Band 4 - Kapitel 33

6. März 2017 22.10 Uhr Blauzahnsiedlung auf Gotland

 

Merit und Mathias saßen händchenhaltend in ihrem Zimmer. Die Geschichte der Magd Umma beschäftigte Mathias genauso wie Merit. Ihr Kontakt zu ihr im Mittelalter war nicht allzu groß gewesen, aber sie gehörte nun mal zur Familie der Blauzahnsiedler und Nordstrandpiraten und da galt eines als oberstes Gebot: jeder genoss den Schutz der Gemeinschaft. Wenn jemand in der Jetztzeit dieser jungen Frau etwas angetan hatte, dann musste das gesühnt werden. Marc und Gerrit besprachen sich gerade mit Melanie, wie man den Tätern auf die Spur kommen könne. Juris und Steffen bereiteten sich darauf vor, am kommenden Morgen zu dem Fischer bei Claus von Olsens Turm zu befragen und nach dem Versteck der Umma im Wald zu suchen. Zwei Spürhunde hatte man bereits ausgewählt und rechtzeitig ein Kleidungsstück der Umma vor der Intensivwäsche gerettet. Vielleicht fanden sie noch etwas mit ihren feinen Nasen, das sie zu dem Versteck führen würde und so hoffte man auch noch Spuren von Menschen zu finden, die Kontakt zu Umma gehabt hatten. In der Siedlung kam Leben auf, das sie so seit einigen Wochen nicht mehr hatten. Juris wollte am kommenden Tag versuchen, mit Hilfe von Merit mit der jungen Frau zu sprechen, um dann eine Zeichnung der vermeintlichen Angreifer auf sie zu erstellen. Aus seiner Polizeiarbeit kannte sich Juris gut aus, wie man Zeugen befragen konnte, um dann ein Bild von Menschen zu erstellen. Er konnte gut zeichnen, hatte aber auch ein Zeichenprogramm der Polizei aus England zur Verfügung, um Täterprofile und Zeichnungen zu erstellen.

 

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Band 4 - Kapitel 32

6. März 2017 17.45 Uhr Ferienhaus auf Nordstrand

 

Pet versuchte verzweifelt aufzustehen. Die Schmerzen an der Seite, wo er sich die Rippen gebrochen hatte, waren groß. Das Atmen fiel ihm schwer und die Gedanken in seinem Kopf beschäftigen ihn sehr, er kam nicht zur Ruhe. War er ein Mörder? Hatte er den Arzt, Psychologen oder was der Mann sein mochte wirklich im Kampf getötet? Im Mittelalter war das anders. Da gehörte der Kampf zum Alltag und er hat sicher einige Menschen sehr schwer verletzt oder gar getötet. Das aber mit Doktor von Steinhausen war etwas anderes. Warum war das eigentlich etwas anderes? Auch hier hatte er sich nur verteidigt und der Mann kam dabei zu Tode. Die innere Zwiesprache, die Pet da betrieb, war ermüdend, aber er kam trotzdem nicht zur Ruhe. Wenn nur jemand da wäre, mit dem er reden und dem er seine Seelenpein beichten könnte. Das leise Klopfen an der Türe hatte er nicht gehört, nicht einmal als sich die Tür öffnete. Er hatte die Augen fest geschlossen. Der Schmerz und die Gedanken hatten einen Teil seiner Sinne blockiert. Er schrak auf, als ihn jemand berührte. Er öffnete seine Augen und konnte nur etwas verschwommen ein Gesicht erkennen, aber in seiner Nase hatte er einen Geruch, den er gut kannte. Das Parfüm, das er hier wahrnahm, kannte er gut. Sophia war zurück, jetzt konnte er sie auch sehen. Sie hatte seine rechte Hand fest umfasst und setzte sich schweigend auf die Bettkannte. Mit der freien Hand strich sie ihm über die Wangen und trocknete damit auch die Tränen, die ihm im Halbschlaf aus den Augen gelaufen waren. "Dir geht es wohl nicht gut mein Freund. Ich habe schon gehört, was da passiert ist und dass man dich gut versorgt hat." Dann berührte sie seine Lippen mit ihren Fingern, um ihm zu zeigen, dass er nichts sagen sollte. Lange saß sie schweigend an Pets Bett. Schaute ihn nur an, in der rechten Hand die seine und die andere Hand an seiner linken Wange.

