Teil 2 - Kapitel 58

9. Dezember im Morgengrauen auf der Blauzahn

 

Als Lars Jan von seinem Gegner weghob, blieb der am Boden schwer atmend liegen, während Jan immer noch versuchte, zu atmen. Es fiel ihm sichtlich schwer, Luft zu bekommen. Seine Schwester war inzwischen auf die Blauzahn gekommen, da sie ihren Bruder gesehen hatte und ihm zu Hilfe eilen wollte. Ein Polizist und zwei SEK Männer arbeiteten sich nach unten durch, von wo man die Schüsse gehört hatte. Pet rief laut, dass alles in Ordnung sei. Er wollte damit verhindern, dass man versehentlich aus Unsicherheit von Schusswaffen Gebrauch machen würde.

 

Am Niedergang unten hatten sich inzwischen Luigi und Carlo eine schwarzmaskierte Person gegriffen. Die wehrte sich heftig, aber als Luigi dann mit einem brutalen Schlag ins vermummte Gesicht der Person schlug, sackte die Maske zusammen und es war Ruhe.

 

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Teil 2 - Kapitel 57

9. Dezember 2015 1.30 Uhr in der Messe der Blauzahn

 

Melanie brauchte wieder eine kleine Pause. Sophia saß inzwischen neben ihr und hielt fest ihre linke Hand. Es dauerte ein paar Minuten bis sie wieder weitersprechen konnte.

"Auch wenn der Anwalt mir davon abriet, zur Polizei zu gehen, wollte ich nun doch. Der Anwalt, Ben Miller und seine Bekannte begleiteten mich dorthin. Dass ich verletzt war, sah man auf den ersten Blick. Als ich dann am Empfang der Polizeistation sagte, warum ich da sei, rief man eine Polizistin, die mich in eines der Büros begleitete. Die drei waren immer bei mir. Dann konnte ich endlich meine Aussage machen. Es wurde alles genauestens protokolliert und dann sollten wir warten. Es dauerte fast eine Stunde, bis ein anderer Polizist kam. Er stellte sich vor und vor meinen Augen wurde die Polizistin, die das Protokoll aufgenommen hatte, beschimpft und des Raumes verwiesen - allerdings erst, nachdem sie das Protokoll gelöscht hatte. Dann kam ein Staatsanwalt. Ich kannte den Herrn vom Sehen, denn ich hatte ihn einmal mit James Vater zusammen in einem Club getroffen. Ich hatte das noch gut im Gedächtnis, weil ich James Vater selten höflich erlebt hatte, aber mit dem Staatsanwalt war er offensichtlich freundschaftlich verbunden.

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Teil 2 - Kapitel 56

8. Dezember 2015 6.00 Uhr Rendsburg

 

Die Reparatur war abgeschlossen, die Brennstofftanks aufgefüllt, der Proviant auf allen drei Schiffen war für mindestens einen Monat gebunkert, also konnte man sich auf den Weg nach Kiel machen. Man würde, wenn es keinen weiteren Aufenthalt geben würde, am Spätnachmittag in Kiel ankommen. Am Olympiahafen konnten sie um 16.00 Uhr Anker werfen. Die Blauzahn war für die herkömmlichen Jachthäfen an der Kieler Förde zu groß und deshalb wollten sie nicht in den Überseehafen einfahren, also blieb ihnen nur diese Möglichkeit. Dort konnten sie in Ruhe wieder die Masten aufrichten und sich für das Interview am kommenden Tag vorbereiten. Drei Mietwagen standen für sie bereit, damit sie sich ungestört bewegen konnten.

 

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Teil 2 - Kapitel 55

6. Dezember 2015 17.30 Uhr Krankenhaus Rendsburg

 

Da standen sie nun auf dem Gang der Chirurgischen Abteilung im Krankenhaus. Um sie herum tobte der Nikolaustag und Sophia hatte einen Zettel in der Hand. Keiner der drei anderen schauten ihr über die Schulter. Das Blatt Papier war für sie bestimmt und deshalb sollte sie das auch alleine lesen dürfen. Natürlich waren alle anderen neugierig, was denn auf dem handgeschriebenen Stück Papier stand. Sophia las, drückte sich den Zettel auf die Brust, dachte nach und las nochmals. Dann überlegte sie, wie sie es den anderen sagen sollte, was da stand. Sie konnte und wollte es nicht wortwörtlich wiedergeben. "Sie ist abgereist -- oder besser abgeholt worden. Sie ist auf dem Weg nach Kiel, um dort etwas zu erledigen. Sie muss ein sehr altes Problem lösen, das sie schon sehr lange belastet. Sie wird dann berichten was los ist, wenn sie es erledigt hat.  Es geht um etwas sehr Persönliches, deshalb kann ich euch nicht mehr sagen. Aber sie wird wieder zu uns kommen, das ist sicher."

 

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Teil 2 - Kapitel 54

6. Dezember 2015 4.30 Uhr auf der Blauzahn

 

Pet, Simon, Birgit und Greg saßen immer noch in der Messe der Blauzahn. Sie konnten nicht schlafen. Otto war vor einer Stunde gekommen, hatte eine Flasche Wasser getrunken und hatte sich auf der Bank in der Messe niedergelegt und war wieder eingeschlafen. Greg war so freundlich und hatte ihn mit einer Wolldecke zugedeckt, was Otto mit einem freundlichen Grunzen quittierte.

