Teil 2 - Kapitel 10

9. Juli 2015 17.15 Uhr Georges Bay

Juris und Luigi griffen sich eine Leine, die längsseits der Jacht des Fernsehteams herunterhing und zogen das Beiboot der Blauzahn dicht an die Jacht heran. Erik, der groß genug war, über die Bordwand zu schauen, rief laut, ob sie an Bord kommen dürften. Leider bekam er keine Antwort. Luigi klopfte mit einem Bootshaken gegen die Bordwand. Unter  Fluchen kam dann jemand an Deck und schaut verschlafen in das Beiboot hinunter. Erik erschreckte den Fernsehjournalisten mit seiner kräftigen Stimme. "Ihr wolltet uns doch interviewen? Hier sind wir! Wo ist die Kamera, wo sind die Mikrofone? Wir haben nicht ewig Zeit, wir sind alte Männer und müssen jeden Moment mit unserem Ableben rechnen. Also los geht´s. Dürfen wir an Bord kommen?" Der Angesprochene hatte nicht mit dieser geballten Kraft an Stimme und Mann gerechnet und zuckte ängstlich zurück.

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Teil 2 - Kapitel 9

9. Juli 2015 2.30 Uhr Georges Bay Tasmanien

Inzwischen hatten die Schreie und das heftige Bellen von Trevor alle auf der Blauzahn geweckt. Alberto war zu einem der großen Scheinwerfer an Backbord gegangen und richtete den Lichtkegel auf das brennende Schiff. Mathias rief ihm zu, dass Trevor etwas im Wasser gesehen hätte und er solle die Oberfläche mit dem Lichtstrahl absuchen. Etwa dreißig Meter entfernt von der Blauzahn sahen alle, die dem Lichtstrahl gefolgt waren, jemanden schwimmen. Jose hatte bereits einen Rettungsring in den Händen und warf ihn dem Schwimmenden entgegen. Erst als der Rettungssuchende den Ring erreichte, sahen alle, dass er jemanden in den Armen hielt und versuchte, ihn über Wasser zu halten. Jose sprang über Bord und kraulte in Richtung des Rettungsrings.

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Teil 2 - Kapitel 8

4. Juli 2015 6.00 Uhr auf der Blauzahn

 

Vor ihnen lag King Island. Sie wollten die Insel, die zu Tasmanien gehörte, an deren Südspitze passieren, um dort in die Bass Street einzufahren. Es war an diesem Morgen recht kühl und regnerisch. Sie mussten immer wieder kreuzen, da der Wind meist aus nördlicher Richtung kam. Erik und die Zwillingen Carlo und Luigi waren auf der Brücke. Marc in seiner Kombüse zusammen mit Otto und Jan. Da die See sehr ruhig war, wollte Marc wieder einmal ein opulentes Frühstück machen. Die Chance, dass der Wellengang so blieb, war gering und Marc nutzte solche Phasen immer, um zu kochen.

 

Der Umbau der Blauzahn war gelungen. Endlich hatten sie auch eine Toilette neben der Messe und in der Nähe der Brücke. Die Brücke hatte Erik vollkommen geschlossen gehalten, sodass man nun nicht mehr bei Regen im Südwester am Steuerrad stehen musste. Erik schätzte das sehr. Endlich konnte er bei Nässe von oben seinen geliebten Tee ohne Regenwasserverdünnung auf der Brücke trinken.

 

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Teil 2 - Kapitel 7

25. Juni 2015 Mungo Nationalpark

 

Die Nordstrandpiraten hatten am früher Morgen Adelaide verlassen, um den Mungo Nationalpark zu besuchen. Die fast siebenhundertfünfzig Kilometer schafften sie in sieben Stunden. In der Mungo Lodge hatten sie gebucht. Alberto, Jose und Jan waren auf der Blauzahn zurückgeblieben, um am 30. Juni die vorgesehene Endabnahme des Umbaus zu überwachen.

 

Die zwölf Nordstrandpiraten  und Trevor waren vollkommen erschöpft, als sie den Ort in der Wüste erreichten. Trevor hatte unterwegs ungeheure Mengen an Wasser getrunken. Da Hunde aber nicht schwitzen können, musste das Nass wieder aus ihm heraus und so kamen sie alle zwei Stunden zu einer kurzen, aber notwenigen Pause.