 

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Band 4 - Kapitel 31

6. März 2017 Blauzahnsiedlung auf Gotland

 

Erik, Sigrid Larsson, Markus Malstrom, Isabella und Maria saßen bei Gunar im Büro. Sie berichteten ihm, was sie gefunden hatten, wie ihre Suche verlaufen war und Markus gab seine Einschätzung des Unfallhergangs ab. "Sie sind offensichtlich vom Kurs abgekommen. Das Wetter begünstigte jede Art von Fehlern, die man machen konnte. So wie es scheint, haben sie das Fahrwerk ausgefahren, warum kann ich nicht beantworten. Wir haben Metallsplitter und von der Kanzel Plexiglasteile gefunden. Das Bugrad mit einem Teil des Fahrwerkes war bis auf den platten Reifen wenig beschädigt. Es muss einfach rausgefallen sein. Ich habe leichte Brandspuren an dem Fahrgestell gefunden. Auch die Plexiglassplitter hatten leichte Rauch- und Brandspuren. Ich vermute eine Explosion an Bord. Man hat offensichtlich versucht, auf dem Wasser zu landen. Wenn die noch einige Kilometer weiter dicht über dem Wasser weitergeflogen sind, werden wir nur zufällig das Flugzeug finden. Zudem scheint mir, dass sie das Kerosin abgelassen haben. Ein wenig Öl und Fettspuren haben wir auf den Felsen gefunden. Wenn die Fahrwerksöffnungen unten offen waren und sie sind dann auf dem Wasser aufgekommen, wird das Flugzeug schnell gesunken sein. Bei dem Seegang verteilen sich schnell Ölflecken und so wird man diese nicht bei der Suche gesichtet haben. Wir haben den Schiffsverkehr auf dem angenommenen Kurs nach der Berührung mit dem Felsen oder der Insel überprüft. Da waren keine bekannten Schiffsbewegungen. Also ist es wirklich möglich, dass niemand etwas gesehen hat. Meine Einschätzung zu der Sache, das hat niemand überlebt, außer man hat das Flugzeug vorher verlassen. Tammy Bernstein überwacht den Funkverkehr mit einem System, das sie dafür einsetzt. Sollten Worte wie Trümmer, Öllache, Menschen im Wasser und ein paar andere Zielwörter vorkommen, erhält sie von Ihrem System eine Warnung. Mehr können wir im Moment nicht tun. Es tut mir leid." Alle anderen nickten zustimmend und unterstrichen damit die Aussagen von Markus.  

 

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Band 4 - Kapitel 30

5. März 2017 7.30 Uhr auf der Autobahn A 7 bei Hannover

 

Alle waren sehr müde. Die fünf Staus, die sie hinter sich bringen mussten, hatten sie mehr als 3 Stunden gekostet. Dann noch die Abenteuer der letzten Stunden in Waiblingen und die ständige Anspannung hatten ihren Preis, den die Körper aller Flüchtenden verlangte. Pet ordnete an, dass sie die Autobahn verlassen sollten und sie fuhren dann ich Richtung Celle. Unterwegs in einem Supermarkt kaufte er für alle ein. Genug zu essen und zu trinken. Brot, Wurst, Obst, Wasser, Obstsäfte, Servietten und in einem Schnellrestaurant noch Kaffee in Bechern.  Außerhalb fanden sie auf einem Waldparkplatz eine Raststelle, wo sie in Ruhe ihre Pause machen konnten. Der Arzt döste immer noch vor sich hin und Selma versuchte, ihn aufzuwecken. Als sie es nicht schaffte, bat sie Karl, den Mann aus dem Auto zu holen. Benommen ließ sich der helfen, als er auf den Beinen stand, führten sie ihn ein paar Meter weiter hinter ein Gebüsch. Karl zog ihm die Hosen herunter und Dr. von Steinhausen erledigte sein Notdurft, während er ihn dazu stützen musste.

 

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Band 4 - Kapitel 29

4. März 2017 Winnenden in der Wohnung von Otto Kraz

 

Die Frauenärztin Dr. Frederika Soust, der Psychologe Fritz Müller, die Personenschützerin Selma Müller, Personenschützer Sven Grundmann und der Fahrer Karl Strandson kamen um 10.00 Uhr bei Otto an. Den großen Van, den sie sich gemietet hatten, stellten sie etwas entfernt auf einem Parkplatz ab. Inzwischen war Sophia wieder etwas fitter und konnte sich an der Besprechung beteiligen.

