Teil 2 - Kapitel 36

19. September 2015 3.30 Uhr Punta Arenas Bürogebäude am Hafen

Erik wollte gerade das Treppenhaus betreten und Mandolino folgen, da sah er im Augenwinkel eine Photographie an der Wand im Büro hängen. Er packte Pet, der mit den Hunden vor ihm ging, an der Schulter und zerrte ihn zurück. "Was siehst du da für ein Foto hängen?" Pet schaute in die angegeben Richtung. "Da hängt ein Bild von dir und zwar in Uniform." Pet wollte schon weitergehen, bis ihm auf einmal bewusst wurde, was das bedeutete. Am anderen Ende der Welt hing ein Bild von Erik an der Wand in einem Büro am Hafen? Pet und Erik gingen auf das Bild zu. Es war eindeutig Erik auf dem Bild in einer Uniform der Marine. "So was hatte ich noch nie an," meinte Erik sichtlich erstaunt über sein Konterfei hinter der kleinen Bilderglasscheibe. "Aber da stimmt was nicht? Schau mal, da am Ohr sehe ich eine Narbe, das Ohrläppchen ist eingerissen. Bei mir aber nicht. Habe ich einen Zwillingsbruder oder so was? Oder wurde ich gar schon geklont? Und hierhergebracht in der Hoffnung, dass hier niemand herkommt, der das Original kennt." Die anderen waren zusammen mit Mandolino nun zu ihnen gestoßen und hatten sich um das Bild versammelt." Sie deutete auf das Bild und dann auf Erik.

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Teil 2 - Kapitel 35

28. August 2015 10.00 Uhr an Bord der Blauzahn

 

Nachdem der Möwenschwarm verjagt war, konnten Erik, Lars und Juris auf die Brücke zurückkehren. Das Bild, das sich ihnen bot, war furchtbar. Überall große Kleckse von Vogelexkrementen, Federn und auch ein paar kleine Fetzen des Haikopfkadavers lagen herum. Es stank furchtbar. Zwei tote Möwen lagen vor dem Masten. 

 

Unter Deck sprach Otto im Kreise seiner Freunde mit einem der an Bord gekommen Polizeibeamten. Die Piraten erfuhren auf diesem Wege, dass es auf der Insel eine Gruppe von revoltierenden Jugendlichen gab, die sich gegen alles stellten, was nach Kapital, Reichtum und Kapitalisten aussah. Die Blauzahn sah nun mal nicht aus wie ein Forschungsschiff, sondern war eine Luxusjacht mit beachtlichen Maßen. Der Polizist erklärte der Blauzahnmannschaft, dass diese Jugendlichen schon einigen Herrschaften sehr böse Streiche gespielt hätten. Luxusautos wurden mit stinkenden Farben besprüht. In einigen Parks von Villen setzte man eine Horde Schweine aus. In Restaurants wurden Schachteln mit Kakerlaken deponiert und diese dann freigelassen. Das mit dem Haifischkopf war allerdings etwas Neues. Man würde versuchen, die Übeltäter zu ermitteln, war sich aber fast sicher, dass diese nicht zu fassen sein würden. Für die Beseitigung der Rückstände auf Deck empfahl der Polizeibeamte ein örtliche Unternehmen, das einer kleinen Werft angeschlossen war.

 

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Teil 2 - Kapitel 34

28. August 2015 5.00 Uhr auf der Blauzahn

 

Die Party war ein Erfolg. Die Nordstrandpiraten hatten ein wunderbares Motto für ihre Feier gefunden. "Glücklich sein", das waren die beiden Worte, die jeder für sich auf einen Merkzettel geschrieben hatte. Jeder hatte sich diesen Zettel in seine Hosentasche geschoben und immer wenn jemand während der Feier in eine negative Stimmung zu fallen ansetzte, holte er den Zettel mit diesen beiden Worten aus den Hosentasche und hielt das Stück Papier in die Höhe. Das musste nur zwei Mal an diesem Abend gemacht werden, dann hatten es alle verinnerlicht und genossen den Abend.

 

Nicht der Alkohol, der an diesen Abend sehr spärlich floss, war es, der die Stimmung so positiv beeinflusste, es war ganz einfach das Motto, das alle beflügelte. Und wenn zwei Worte es schafften, dass sich alle wohl fühlten und das Piratendasein genossen, dann hatten sie an diesem Tage eines der großen Ziele ihrer Reise erreicht konnten es feiern. Jeder wusste, dass sie sich ständig weiterentwickelten, aber nicht jedem war bewusst gewesen, was für Auswirkungen es tatsächlich auf sie hatte.

 

Erst um 5.00 Uhr am Morgen gingen die letzten ins Bett.

