Teil 2 - Kapitel 14

19. Juli 2015 20.00 Uhr an Bord der Blauzahn

 

Um allen bekannten Klischees gerecht zu werden, kamen die Damen natürlich nicht um 20 Uhr an Bord. Lars hatte sich mit einer Begrüßungsabordnung pünktlich an die Gangway gestellt. John, Greg und Juris standen mit ihm zur Begrüßung bereit. Um auch beim Tragen der zu erwartenden Getränke zu helfen. Sehen konnten sie nichts, aber sie hörten die aufgeregten Stimmen der Damen unter Deck. Lars hatte sich wie ein Kapitän der Britischen Marine des achtzehnten Jahrhunderts gekleidet. John hatte die Farben seiner Familie angelegt und trug die Kleidung eines schottischen Adligen des siebzehnten Jahrhunderts. Greg hatte die Kutte seines ehemaligen Ordens angelegt und als einziges Schmuckstück ein silbernes Kreuz an einer weißen Leinenkordel um den Hals gelegt. Juris trug eine alte lederne Hose und darüber einen dunklen Leinenkittel. Um den Hals hatte er sich ein blutrotes Halstuch gebunden. Laut seiner Aussage hätten das die Seeleute der Ostsee im achtzehnten Jahrhundert getragen. Er sah damit mehr als nur verwegen aus. Unterstützt wurde sein wagemutiges Aussehen noch, weil er sich zwei Zöpfe in seinen inzwischen langen Kinnbart geflochten hatte.

 

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Teil 2 - Kapitel 13

17. Juli 2015 17.00 Uhr auf der Blauzahn im Hafen von Wellinton

 

Gemeinsam mit den Werftmonteuren hatte Steffen die Reparatur des Motors erledigen können. Die Ersatzteile waren rechtzeitig am Morgen eingetroffen und so war die Blauzahn am späten Nachmittag wieder voll einsatzfähig.

 

Für diesen Abend hatten Otto und Pet die Mannschaft zu einer Besprechung eingeladen. Das Thema: Umgang mit der Presse. Da alle um die etwas prekäre Lager von Jan, dessen Schwester und Mathias wussten, zudem aber auch innerhalb der Mannschaft die Meinung vorherrschte, dass man die Privatsphäre aller besser schützen sollte, mussten sie nochmals über den Umgang mit den Medien sprechen. Thema zwei: Wie wollten sie sich in Zukunft gegenüber der Agelicrew verhalten? Einerseits hatte sich bereits eine gewisse Vertrautheit mit einigen Mannschaftsmitglieder der anderen Jacht ergeben, andererseits war sich keiner der Nordstrandpiraten darüber im Klaren, wie sich diese Beziehung auf ihre Pläne auswirken könnte.

 

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Teil 2 - Kapitel 12

15. Juli 2015 10.00 Uhr Hafen von Wellington

 

Otto schleppte seine drei Kartons an Bord der Blauzahn in seine Kajüte. Ein dritter, längerer Karton für Erik war noch nicht dabei und der Fahrer meinte, dass der mit dem Transporter kommen würde. Der LKW Fahrer hakte Karton für Karton auf seiner Ladeliste ab. Dann entlud er eine Holzkiste für Mathias, der etwas irritiert dreinschaute, als er sie hochhob und feststellen musste, dass die doch etwas schwerer war, als er sich das gedacht hatte. Pet half ihm, die Kiste an Bord zu tragen. Mathias war neugierig genug, die Kiste sofort zu öffnen.

 

Pet wartete nicht, bis Mathias seine Überraschung ausgepackt hatte, sondern ging sofort wieder zum Pier zurück. Der Fahrer entlud weiter und übergab die anderen Kisten, Kartons, Rollen und Sonstiges an die jeweiligen Empfänger.   