 

Fritz Müller hatte zu einem ehemaligen Kollegen, der ebenfalls mit ihm bei der Bundeswehr gearbeitet hatte und nun dort in der Klinik einige Patienten betreute, Kontakt aufgenommen und würde seinen ehemaligen Kollegen dort am Nachmittag besuchen. Sven Grundmann und Karl Strandson würden das Klinikumfeld erkunden, Otto Kraz sollte mit Selma Müller das Wohnhaus des behandelnden Arztes beobachten. Frederike Soust wurde von Sophia und Pet ins Hotel gebracht, wo man sich am Abend zu einem Essen wieder treffen wollte. Mariza war noch im Hotel und hatte auf Pet gewartet. Gemeinsam wollten sie sich nun auch zum Haus des Arztes aufmachen.

Sie fanden Otto Kraz und Selma Müller in einem Kaffee keine fünfzig Meter vom Haus des Arztes entfernt. Selma begutachtete Mariza genau, denn sie wusste nun, dass diese Frau ihre neue Kollegin war. "Der Mann hat vor zwanzig Minuten das Haus verlassen. Wir warten bis wir von Sven die Information erhalten, dass der Mann in der Klinik angekommen ist. Dann schauen wir uns mal beim Haus um." Selma hatte sofort die Leitung der Mission übernommen und machte das auch mit einige Gesten zusätzlich deutlich

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Band 4 - Kapitel 28

3. März 2017 18.10 Uhr in Husum

 

Friedrich gab den anständigen Mann und wartete geduldig vor der Wohnung von Elene Euphos. Sie wollte sich nur kurz frisch machen, wie sie sagte. Es war zwar noch kühl, aber Friedrich ging ein paar Schritte die Straße entlang. Elena hatte ihm zwar angeboten, dass er oben bei ihr in der Wohnung warten konnte, aber er lehnte dankend ab. Er wollte bei ihr das Bild eines gebildeten und anständigen Mannes erhalten. So hoffte er doch etwas mehr an Vertrauen bei ihr zu gewinnen. Dass er bei allem, was er gerade machte, von Dorothea überwacht wurde, bemerkte er nicht. Dorothea bemerkte aber, dass noch jemand ihn beobachtete. Julia saß in ihrem Auto fast schon etwas zu nahe am Eingang zur Wohnung. Als Friedrich weit genug weg war, ging Dorothea zu dem Fahrzeug und klopfte an die Seitenscheibe. Julia erschrak ordentlich, denn damit hatte sie nicht gerechnet. Sie öffnete die Scheibe und wollte fragen, was die Dame wollte, die war aber schneller als sie. "Verschwinden Sie bitte unauffällig. Ich komme von Gunnar und soll auch diese Typen beobachten. Sie bringen alles nur in Gefahr, wenn er sie entdeckt. Wir kennen uns nicht und im Hotel bin ich nur ein Gast unter vielen, sagen Sie das auch den beiden anderen. Ich mache das schon. Ich habe Erfahrung in solchen Sachen. Fahren sie jetzt los. Er sollte uns nicht zusammen sehen und sie schon gar nicht." Julia schaltete sehr schnell, auch wenn sie etwa erstaunt war, welche Entwicklung das alles nahm. Sie startete den Motor und fuhr weg, dabei vermied sie es, in die Richtung zu fahren, wohin Friedrich Bauer gelaufen war.

 

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Band 4 - Kapitel 27

4. März 2017 8.30 Uhr Hotel in Winnenden

Mariza Colonelli hatte bereits gefrühstückt. Sie wollte ihre Ruhe und war deshalb der erste Gast beim Frühstück. Zeitungen lagen aus und als sie ihr Frühmahl beendet hatte, griff sie nach einer der Zeitungen. Willkürlich, denn welche Zeitung sollte sie denn lesen, damit sie über die Region gut informiert wurde. Wusste sie doch, dass die meisten Artikel die die nationale wie die internationale Politik betrafen, gekauft waren und die wenigen regionalen Teile meist von Journalisten verfasst wurden, die ihren Schreibtischplatz selten verließen. Nur wenn es etwas über einen Kleintierzüchterverein, einen Kindergarten oder gar etwas über einen hundertjährigen Bürger zu berichten gab, eilten sie mit einem Fotoapparat los, um ihrem Bericht ein paar Bilder beifügen zu können. Es ging darum, die Seiten zwischen den bezahlten Annoncen zu füllen. Kaum jemand der Leser machte sich die Mühe, die Glaubwürdigkeit irgendwelcher Berichte oder Reportagen zu überprüfen.

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