Kapitel 4

21. Dezember 2015 kurz vor dem Morgengrauen

 

Knorre erwachte, weil einer der Hunde anfing zu knurren. Dann knurrten alle beiden Hunde und Knorre konnte sie nicht beruhigen. Das Knurren wurde immer stärker und der Junge spürte, dass da etwas Unangenehmes bevorstand. Er öffnete die Tür des kleinen Häuschens, wo er gerne die Nächte verbrachte und die Hunde eilten immer noch knurrend nach draußen. Bei dem großen Tor blieben sie stehen und begannen zu bellen. Knorre hätte gerne das Tor geöffnet und nachgeschaut, aber das durfte er nicht und er konnte es auch nicht. Der schwere Querbalken, der das Tor verschloss, war ihm zu schwer. Im Schneetreiben sah er hinter sich im Hof verschwommen ein paar Figuren vom großen Haus weggehen und rannte auf sie zu. Es war Sophia, Melanie und Birgit, die auf dem Weg zu den Schlafstätten der Knechte waren. Knorre rief und Sophia kam auf ihn zu. Laut sprechend und heftig gestikulierend versuchte er Sophia klar zu machen, dass vor dem Tor etwas passiert sei, was die Hunde mächtig aufregen würde. Sie winkte den anderen beiden Frauen und schickte Knorre zu Claus von Olsen weiter, dass man ihn am Tor erwarten würde.

 

mehr lesen

Kapitel 3

Bewohner der Blauzahnsiedlung

 

Die Bewohner setzten sich aus den Mannschaftsmitgliedern der Blauzahn, Ageli und der Sasha zusammen und wie es nun mal so war, aus ein paar Menschen aus dem Jahrhundert, in das sie geführt wurden.

 

Das Experiment, das diese Bewohner machten, war mehr als nur komplex. Es war eigentlich nicht möglich und doch geschah es.

 

Menschen Zeitreisen machen zu lassen, diese Idee gab es schon oft. Sie dabei aber ihrer Erinnerung zu berauben und ihnen nur ihr Alter und ihre charakterliche Ausprägung zu lassen und auch einen Teil ihrer erworbenen Fähigkeiten in diese Zeit mitzugeben ist neu.

 

Ihre Erinnerung war gelöscht und man hatte ihnen eine andere Vita eingerichtet. Ein paar Verpflichtungen wurden ihnen mitgegeben. Sie sollten eine neue Gesellschaft bilden, abweichend von dem, wie dieses Jahrhundert es ihnen vorgab. Sie sollten sich von gewissen Zwängen befreien, die ihnen die Kirche, die Götter oder auch der herrschende Adel vorschreiben wollte, um eine andere Gesellschaft zu bilden. Eine Gesellschaft, die ein würdiges Überleben aller - soweit als möglich - in 21. Jahrhundert sichern sollte.

 

mehr lesen

Kapitel 2 - neu

17. Dezember 1215 Mittagszeit in der Blauzahnsiedlung

 

Alles hatte sich unten im Hof gesammelt, sich bewaffnet und darauf vorbereitet, den Freunden im Hafen zur Hilfe zu eilen. Claus von Olsen war auch dabei. Vor ein paar Wochen hatte er Nachricht erhalten, dass das Schiff des Deutschen Ordens aus einer kleinen Bucht ausgelaufen war und Otto sich auf den Weg nach Lorch gemacht hatte. Er war dort vom Abt des Klosters Lorch gerufen worden und wollte dem Ruf folgen. Claus Olsen war nun an seine Stelle getreten. Ein alter Recke aus den Kreuzzügen, der mit den wenigen Überlebenden einer furchtbaren Schlacht aus dem Heiligen Land zurück in die Heimat gekommen war, um dort neue Aufgaben des Ordens zu übernehmen. Sie lautete, sich  anzuschauen und zu unterstützen, was da in der Siedlung entstehen sollte. Claus war viel kräftiger als Otto und vernarbt von den vielen Kämpfen am Körper und Geist.