 

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Teil 2 - Kapitel 11

11. Juli 2015 8.00 Uhr

John sah den kleinen Eisberg von der Brücke aus. Er erkannte, dass die drei es nicht schaffen würden, diesen Eisbrocken von der Blauzahn entfernt zu halten. Also drückte er den Hebel nach vorne, um die Drehzahl der Propeller auf Maximum zu bringen. Dabei drehte er ein klein wenig weiter am Steuerrad, um noch etwas mehr nach Steuerbord zu kommen. Die Blauzahn machte fast einen Sprung nach vorne und ein Teil der Mannschaft verlor den Halt und fiel zu Boden. Alberto, Luigi und Carlo konnten sich gerade noch festhalten, um nicht über Bord zu stürzen. Dabei verlor Alberto den Bootshaken. Aber diese Beschleunigung und die minimale Kurskorrektur reichte, um die Kollision mit dem Eisberg zu verhindert. Da entdeckte Pet, dass sie genau auf einen weiteren kleinen Eisberg zusteuerten. John musste die volle Kraft der Motoren beibehalten und nochmals den Kurs korrigieren, um einem drohenden Zusammenstoß zu entgehen. Nach über zehn Minuten Manövrieren hatte die Blauzahn die Eisbergschule hinter sich gebracht.

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Teil 2 - Kapitel 10

9. Juli 2015 17.15 Uhr Georges Bay

Juris und Luigi griffen sich eine Leine, die längsseits der Jacht des Fernsehteams herunterhing und zogen das Beiboot der Blauzahn dicht an die Jacht heran. Erik, der groß genug war, über die Bordwand zu schauen, rief laut, ob sie an Bord kommen dürften. Leider bekam er keine Antwort. Luigi klopfte mit einem Bootshaken gegen die Bordwand. Unter  Fluchen kam dann jemand an Deck und schaut verschlafen in das Beiboot hinunter. Erik erschreckte den Fernsehjournalisten mit seiner kräftigen Stimme. "Ihr wolltet uns doch interviewen? Hier sind wir! Wo ist die Kamera, wo sind die Mikrofone? Wir haben nicht ewig Zeit, wir sind alte Männer und müssen jeden Moment mit unserem Ableben rechnen. Also los geht´s. Dürfen wir an Bord kommen?" Der Angesprochene hatte nicht mit dieser geballten Kraft an Stimme und Mann gerechnet und zuckte ängstlich zurück.

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Teil 2 - Kapitel 9

9. Juli 2015 2.30 Uhr Georges Bay Tasmanien

Inzwischen hatten die Schreie und das heftige Bellen von Trevor alle auf der Blauzahn geweckt. Alberto war zu einem der großen Scheinwerfer an Backbord gegangen und richtete den Lichtkegel auf das brennende Schiff. Mathias rief ihm zu, dass Trevor etwas im Wasser gesehen hätte und er solle die Oberfläche mit dem Lichtstrahl absuchen. Etwa dreißig Meter entfernt von der Blauzahn sahen alle, die dem Lichtstrahl gefolgt waren, jemanden schwimmen. Jose hatte bereits einen Rettungsring in den Händen und warf ihn dem Schwimmenden entgegen. Erst als der Rettungssuchende den Ring erreichte, sahen alle, dass er jemanden in den Armen hielt und versuchte, ihn über Wasser zu halten. Jose sprang über Bord und kraulte in Richtung des Rettungsrings.

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Teil 2 - Kapitel 8

4. Juli 2015 6.00 Uhr auf der Blauzahn

 

Vor ihnen lag King Island. Sie wollten die Insel, die zu Tasmanien gehörte, an deren Südspitze passieren, um dort in die Bass Street einzufahren. Es war an diesem Morgen recht kühl und regnerisch. Sie mussten immer wieder kreuzen, da der Wind meist aus nördlicher Richtung kam. Erik und die Zwillingen Carlo und Luigi waren auf der Brücke. Marc in seiner Kombüse zusammen mit Otto und Jan. Da die See sehr ruhig war, wollte Marc wieder einmal ein opulentes Frühstück machen. Die Chance, dass der Wellengang so blieb, war gering und Marc nutzte solche Phasen immer, um zu kochen.

 

Der Umbau der Blauzahn war gelungen. Endlich hatten sie auch eine Toilette neben der Messe und in der Nähe der Brücke. Die Brücke hatte Erik vollkommen geschlossen gehalten, sodass man nun nicht mehr bei Regen im Südwester am Steuerrad stehen musste. Erik schätzte das sehr. Endlich konnte er bei Nässe von oben seinen geliebten Tee ohne Regenwasserverdünnung auf der Brücke trinken.

 

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