Teil 2 - Kapitel 49

16. November 2015 10.30 Uhr 450 Kilometer vor Lissabon

 

Seit Stunden regnete es immer wieder. Die Flotte der drei Segeljachten fuhr hintereinander im Abstand von sechshundert Metern. Vorne war die Sasha, Wolkows neue Jacht, dahinter die Ageli und hinter den beiden segelte die Blauzahn. Die Bewunderung für die Sasha war immer noch bei allen vorhanden. Ein Rumpf aus den besten modernen Verbundkunststoffen, der Aufbau aus Teakholz, Messing, Aluminium und alles farblich brillant abgestimmt. Die Lackierung des Rumpfes war außergewöhnlich, denn der Anstrich nahm immer die Farbe seiner Umgebung an, also hatte sie immer die Farbe des Meeres, auf dem die Sasha schwamm. Es sah so aus, als ob die Aufbauten über dem Wasser schweben würden. Der Luxus der Jacht bestand darin, dass alles schön und funktional war. Keine goldenen Wasserhähne, keine Fliesen oder Plastik, sondern alles aus Messing oder aus Edelstahl und bestem Holz. Und die Technik dieses Schiffes war auf dem neuesten Stand. Zudem hatte Wolkow sich eine Mannschaft zusammengestellt, die aus Spezialisten bestand. Elektroniker, Navigatoren, Profisegler; alles waren Leuten, die er schon lange kannte und denen er vertraute. Sechs Männer und acht Frauen. Vier seiner alten Mannschaft, die noch auf der Pjotr bei ihm waren, hatten ihn auf seinen Wunsch hin verlassen und waren bereits nach Gotland unterwegs, um dort seine Ankunft vorzubereiten.

 

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Teil 2 - Kapitel 48

28. Oktober 2.50 Uhr Hafenmole Kapverden

 

Auf die Frage von Otto an Simon musste alle, die zugehört hatten, lange auf die Antwort warten. "Ja, so kann man das auch sagen. Ja, meine Auftraggeber in Russland waren unzufrieden mit mir. Ich habe einen sehr wichtigen Auftrag nicht erledigt, ich habe mich den Leuten verweigert. Man kann vieles tun - lassen wir mal das Thema Moral und Fairness beiseite - das sind doch Worte von Träumern, die die Systeme der Mächtigen nicht erkannt haben. Nur dieses Mal ging es mir zu weit. Diesen Auftrag konnte und wollte ich nicht erledigen. Ich habe das mit meiner Mannschaft besprochen und ihnen dann die Wahl gelassen, weiter bei mir zu bleiben oder mich zu verlassen. Es ging bei dieser Entscheidung auch um ihre eigene Sicherheit." Inzwischen waren fast alle aus den Mannschaften der Ageli, Blauzahn und Pjotr um die Gesprächsgruppe versammelt und hörten gespannt zu. Otto fragte, nachdem Simon aufgehört hatte zu sprechen. "Können wir erfahren, um welchen Auftrag es sich handelte oder kannst und willst du darüber nicht reden?"

 

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Teil 2 - Kapitel 47

Kapverden 26. Oktober 12.30 Uhr

 

Der Busfahrer hatte die Amazonen bei ihrem Hotel abgesetzt und die Nordstrandpiraten im Hafen. Wolkow stieg ebenfalls im Hafen aus dem Bus und wurde von einem Beiboot der Pjotr 1 abgeholt.

 

Sechzehn Mann und nur drei Duschen. Das konnte nicht gut gehen. Lars und Erik waren der Meinung, dass man zum Duschen nicht unbedingt Süßwasser benötigen würde. Also wurde das Langboot bereitgemacht und bis auf Otto, Marc, Gerrit und Mathias bestiegen alle das Boot und fuhren aus dem Hafen hinaus in westliche Richtung. Nach etwas mehr als einer halben Stunde fanden sie eine kleine Bucht mit einem sehr kleinen Kies- und Sandstrand. Der wurde angesteuert. Kurz bevor das Langboot den Strand erreichte warf Erik den Anker und alle sprangen ins kühle Nass und schwammen an Land. Selbst die Hunde schienen den kleinen Trip im Wasser zu genießen und schwammen ebenfalls die paar Meter bis an den Strand.

