an die Scheibe der Fahrertüre. Der Polizeibeamte öffnete das Fenster und fragte Pet, was er denn von ihm wolle. Nicht die übliche Höflichkeitsfloskel, mit was man dienen könne oder ob man Hilfe benötigte. Nein der Ton war sehr unhöflich und abweisend. "Ich dachte ich kann Ihnen helfen, da sie hier stehen und sich nicht wegbewegen oder in Aktion treten." gab Pet zur Antwort. Als die Pressemeute nun Fotos machten, wie Pet und die anderen Blauzahnleute neben dem Polizeiauto standen, zog der Fahrer des Polizeiautos seine Mütze tiefer ins Gesicht, startete den Motor und fuhr an. Die Reifen schleuderten Pet und auch einem Teil der Journalisten Schneematsch in die Gesichter und auf die Kleidung. Sprachlos über dieses Verhalten von ein paar Ordnungshütern reinigte man sich von dem nassen Schmutz. "Das war kein richtige Polizeiauto. Habt ihr das Nummernschild angeschaut? Da hat jemand sehr dilettantisch mit Farbe oder schwarzem Isolierband versucht ein Polizeikennzeichen nachzumachen." Pet drehte sich um, schaute den an, der das gerade gesagt hatte an. "Hat jemand ein Foto von dem Wagen gemacht? Dann kann man das ja mal überprüfen, ob das ein gefälschtes Nummernschild war. Und nun habe ich eine Bitte an Sie alle. Wir wollen in Ruhe und ohne Belästigung spazieren gehen. Ist es möglich, dass sie uns nun in Ruhe lassen? Wir stehen Ihnen morgen ab 11.00 Uhr gerne zur Verfügung. Hier draußen, nicht bei uns drinnen und schon gar nicht jetzt." Damit wandten sich die drei mit dem Herrn Grafen ab und gingen Richtung Deich weiter. Untypisch für Journalisten verfolgte sie in dem Moment keiner. Man hörte noch ein paar Mal das Klicken von Fotoapparaten und dann war Ruhe.

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Band 4 - Kapitel 13

27. Januar 2017 im Wald auf Gotland

Marc sah lange nichts. Er hörte nur die Stimmen der Frauen. Melanies und Sylvias Stimmen erkannte er, aber die dritte Stimme, die sehr laut und etwas schrill klang, war ihm unbekannt. Es dauerte lange bis er endlich die drei Frauen sehen konnte. Sylvia lehnte an einem Baum und wie es aus der Entfernung aussah, von der aus Marc sie sehen konnte, blutete sie aus einer Wunde am Kopf. Melanie kämpfte mit der fremden Frau. Es sah aber nicht frauentypisch aus, wie die beiden sich attackierten. Mit geballten Fäusten und mit Fußtritten fighteten sie miteinander. Marc rannte auf die beiden zu. Fast hatte er sie erreicht, als Melanie mit einem gut gezielten Faustschlag ans Kinn der Unbekannten diese zu Boden schlug. Etwas außer Atem, die Hände auf die Knie gestützte, stand Melanie da. "Du kommst spät. Hier gibt nichts mehr für dich zu tun!" hauchte sie kraftlos heraus. Marc schaute die Frau, die auf dem Boden lag, an. Sie hatte die Augen geschlossen, atmete heftig und hatte eine Hand auf das Kinn gelegt. 

"Was ist mit dir passiert." fragte Marc Sylvia. "Sie hat mir mit ihrem Fotoapparat eins übergezogen. Dieses Teleobjektiv ist verdammt hart." antwortete sie. Marc schaute sich nach der Kamera um. Sie lag einige Meter weiter hinter Sylvia im Schnee.

Unter normalen Umständen würde eine Frau wie Sylvia bei den Verletzungen sich den Kopf halten und jammern oder sogar weinerlich bei ihm oder bei Melanie die aufgeschlagenen Hände beklagen. Aber nichts dergleichen geschah. Beide waren gefasst, zwar immer noch etwas außer Atem, aber keine zeigte Gefühle, die auf Schmerz hindeuteten. Nur die Frau auf dem Boden fing nun an zu stöhnen. Marc packte die Frau an ihrer Jacke und zerrte sie hoch. "Wer sind Sie und warum verfolgen sie Gunnar Larson?" Zuerst hing sie noch wie ein nasser Sack an Marcs Armen, aber langsam versteiften sich ihre Muskeln und sie konnte mit seiner Hilfe stehen. "Wer sind Sie und warum verprügeln sie mich? Ich habe nichts Unrechtes getan." Marc wurde ungeduldig und Melanie stand nun aufrecht neben ihm und zeigte auch, dass sie ungehalten war. Sie meinte, dass diese Frau noch mal etwas Körperkontakt brauchte, damit es ihr leichter fiele, Antworten zu geben. Aber da begann die Unbekannte zu reden. "Mein Name ist Sigrid Larsson. Mit zwei s bitte. Ich bin Fotografin und Malte Sorensen hat mich engagiert, damit ich für ihn Fotos für eine Reportage über den geheimnisvollen Gunnar Larson mache, der Larson mit nur einem s. Wir haben gestern damit angefangen, uns vor der Blauzahnsiedlung herumzutreiben. Und als wir einen Tipp bekamen, dass es ein Flugzeugunglück mit eine paar Mitarbeitern aus der Blauzahnsiedlung gegeben haben soll, witterte Malte eine große Story. Die Bezahlung, die mir Malte in Aussicht gestellt hat, war gut. Der Vorschuss, den ich bisher bekommen habe, auch. Und jetzt lassen Sie mich los, ich will gehen. Sie haben mir ordentlich eins verpasst und mein Kopf brummt." 


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