 

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Teil 2 - Kapitel 6

14. Juni 2015 6.30 Uhr

In der morgendlichen Dämmerung verließ die Ageli den Hafen von Perth. Es regnete leicht und die Temperatur lag gerade bei 6 C°. Alle männlichen Mannschaftsmitglieder hatten die Ageli verlassen. Die neue, weibliche Mannschaft der Ageli musste sich nun finden und der Segeltörn nach Adelaide war ein wichtiges Training für sie. Melanie, Sophia und Olivia Costa hatten ein Kapitänspatent für diese Segelschiffklasse. Lorina Brand hatte zwar Maschinenbau studiert, war aber eine begeisterte Motorentunerin mit Erfahrungen, die sie bei einigen europäischen Formel 3 und 2  Rennställen gemacht hatte. Milly Bauer, Matra Perry und Maria Braun hatten zusammen bei einer Werft für Luxusjachten gearbeitet und hatten genug Praxis für das Hochseesegeln. Doktor Sylvia Grosse war jahrelang als Schiffsärztin auf Kreuzfahrtschiffen gewesen und war nun mit knapp fünfzig Jahren zu alt geworden für das junge, dynamische Volk auf den Kreuzfahrtschiffen oder den großen, privaten Luxusjachten. Sie kannte Ben Miller schon etwas länger und war über die Vermittlung von Carla zur Agelimannschaft gestoßen. Frau Birgit Hanssen nebst Tochter Marta, Julia und Beatrice waren die Frauen, die am wenigsten Segelerfahrung hatten, aber alle vier waren lernfähig und in ihrem Tun hatten sie bisher eine gewisse Beharrlichkeit gezeigt.

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Teil 2 - Kapitel 5

16.30 Uhr auf der Ageli

 

Otto, Lars und Pet besuchten Betty, Sophia und Melanie. Die Ageli war etwas komfortabler eingerichtet und besaß eine zweite, kleinere Messe hinter der Kapitänskajüte. Dort saßen sich die sechs nun gegenüber. Es gab tatsächlich Tee und etwas Gebäck. Lange saßen sie da, ohne dass ein Wort gesprochen wurde. Betty bot einen Cognac an, alle lehnten ab und so trank Betty alleine von dem edlen Getränk. Sicher benötigte sie etwas Entspannendes. Nach dem ersten Schluck fing sie an, über das, was sie bewegte, zu reden. Zuerst über den Gesundheitszustand von Ben Miller und dass er die Reise nicht fortsetzten konnte. Und dann, dass die drei Damen die Reise gerne fortsetzten wollten, nun aber nicht genau wussten, wie sie das organisieren sollten. Auf Umwegen kam Betty dann endlich auf den Punkt: "Wir wollen eine Mannschaft aus Frauen aufbauen und die Reise rund um die Welt fortsetzen. Wir wollen es tun, würden aber gerne eure Meinung dazu hören."

 

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Teil 2 - Kapitel 4

8. Juni 2015 11.30 Uhr Jachthafen Perth Australien

Otto stieg an Deck der Ageli, um nachzuschauen, wer nach ihnen gefragt hatte. Auf dem Pier standen vier Frauen. Otto erkannte als erstes Birgit Hanssen, neben ihr stand eine junge Frau, die er nicht erkannte. Dahinter standen Beatrice und Julia. Die beiden winkten Otto zu, als sie ihn entdeckten. In Ottos Gehirn begann es zu arbeiten. Dass Julia und Beatrice hier auftauchten, war zwar ein Überraschung, aber hatte etwas Logisches an sich. Die eine wollten sicher ihren Vater sehen und die andere war aus Herzensangelegenheiten hier. Aber was wollte Frau Hanssen und wer war diese junge Frau? Über den Steg ging er auf die kleine Gruppe zu. Frau Hanssen und die junge Frau begrüßten ihn mit einem Handschlag. Julia und Beatrice drückten ihn fest an sich. Ihnen war die Freude, Otto zu sehen, ins Gesicht geschrieben. Frau Hanssen stellte die junge Frau neben sich vor.

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