 

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Teil 2 - Kapitel 46

Kapverden Montag 26. Oktober 2015 0.30 Uhr

 

An dem Ratespiel verloren alle sehr schnell die Lust, war es doch etwas zu kindisch und zu guter Letzt waren die Flaschen noch immer voll, da fast keiner erraten konnte, was sich in den Taschen oder Rucksäcken befand. Nur Sophia hatte erraten, was sich im Rucksack von Pet, Lars und Otto befunden hatte. Pfeifenbesteck, Zigarrenkiste und ein Korkenzieher, dafür durfte sie drei große Schluck aus der Whiskyflache nehmen. Melanie erriet, dass Juris in seinem Rucksack eine Sonnenbrille hatte und genehmigte sich als Belohnung einen Schluck Cognac. Jan wusste aus Erfahrung, dass seine Schwester immer mindestens ein großes Päckchen Wundpuder dabei hatte, da sie sich früher oft auf Tour mit vollkommen ungeeigneten Schuhen gemacht hatte. Und Simon wusste, dass seine Schwester immer ein kleinen Fotoalbum mit Kinderbildern aus glücklichen Zeiten von ihnen beiden dabei hatte. Er gönnte sich ebenfalls einen Schluck aus der Cognacflasche. Man ging dann dazu über, zu würfeln. Zwei Einser bedeuteten, dass man einen Schluck aus einer Flasche seiner Wahl nehmen durfte, zwei Sechser bedeuteten, dass die Mehrheit der Gruppe bestimmte, aus welcher Flasche man trinken durfte.

 

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Teil 2 - Kapitel 45

Kapverden

 

Leicht verworren stand Betty etwas abseits der Szenerie und beobachtete, wie Melanie Sophia und Sascha mit den Hunden zusammen von Otto und Pet wegführte. Ohne nachzudenken ging sie den Damen hinterher.

 

So standen die beiden Nordstrandpiraten alleine vor dem Orgelpfeifenfelsen. Sie schauten sich nicht an, sondern starrten beide Interesse heuchelnd zu der Felsformation. Otto war der erste, der sich bewegte. Er suchte sich einen Stein auf den er sich bequem setzen konnte. Er war groß genug, dass Pet neben ihm Platz finden konnte. Es dauerte allerdings einige Minuten bis auch er sich bewegte und sich dann neben Otto setzte.

Das Schweigen war unerträglich. Wer wollte wem etwas sagen? Bis Otto nach einem sehr tiefen Einatmen doch den Gesprächsfaden aufnahm. "Hör mal Pet, was war denn das mit Sascha? Warum hast du dich mit ihr heimlich davongeschlichen?" Pet schüttelte zuerst den Kopf, um dann zu antworten.

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Teil 2 - Kapitel 44

Sonntag 25. Oktober 2015 9.00 Uhr Kapverden

 

Am frühen Morgen hatte Lars die Pjotr I vor dem Hafen entdeckt. Er informierte niemanden über das, was er da gesehen hatte. War denn das auch so wichtig? fragte er sich. Nein irgendwie war es ihm - und er dachte auch den anderen - egal. Wer so hinter ihnen her schlich sollte doch einfach auch für sie alle unentdeckt bleiben. Wenn sie ihn sehen sollten, würde Wolkow zu ihnen kommen.

 

Heute wollten sie alle einen Ausflug machen. Greg hatte einen alten klapprigen Bus mit einem mutigen Fahrer gefunden. Selbst die Hunde sollten mitkommen. Carl hatte sich gefreut, seine beiden Freunde von der Blauzahn wieder zu sehen und sie hatten bei aller Wiedersehensfreude die Blauzahn ordentlich durcheinander gebracht. Nun aber standen die Amazonen und die Nordstrandpiraten am Pier und wartete auf den Bus. Die Picknickkörbe waren mit allem, was man bei einem solchen Ausflug mitnehmen wollte, gefüllt. Man scherzte noch etwas müde miteinander, denn trotz des herrlichen Wetters wollte noch keine ausgelassene Stimmung aufkommen. Etwas abseits stand Sascha Wolkow, die nun auch zur Mannschaft der Ageli gehörte und doch noch nicht ihren Platz unter all den Freunden und Freundinnen gefunden hatte.

 

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Teil 2 - Kapitel 43

18. Oktober 2015 auf dem Atlantik

 

Aus dem Tagebuch des Lars

 

Nachdem Marc in der Kombüse uns allen erst den Text, der auf den zusammengefalteten Zetteln zu sehen war, vorgelesen hatte, machte er sich daran, alles auf Englisch zu übersetzen. Sein Englisch war nicht so gut, dass er ohne Probleme den Text übersetzen konnte. Das gelang ihm erst mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms.

 

Liebe Nordstrandpiraten,

wir, die Mannschaft des französischen U-Bootes, das Sie nicht kennen und eigentlich auch nie gesehen haben, möchten Ihnen mit diesen paar Zeilen unsere Bewunderung für Ihre Abenteuerlust und ihre Tatkraft aussprechen. Wir verfolgen Ihre Reise auf Ihrem Internetblog und sind auf jede der wöchentlichen Veröffentlichungen immer sehr gespannt. Nicht nur weil uns Ihre Abenteuer spannend erscheinen, sondern weil wir die Entwicklungen, Wandlungen und Veränderungen der Mannschaft mit Aufmerksamkeit verfolgen dürfen. Wir spüren, dass Freiheit in jeder ehrlichen Nuance bei ihnen einen sehr hohen Stellenwert hat.

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