 

"Zurück in Deutschland und doch habe ich das Gefühl, fremd zu sein. Hier, wo ich zumindest an Wochenenden so was wie ich-bin-zu-Hause empfunden habe. Ja, ich fühle mich wohl, aber mich zieht es weiter. In Hamburg war ich glücklich, Mit meiner Familie, meinen Kindern und vor allem mit meiner Arbeit. Mein Mann ist tot, mein Leben hat sich grundlegend verändert. Gestern habe ich mich fragen müssen, wo ich eigentlich zu Hause bin? In Hamburg oder auf der Ageli, zwischen all den Frauen, die ich, bis auf meine Tochter natürlich, erst vor ein paar Monaten kennengelernt habe. Mein schüchterner Sohn hat sich gemeldet. Er klang am Telefon sehr selbstbewusst, stark und hat mir mitgeteilt, dass er nach Dänemark geht. Er übernimmt mit einem Freund ein kleines Lokal in Aarhus. Seine Freundin wird ihn begleiten. Sie studiert in Flensburg Biotechnologier, was auch immer dahinter steckt. Sie wird pendeln, sie hat ein Zimmer in Flensburg und am Wochenende ist sie dann bei meinem Sohn. Die haben ihr kleines Glück gefunden. Und ich? Ich denke darüber nach, ob mein Vagabundenleben gut ist. Mir gefällt es und Maria offensichtlich auch. Von Woche zu Woche merke ich, dass sie stärker wird, selbstbewusster und glücklicher. Ich bin am Scheideweg angekommen. Jetzt muss ich mich entscheiden. Zurück zu meinem alten Leben, Business-as-usual oder weiter ins Abenteuer - auch auf die Gefahr hin, enttäuscht zu werden. Ich tendiere dazu weiterzureisen." Birgit hatte das eher laut zu sich selbst gesagt, die anderen hatten aber zugehört, denn es waren auch ihre Gedanken, die sie mit bewegten. Wem ging es nicht so? Die Fragen die sie sich gestellt hatte waren auch ihre eigenen Fragen. Und die Antwort hatten sich alle schon gegeben. Weiterreisen nach Gotland lautete die Antwort. Die Herausforderung war für sie alle etwas, das sie annehmen wollten. Der krönende Abschluss der bewusstseinserweiternden Reise. Sie hatten ihre kleine eigene Gesellschaft entwickelt. Und nun sollten sie über die Möglichkeit einer neuen Gesellschaft auf der Erde nachdenken und sie wenigstens theoretisch darstellen. War das Forschung, war das Versuch, war das Philosophie? Was trieb sie an und welche Erwartung stand eigentlich hinter diesem Auftrag? 

 

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Teil 2 - Kapitel 53

4. Dezember 2015 Brunsbüttel Kanaleinfahrt

 

Die halbe Nacht hatten alle Mannschaften daran gearbeitet, die Masten niederzulegen und zu vertäuen. Die Mannschaft der Blauzahn war auf allen drei Schiffen tätig, da sie die meiste Erfahrung besaß. Das alles ging Hand in Hand und es wurde auch von der Mannschaft der Sasha akzeptiert, wenn ein Lars oder ein Erik dort kurzfristig das Kommando übernahm. Die Frauen und Männer der Sasha konnten sehr gut im Team arbeiten, aber man merkte, dass ihnen etwas die Routine fehlte.

 

Gegen 23.00 Uhr waren die Vorbereitungen für die Einfahrt in den Kanal erledigt. Sophia, Betty, Marta, Pet und Juris trafen sich anschießend noch zu einem kleinen Spaziergang mit den Hunden durch die verschlafene Stadt. Melanie wollte sie begleiten, aber sie musste sich wegen eines gequetschten Fingers behandeln lassen.

 

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Teil 2 - Kapitel 52

26. November 2015 9.00 Uhr Hafen von La Rochelle auf der Ageli

 

Judit war inzwischen auf die Ageli umgezogen. Dort sollte sie sich unter der Aufsicht von Sylvia erholen, die vermutete, dass sie doch eine leichte Gehirnerschütterung von dem Sturz bekommen hatte. Zudem vermutete sie nun selbst, dass sie bei der Party auf dem Wohnschiff mit einer Droge betäubt worden war. Erik, Otto und Carlo waren am Vortage dorthin gegangen, nachdem sich doch niemand wirklich um Judit Sorgen gemacht hatte und sie nur vermisst wurde. Sie hatten ihre Kleidung dort eingesammelt und wollten diese mitnehmen. Erik war aber das Verhalten der fünfzehn anderen Bewohner mehr als nur verdächtig vorgekommen und so hatte er seine Körpergröße, Kraft und seinen Tiefkühleisbergblick aufgesetzt und einige der Bewohner zum Vorfall mit Judit gefragt. Einen der etwas vorlauten Bewohner, ein Engländer, hob er während eines Gespräches einfach hoch und ließ ihn etwas über Bord ins kalte Meer schauen. Als zwei weitere daraufhin anfingen zu protestieren, mussten alle drei doch mit der Bekanntschaft des kalten Meerwassers ernüchtert werden. Das brachte alle anderen dazu, zu erzählen was passiert war.

 

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