 

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Teil 2 - Kapitel 33

17. August 2015 19.00 Uhr Südpazifik

 

Nachdem die Blauzahn mit der Hilfe ihres Gastgebers gut mit Proviant versorgt worden war, hatten sie am 16. August am frühen Morgen die Segel gesetzt und den Kurs Richtung Osten genommen. Ihr nächstes Ziel war Französisch-Polynesien und dort die Insel Tahiti. Die etwas mehr als zweitausendsiebenhundertachtzig Kilometer entfernte Insel wollten sie in sieben Tagen erreichen. Wolkow hatte am gleichen Tag wie die Blauzahn die Insel Tonga verlassen. Ihr Ziel war Samoa.

Sie hatten sich einen Ankerplatz ab dem 24. August im Jachthafen von Papeete gesichert. Lars wollte bei dieser Tour unbedingt immer die Zeiten von 22.00 Uhr bis 7.00 Uhr das Steuer übernehmen. Also wurde der Dienstplan entsprechend aufgebaut. Allerdings musste er bereits drei Stunden nach Erstellung schon wieder geändert werden. John war wegen Fieber ausgefallen und eine Stunde später meldeten sich Steffen, Carlo und Jose ebenfalls ab, da sie sich unwohl fühlten und leichtes Fieber hatten.

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Teil 2 - Kapitel 32

14. August 10.00 Uhr an Bord der Blauzahn im Hafen von Tonga

 

Mischa und Gerrit untersuchten die Frau, nachdem sie ihr das Kleid ausgezogen hatten. Das Kleid, das sie trug und die Unterwäsche deuteten darauf hin, dass sie nicht arm war. Das hatte Mischa schon bemerkt. Die goldene Halskette mit dem Kreuz war unbeschädigt. Auffällig waren Hämatome an den Armgelenken und am Bauch. Ansonsten schien sie unverletzt zu sein. Die Blutdruckmessung ergab, dass dieser etwas zu nieder war. Warum war diese Frau ohnmächtig und warum hatte man sie unter einer Decke in dieses Ruderboot gelegt. Mischa roch an ihrem Mund. "Sie hat Alkohol getrunken, aber da ist noch was dabei. Ich kann nicht sagen, was ich da rieche. Pfefferminze könnte es sein, aber ich bin mir nicht sicher." Gerrit wiederholte die Prozedur von ihm und bestätigte, was Mischa ihm gesagt hatte. "Könnte so was wie Feigenschnaps mit Pfefferminzblättern gewesen sein. Könnte es sein, dass man der Frau dazu noch KO Tropfen verabreicht hat?" Mischa fühlte nochmals den Puls. "Nicht schwach, aber auch nicht normal. Ich glaube sie wacht auf. Die Augenlider flimmern etwas." Beide beobachteten, wie die Frau langsam wach wurde. Kaum hatte sie die Augen ganz geöffnet, musste sie sich auch schon übergeben. Mischa hatte offensichtlich mit dieser Reaktion gerechnet und hielt der Frau ein Behältnis hin.

 

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Teil 2 - Kapitel 31

13. August 2015 auf der Brücke de Blauzahn

 

Erik schüttelte sich ein paar Mal, aber das Bild, das er immer noch im Auge hatte, wollte nicht verschwinden. "Ich habe keine Ahnung, was das war." rief er ganz laut in die Runde der versammelten Nordstrandpiraten. "Es war glühend und rot und nur ein paar Meter steuerbords ist es ins Wasser gestoßen. Es hat gezischt, deswegen nehme ich an, dass es heiß war, weil es ja auch geglüht hat. Vielleicht so groß wie ein Fußball, kaum größer glaube ich." Greg meinte nur, dass es steil von oben gekommen sei und er vermutete, dass es ein Meteorit gewesen sei. Aber ein paar hundert Meter weiter sei ein größeres Teil ins Wasser gestürzt. Deshalb suchte er mit dem Fernglas noch den Horizont ab, ob da noch was zu sehen war, aber er konnte nichts erkennen. Lars stand nur in einer weißen Leinenhose und sonst nackt an Deck. "Freunde, das war es, ein Meteorit. Wenn uns der getroffen hätte, wäre es aus mit uns gewesen. Was wir doch manches Mal für ein Glück haben. Ich gehe wieder schlafen." Und dann war er auch schon weg. Trevor und Tristan begleiteten ihn von Deck nach unten. Alle anderen blieben noch für ein paar Minuten.

 

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Teil 2 - Kapitel 30

12. August 2015 2.30 Uhr Südpazifik

 

Erik, Carlo und Luigi waren auf der Brücke. Der Wind kam aus Süd West und die Blauzahn kämpfte sich durch Wellen bis zu zwei Metern Höhe. Über die Bordsprechanlage rief Erik um Unterstützung auf der Brücke, da Carlo und Luigi sich um die Segel und die Taue kümmern mussten, die sich beim Vorsegel etwas verknotet hatten. Otto übernahm es, Erik auf der Brücke zu unterstützen und setzte sich ans Radar. Steuerbords erkannte Otto Schiffsbewegungen. Offensichtlich fuhr in sechs Kilometer Entfernung ein Konvoi mit fünf Schiffen in Richtung Nord-Ost. Otto beobachtete die Schiffsbewegungen weiter, denn es bestand die Möglichkeit, dass sie sich begegnen würden.

 

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