 

mehr lesen

Kapitel 1 - neu

 

Willkommen im Mittelalter

 

Gotland 17. Dezember im Jahre des Herren 1215

 

Peter vom und zu Bärental klopfte nun schon zum dritten Mal an die Kemenatentür von Jorg Jorgsson und bat ihn lautstark, endlich aufzustehen. Der rief aber mit fast gebrochener Stimme, dass es ihm einfach zu kalt sei und er noch etwas schlafen wollte. Jorg war ein eher schmächtiger Geselle, der in der Blauzahnsiedlung als "der Sanfte" gehandelt wurde. Peter vermutete, dass der Würzwein, den ihm Gerritus, der Medicus ihres Hauses, verabreicht hatte, ihm wohl nicht so bekommen sei und dass das Kraut, dass man gestern noch in den Räumen verbrannt hatte, ihm auch noch zusetzte. Also musste er alleine mit den Wikingern zum Hafen gehen und ihre Schiffe inspizieren. Das passte ihm nicht, denn auch er hatte noch einen dicken Kopf von dem Würzwein.

 

 

mehr lesen

Durchatmen 3

 

 Zwischenkapitel 3

 

 

Pet Bär erzählt

 

von Pet Bär

 

Nach etwa zwei Jahren der Weltumsegelung habe ich einen etwas anderen Blick auf meine Vergangenheit. Meinen Ausstieg aus dem Berufsleben empfinde ich heute noch genauso schmerzhaft wie am Anfang. "Die Zeit heilt Wunden" - so empfinde ich immer noch nicht. Es gibt Verletzungen des Körpers und der Seele, deren Narben man braucht. Sie sind wie Lesezeichen eines wichtigen Kapitels im Buch unseres Lebens. Kapitel, die man immer wieder lesen sollte, damit man alles Weitere auch versteht.

 

Beim Schreiben der einzelnen Kapitel habe ich mir sehr viele Gedanken um die Themen Freundschaft, soziale Kompetenz, Lernbereitschaft und um die Möglichkeiten der geistige Fitness gemacht. Ich bin diesen Elementen sehr nahe gekommen und bin mir nun bei einem sicher: Ohne menschliche Nähe zu anderen, auch Liebe, ohne Freundschaft, Toleranz, Bildungs- und Lernwillen, den Willen, auch den eigenen Körper zu achten und Geschenke an unsere Gesellschaft zu offerieren, ist ein Älterwerden - oder ich möchte es anderes nennen, ein Einsammeln an Erfahrungen und ein Erweitern unseres Horizontes - nicht möglich. Eines habe ich übrigens nicht ändern können, meine Vorliebe für Schachtelsätze.

 

mehr lesen

Durchatmen 2

Zwischenkapitel 2

 

Von Otto Kraz

 

Sehr hochverehrte Leserschaft

 

Bevor wir alle zusammen ins Mittelalter purzeln und sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen komplett ändern, will ich noch einmal auf den Ruhestand und die Lust am Schreiben zurückkommen. Unter "WIR" hatten wir beide vor zwei Jahren aufgeschrieben, was uns so alles bewegt. Warum wir diese Reise gestartet haben. Diese Erklärungen schicken wir nun ins Archiv und schreiben sie neu. Weil zwei Jahre eine sehr lange Zeit sind.

 

Otto Kraz erzählt

 

Wir sind nun zwei Jahre unterwegs. Mein persönliches Fazit: Schreiben und mit einem guten Freund eine wilde Geschichte für einen kleinen Leser&innenkreis zusammenzuspinnen, ist eine wunderbare sinn- und zeitstiftende Beschäftigung. Statt "Ich bin Ruheständler" das "Ich bin u.a. Geschichten-Blogger" in die Vorstellungssätze zu packen. 

 

mehr lesen

Einmal tief durchatmen

Zwischenkapitel 1

 

Von Otto Kraz

 

Verehrtes Lesepublikum. Pet Bär, der Autor der Nordstrandpiraten, führte Sie in den letzten beiden Jahre einmal rund um unseren Globus. Von der Nordseehalbinsel Nordstrand bis dorthin wieder zurück und weiter nach Gotland. Was die zehn alten Männer dabei erlebt haben, konnten Sie Woche für Woche nachlesen. Die Crew der Blauzahn, dem Schiff der Nordstrandpiraten, startete mit 10 alten Männern über 60, die sich auf dieser Reise über den Sinn des Daseins Gedanken machen wollten. Was sie auch ausführlich taten.

 

Sehen Sie diesen roten Faden der Tatsache geschuldet, dass sich zwei alte Freunde, die sich in jungen Jahren im Urlaub an der Nordsee oft beim Radeln über diese weit entfernte Zeit des Ruhestandes unterhalten hatten. Was sie alles mit dieser verrückten Zeit anstellen wollten. Auf Nordstrand lag eine häufig gewählte Urlaubs-Radtour.

 

mehr lesen